Diskussionsfaden zum redaktionellen Beitrag ZENITH - Die Staubdeckel und die Medaillen

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Unruhgeist

Unruhgeist

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Dies ist der Diskussionsfaden zu dem redaktionellen Artikel "ZENITH - Die Staubdeckel und die Medaillen"


Hier können weitere Informationen oder Fragen eingestellt und der Artikelinhalt diskutiert werden.

Grüße,
Unruhgeist


 
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TakkaTukka

TakkaTukka

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Sehr schöner Artikel. Gute Arbeit. Vielen lieben Dank !
 
T

Time_traveler

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Vielen Dank für deinen interessanten, ausführlichen und informativen Beitrag „ZENITH - Die Staubdeckel und die Medaillen". :super:
 
CFG

CFG

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Vielen Dank für den spannend-unterhaltsamen Artikel.
 
El Primero_TS

El Primero_TS

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Grossartige Recherche und toller Artikel.
Danke!

Hier setzt eine Frau (Marianne?) einem auf einem Amboss sitzenden Schmied einen Lorbeerkranz auf das Haupt.

Da Marianne rechtsseitig immer barbusig dargestellt wird, wäre diese Darstellung eine Ausnahme.

Der Name der Marianne (setzt sich zusammen aus den im 17. und 18. Jahrhundert am meisten verwendeten Frauennamen Frankreichs - Marie und Anne) wurde eigentlich erst in der dritten franz. Republik eingeführt. Davor galt sie als ein Symbol - eine Allegorie - der jungen franz. Republik und war namenlos.

Jetzt kommen wir zu der Preisverleihung, die dem Anschein nach wohl der größte Stolz des Georges Favre-Jacot war – der Verleihung des Grand Prix 1900 in Paris.

Bildschirmfoto 2020-06-21 um 10.57.28.png


Das Original ist im Besitz der Staatlichen Kunstsammlung zu Dresden und hat im unteren Teil eine andere Inschrift.
Leider gibt es keine weiteren Hinweise oder Erklärungen dazu.
 
Unruhgeist

Unruhgeist

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Vielen Dank für die Reaktionen :-D

@El Primero:
Das wusste ich nicht, mit der grundsätzlichen, rechtsseitig barbusigen Darstellung. Und ich war mir auch nicht sicher, ob es die Marianne darstellen sollte, die dort jemanden ehrt.

Die Formulierung "Original" meinte ich natürlich nicht in dem Sinne, dass die gezeigten Medaillen tatsächlich DIE waren, die den jeweilgen Preisträgern ausgehändigt wurden. Natürlich sind das alles Kopien! Aber eben in Originalgröße, und ausgehend von den Prägungen auf den Staubdeckeln habe ich sie als "Originale" bezeichnet. Auch bei der von dir gezeigten Medaille der Dresdner Vereinigten Werkstätten stellt sich die Frage, inwieweit sie DAS Original ist. Zumal doch wohl niemand auf die Idee käme, die verliehene Originalmedaille zu durchbohren!? Ich gehe da auch von einer Kopie aus.
"DAS Original" gäbe es ja sowieso nur einmal - eben die Medaille die der Künstler schuf. Alle anderen, inklusive der an die Preisträger verliehenen, wären doch Kopien davon!? Ähnlich wie bei Olympiamedaillen: 20x verliehen, 20 Mal echt, aber doch Kopien DES Originals das der Künstler schuf!? Du merkst schon, ich komme da etwas mit den Begrifflichkeiten ins Schwimmen.

Aber bezüglich der Dresdner Medaille: Die Werkstätten haben auch den Grand Prix gewonnen in irgendeiner Kategorie. Vielleicht ist das gezeigte Stück ja auch eine Plakette in Originalgröße. Würde zumindest die Bohrungen erklären. Denn Plaketten gab es tatsächlich! Eine davon habe ich auch. Wobei das eine sehr viel spätere Nachprägung ist. Bei einem Flohmarkthändler habe ich mal einen ganzen Schwung solcher Nachprägungen gesehen. Zu allen möglichen Anlässen. Nicht nur zur Weltausstellung 1900. Die Rückseiten waren alle blank.

