Double Impact: Rolex Yachtmaster 40 und Omega Seamaster 300m

Diskutiere Double Impact: Rolex Yachtmaster 40 und Omega Seamaster 300m im Uhrenvorstellungen Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo Uhrenverrückte, zwei neue Uhren auf einmal, wenn man die meiner Frau einbezieht sogar drei. Ein Teil meines Verstandes ist sich des...

DonGod

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Hallo Uhrenverrückte,

zwei neue Uhren auf einmal, wenn man die meiner Frau einbezieht sogar drei. Ein Teil meines Verstandes ist sich des Wahnsinns bewusst, aber dann schaue ich auf die Zifferblätter und die geschwungenen Gehäusekurven und werde wieder ganz ruhig … mit einem Lächeln auf den Lippen …

Was ist passiert ?

Im Jahr 2005 gab ich erstmals dem Wunsch nach, eine mechanische Uhr zu besitzen – eine Maurice Lacroix Pontos Day-Date.

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Der Wunsch selber war damals schon mehr als ein Jahrzehnt alt, aber meine Wunschuhren waren schon in den 90ern teuer und damals gab es andere Prioritäten.

Die Pontos war ein Kompromiss und das Ergebnis mangelnder Recherche, wurde aber viele Jahre lang regelmässig getragen (und gewartet) im Wechsel mit einigen Quarzuhren, die meist aus einer Laune heraus im Urlaub gekauft wurden.

2019 änderte sich dies – auf der Suche nach einer neuen Uhr fand ich YouTube Videos über Uhren und dieses Forum. In 9 Monaten wurden 5 Uhren angeschafft und 2 wieder verkauft und unfassbar viel Zeit mit Recherche verbracht - ein heftiger Ausbruch von Uhrenvirus. Die Sammlung war danach eigentlich ok und ich hatte viel über mich und die Uhren gelernt. Neben den 3 Neuanschaffungen hatte ich ja noch meine Pontos und auch die grossväterliche Eterna Matic von 1962 hatte der Uhrmacher wieder in Schuss gebracht. Die Krönung der Sammlung war natürlich die Chronomaster El Primero und eigentlich war alles gut und keine neue Uhr geplant, auch wenn das Forum permanent Begehrlichkeiten weckte.

Meine Frau konnte über diese nerdigen Uhren-Attacken nur den Kopf schütteln und blieb stoisch bei ihrer Meinung: kaufe nur Rolex und lass vom Rest die Finger – Ende. Wohl gemerkt, meine Frau hat sich noch nie mit Uhren befasst, ausser sie selten mal im Schaufenster anzusehen.

2021 stand ein runder Hochzeitstag an und ich habe ihr schon letztes Jahr dafür beim Rolexhändler ihre Traum DJ36 aus dem Schaufenster heraus gekauft und natürlich musste ich dann auch eine Rolex haben😉. Vor neun Monaten wurde zwischen Yachtmaster 40 dark rhodium (schiefergrau), two-tone und GMT Master two tone entschieden (gab einen Thread hier im Forum).

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Parallel dazu füllte sich meine virtuelle Uhrenkasse und es war nach mehr als 2 Jahren Zeit sich für die Aufgabe des Lasters des Rauchens zu belohnen – natürlich mit einer Uhr. Probiert wurde die neue grüne Aqua Terra, die kleine blaue SeaQ, die blaue Stahl Octo Finissimo, Globemaster etc. etc. Dabei habe ich lange Zeit ignoriert, dass mir die weisse Seamaster 300m schon im Schaufenster am besten gefallen hat, ich liebe das Ziffernblatt der Seamaster einfach, ich hätte mich gar nicht solange wehren sollen, aber ich hatte mir ja eigentlich in den Kopf gesetzt, keine Uhr mehr über 41mm zu kaufen…

Ich hatte mich eigentlich schon für die grüne AT entschieden und den AD gebeten, mir ein Angebot zu machen. Dies fiel dermassen enttäuschend aus, dass ich nahezu kommentarlos den Laden wieder verlassen habe. Aber es gab mir die Zeit, zur Seamaster zurück zu finden. Ich überlegte noch etwas hin und her bezüglich der Farbe, da ich reflexartig zu blauen Ziffernblättern tendiere, aber in diesem Fall gefiel mir die weisse Variante am besten.

Ihr habt die (stark gekürzte) Vorgeschichte jetzt überstanden und die eigentliche Vorstellung geht hier los.
  1. Rolex Yachtmaster 40, Referenz 126622, schiefergrau, ca. 40mm breit, 11,5mm hoch, 47mm lug-2-lug, aufgrund des starren Endlinks aber eher 48,5mm.
  2. Omega Seamaster 300m, Referenz 210.30.42.20.04.001, ca. 42mm breit, 13,7mm hoch, knapp 50mm lug-2-lug, die Endlinks fallen direkt ab und stehen nicht heraus.
Gehäuse:

Die Rolex hat die perfekte Grösse und das perfekte Gewicht (147gr nach Kürzen um ein Bandglied). Die Uhr schmiegt sich so dermassen gut an den Arm, dass meine Befürchtungen wegen der fehlenden Schnellverstellung innerhalb von Minuten verflogen waren – und ich bin diesbezüglich absolut pingelig. Das gesamte Gehäuse ist poliert und damit etwas weniger interessant, dies wird jedoch kompensiert durch die Platinlünette, der man ansieht, dass sie aus einem anderen Material ist und die in der Seitenansicht dezent glitzert. Die beidseitig drehende Lünette der Rolex bewegt sich nahezu geräuschlos, dies ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber nicht schlimm.

