Dubois Dépraz Chronographenmodul auf ETA 2892

Diskutiere Dubois Dépraz Chronographenmodul auf ETA 2892 im Uhrencafé Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo zusammen, ich habe einige recht hübsche und auch preisliche attraktive Roamer Chronographen gesehen, die anscheinend ein ETA 2892...
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*caferacer2

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Hallo zusammen,

ich habe einige recht hübsche und auch preisliche attraktive Roamer Chronographen gesehen, die anscheinend ein ETA 2892 Automatikwerk mit einem passenden Chronographenmodul von Dubois Dépraz verbaut haben.

Die Uhren sehen nicht nur hübsch aus (zentrale Minute, zentrale Stunde, zentrale Stoppsekunde, Totalisatoren für Sekunde, gestoppte Minuten und Stunden sowie Anzeigefenster für Datum), sondern sind auch preislich mit 500,- EUR eher niedrig angesetzt.

Hat so eine Kombination nun Nachteile gegenüber einem ETA Valjoux 7750? Ist die Konstruktion weniger langlebig, fehleranfällig oder sonstwie problematisch?

Kann hier jemand dazu etwas sagen?

Danke für Infos und Hinweise.
Viele Grüße
Sebastian
 
marfil

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Hat so eine Kombination nun Nachteile gegenüber einem ETA Valjoux 7750? Ist die Konstruktion weniger langlebig, fehleranfällig oder sonstwie problematisch?


Viele Grüße
Sebastian
ja- so wie praktisch jeder Modul-Chrono.

Nachteile bei:

Zeigerspiel, Wartung, Bauhöhe, Verschleiss, Wartungsintervall
 
SpeedCat

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Ich habe gerade erst einen kleinen Tag Heuer Chrono mit ebendiesem Werk+Modul vorgestellt. zwar ohne viel Info, aber eins weiß ich sicher:

Die uhr ist schon etwas älter und ist sicher noch nicht revidiert worden. Aber sie läuft wie ne Eins, der Uhrmacher meines Vertrauens bestätigte unlängst einen einwandfreien Zustand des Werks nach einer groben Durchsicht und die zeitwaage lieferte Musterwerte. So viel zur allgemeinen Haltbarkeit.


@ Martin:
Wenn Du deine angeführten Punkte noch mit ein bischen Informationen untermauern würdest, wirkten sie gleich viel verlässlicher. Wo kann zB der Nachteil beim Zeigerspiel sein? Sind die Zeiger nicht beim Chronographenwerk wie beim Dreizeigerwerk mit Chronomodul gleichermaßen befestigt? Ich kann mir da aus Laiensicht einfach keinen möglichen Nachteil vorstellen... Wäre nett, wenn Du deine vier Punkte - bis auf die Bauhöhe - ein bischen untermauern würdest. Die Bauhöhe ist der einzige Punkt, an dem ich dir folgen kann.
 
marfil

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Ich habe gerade erst einen kleinen Tag Heuer Chrono mit ebendiesem Werk+Modul vorgestellt. zwar ohne viel Info, aber eins weiß ich sicher:

Die uhr ist schon etwas älter und ist sicher noch nicht revidiert worden. Aber sie läuft wie ne Eins, der Uhrmacher meines Vertrauens bestätigte unlängst einen einwandfreien Zustand des Werks nach einer groben Durchsicht und die zeitwaage lieferte Musterwerte. So viel zur allgemeinen Haltbarkeit.


@ Martin:
Wenn Du deine angeführten Punkte noch mit ein bischen Informationen untermauern würdest, wirkten sie gleich viel verlässlicher. Wo kann zB der Nachteil beim Zeigerspiel sein? Sind die Zeiger nicht beim Chronographenwerk wie beim Dreizeigerwerk mit Chronomodul gleichermaßen befestigt? Ich kann mir da aus Laiensicht einfach keinen möglichen Nachteil vorstellen... Wäre nett, wenn Du deine vier Punkte - bis auf die Bauhöhe - ein bischen untermauern würdest. Die Bauhöhe ist der einzige Punkt, an dem ich dir folgen kann.

