Doppelt hält besser: Breguet Type XXI & Vacheron Constantin Overseas

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aspera

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Vacheron Constantin Overseas und Breguet Type XXI – 2 Uhren, die so einiges vereint. Zum Beispiel:

  • Es sind beides Uhren mit Uhrwerk, Gehäuse, Zifferblatt, Zeiger usw. – ein wichtiges Merkmal
  • Sie sind die eher sportlichen Einsteigermodelle im Portfolio ansonsten eher klassischer Uhrenmanufakturen
  • Ich besitze beide
  • Ich werde beiden photographisch einfach nicht gerecht
  • Keine der beiden wurde bisher von mir vorgestellt

Zum letzten Punt möchte ich zu meiner Verteidigung vorbringen, dass ich Bilder und eine Vorstellung fertig hatte, diese dann aber aufgrund von Nichtgefallen wieder verworfen habe.

Im September 2018 begab es sich, dass ich – unter dem Vorwand eines schönen Wochenendstädtetrips – mit meiner Frau nach Frankfurt gefahren bin, um mir ein paar Uhren anzusehen; ich lebe hier ja in der horologischen Diaspora. Ich hatte damals drei Modelle im Kopf: Breguet Type XXI, Vacheron Constantin Overseas und Blancpain Fifty Fathoms Bathyscape. Diese habe ich mir dann auch bringen lassen. Ich möchte noch anmerken, dass ich dem Verkäufer vor dieser Sitzung ausdrücklich jegliche Hoffnung auf einen Verkauf genommen habe. Ein Bild dieser Eskapade findet ihr anbei.

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Ich habe mich damals ohne große Qual auf die Type XXI festgelegt, da meine Begeisterung für die anderen beiden Uhren, hüstel, hüstel, das Treffen mit der Realität nicht überlebt hat. Die Enttäuschung darüber habe ich dann glaube ich auch wiederholt hier im Forum kund getan. Würde das Internet vergessen, würde ich jetzt stock und steif behaupten, dies sei nie geschehen.

Wie dem auch sei, die Entscheidung war fast gefallen. Fast? Ja, denn es gab 2 Referenzen, die in Frage kamen: Die 3810 mit Stahlband, Stahlboden, „altem“ Werk und grauem Zifferblatt und die 3817 im Vintage Look an Leder mit dem etwas moderneren 584 Q/2 und Sichtboden. Nach etwas Überlegung kündigte ich dann hier im Forum vollmundig an, mir die Referenz 3817 zulegen zu wollen. Auch das kam anders – nachdem ich ein knappes Jahr auf das richtige Angebot gewartet hatte, konnte ich im August 2019 zuschlagen: Ich war stolzer Besitzer einer Type XXI 3810 in hervorragendem Zustand.

Die Type XXI ist für mich von der Vielzahl der Details und der Variationen im Finish die wohl interessanteste Uhr in meiner Sammlung. Das wunderschöne, mehrstufige Blatt, das je nach Lichteinfall in verschiedenen Farbtönen erscheint, jede Ebene und jedes Subdial fein finissiert, die geschliffenen Diamantindizes – eine wahre Augenweide. Das beidseitig kannelierte Gehäuse mit seinem Wechselspiel aus feiner Politur und Bürstung steht dem in nichts nach.

Breguet Type XXI Referenz 3810

Armbanduhr mit Automatikaufzug

Werk: 584 Q mit 45 Stunden Gangreserve
Gehäuse: Edelstahl, Ø42mm, Bauhöhe 15,2mm mit beidseitig rastender Lünette aus Edelstahl / 60 Klicks
Band: Edelstahl
Wasserdichtigkeit: 100m
Funktionen: Flyback Chronograph mit Stoppsekunde und -minute aus der Mitte, Datumsanzeige und Stundenzähler auf 6 Uhr, laufende Sekunde auf 9 Uhr, 24 Stunden Anzeige auf 3 Uhr