3125355
Diese wurde als Medaillon produziert. Sogar größer als das Original. 70 mm Durchmesser hat sie. Wiegt dafür aber nur knapp 97 Gramm.
Auch einfache, hohle Blechbroschen und Knöpfe mit Klammer zum anstecken an Kleidungsstücke habe ich sie schon gesehen. (Kinder der 80'er würden sie "Buttons" nennen)
Merchandising konnten die damals auch schon ganz gut. Auch, wenn es das Wort wohl noch nicht gab.

Grüße,
Unruhgeist
 
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ANTARES1958

ANTARES1958

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Bin gespannt, was unsere Ruebe dazu sagt.... Sehr - sehr interessant!
 
Ruebennase

Ruebennase

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Roman was soll ich dazu sagen :-P. In die Tiefe was wie auf einer Medallie genau zu sehen ist, ist eindeutig etwas in dem sich der Unruhgeist eingearbeitet hat. Ich habe die "großen Drei" bisher nur als Datierungshilfe verwendet. Insbesondere die ersten Beiden im Bereich vor 1900. Ob die dann und wann zugefügten Medallien, oft mit GFJ gekennzeichnet, einem Ereignis zugeodnet werden konnten, weiß ich nicht. Gefunden haben wir Beide nichts was allerdings auch nicht möglich ist, wenn es keinen Bezug geben sollte. Da kann ich nur sagen : "Saubere Arbeit Cheffe" und eine tolle Zusammenstellung.

Meinungserschiedenheiten konnten wir lösen außer mit der Übersetzung wie auch beschrieben von:
„Labor scientiae auxilio gloriam consequitur“
„Harte Arbeit mit der Hilfe der Wissenschaft führt zum / erlangt Ruhm“ oder auch „Die Wissenschaft ehrt / küsst die Arbeiterschaft
“ wobei ich für Erstere plädiere, aber nicht im Recht sein muß.
Ich hätte Rheingold übermütig einer Produktion ausschließlich für Sigmund Stern zugeordnet, aber da hat der Unruhgeist recht, das da eine Kooperation existierte ist bewiesen, aber nicht ob er für diese Marke der alleinige Kunde der Marke war. Hier eine Werbung vor 1900:
3125492
Leider nicht ganz weiter gekommen sind wir mit der Medallie aus Milano. Klar ist, dass die Aufnahme in die Jury eine große Ehre und Anerkennung war. Im Ansehen stand sie oberhalb der Teilname am Wettbewerb. Ob es dafür Anerkennungsmedallien (Diplome d'honneur) oder ähnliches gab, ist uns nicht klar geworden. Die "weichen" Kriterien und genauen Kategorien für die es dann Medallien gab ist uns auch verborgen geblieben. Omega/ Louis Brand & Frere hatten ja z.B. ebenfalls den "Grand Prix 1900" erhalten.

Grüße Rübe die sich auf lebhafte Diskussionen freut
 
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ANTARES1958

ANTARES1958

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Bin mir auch ziemlich sicher, das dass Ehrenmedaille sein kann .
 
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El Primero_TS

El Primero_TS

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Auch bei der von dir gezeigten Medaille der Dresdner Vereinigten Werkstätten stellt sich die Frage, inwieweit sie DAS Original ist. Zumal doch wohl niemand auf die Idee käme, die verliehene Originalmedaille zu durchbohren!?
Da muss ich dir Recht geben. Die kleinen Bohrungen sind mir gar nicht aufgefallen. Und eben, eine Medaille wird ja auch nicht einfach so durchbohrt.
Die Rückseite wird ohne Motiv sein, sonst wäre diese abgebildet.
 
P

pet.sch

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Vielen Dank für die Mühe, die Du, bzw, die Ihr Euch gegeben habt. Ein schöner interessanter Artikel !

Eine kleine Anmerkung zu :
und bei Bovy steht „SC.“ hinter dem Namen, was ich nicht zuordnen kann.
.

Bei der Beschreibung zu Bovy steht auch oft "Sculpteur" dahinter und ich könnte mir vorstellen , dass das auch mit SC gemeint ist.

Gruß
Peter
 
El Primero_TS

El Primero_TS

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Ich habe da noch etwas recherchiert und habe folgendes zu dieser Medaille gefunden:

Bildschirmfoto 2020-06-21 um 21.19.39.png

Bei dem Motiv handelt es sich um Athena Parthenos, welche einem rastenden Schmied einen Kranz aufsetzt.
Sie ist die Stadtgöttin von Athen und ihr zu Ehren wurde das Parthenon auf der Akropolis errichtet.