Hallo,

a) Zeigerspiel

Damit ist nicht gemeint, dass die Zeiger anders (schlechter) befestigt wären, als bei einem echten Chronokaliber, sondern, dass sich die Übertragungskette von der Kronenwelle (zum Stellen der Uhr) bis zu den Zeigern zwangsläufig verlängert.
Durch diesen verlängerten Übertragungsweg vergrößert sich zwangsläufig das "Zeigerspiel", das darin besteht, dass die Krone beim Stellen einen größeren Leerweg..."Spiel"...aufweist.
Je nach Basiskaliber/Modul kann das ganz schön große Dimensionen annehmen.

Zudem kann es auch beim Antrieb der Chronographenzeiger durch die indirekte Übertragung vom Basiswerk zu Unstimmigkeiten kommen.

b) Verschleiss/Wartung

Das Dilemma bei Modulchronos ist der komplizierte Aufbau- es sind sozusagen 2 Werke kombiniert.
Das noch größere Problem ist aber, dass die Basiskaliber per se ja nicht auf die zusätzliche Belastung durch das Modul ausgelegt sind.
Gerade "zierliche" Kaliber, wie das 2892, sind für diese Belastungen eigentlich nicht geeignet, weshalb es auch nicht ratsam ist, das Modul ständig mitlaufen zu lassen (beim 7750 wäre das beispielsweise egal).

Das 2892 wird deshalb gerne genommen, da es billig im Einkauf und gering in der Bauhöhe ist- nicht, weil es (technisch) so gut geeignet wäre.

Dadurch, dass der Antrieb über das fragile Räderwerk des Basiskalibers erfolgt, wird dieses einer stärkeren Belastung ausgesetzt- dadurch steigt der Verschleiss- somit sinkd auch die Zuverlässigkeit und der Wartungsaufwand steigt.

Zudem kommt es durch den zwangsläufig vermehrten Abrieb durch das Modul und die vielen zusätzlichen Lagerstellen zu einem stark erhöhten Wartungsaufwand, weshalb die Serviceintervalle im Regelfall erheblich kürzer ausfallen sollten, als beim reinen Basiswerk (oder echten Chronokalibern).

Ich hoffe, das war jetzt einigermaßen verständlich.
 
C

*caferacer2

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Hallo Marfil,

danke für die detaillierten Infos.

Ich meine mich zu erinnern, dass aber auch für das Valjoux 7750 empfohlen wurde, es nicht permanent mitlaufen zu lassen. Auch hier war die Begründung die Zahnung der Räder für die Chronofunktionen und deren schnellerer Verschleiß.

Hat evtl. jemand hier Bilder von den relevanten Zahnrädern eines Valjoux 7750 im Vergleich zu einem ETA 2892 mit Chrono-Modul?

Außerdem würde mich interessieren, welchen Wartungsintervall die Hersteller empfehlen, wenn so ein 2892 mit Modul verbaut ist. Hat da jemand Unterlagen?

Danke und Gruß
Sebastian
 
marfil

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Hallo,

Eine Mehrbelastung für das 7750 stellt die "Inbetriebnahme" der Chronofunktion dar- NICHT das Mitlaufenlassen (gut sichtbar am Amplitudenabfall bei der Kopplung des Chronomechanismus).

Die Wartungsintervalle des 7750 sind auf einen STÄNDIG MITLAUFENDEN Chrono ausgelegt.
Leider geben die meisten Hersteller unterschiedliche Wartungsintervalle an, die sich teilweise auch auf die unterschiedlichen Qualitätsstufen des 7750 zurückführen lassen.
Empfehlenswert ist ein Service alle 3 bis 5 Jahre bei durchgehender Verwendung der Uhr.

