Uhrenbestimmung diverse Uhren, lohnt sich eine Restaurierung?

Diskutiere diverse Uhren, lohnt sich eine Restaurierung? im Vintage-Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Hi liebe Community, es sind nun doch ca 25 Jahre vergangen, seitdem mein Grossvater -ploetzlich und viel zu jung- verstorben ist. Auch meine...
gunslinger

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Hi liebe Community,

es sind nun doch ca 25 Jahre vergangen, seitdem mein Grossvater -ploetzlich und viel zu jung- verstorben ist. Auch meine Grossmutter weilt nun seit wenigen Jahren nicht mehr unter uns. Beide werden sehr stark vermisst :(. Sie besassen nich viel, ausser unendlicher Liebe und Fuersorglichkeit fuer Ihre Familie und ihre Mitmenschen, einfache Menschen mit einem guetigen Herz.

Tatsaechlich erst jetzt, nachdem ich mich mit Uhren beschaeftige, schafft es eine kleine Schatulle zu mir mit ein paar tollen Schmuckstuecken. Der Schmuck wandert zum Polieren beim Juwelier und die Uhren, tja das wird sich zeigen. So oder so werden diese Funde aufbewahrt, da sie einen unglaublich hohen emotionalen Wert fuer mich haben. Dennoch wuerde ich gerne der einen oder anderen eine Revision, gar eine komplette Restaurierung spendieren. Dafuer braeuchte ich jedoch eure Hilfe um zu hinterfragen wo dies Sinn machen wuerde, und wo eher nicht.

Fangen wir mit dem Highlight des Fundes an, eine Hamilton Railway Special Taschenuhr. Die Uhr funktioniert noch einwandfrei nach dem Aufziehen, lediglich der Minutenzeiger ist an der Spitze etwas verbogen. Die kleine Sekunde fehlt und das ZB sollte gereinigt sowie das Gehaeuse poliert werden. Ersatzteile habe ich im Internet leider keine Gefunden. Gibt es einen Spezialisten, der hier im Forum aktiv ist und dem man eventuell fuer so etwas empfehlen koennte? Ich werde so oder so erst mal zu meinem Konzi gehen und den Fund zeigen. Bzw das, was wir hier als "Revisionswuerdig" eingestuft haben.


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Die naechste Uhr, zu der ich zumindest ein wenig Info's gefunden habe, ist wohl nur ein (billiger?) Nachbau einer Seiko Bullhead. Trotzdem funktioniert das verbaute Werk auch hier noch wunderbar. Eventuell kann man die auch wieder etwas auffrischen und sogar Tragen? Nun, was meine ich mit Tragen, handelt es sich hier um ein wuerdigen "Nachbau" (wie zum beispiel Steinhart oder Tisell) oder doch nur um eine billige Faelschung? Ich habe zu einer Marke namens "Kristo" leider ueberhaupt keine Informationen gefunden. Was meinen die Spezialisten hier?

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Weiter gehts mit einer weiteren - scheinbar - einfachen Taschenuhr zu der ich auch keinerlei Informationen habe, bis auf dem Hong Kong Schriftzug auf dem Werk. Sie funktioniert ebenfalls nach dem Aufziehen und hat auch keine nennenswerten optischen oder technischen Maengel.

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Und zu guter Letzt eine Damenuhr, wohl auch nichts weltbewegendes in der Uhrenwelt? Zumindest spuckt google unter "Tenor" nicht wirklich etwas sinnvolles aus. Wuerde sich hier ein Invest lohnen um sie eventuell meiner Frau zum Tragen zu geben? Mit Tragen meine ich das selbte wie oben zum Seiko Bullhead Nachbau.

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Vielen lieben Dank im voraus, ich revanchiere mich mit Vorstellungen zu den Uhren die es bis zur "Restaurierung" geschafft haben :) ...