Auf der Rückseite umarmt Fama die Büste der Marianne, die eine Verbindung zu einem Eichenbaum hat.
Dabei stösst sie in eine Fanfare.
Fama ist die römische Bezeichnung für die Pheme in der griechischen Mythologie. Diese ist eine Personifizierung des Ruhmes.
In den Erzählungen des Homer erscheint Pheme als Ossa.
Übrigens ist die Kuppel des Oktogons der Dresdner Kunstakademie mit der Fama bestückt.

Ich würde das Motiv hier so interpretieren, dass Fama und Marianne gemeinsam das ruhmreiche Erbe der franz. Revolution verkörpern und dies zur Weltausstellung in den Medaillen (Preisen) verewigt wurde.

Bildschirmfoto 2020-06-21 um 21.24.39.png


Auch zu diesem Motiv habe ich noch etwas gefunden. Da hat mir sogar meine alte klassische Bertelsmann Bibliothek etwas geliefert.

Bildschirmfoto 2020-06-21 um 21.45.05.png

Front wie du geschrieben hast, die Marianne als Statue am Eichenbaum.
Rückseite: Victoria, die Personifikation des Sieges in der römischen Mythologie trägt einen Handwerker mit Fackel über die Ausstellungshalle.
Da es bei der Weltausstellung um Errungenschaften des Gewerbes und Handwerks (damals) ging, kann ich mir vorstellen, dass hier der Handwerker besonders hervorgehoben wurde und als zentraler und wichtigster Bestandteil für die Erschaffung bzw. Umsetzung gewürdigt wurde.

Spannend und fordernd deine Beiträge. :super:
 
Unruhgeist

Unruhgeist

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Oha, jetzt wird es aber mythologisch.... ein Feld, auf dem ich mich gar nicht auskenne. Umso besser, wenn diese meine Lücken von euch ergänzt werden :super:

Hallo pet.sch, schön von dir zu lesen! SC = Sculpteur, das macht Sinn. Dann lichten sich die Rätsel um die 96'er Medaille auch immer mehr.

@ El Primero: Ist ja irre, was du da noch so ausgegraben hast! Das auch Figuren der griechischen und römischen Mythologie mitspielen, hätte ich nicht gedacht!
Bei der Darstellung der Siegesgöttin Victoria gehe ich allerdings bei dem Handwerker nicht so ganz mit. Ich glaube da eher an einen Sportler, der das olympische Feuer für die II. Olympiade der Neuzeit trägt. Dann ist das irgendwie auch rund - die Siegesgöttin fliegt den Sportler und das olympische Feuer in Paris ein. Die ersten Spiele 1896 fanden ja standesgemäß in Athen statt.

Zu deinen Ausführungen der 89'er Medaille ist mir noch etwas eingefallen bei dem Stichwort Fama / Pheme = Personifizierung des Ruhmes:
Zenith hat da vielleicht abgekupfert und einen kleinen Taschenspiegel als Werbegeschenk auf den Markt geworfen. Wann genau das war, kann ich nicht sagen. Muss aber zu Zeiten des Jugendstils gewesen sein, etwas anderes lässt die Ausführung nicht zu.
Dort stößt wohl allerdings ein Jüngling mit Engelsschwingen in die Trompete. Gab es zu Fama oder Pheme ein männliches Pendant? Oder ist das einfach ein plattes Plagiat von Jacot in Anlehnung an die Mythologie?

So sieht die Rückseite aus:
(Vorderseite erübrigt sich. Wie eine Kameralinse aussieht wisst ihr alle)

3126244

Die Gebäude sind klar: Das ist die Fabrik in Le Locle.
Durchmesser ist nur 50 mm. Ein Taschenspiegel eben.

Grüße,
Unruhgeist
 
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ANTARES1958

ANTARES1958

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Ja, 50 mm. - Standard Durchmesser einer Taschenuhr 😜
 
Unruhgeist

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Ja, stimmt. Durchmesser einer Taschenuhr. Ich entsinne mich, dass ich mal so eine Taschenuhr mit diesem Motiv in der Bucht gesehen habe. Ist schon ein paar Jahre her. Bei genauerem Hinsehen war der Rückdeckel aber irgendwie eigenartig gearbeitet. In der Vergrößerung war dann zu erkennen, dass die Blecheinfassung des Spiegels irgendwie auf eine normale Zenith TU aufgesetzt wurde. Zum Glück kannte ich da den Spiegel schon, sonst wäre ich vielleicht darauf reingefallen.
 