Bei Modulwerken richtet sich der Serviceintervall grundsätzlich nach dem Basiswerk. Wird die Chronofunktion oft genutzt, schadet es nicht, die Serviceintervalle des Basiswerkes auf die Hälte zu reduzieren.

Bei einem Modulwerk auf 2892-Basis würde ich ein Serviceintervall von 2 Jahren als angebracht sehen.

Letztlich sind jedoch alle Zeiträume nur ANNÄHERUNGSWERTE.

Die meisten Hersteller gehen bei den Intervallen vom Einsatz der Uhr unter den denkbar schlechtesten Bedingungen aus- sind also immer auf der "sicheren Seite".


Nachtrag:

Hier noch eine gute Beschreibung der Unterschiede:
(Quelle)

"Der Chronographen-Mechanismus wird zumeist (5100,7750) durch das Sekundenrad angetrieben. Die Welle des Sekundenrades wird dazu mit zwei langen Zapfen ausgestattet (einer ist sowieso als Träger des Sekundenzeigers vorhanden). Auf der "freien" Seite wird mit Klemmsitz (abnehmbar) ein Mitnehmerrad mit dreieckigen Zähnen angebracht. Diese Kraftübertragung erfolgt als einzige "Rad in Rad" anstatt wie im Rest des Werkes "Rad in Trieb". Das Mitnehmerrad greift nun seinerseits in ein Kupplungsrad mit gleicher Verzahnung, welches auf einem beweglichen Hebel sitzt (dem sog. Kupplungshebel). Eine Feder (Kupplungsfeder) drückt nun die Kupplung in Richtung Werkmitte. Diese Bewegung wird durch den Blockierhebel verhindert.
Betätigt man nun den Chrono-Startdrücker, löst sich der Blockierhebel und die Kupplung bewegt sich zum Chronographenzentrumsrad, dessen Zähne nur halb so groß sind und gelangt mit diesem in Eingriff. Der Stoppsekunden-Zeiger bewegt sich! Beim Stoppvorgang wird die Kupplung zurückbewegt und der Blockierhebel legt sich vor den Kupplungshebel. Dies läßt sich beliebig oft wiederholen.
Nullstellung: der zweite Chronodrücker betätigt den Herzhebel, der von der Herzhebelfeder unterstützt, gegen die Herzscheibe gedrückt wird. Der Zeiger springt auf Null und wird dort von den Schaltflächen des Herzhebels fixiert.

Soweit zur Funktion (stark vereinfacht). Wenn man nun den weiteren Mechanismus betrachtet, so sind noch etliche Teile (Räder und Federn) an dem Prozeß beteiligt, da ja auch die Stoppminute und Stunde angezeigt wird. Da nun die Kraft von einer zentralen Stelle (Sekundenrad) kommt, wird diese Welle extrem beansprucht. Daher ist sie bei Chronographenwerken (im Gegensatz zu "Modul-Werken") meist entsprechend verstärkt. Das Mitnehmerrad ist nur aufgeklemmt und diese Verbindung wird ebenfalls beansprucht. Der kurzzeitige "Krafteinbruch" (messbar an der fallenden Amplitude beim Einschalten) beansprucht dabei das Material am heftigsten. Wenn der Chrono einmal läuft, geht dies, da ein Chronowerk (nicht das Modul-Werk) dafür konstruktiv ausgelegt wurde. Der Fehlgang ist vernachlässigbar beim Chronowerk. Beim Modulwerk ist diese Problematik verstärkt vorhanden.
Ein ständiges Mitlaufen des Chronographen ist vergleichbar mit einer Anhängelast an einem dafür ausgelegtem Schleppfahrzeug (beim Modulwerk eher an einen PKW angehängte Last). Die Lebensdauer wird dadurch nicht VERKÜRZT, da das Kaliber dafür konstruiert wurde, diese Belastungen zu ertragen. Wenn ich den Chrono aber nur gelegentlich mitlaufen lasse, entlaste ich den Trieb und VERLÄNGERE damit die Lebensdauer über den konstruktiv vorgesehenen Zeitraum!

