Dugena Pendeluhr

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Stevie Hood

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Hallo,

Ich hab ein Problem mit einer uralten Dugena-Pendeluhr, die so häßlich ist, das sie schon wieder interessant ist ;-)
Das Teil hat ein elektromechanisches Werk, d.h. der Antrieb läuft über eine Feder, die mit Hilfe einer Monozelle immer wieder elektrisch aufgezogen wird.
Sie hing ein Paar Jahre an der Wand ohne zu laufen und ist mir jetzt wieder in die Hände gefallen. Neue Batterie rein, Pendel angestoßen und schon läuft sie.

Aaaber...sie ist zu schnell. :-( Die Regulierung läuft über die untere Pendelscheibe und da das Pendel oben ein großes "Hauptgewicht" hat (das Teil mit dem goldenen Stern oben hinter dem Zifferblatt) muß die untere Scheibe laut Aufschrift nach oben gedreht werden. In der obersten Position macht das gute Stück aber in 12 Stunden mindestens 5 Minuten gut. :-( Dreht man die Scheibe nach unten wird sie noch scneller.

Hat jemand eine Idee was man da tun kann?

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hermannH

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Hallo

Mach bitte ein Foto vom Werk.
Es könnte sein, das durch Verunreinigungen das "Ankerrad" sporadisch zu weit mitgenommen wird - wenn es das Werk ist was ich vermute.

Gruß hermann
 

Stevie Hood

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Fotos vom Werk..bitte sehr ;-) Ich weiß, das muß dringend mal geputzt werden ;-)


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Der Stromer

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Hallo, Stefan.

Hast Du den überhaupt das Gegenpendel für diese Uhr? Übrigens ist diese Uhr von der Firma Aug. Schatz & Söhne in Triberg hergestellt worden. Artverwandte Uhren waren die Pendolino, Queen Ann und Bipolar.

Wenn das Gegenpendel vorhanden ist, kann das Problem auch mit der Batterie zusammen hängen. Meine läuft zum Beispiel nur genau mit der VARTA Super Life.
 
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Stevie Hood

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Hallo Rolf Dieter,

Ein Gegenpendel? Wie sieht das denn aus? Ich habe nur das Pendel das auf dem ersten Bild zu sehen ist. Mehr kenn ich an der Uhr auch nicht.

Sie gehörte mal meinem Onkel und ich hab sie vor Jahren bei der Haushaltsauflösung mitgenommen so wie sie an der Wand hing. Wenn was fehlt wär das natürlich blöd :-(
 

Chronix

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interessante Uhr, da ist doch kein Gegenpendel, das Pendel besteht aus einem Teil, die kürzere obere Hälfte gukt oben an der Uhr raus, es sei denn dort ist ein Gewicht rausgefallen. Ich tippe mal darauf das ein Tropfen Öl helfen kann, dort in der Achse wo der Motor oder Magnet gelagert ist. Man könnte auch mal das Innere entstauben und guken ob der Kondensator noch tut und die Batterie prüfen.
 

Stevie Hood

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Also so weit ich sehen kann ist das Pendel komplett. Das obere Gewicht (das mit der Sonne drauf) besteht aus zwei Scheiben, die mit der Pendelstange verschraubt sind. Da sieht es nicht aus als ob was fehlen könnte.

Was mich einfach wundert ist, das sie zu schnell läuft. Bei Staub im Werk (der sicher da ist ;) ) hätte ich getippt das sie langsamer wird. Ich werd mich bei nächster Gelegenheit mal ranmachen und erstmal sauber machen. Vielleicht hilft das ja schon.
 

Chronix

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Probier doch erst mal wieder mit einer neuen Batterie und stelle sicher das die Uhr senkrecht hängt.
 

Der Stromer

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interessante Uhr, da ist doch kein Gegenpendel, das Pendel besteht aus einem Teil, die kürzere obere Hälfte gukt oben an der Uhr raus, es sei denn dort ist ein Gewicht rausgefallen. Ich tippe mal darauf das ein Tropfen Öl helfen kann, dort in der Achse wo der Motor oder Magnet gelagert ist. Man könnte auch mal das Innere entstauben und guken ob der Kondensator noch tut und die Batterie prüfen.

@ Chronix: Bei dieser Uhr ist es das Elexacta - Klappanker-Werk, fast baugleich dem EL58, dass die Zugfeder aufzieht. Da gibt es keine Elektronik und keinen Kondensator, auch keinen Motor. Nur einen Widerstand von ca. 30 Ohm zur Funkenlöschung und den Magneten. Das Werk ist also, bis auf den Aufzugmagneten, rein mechanisch. Und wie gesagt: Schatz hat 3 Uhren mit Gegenpendel hergestellt: Queen Anne, Pendulo und eben diese Bipolar. Später - so ab Ende der 1960er wurden diese Werke auch mit elektronischen Magnet-Pendel Antrieben versehen.