El Primero_TS

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Bei der Darstellung der Siegesgöttin Victoria gehe ich allerdings bei dem Handwerker nicht so ganz mit. Ich glaube da eher an einen Sportler, der das olympische Feuer für die II. Olympiade der Neuzeit trägt. Dann ist das irgendwie auch rund - die Siegesgöttin fliegt den Sportler und das olympische Feuer in Paris ein.
Durchaus schlüssige Analyse, der ich mich anschließen kann. Aber es gibt ein paar Details, welche dem Sportler widersprechen.
Die Schürze, die er trägt, ist eher die eines Handwerkers (Schmied?). Das Gebäude im unteren Teil der Münze stellt den erbauten Pavillion (Ausstellungshalle) für die Weltausstellung dar.
Da die Olympischen Spiele von Paris als Teil der fünften Weltausstellung stattfanden, wäre auch die Möglichkeit einer dualistischen Beziehung dieser beiden Ereignisse auf der Medaille denkbar.
Jedoch war das Sportgrossereignis eine Farce, denn es verlor sich im Schatten der Weltausstellung.

Coubertin ist entrüstet über die erstmalige Teilnahme von Frauen an den Olympischen Spielen (beim Tennis und Golf) Da aber in Paris soviel danebengeht, hat er nicht die Kraft, sich gegen dieses Sakrileg zur Wehr zu setzen. Bei den Sportlern herrscht allgemeine Entrüstung über die Siegerpreise, die sich als billige "Ramschwaren" herausstellen. Coubertin nimmt sich vor, die Olympischen Spiele niemals wieder "einem jener großen Jahrmärkte anzugliedern, bei denen ihr Wert sich verflüchtigt. Die Spiele waren einer demütigenden Abhängigkeit unterworfen."

In einigen Beschreibungen wird der Mann, welcher von Victoria durch die Lüfte getragen wird, als Schmied bezeichnet, jedoch gibt es hier keine semantischen Belege dafür.
Aber es gibt noch eine weitere Deutung, die mir interessant erscheint.
Es könnte sich auch um Genius handeln. Wie die Griechen ihre Dämonen hatten, welche die Menschen unsichtbar begleiteten, so hatten die Römer ihre Genien.
Ein Genius ist in der römischen Mythologie ein persönlicher Schutzgeist, welcher einem Mann seine Persönlichkeit verleiht. So gibt es einen weissen (guten) und einen schwarzen (bösen) Genius.
Der gute Genius soll in schwierigen und herausfordernden Situationen Inspiration und Hilfe bringen. Nun ist eine Situation bei einer Messe ebenso wie beim Wettkampf eine Herausforderung und hier könnte auch der Konnex liegen.
Dabei wäre auch die Dualität zwischen Handwerker und Sportler gewahrt.
Nimmt man jedoch die Analyse von Coubertin, so könnte sich die Priorität in Richtung Weltausstellung und damit Handwerker verschieben.

PS: Es gibt ja auch den Ausdruck: 'Sklave, schwöre beim Genius deines Herrn.' In Gladiator kommt dieser Spruch vor.

Jetzt bin ich aber ziemlich weit ausgeflogen. ;-)

Dort stößt wohl allerdings ein Jüngling mit Engelsschwingen in die Trompete. Gab es zu Fama oder Pheme ein männliches Pendant? Oder ist das einfach ein plattes Plagiat von Jacot in Anlehnung an die Mythologie?
Ein männliches Pendant ist mir nicht bekannt. Ich kann mir aber vorstellen, das Jacot die griechische Mythologie als Idee einfliessen hat lassen.
Das Motiv sieht mir aber zu modern aus. Die Fanfare bzw. Trompete lässt aus meiner Sicht die Jubelklänge für Zenith ertönen.
Geschichtlich betrachtet hat G.F.J. um 1889 wirtschaftlich schon viel erreicht und seine Uhrenfirma zur grössten in Europa gemacht. Und 1889 hat er seine erste Auszeichnung bekommen, so ist mir das in Erinnerung.
Es könnte aber auch im Sinne der damaligen Tradition einen Weckruf darstellen, mit der Zukunft und dem Namen Zenith.