Die Seamaster ist deutlich grösser und schwerer (182gr nach Kürzen um drei Bandglieder) und diese 35gr mehr merkt man m.E. zu jedem Zeitpunkt. Am Stahlband möchte ich die Feinverstellung nicht missen, denn sie ermöglicht den perfekten Sitz der Uhr, ich verstelle sie mindestens einmal über den Tag. Das Gehäuse ist durch seine Form und die verschiedenen Finishes interessanter als das der Rolex. Und nein, das Heliumventil stört mich nicht, das fällt nach Minuten schon nicht mehr auf. Die Lünette ist etwas schwerer zu greifen, dreht aber geräuschvoll und satt.

Armband:

Die Rolex hat das klassische Oyster mit Easylink. Sehr bequem und elegant auch durch die Verjüngung zur Schliesse hin. Die polierten Mittelglieder sehen top aus, werden aber - wie immer - reichlich Kratzer einfangen. Das Kürzen des Bandes hat der AD vorgenommen, daher habe ich keine eigene Erfahrung.

Das Band der Seamaster strahlt für mich nach der Modernisierung kein 90er Flair mehr aus, im Gegenteil: ich finde das Armband eigentlich eine gelungene Abwechselung und absolut passend. Es ist aber etwas weniger bequem als das der Rolex. Die Schliesse ist grossartig mit Tauchverlängerung und Schnellverstellung, für letztere muss man aber die Uhr ausziehen, dies haben andere Hersteller besser gelöst. Das Kürzen war sehr einfach, Horrorstories über Loctite Orgien seitens Omega kann ich nicht bestätigen.

Ziffernblatt:

Das Ziffernblatt der Rolex nimmt Licht absolut spektakulär auf, die Farbe changiert von fast schwarz bis zu einem bräunlichen Silber (habe ich auf meinen Bilder aufgrund der Lichtverhältnisse leider nicht). Das geht soweit, dass bei manchen Lichtverhältnissen nicht klar ist, ob die Indizes mit Weissgold oder Gelbgold eingefasst sind (ist natürlich Weissgold). Jetzt kommt leider auch die grösste Schwäche der Rolex: die fehlende Entspiegelung. Sobald man im Schatten ist oder abends in Räumen mit indirektem Licht, nimmt der Saphirkristall die typisch milchige Lichtbrechung an und die Ziffernblattfarbe wird fast schwarz. Wären nicht die übergrossen Indizes, wäre es wirklich schwierig, die Uhr abzulesen. Es ist bei dieser Yachtmaster nicht ganz so schlimm wie bei einigen anderen Rolex Modellen, aber die Uhr verliert in diffuseren Lichtverhältnissen sehr viel Flair und Ablesbarkeit. Nachdem Rolex mit den 2020er Modellen endlich angefangen hatte, eine Entspiegelung innen aufzutragen (was deutlich positiv ist), haben sie dies nicht in ihr restliches Line-up ausgerollt (worauf ich hoffte). Bei direktem Licht wird man allerdings für sehr viel entschädigt. Das Datum ist mit der Lupe sehr gut lesbar.

Das Ziffernblatt der Seamaster sowie auch die Entspiegelung ist absolut spektakulär. Ich weiss nicht, was ich dazu sonst noch sagen soll. Das Wellenmuster ist beim weissen Modell deutlich zurückhaltender als bei den anderen Farben, zunächst gefiel mir das nicht, mitterweile finde ich es genau richtig. Das Datum ist etwas zu klein, darunter leidet die Lesbarkeit insbesondere im zweistelligen Ziffernbereich – dies hat die Zenith Chronomaster besser gelöst.

Sonstiges:

Ich habe die Uhren erst ein paar Tage, am Arm hat die Rolex eine Gangabweichung von -1,5 Sekunden und die Omega +1 Sekunde pro Tag. Da ich sie derzeit im täglichen Wechsel trage, fiel mir auf, dass die Abweichungen beider Uhren in der Box höher sind, aber es ist noch zu früh für endgültige Aussagen.

Lume ist bei beiden Uhren sehr gut und hält auch mehrere Stunden an, die Uhren sind morgens in Dunkelheit noch sicher ablesbar. Die Lumeshots sind wenig aussagekräftig, auch wenn die Omega anfangs heller leuchtet.

Ich bin absolut glücklich mit beiden Uhren und habe genau den Effekt, den ich mir bei einer Uhr wünsche: ich schaue aufs Ziffernblatt oder das Gehäuse, obwohl ich garnicht die Uhrzeit ablesen wollte. Beide Uhren sind nicht ganz perfekt, aber beide sind für mich nahe dran. Bei der Rolex fehlt eigentlich «nur» die Entspiegelung, die Omega hätte gerne 1mm flacher und schmaler bleiben dürfen. Das sind aber nur noch Nuancen….

nun die Bilder:
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strichacht

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Sehr schöne Vorstellung von zwei wunderbaren Uhren. Ich wünsche dir viel Spaß damit.
 

GoodGrizz

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Herrliche Uhren, gratuliere!

Auch die Bilder sind Dir gut gelungen und ich finde gut, dass Du auch die kleinen Schwächen beider Uhren ansprichst. Irgendwas is’ ja immer.

Noch eine Anmerkung zur Schnellverstellung der Seamaster:
Du kannst die Uhr zum Verstellen einfach am Arm lassen, die Schliesse öffnen reicht vollkommen zur einfachen und schnellen Anpassung via Push-Verstellung. It’s quick&easy.
 

thtrnsprtr85

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Bayern
Schönes Duo hast du da, vor allem die Yachtmaster finde ich immer wieder genial schön :klatsch: Danke fürs Zeigen und viel Freude weiter daran :)
 
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