LG
 
P

princedenmark

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Ob sich eine Revision lohnt kann ich nicht beurteilen, es handelt sich aber nicht um eine "Kristo", sondern vielmehr um eine "Aristo". Das sollte Dir helfen, weitere Informationen zu finden.
 
nilpferd

nilpferd

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Aus wirtschaftlicher Sicht "lohnt" sich eine Aufarbeitung aller gezeigter Uhren meines aus den Bildern gewonnenen Erachtens wohl kaum.
Augenscheinlich wäre der Aufwand bei der Taschenuhr noch am geringsten. Die Aristo hat schon eine arg lädierte Tachymeterskala. Da wird Ersatz schwer zu finden sein.

Wenn aber der emotionale Wert im Vordergrund steht, ist der Einzige, der entscheiden kann, ob sich das lohnt der Herr gunslinger himself.
Ich hab auch schon Geld für Sachen ausgegeben, wo alle Welt nur mit dem Kopf geschüttelt hat. War mir wurscht,

Grüße,
Martin
 
WalterK

WalterK

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Die Hamilton auf jeden Fall herrichten lassen !!!
Gruß Walter
 
Kronenfan

Kronenfan

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Es läßt sich heutzutage fast jede Uhr wieder instand setzen bzw. bis hin zu neuwertig restaurieren. Wenn ich mir Deine "Schätze" aus emotionsfreien Gesichtspunkten, rein von der Wirtschaftlichkeit her anschaue, dann lohnt sich der Aufwand keinesfalls. Es ist, als würde "der Schwanz mit dem Hund wackeln". Bis auf die Hamilton scheinen es durchweg preiswerteste, um nicht zu sagen billige Massenprodukte zu sein, deren Lebenszyklus beschränkt ist.

Da es sich aber um Erinnerungsstücke an die geliebten Großeltern handelt, könntest Du das vorher gesagte glatt vergessen, denn diese Schätze sind unbezahlbar und eine Verbindung zu den Großeltern. Du mußt Dir also nur überlegen, wieviel Dir diese Erbstücke "wert" sind, dann einen wirklich guten Uhrmacher finden der auch bereit ist, daran zu arbeiten, Dir dann Kostenvoranschläge machen lassen und dann entscheiden, ob Du Dich darauf einlassen willst.

Keiner aus dem Forum wird Dir sagen können, was richtig wäre und wie Du entscheiden solltest. Das liegt ganz allein in Deiner Hand.
 
Nikolaus Born

Nikolaus Born

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Hallo gunslinger,

aus meiner Sicht nichts überstürzen. Als Erinnerungsstücke kannst Du die Uhren hinlegen. Möchtest Du oder Deine Frau eine davon tragen, spielt der Wert vermutlich nicht die Rolle, die Erinnerung steht im Vordergrund. In diesem Fall müsste das Werk revidiert werden, dazu evtl. Gehäuse und Glas gereinigt und evtl. poliert werden. Das machen nicht viele Uhrmacher, Kosten für Deine Uhren je zwischen 100 und vielleicht 300 Euro. Grob geschätzt.
Erinnerung lässt sich nicht beziffern. Entscheidend ist doch, ob es Euch das wert ist.
Persönlich habe ich gute Erfahrung mit meinen alten Schätzen. Auch wenn die Kosten für die Wartung den Wert überstiegen haben, hat das meiner Freude nie Abbruch getan.

Und das wünsche ich Euch auch.

Beste Grüße aus dem Rheinland

Nikolaus
 
S

Steinchen

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Die Hamilton ist schön und ich würde sie machen lassen - hier ein Bild aus dem Katalog von 1948:

Bildschirmfoto 2018-08-11 um 22.05.33.png


Die Taschenuhrenfreunde können bestimmt noch mehr zu der Uhr sagen. Hamilton hat damals ganz ausgezeichnete Uhren hergestellt (auch wenn ich da vielleicht nicht ganz objektiv bin). Bei dem Preis dürfte die Uhr damals so zur mittleren Qualitätsstufe bei Hamilton gezählt haben.