Fazit: korrekt formuliert verkürzt sich nicht die Lebensdauer, oder fügt dem reinen Chronowerk das ständige Mitlaufen Schaden zu. Aber bei Entlastung durch nicht ständigen Chronobetrieb verlängere ich die Lebensdauer des Materials.
Dies gilt nicht für Modul-Werke, da diese nicht konstruktiv für solche Belastungen ausgelegt wurden. Dort verkürze ich mit jedem Chrono-Betrieb die vorgesehene Lebensdauer des Materials."
 
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Thomas_G.

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Ich sehe das etwas anders als Marfil, mann muss auch sagen, dass hier einige Ansichten ähnlich religiösen Weltanschauungen kursieren.

Zwangsläufig hat ein Modul ein erhöhtes Spiel zu bieten, da einfach der Antrieb der Zeiger noch durch das Modul durch muss. Die zusätzlichen Räder bedeuten erhöhte Zahnluft, wodurch die präzise Einstellung der Zeiger durchaus ein wenig Feingefühl benötigt.
Andererseits ist das Modul komplett getrennt vom Basiswerk, die zusätzliche Energie ist bei den meisten Werken gering und liegt unter der Last, die auch die Datumsschaltung während des Schaltvorgangs "abzweigt". Ob 2824 oder 2892, beide Werke sind dafür gleichermaßen geeignet. Ich bevorzuge das 2824 wegen der robusteren Automatenbaugruppe und höheren Aufzugsleistung, dafür baut es höher.

Durch die Trennung der beiden Werke ist auch im Fall von Abrieb eigentlich kein Problem gegeben, da das Basiswerk autark ist. Der Verschleiß im Basiswerk ist auch nicht wesentlich höher, daher sind die Wartungsintervalle nicht übermäßig reduziert. Problematisch ist vielmehr, dass manche Module als Wegwerfmodule konzipiert werden, bei denen eine Wartung nicht vorgesehen ist, sondern der komplette Austausch (siehe auch Omega beim Modul der Speedmaster Automatic). Gehen diese nun zur Pflege zu einem normalen Uhrmacher, wird möglicherweise nur nachgeölt. Und das bringt erfahrungsgemäß nur kurz etwas. Allerdings ist das Modul auch zerlegbar, wenn man es kennt, dann kann perfekt revidiert werden.

Ein 7750 durchlaufen zu lassen, ist im Übrigen überhaupt nicht empfehlenswert aufgrund der Kupplung. Da diese fein verzahnten Räder auch verschleißen, soll der Mechanismus nur verwendet werden, wenn gebraucht. Einen Modulchrono kann man aufgrund anderer Techniken eher durchlaufen lassen, hier ist der vermehrte Verschleiß zu vernachlässigen.

Auch ist das 2892 nicht wirklich so gerne mit Modulen genommen, weil es günstig ist, sonder weil es eben flach ist. Von günstig braucht man bei dem Kaliber nicht mehr sprechen. Zudem bietet die ETA es auch ab Werk als 2894 bereits mit einem Chrono-Modul an.

Beide Möglichkeiten - Vollchrono und Modulchrono - haben Vor- und Nachteile. Ich habe unlängst eine häufig getragene und wenig gepflegte Speedmaster Automatic filetiert, deren Verschleiß im Modul wie auch im Basiswerk zur Gänze normal war. Am schlimmsten betroffen war das Wechselrad der Automatic, während alles andere bequem wiederzuverwenden war. Sprich der Verschleiss nicht messbar war. Das gilt auch für ein 7750, das war 5 Jahre alt, auch hier war nur ein Rad der Automatik zu tauschen.

Insofern kann man beides empfehlen, und bei allen Uhren empfehle ich ein Wartungsintervall von zwischen 5 und 7 Jahren, je nach Nutzung. Bei wenigst getragenen Tresoruhren können auch mal 10 Jahre verstreichen.
 
