Durowe 7525 - Wartung einer Dugena Automatic

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DreizeigerFan

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Mir ist vor einiger Zeit eine Dugena Automatic zugeflogen, die lange in der Bastelkiste gelegen hat, bis ich vor einigen Tagen angefangen habe, sie in einen nutzbaren Zustand zu bringen.
Ärgerlicherweise habe ich kein Bild der Uhr gemacht, bevor ich angefangen habe. Aber ein Bild der Rückseite nach dem Öffnen habe ich
01-vorher.jpg

So weit, so gut, erst mal den Rotor entfernt.
02-Rotor-ab.jpg

Da fehlt schon mal eine Schraube der Räderwerk-Brücke. Die vier Schrauben der Automatik-Einheit habe ich schon gelöst. Die Teile der Automatik lagere ich erst mal gesondert und kümmere mich um das eigentliche Werk.
03-Automatik-Teile.jpg

Hier noch ein Foto mit dem nicht mehr ganz so schönen Zifferblatt.
04-ZB-patina.jpg

Jetzt ein weiteres Bild ohne Zifferblatt.
05-ZB-Seite.jpg

Nun erst mal den Kloben über der Datumsklinke entfernt und die Feder entspannt, damit sie nicht versehentlich weg fliegt.
06-Datum-Klinke.jpg

Danach die Brücke über der Datumsmechanik entfernt.
07-Brücke-runter.jpg

Jetzt hat man einen schönen Blick auf die Mechanik darunter. Das schneckenförmige Teil auf dem Datumsrad spannt den Hebel gegen die Feder, die um den Deckstein der Unruh liegt. Das Schalten passiert, wenn der Hebel über die Spitze der Schnecke rutscht. Dann kann sich die Schnecke etwas auf dem Rad bewegen, so dass das Datum spontan springt.
Das Zeigerstellrad ist zweiteilig. Im folgenden Bild habe ich schon den oberen Teil entfernt (liegt daneben).
08-Zeigerstellrad.jpg

Im Bild oben ist gut zu erkennen, dass die Winkelhebelfeder in den unteren Teil des Zeigerstellrads greift. Es hat eine Nut zwischen dem unteren Teil, der in den Schiebetrieb greift und dem oberen Teil, der den Datumskorrektor antreibt. Der Datumskorrektor ist immer im Eingriff in das Rad. Er wird durch einen unter dem Winkelhebel liegenden Hebel geführt und greift nur in der mittleren Kronen-Position in die Datumsscheibe.
So jetzt habe ich mich mit Text und Bild verzettelt. Hier nochmal ein Bild, das Datumsrad und die Schnecke darüber zeigt.
09-Datumsrad.jpg

Jetzt aber weiter mit der Datumskorrektur.
10-WH-Feder.jpg

Ohne Winkelhebelfeder ist auch der oben beschriebene Hebel, der den Korrektor führt, zu sehen.
Auf der anderen Seite habe ich das Sperrrad (vorher Feder entspannen) entfernt, um sicher zu gehen, dass kein Zug mehr auf dem Werk ist, wenn ich den Anker entferne.
11-Unruh-Anker-Sperrad.jpg

Danach habe ich die Brücken über dem Räderwerk entfernt.
12-Räderbrücke.jpg

Unter der Federhausbrücke ist es nicht wirklich spannend (ich habe schlicht vergessen, ein Foto zu machen und flüchte mich jetzt in Ausreden). Hier die verpackten Teile vor der Reinigung im US-Bad. Die Feder ist natürlich nicht mit ins Bad gegangen. Ich habe sie nur abgerieben. Sie hat kein klassisches Gleitstück , sondern ist am Ende einfach etwas dicker.
13-Teile.jpg

Nach der Reinigung habe ich erst mal die Steine der Stoßsicherung wieder eingebaut.
14-nach-Reinigung.jpg

Dann habe ich die Unruh ausgebaut und das Minutenrad eingebaut.
15-Minutenrad.jpg

Jetzt kommen die Räder wieder rein.
16-Räder-rein.jpg

Danach die Brücke und der Anker.
17-Brücke-Anker.jpg

Dann die Ankerbrücke und das Federhaus mit Brücke wieder rein.
18-Anker-Federhaus.jpg

Noch schnell das Sperrrad und die Unruh wieder rein. Jetzt läuft es erst mal wieder.
19-SPerrad-Unruh.jpg

Die Ringe auf dem Sperrrad sind keine Verzierung sondern ein Unfall. Ich möchte da nicht auf Details eingehen.
Das ist jetzt ein guter Moment, um für heute Schluss zu machen. In den nächsten Tagen geht es weiter (versprochen!).

Euch noch einen schönen Abend,
Christian
 
Z

Zentra

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Danke Christian,

sehr deutlich beschrieben und mit guten Fotos begleitet.

Gruß Herbert
 
DreizeigerFan

DreizeigerFan

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@Zentra : Vielen Dank für die freundlichen Worte.

So, dann wollen wir mal weiter machen. Zunächst kommt die Krone samt Mechanik wieder rein.
3164809
Dann die Winkelhebelfeder und das Datumsschaltrad.
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Jetzt werden die Teile unter der großen Brücke wieder einsortiert.
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Und obwohl die Federn auf der ZB Seite wenig Neigung zum weg fliegen haben, fühle ich mich wohler, wenn die Brücke wieder drin ist.
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Nun noch die Datumsklinke montieren.
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Und schon sind wir mit dem eigentlichen Werk fertig.
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Jetzt muss noch die Automatik-Einheit zerlegt und gereinigt werden. Hier noch ein vorher Bild.
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Nach dem Abnehmen der Brücke werden die Teile darunter sichtbar.
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Das Rad ist an der Brücke hängen geblieben, deshalb ist die Klinke nicht mehr ganz in Position. Ich mag diese Einheit wegen der beiden prinzipiell flugfähigen Federn nicht besonders.
Hier die Teile nach der Reinigung.
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Und die wieder einsortierten Teile.
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Die Feder für die Klinke fehlt im Bild oben noch. Man kann sie später noch einsetzen.
3164837
Also erst die Brücke drauf und dann die Feder einsetzen.

Das setzen von Leuchtpunkten auf dem Zifferblatt ist noch ausbaufähig. Aber wenigstens leuchtet es jetzt wieder.
3164840
Glücklicherweise ist heute auch das neue Glas angekommen (das alte hatte mehrere Risse).
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Jetzt kann das Werk (noch ohne Automatik) eingeschalt werden.
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Dann montiere ich die Automatik und den Rotor.
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Auch wenn das Zifferblatt einigermaßen ramponiert ist finde ich sie durchaus wieder tragbar.
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Euch allen noch einen schönen Tag,
Christian
 
G

Gast52069

Gast
Sehr schöne Arbeit an einem deutschen Klassiker!
Schade das es aus unserem Land keine guten Brot und Butter-Uhren für Jedermann mehr gibt. Das haben uns die Japaner abgenommen.
 
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