Interessant zu sehen, dass das Werk in Le Locle bereits ziemlich erweitert wurde. Es hat eigentlich schon die uns heute bekannte Grösse.
 
Unruhgeist

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Die Schürze, die er trägt, ist eher die eines Handwerkers (Schmied?)
Du wirst lachen - genau das ging mir heute den halben Tag auf der Autobahn durch den Kopf. Und ich bin auch zu dem Schluss der Schmiedschürze gekommen. Zumal auch deine Version der Ehrung des Handwerks plausibel ist. Ich habe mich dann auf die Version "Siegesgöttin trägt Handwerker (Erbauer der Gebäude und Anlagen), Handwerker trägt olympisches Feuer" festgelegt. Da ist jetzt nun wirklich alles drin.
Vielleicht liegt meine Versteifung auf das olymp. Feuer auch daran, dass ich vor ein paar Jahren gerätselt habe, was die Fackel bedeuten könnte. Mir fiel dann spontan eben dieses Feuer ein, und die Überprüfung hat das ja bestätigt. Und weil ich nun nicht gerade die hellste intellektuelle Leuchte auf der Torte bin, sondern mich diesbezüglich wohl in der breiten Masse bewege, halte ich diese Auslegung für realistisch, weil es irgendwie keinen Sinn macht, höchst verklausulierte Symbole auf solchen Medaillen zu "verstecken", die nur ein paar Eingeweihte erkennen. Denn die Kraft einer Symbolik steigt doch mit der Anzahl derer, die sie verstehen, oder nicht?
Außerdem wäre es (denke ich) untypisch, wenn in besagtem Jahr eine Olympiade stattfand und sich eine solche Fackel NICHT auf dieses Ereignis beziehen würde. Dann müsste die Symbolik der Fackel schon so groß sein, dass sie allgemein bekannt ist und sogar das olymp. Feuer in den Schatten stellen würde. In dem Fall wäre es aber kein Rätsel gewesen.
Und tatsächlich habe ich während der Autobahnfahrt keine Sportart gefunden, bei der man eine Schürze trägt.

Da die Olympischen Spiele von Paris als Teil der fünften Weltausstellung stattfanden, wäre auch die Möglichkeit einer dualistischen Beziehung dieser beiden Ereignisse auf der Medaille denkbar.
Das ist doch ohnehin die ganze Zeit schon klar!? :hmm: Wobei ich das bisher ausschließlich an dem Feuer festgemacht habe. Mit Victoria hast du ja ergänzt, was die Sache nur noch klarer machte.


Zu den Gebäuden: Die Fabrik war in der heutigen Form in der Tat größtenteils schon zu Lebzeiten von GFJ fertig.
Hier eine Aufnahme zwischen 1906 und 1920 (Postkarte)

3127375
 
El Primero_TS

El Primero_TS

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Denn die Kraft einer Symbolik steigt doch mit der Anzahl derer, die sie verstehen, oder nicht?
Absolut.
Doch Ende des 19. und Anfang des 20.Jahrhunderts gab es durchaus einen hohen Grad an gesellschaftlichen Intellekt, dem die gebildeten Schichten der Gesellschaft (ich möchte und werde keinen Vergleich zu heute ziehen) eine starke Bedeutung beimassen.
Wenn ich die Romane heute lese, die damals geschrieben wurden ...
Es gibt zwischen der Epoche des Jugendstils und der griechisch-römischen Mythologie sehr viel Inspiration und viele Bezugspunkte.
 
Unruhgeist

Unruhgeist

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(ich möchte und werde keinen Vergleich zu heute ziehen)
Stimmt, das verbietet sich. Könnte sonst schnell politisch werden und dann wäre hier zu.

Es gibt zwischen der Epoche des Jugendstils und der griechisch-römischen Mythologie sehr viel Inspiration und viele Bezugspunkte.
Unterschreibe ich auch, wobei ich das nur aus dem Bauchgefühl heraus sagen kann. Aber die Ähnlichkeiten verschiedenster Details aus dem Jugendstil zu griechisch / römischen Abbildungen sind schon frappierend.

Nochmal zu dem Gebäude auf dem unteren Teil der Münze:
Wir sprechen aber schon von dem gleichen Gebäude? Was du als Pavillon bezeichnest, wirft Google mir als "Grand Palais" aus.

3127642

.....hab es nochmal bei wikipedia gecheckt. Wir sprechen von dem gleichen Gebäude.
 
Thema:

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