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*caferacer2

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Wow, Martin und Thomas, ich danke euch beiden für die Einschätzung.

Ich denke, mit diesem Grundlagenwissen kann ich getrost eines Tages die Entscheidung für oder wider eines Modul-Chronos treffen. Vielen Dank! :klatsch:

Sebastian
 
marfil

marfil

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Ich sehe das etwas anders als Marfil, mann muss auch sagen, dass hier einige Ansichten ähnlich religiösen Weltanschauungen kursieren.
Wäre ja auch fad, wenn jeder die gleiche Meinung hätte.

Zwangsläufig hat ein Modul ein erhöhtes Spiel zu bieten, da einfach der Antrieb der Zeiger noch durch das Modul durch muss. Die zusätzlichen Räder bedeuten erhöhte Zahnluft, wodurch die präzise Einstellung der Zeiger durchaus ein wenig Feingefühl benötigt.
Na da sind wir ja schone einer Meinung..

Andererseits ist das Modul komplett getrennt vom Basiswerk, die zusätzliche Energie ist bei den meisten Werken gering und liegt unter der Last, die auch die Datumsschaltung während des Schaltvorgangs "abzweigt". Ob 2824 oder 2892, beide Werke sind dafür gleichermaßen geeignet. Ich bevorzuge das 2824 wegen der robusteren Automatenbaugruppe und höheren Aufzugsleistung, dafür baut es höher.
Das würd ich so nicht unterschreiben.
Aufgrund der Masse der (zusätzlich) bewegten Teile kommt es zwangsläufig zu einem höheren Energieverlust, als bei der Datumsschaltung.
Ich würde im Zweifelsfall auch das 2824 nehmen.


Durch die Trennung der beiden Werke ist auch im Fall von Abrieb eigentlich kein Problem gegeben, da das Basiswerk autark ist. Der Verschleiß im Basiswerk ist auch nicht wesentlich höher, daher sind die Wartungsintervalle nicht übermäßig reduziert. Problematisch ist vielmehr, dass manche Module als Wegwerfmodule konzipiert werden, bei denen eine Wartung nicht vorgesehen ist, sondern der komplette Austausch (siehe auch Omega beim Modul der Speedmaster Automatic). Gehen diese nun zur Pflege zu einem normalen Uhrmacher, wird möglicherweise nur nachgeölt. Und das bringt erfahrungsgemäß nur kurz etwas. Allerdings ist das Modul auch zerlegbar, wenn man es kennt, dann kann perfekt revidiert werden.
Der Abrieb ist bei kombinierten Mechaniken immer ein Problem (wobei es natürlich eine Frage der Sichtweise ist, was überhaupt ein "Problem" ist).
Die Problematik der "Wegwerfmodule" kommt da noch erschwerend hinzu.

Ein 7750 durchlaufen zu lassen, ist im Übrigen überhaupt nicht empfehlenswert aufgrund der Kupplung. Da diese fein verzahnten Räder auch verschleißen, soll der Mechanismus nur verwendet werden, wenn gebrauch
t

Da geb ich Dir grundsätzlich recht- jedoch ist genau dieser Verschleiss in der Konstruktion einkalkuliert- und die Serviceintervalle darauf abgestimmt.


Auch ist das 2892 nicht wirklich so gerne mit Modulen genommen, weil es günstig ist, sonder weil es eben flach ist. Von günstig braucht man bei dem Kaliber nicht mehr sprechen. Zudem bietet die ETA es auch ab Werk als 2894 bereits mit einem Chrono-Modul an.
Das mit der Bauhöhe habe ich (glaub ich) schon angeführt.

Nur das mit "billig" stimmt natürlich auch.
Ein 2894 kostet bei ETA im Einkauf exakt das 4fache des 2892...wenn das kein Argument ist....