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Der Hunger war für’s Erste gestillt. Ich war zufrieden und durchlief für ein paar Monate die „Ich habe uhrentechnisch alle Situationen abgedeckt“ Phase und gab mich erst einmal meiner Sättigung hin – zumal allzu kostenträchtige Neuanschaffungen angesichts des bevorstehenden Nachwuchses ohnehin erstmal unvernünftig schienen. Und dann, mancher wird es kennen, kam es doch wieder anders. Dieses nagende Gefühl. Immer wieder habe ich mir Bilder der Overseas angesehen, Videos geschaut. Sollte ich mich wirklich so geirrt haben? War keine vollkommene Enttäuschung? Hatte ich ihr bei der Anprobe zu wenig Beachtung geschenkt, weil ich zu sehr auf die Type XXI fixiert war? Meine Frau hatte mittlerweile entbunden, aber ich ging hochschwanger mit der Overseas. Es verging kein Tag, auf dem ich mir nicht die Angebote auf den einschlägigen Seiten ansah und darum nachsann, welche Referenz es werden sollte – anders als bei der Type XXI ging es hier auch äußerlich um mehr als nur die Gestaltung des Zifferblatts. Am Ende war es eine Bauchentscheidung – die ich glücklicherweise auch mit ein paar Tagen Abstand noch nicht bereue. Einziger Wermutstropfen: Das Stahlband gibt es erst als Weihnachtsgeschenk.

Die Overseas kommt mit einer für eine Sportuhr unfassbaren Eleganz daher. Die niedrige Bauhöhe nimmt ihr die Wuchtigkeit, die das kantige 42mm Gehäuse mit der aufgesetzten Lünette möglicherweise hätte entfalten können. Der feine Kontrast der polierten Flanken und Fasen zum gebürsteten Korpus, dazu das organische Grau der satinierten Titaniumlünette, die mit dem Zifferblatt eine Einheit zu formen scheint – das ist schon hohe Kunst beziehungsweise große Tennis. Auch wenn das Lederband noch etwas steif ist, bietet sich durch die nach unten gerichteten Anstöße doch schon einen bemerkenswerten Tragekomfort.

Vacheron Constantin Overseas Referenz 47040/000W-9500

Armbanduhr mit Automatikaufzug

Werk: 1126 SC mit 38 Stunden Gangreserve
Gehäuse: Edelstahl, Ø42mm, Bauhöhe 9,7mm mit fixierter Lünette aus Titanium
Band: Leder mit Faltschließe, alternativ Kautschuk
Wasserdichtigkeit: 150m
Funktionen: Dreizeiger mit Datumsanzeige auf 4:30 Uhr

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Ich bedanke mich recht herzlich für eure Aufmerksamkeit.
 
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Tapestry

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Ganz, ganz leckere Uhren! Tolle Fotos. Sehr schön. :super:
 
aspera

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Vielen Dank. :-P

@I.v.e
Leider nicht, das gibt es erst ab G3. Auch wenn ich von VC folgende Antwort auf meine Anfrage zur Referenz von Band und Gliedern bekommen habe:

Das Stahlband der Overseas 47040/B01A-9094 beispielsweise, müsste an eben den von Ihnen gewünschten Zeitmesser passen, da die Maße des Gehäuses übereinstimmen und beide Modelle über das Schnellwechselsystem der Bänder verfügen müssten.
So wie bei der Generation 3 funktioniert es aber schon mal nicht.
 
Mickey

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Also die VC ist schon eine Klasse für sich.
Danke für die Bilder.

LG

Mickey
 
Pierre77

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Servus,

herzlichen Glückwunsch zu den beiden Knalleruhren!
Sowie die Brequet, dabei allerdings aufgrund der Lünette die 3810TI und die Overseas als Chronograph 49150 in weiß sind 2 meiner Traumuhren!
Sie sind nicht meine Preisklasse, gerade für die VC müssten zu viel Uhr gehen und ich müsste dennoch was draufzahlen.

Die VC sieht unheimlich cool aus, an deinem Handgelenk.

Pierre
 
revvot

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Beides tolle Uhren, aber die Breguet hat mir es gerade mal so richtig angetan. Werde wohl gleich wieder auf dem Boden zurückkommen, wenn ich die Preise nachlese.
Dir mein Glückwunsch dazu und viel Freude damit.
 
bachmanns

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Donnerwetter, gleich 2 absolute Leckerbissen aus der Haute Horlogerie in einer Vorstellung! Herzlichen Glückwunsch zu diesem beiden Schönheiten von Breguet und VC und vielen Dank für die Vorstellung!
 
lonka

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Vielen Dank für die tolle Geschichte. Inzwischen schätze ich den schriftlichen Teil der Vorstellungen viel höher ein als die Bilder, die sich schließlich jeder nach Belieben im Internet im Hochglanzformat reinziehen kann.