Also, ich würde folgender maßen vorgehen:
1.) Uhr so hängen, dass das Tick -Tack (Abfall) absolut gleichmäßig ist (dabei kann die Uhr auch etwas schräg hängen!),
2.) Die untere Einstellscheibe auf ca. Mitte einstellen (mit dieser Scheibe wird ein kleines Gewicht über eine Schnecke verschoben).
3.) mit der Oberen Scheibe den Gang auf einen guten Wert (nicht exakt) einstellen
4.) dann mit der unteren Scheibe genau justieren.
Bitte darauf achten, dass diese Uhrenart sehr empfindlich auf Zugluft reagiert. Schon ein leichter Lufthauch stört das empfindliche Gegenpendel und die Uhr wird sehr ungenau. Zwischen zwei Justagen müssen immer mehrere Stunden, in denen das Pendel "seinen Gang" finden muss, liegen. Wenn die Uhr dann endlich genau geht, kann man ggf. den Abfall einstellen, in dem der Ankerstab, der aus dem Werk heraus schaut und in das Gegenpendel eingehakt wird, VORSICHTIG verbiegt. Diese Bauteil ist eben aus diesen Gründen aus sehr weichem Eisen hergestellt!

Ps.: Vergiss meinen Hinweis auf die Batterie. Die hat bei dieser Uhr keinen Einfluss auf den Gang, es sei denn, sie ist leer:). Nur die Queen Anne brauchte eine Batterie mit einem bestimmten Gewicht. Der Batterietausch bei der Queen war also Problematisch, wurde vom Hersteller aber einkalkuliert: Die Spitzenlager waren hier veränderbar!

@hermann: Vollkommen d`accord mit den Batterien!
 
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Stevie Hood

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Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank für die vielen Antworten. Ich werde mein Glück probieren und denke als erstes werde ich das Werk mal reinigen und neu schmieren. Das kann ja wohl nie schaden.

@ Rolf-Dieter: Eine Regulierung über die obere Scheibe des Pendels ist irgendwie nicht möglich. Das sind, wie schon geschrieben, zwei Gewichte, die fest und nicht verschiebbar mit der Pendelstange verschraubt sind. Da ist bei mir keine Regulierungsmöglichkeit vorgesehen. :-(

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Cut_IMG_20180401_213521064.jpg
Cut_IMG_20180401_213548061.jpg

Die Batterie war grad greifbar ;-)....Erstmal sehen ob ich sie halbwegs eingestellt kriege, dann gibt's auch da ne bessere Qualität.
 

Der Stromer

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OK, Stefan.

Aber bitte kein Öl oder Fett in die Spitzenlager!!! Die Spitzen sind Glashart und die Gegenstücke sind aus Glas. Wenn da fett rein kommt, geht nichts mehr.

Ich kenne die obere Scheibe mit einem kurzen Langloch. Vielleicht 3 mm. Das hat schon gereicht.

Noch eine Idee: Wenn mal die untere Mechanik aufgemacht wurde, kann es sein, dass dieser Mechanismus zum Verschieben des Gewichtes nicht mehr funktioniert. Auch da mal dran denken.

Viel Glück :)
 

Stevie Hood

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Ich hatte da auch auf ein Langloch gehofft. Ist aber nicht. :-(

Die Mechanik unten scheint in Ordnung, da ist Bewegung drin ;-)

Gewicht oben:
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Gewicht Mitte:
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Gewicht unten:
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Ich hab mich heut abend mal ein bißchen mit der Theorie des "Gegenschwungpendels" beschäftigt und eine Diplomarbeit aus Grenchen von 2006 gefunden, in der das Ganze gut erklärt wird.
Da stand dann auch drin, dass diese Pendel sehr empfindlich auf Reibungseinflüsse reagieren. Die Pendellager sehen definitiv nicht nach Reibung aus, die bleiben wie sie sind. Die einzige Stelle, an der ich mir Reibung vorstellen kann, wäre die Gabel, in die der "Ankerzapfen" eingreift. Die besteht aus Messingblech und die Flächen sehen nicht so gut aus.
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Wenn da Reibung ist, könnte ich mir vorstellen, dass dadurch die Amplitude des Pendels nicht voll erreicht wird und dadurch der Vorgang entsteht. Ich hab den Reibungsflächen mal ein bißchen Graphit gegönnt, einfach mit ner Bleistiftmine eingerieben ;-) Wenn das was bringt werd ich es mal mit Polieren probieren.

Nochmal danke für die Unterstützung, gute Nacht wünsche ich
 

Stevie Hood

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Ein kurzes Update zu der Sache:

Nachdem ich mich durch die Theorie "durchgebissen" hatte wußte ich was zu tun ist: Eine Erhöhung der oberen Pendelmasse soll eine "Verlängerung" der theoretischen Pendellänge ergeben, sollte also eine Verlangsamung der Uhr bringen.
Also hab ich an der oberen Masse einen kleinen Neodymmagneten (ca. 2 Gramm) angebracht...jetzt geht sie bei ganz nach oben geschobener unterer Pendelscheibe gut 10 Minuten pro Tag zu langsam, wenn die untere Scheibe in der untersten Lage ist läuft sie deutlich zu schnell.

Ab jetzt wird also einreguliert... :-)
 
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