Beide Möglichkeiten - Vollchrono und Modulchrono - haben Vor- und Nachteile. Ich habe unlängst eine häufig getragene und wenig gepflegte Speedmaster Automatic filetiert, deren Verschleiß im Modul wie auch im Basiswerk zur Gänze normal war. Am schlimmsten betroffen war das Wechselrad der Automatic, während alles andere bequem wiederzuverwenden war. Sprich der Verschleiss nicht messbar war. Das gilt auch für ein 7750, das war 5 Jahre alt, auch hier war nur ein Rad der Automatik zu tauschen.

Insofern kann man beides empfehlen, und bei allen Uhren empfehle ich ein Wartungsintervall von zwischen 5 und 7 Jahren, je nach Nutzung. Bei wenigst getragenen Tresoruhren können auch mal 10 Jahre verstreichen.
Da geb ich Dir durchaus Recht.

ICH bin trotz allem kein Freund von Modulchronographen, da sie (egal wie man es dreht und wendet) immer ein Kompromiss sind (wenn auch fallweise ein technisch notwendiger).
Und für Kompromisse habe ich - jedenfalls im Bereich der Technik- genau nix übrig.
 
Ssak

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Wenn ich mich "dranhängen" darf :

Was haltet ihr vom Kaliber 39 GO mit Modul bezüglich Langlebigkeit und Service?
 
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Thomas_G.

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Bei dem Kompromiss sind wir uns einig, bei dem Rest liegen wir nicht so weit auseinander. Ein Vollchronograph ist zudem auch ästhetischer in der Optik, und die spielt auch eine Rolle.
Der Verschleiss bei einem dauerlaufenden Vollchrono mag einkalkuliert sein, aber wie Du schon schreibst bei den Modulen: Nichtnutzung wirkt lebensverlängernd.

Nicht umsonst habe ich in der eigenen Sammlung mehr Vollchronos als Modulchronos :-)

Das 2824 ziehe ich im Übrigen nicht nur beim Thema der Modulträger vor, sonder auch allgemein. Es ist das robustere Werk mit weniger Schwächen und blickt mit den Vorgängern auch auf mehr Tradition zurück.
 
marfil

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Bei dem Kompromiss sind wir uns einig, bei dem Rest liegen wir nicht so weit auseinander. Ein Vollchronograph ist zudem auch ästhetischer in der Optik, und die spielt auch eine Rolle.
Der Verschleiss bei einem dauerlaufenden Vollchrono mag einkalkuliert sein, aber wie Du schon schreibst bei den Modulen: Nichtnutzung wirkt lebensverlängernd.

Nicht umsonst habe ich in der eigenen Sammlung mehr Vollchronos als Modulchronos :-)

Das 2824 ziehe ich im Übrigen nicht nur beim Thema der Modulträger vor, sonder auch allgemein. Es ist das robustere Werk mit weniger Schwächen und blickt mit den Vorgängern auch auf mehr Tradition zurück.
...du sagst es...:super:
 
hass67

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Bisher habe ich für mich bei Chronographen, wenn ich nicht wußte ob Modul oder Chronowerk, immer auf die Anordnung von Krone und Drückern geachtet. Liegen diese in einer Reihe, dann ist es ein Chronowerk. Liegen die Chronodrücker höher als die Krone dann ist es ein Modul.

Gilt diese Regel eigentlich immer oder kann man auch trotz Chronomodul Krone und Drücker in einer Ebene ausrichten ?
 
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Thomas_G.

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Mit etwas Aufwand wäre das möglich, aber wird seltenst gemacht. Es muss ja nur der Pusher umgelenkt werden.
Es stimmt, daran kann man es meist gut erkennen.
 
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mat00teo

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Wenn ich mich "dranhängen" darf :

Was haltet ihr vom Kaliber 39 GO mit Modul bezüglich Langlebigkeit und Service?
Es ist die einzige Möglichkeit, einen bezahlbaren Chronographen mit "echtem" Glashütter Manufakturkaliber zu bekommen. Das Kaliber 39 ist für seine Robustheit und Genauigkeit bekannt (auch wenn ich selbst mal Problemchen mit einem hatte). Hübsch sieht es auch noch aus, erst recht in der Version mit Schwanenhalsregulierung.