Grüße

Steinchen
 
JackDaniels83

JackDaniels83

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Hamilton und Aristo sind es mMn wert erhalten zu werden. Den Rest würde ich liegen lassen.
 
bachmanns

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Dem möchte ich mich anschließen: ich würde mich auch um die Hamilton und um die Aristo kümmern. Es kommt natürlich auch drauf an, wieviel Geld Du in die Hand nehmen willst und kannst. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten lohnt sich das definitiv nicht, aber Du hast anschließend 2 funktionierende Erinnerungsstücke. Die anderen beiden Uhren würde ich lassen, wie sie sind.
 
gunslinger

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vielen lieben Dank fuer die Hilfe Leute :) ...

also "lohnenswert" zum Herrichten ist fuer mich wenn sie zum Beispiel keine offensichtliche Faelschung/Replika ist.
Einfaches Beispiel, mein Opa kauft sich eine billige Rolex Faelschung vom Strand und traegt diese sein ganzes leben Lang. Diese Uhr wuerde ich nicht gerne herrichten lassen und auch nicht tragen, aber ich wuerde sie definitiv behalten und aufbewahren als Erinnerungsstueck. Gegenbeispiel, haette er eine Steinhart oder Tisell, wuerde ich diese herrichten lassen, ne echte Rolex naterlich auch :P.

Bei der Hamilton sind wir uns ja einig, es gibt ne schoene Story zur Uhr, sie kommt aus einer interessanten Zeit, und von einem interessanten Hersteller. Ausserdem klingt sie wirklich mega toll :D ...

Bei den anderen war ich mir eben nicht so sicher um welche Art von Uhren es sich handelt.

BTW, es ist wirklich eine Kristo .... keine Aristo :P ...

Photo-2018-08-11-21-45-51_0069.JPG

Mittlerweile habe ich zu der Damenuhr noch eine Info gefunden und mich auch getraut das Gehaeuse zu oeffnen... es ist wirklich sehr sehr sehr mini :P ... Also nach Billiguhr sieht das nicht aus?

Photo-2018-08-12-12-09-50_0071.JPG

TD, Tenor & Dorly SA, Tramelan
ca. 1955 (year not precisely known): Founded as Tenor SA, production of watches.
1970: Introduction of an own calibre family.
1973: Registration as Tenor & Dorly SA.
1975: Last known activities.
 
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Exess650

Exess650

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Dann mach doch die Kristo auch mal auf und schau, was für ein Werk da drin ist. Kommt es aus China, dann würde ich wohl nichts damit machen.

Hier hat noch jemand eine Kristo von seinem Großvater bekommen:
Kristo Sports

Habe soeben nochmal google bemüht. Da finden sich Uhren mit Swiss-T auf dem Zifferblatt. Außerdem fällt auch der Ausdruck „swiss parts“.

Schau mal in die Uhr.

Gruß
 
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gunslinger

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Ich bekomme die Kristo nicht auf und wollte keine Gewalt anwenden, habe dafuer kein Werkzeug. Die anderen Uhren waren entweder mit Dreh- oder Steckverschluss.
Das stimmt doch das man hier ein spezielles Werkzeug benoetigt oder?

Photo-2018-08-12-15-16-14_0076.JPG
 
Exess650

Exess650

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Schraubverschluß. Klassischer Gehäuseöffner oder doppelseitiges Klebeband oder Flummi oder Eigenkonstruktion oder......
 
Hugybear

Hugybear

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Die Hamilton auf jeden Fall herrichten lassen !!!
Gruß Walter
Auf jeden Fall!
Die ist echt historisch wertvoll!

The Hamilton Watch Company was established in 1892 after Keystone Standard Watch Company was purchased from bankruptcy. During the same year, Aurora Watch Company of Illinois also merged into Keystone. The name of the new company was originally to be "Columbian," but when it was discovered the Waterbury Watch Company had trademarked that name, a meeting of stock holders was called in November 1892 and a new name selected.[1] The company was named after Andrew Hamilton, a Scottish born attorney who laid out and founded Lancaster, and was the original owner of the Lancaster site on which the factory was situated.[2]
During the expansion of the railroads in the U.S., Hamilton maintained over 56% of the market. Railroads purchased all of Hamilton's production.