Eine Frage hätte ich aber noch: aus welchem Grund hast du dich für die alte Version der Overseas entschieden? Das hatte doch hoffentlich keinen monetären Hintergrund? Schon allein das neuartige Bandsystem wäre für mich ein absolutes Muss gewesen.
 
aspera

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@lonka

Die Sache mit dem Geld ist natürlich ein sensibles Thema, aber ich versuche hier mal, die gröbsten Klippen zu umschiffen:

Ich hätte mir auch eine G3 kaufen können, ohne dass es mich an den Rande der Privatinsolvenz getrieben hätte - und natürlich würde man sich in einer idealen Welt einfach kaufen, was man will. Aber daran, dass der Preis für die meisten von uns ein Faktor ist, kommen wir hier nicht vorbei. Wir reden hier ja nicht von "dann trink ich halt nur 3 statt 5 glutenfreie Soy Decaf Latte Creamy Frappuchinos pro Woche und dann hab ich die Differenz in 3 Monaten wieder raus"; 50-60% Aufpreis sind in der Preisklasse kein Taschengeld.

Aber schauen wir uns die Uhren aus meiner Sicht mal an (ich hatte das im entsprechenden Thread hier im Forum angeschnitten):

Die G2 hat meiner Meinung nach das schönere Gehäuse und die besseren Proportionen. Die G3 ist aufgeräumter, hat das technisch überlegene Werk und das geniale Bandwechselsystem. Bieten mir diese Verbesserungen einen Mehrwert, der den Aufpreis auch nur ansatzweise rechtfertigt? Ich habe für mich entschieden, dass das nicht der Fall ist. Mehr Gangreserve ist schön, aber solange sie nicht über Nacht stehen bleibt, muss das nicht. Das Bandwechselsystem ist wirklich großartig und innovativ, aber: Ich bin kein großer Bandwechsler. Wie oft ich an meinen Uhren in den letzten 3 Jahren die Bänder gewechselt habe, kann ich an einer Hand abzählen - und bei der Overseas ist man durch die Anstöße in der Auswahl ja ohnehin extrem eingeschränkt. Wenn es wirklich sein muss setze ich mich halt hin und brauche dann 3 Minuten statt 10 Sekunden, um das Band zu wechseln. Auf's Jahr gerechnet 10 Minuten beim Bandwechsel zu sparen ist für mich kein Faktor.

Das ist jetzt alles sehr verkürzt und vereinfacht dargestellt, aber ich hatte letztlich 2 Modelle, die sich - meinem Geschmack nach - nach Abwägung aller für mich wichtigen Faktoren etwa auf Augenhöhe begegnen; nur dass die eine halt deutlich mehr kostet.
 
munichblue

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Auch hier nochmals herzlichen Glückwunsch zur Vacheron Constantin und der sehr gelungenen Vorstellung. Die Breguet ist aber auch ein Sahnestück - du lässt es ja ganz schön krachen. :D
 
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Duesenschraub

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Von (Exil)Saarländer zu Saarländer: Ich würde die G2 ebenfalls jederzeit vorziehen, aus genau den gleichen Gründen!
 
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Wunderschöne Vorstellung eines tollen Duos - gefallen mir beide EXTREM GUT! :prost:
Und freu Dich schon einmal auf Weihnachten, denn das Stahlband ist das mit Abstand beste Stahlband, das ich kenne.
 
Sutterly

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Die Overseas ist ein Traum :)! Herzlichen Glückwunsch :)!
 
Mapa

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Wunderschöne VC. Bei der Lünette hätte ich immer das Bedürfnis sie abschrauben zu wollen... 🤪 und ich frage mich ernsthaft, ob das geht 🤷🏻‍♂️. Wenn nicht, auch egal...

Die Breguet ist auch nicht von schlechten Eltern
 
Marchiboy300

Marchiboy300

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Herzlichen Glückwunsch zur Uhr.
 
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Doppelt hält besser: Breguet Type XXI & Vacheron Constantin Overseas

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