Allerdings habe ich, zumindest in Bezug auf mehrere telefonischen Nachfragen, einen sehr guten ersten Eindruck vom Service gewonnen. Und im Gegensatz zu einer gewissen Firma A. L. aus dem gleichen Ort lag die Prognose für die Reparaturdauer auch nicht im Bereich von Monaten, sondern Wochen.

Direkt getestet habe ich den GO-Service allerdings letztlich nicht, weil die Uhr zum Händler ging. Aber bisher gibts über GO kaum mal eine negative Meldung, was natürlich auch mit daran liegen kann, dass die Uhren recht selten sind. Generell halte ich aber GO für unterschätzt, die stehen (mMn zu unrecht) ein bisschen im Schatten der "ganz großen" Glashütter Manufaktur.
 
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Eins muss man Euch lassen: Bisweilen wird hier auf einem Niveau diskutiert, welches mir zeigt, wie begrenzt doch mein Wissen um Uhren und deren Werke ist. Danke, dass ihr mir bei der Bildung helft.
 
Ssak

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Danke matteo.

Ich hoffe man erkauft sich nicht das Manufakturkaliber mit einer geringeren Lebensdauer.

Bezüglich der Ganggenauigkeit ist für dieses Werk eine Abweichung von -5 bis +10 sec. angegeben, was mich erstaunt hat.

Sind die DD Module die darin verbaut sind eigentlich "einmal Artikel"?
 
mini

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Eins muss man Euch lassen: Bisweilen wird hier auf einem Niveau diskutiert, welches mir zeigt, wie begrenzt doch mein Wissen um Uhren und deren Werke ist. Danke, dass ihr mir bei der Bildung helft.
Da bin ich dabei: vielen Dank Euch beiden.

Gruss
Mathias
 
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Danke matteo.

Ich hoffe man erkauft sich nicht das Manufakturkaliber mit einer geringeren Lebensdauer.

Bezüglich der Ganggenauigkeit ist für dieses Werk eine Abweichung von -5 bis +10 sec. angegeben, was mich erstaunt hat.

Sind die DD Module die darin verbaut sind eigentlich "einmal Artikel"?

Ein gescheit reguliertes GO39 kann es deutlich besser, als die oben angegebene Spanne. COSC-Werte sollten kein Problem darstellen.

Ich würde mir auch bzgl. Lebensdauer keine Sorgen machen, beim GO39 dürfte durchaus zudem bereits bei der Entwicklung die Eignung für Module eine Rolle gespielt haben. GO baut nun mal generell Vieles auf Modulbasis. Im Zweifelsfall und bei regelmäßiger Revision und guter Behandlung sollte auch dieses Kaliber in der Lage sein, uns alle zu überleben.

Dem Werk wurden in einem Test auch perfekte Gangwerte bescheinigt, das Chronomodul hatte dabei beinahe keinen Einfluss, wenn ich mich recht entsinne. Schau mal bei watchtime.com, sooo viele Uhren mit dem GO39 (oder dem technisch nahezu identischen UNION Kaliber 26) gibts da nicht und irgendwo ist bestimmt der Test noch nachzulesen.

Ich geh mal davon aus, dass die DD-Module keine Einwegmodule sind, weiß es aber nicht genau. Das mit den Einwegmodulen war mir auch neu ... again what learned :D
 
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marfil

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Danke matteo.

Ich hoffe man erkauft sich nicht das Manufakturkaliber mit einer geringeren Lebensdauer.

Bezüglich der Ganggenauigkeit ist für dieses Werk eine Abweichung von -5 bis +10 sec. angegeben, was mich erstaunt hat.

Sind die DD Module die darin verbaut sind eigentlich "einmal Artikel"?
Hallo Ssak,

ich hatte "befürchtet", dass Dich durch dieses Thema Selbstzweifel befallen...aber keine Panik...passt schon.
 
Thema:

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