Eisenbahn-Uhren von Hamilton (Wikipedia)
 
gunslinger

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Schraubverschluß. Klassischer Gehäuseöffner oder doppelseitiges Klebeband oder Flummi oder Eigenkonstruktion oder......
super, vielen Dank ... Habs geschafft ... Denke mal das Bild sagt mehr als Worte :p ...

Photo-2018-08-12-15-49-10_0079.JPG

Somit wird die Hamilton definitiv restauriert und ggf noch die Tenor, mal sehen ob hier noch jemand was dazu sagen kann.
Die Kristo und die andere Taschenuhr lass ich so wie sie sind als Andenken.
 
Exess650

Exess650

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Swiss watch mit swiss parts aus Hongkong:klatsch:.
Irgendwie gefällt mir das Design aber doch.
 
ajaneb8

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schade, kein 7734 Valjoux, naja, dann aber auf jeden Fall die Hamilton railroad angehen. Tolle Taschenuhr, absolut tragenswert :super:
 
Monk

Monk

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Grüß Dich Gunslinger,

die Hamilton Taschenuhr ist in jedem Fall ein erhaltenswertes Stück Uhrengeschichte.
Das Hamilton 992B Railway Special ist eine hochwertige Eisenbahn-Taschenuhr. Das Werk hat 21 Steine, ist werksseitig justiert, um die genaue Zeit in allen 6 Positionen zu halten. Wie viele Hamilton Uhren gehört auch diese Taschenuhr bzw. das Werk zu den hochwertigsten Konsumartikeln, die jemals in den USA hergestellt wurden.
Beim 992B dreht sich alles um Genauigkeit. Wie genau ? Beispiel: Ein älteres und technisch etwas einfacheres Werk habe ich hier auf dem Schreibtisch liegen. Es hat nur ca. 5 Sekunden in den letzten 3 Monaten gewonnen. Jahreszeitlich variiert das etwas, war aber nie mehr als ± 15 Sekunden innerhalb eines viertel Jahres.
Die "Railway Special" wurde am 24. Dezember 1939 als Marke eingetragen. Bei der Einführung Ende 1940 wurde es wagemutig als "Amerikas feinste und genaueste Eisenbahnuhr" beworben. Es war auch die letzte Eisenbahnuhr, die bis in die 1960er Jahre hergestellt und zertifiziert wurde. Die Hamilton 992 und 992B gehören sicher zu den beliebtesten Eisenbahnuhren aller Zeiten.
Das Cal. 992B ist eine komplett neue Entwicklung. Design und Forschung wurden 1931 begonnen, das erste wurde am 27. Juni 1940 gebaut und die ersten 992B wurden am 5. November 1940 an die Händler ausgeliefert.
Es wurde hergestellt, bis niemand sie in den späten 1960er Jahren mehr kaufen wollte. Armbanduhren wurden so genau wie Taschenuhren, so dass man nicht länger mit einer größeren Taschenuhr herumhantieren musste. Und natürlich der Zeitgeschmack... Hamilton produzierte etwa 525.000 des 992B.
Nach der Werknummer stammt Deine Uhr von 1942/43.

Bildschirmfoto 2018-08-13 um 11.24.48.png


Leider ist die Feinregulierung nicht mehr vollständig. Aber da das WErk in relativ hoher Auflage produziert wurde, sollte sich Ersatz auftreiben lassen. Natürlich vor allem in den USA. In der US Bucht findet sich viel an Material. Und es gibt einige Foren, die sich mit Hamilton beschäftigen. Wie auch immer: Eine auf jeden Fall sehr gute Uhr. Hier in der Taschenuhrabteilung wirst Du sicher ebenfalls noch auf Erkenntnisse stoßen.

Grüße
Oliver
 
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