Diehl electro, Aufzugsmechanismus

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  • Diehl electro, Aufzugsmechanismus Beitrag #1
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Tobias71

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Hallo allseits,
dieser Tage hab ich meine schöne Diehl electro zerlegt, geölt und wieder zusammengesetzt. Räderwerk scheint ok zu sein, allerdings funktioniert der Aufzugsmechanismus nicht wie er soll. Da gibt es das Plastikzahnrad, das von der Schnecke des Motor angetrieben wird, die Schraubenfeder, das Zahnrad, das die Kraft auf das eigentliche Räderwerk überträgt sowie ein Bauteil, das oberhalb des Plastikzahnrads sitzt und den Motor mit auslöst/stoppt. Irgendwie stimmt da das Zusammenspiel nicht. Zudem vermute ich, dass sie Schraubenfeder mit Vorspannung einzubauen ist, das wird aber etwas fitzelig und ich hab keine Ahnung, wie ich die Vorspannung richtig wählen würde.
Augenscheinlich gleiches Werk wie bei Omas Küchenuhr bzw. Diehl Electro (elektromech. Werk) zu langsam.
Kann mir jemand erklären, wie ich das korrekt wieder zusammenbaue?

Eine Anfrage an Diehl hab ich auch mal verschickt, da kam zwar umgehend Rückmeldung, allerdings "da es sich hierbei um ein sehr altes Produkt handelt, können wir hierfür keinen Support mehr leisten.
Leider sind die meisten Mitarbeiter die sich mit dem Produkt auskennen schon im Ruhestand.
" Schade... Eine kurze Suche beim dpma (inspieriert von der G...-Suche) hat mir auch nicht weitergeholfen.

Viele Grüße
Tobias

P.S.: Bin ganz frisch hier dabei und hoffe, ich halte die Gepflogenheiten ein - gebt gerne Hinweise, wenn ich in der Kommunikation was verbessern kann!
 
  • Diehl electro, Aufzugsmechanismus Beitrag #2
sirtaifun

sirtaifun

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@Der Stromer ist der einzige mir bekannte der da kompetent helfen könnte (das soll nicht heissen das andere nicht auch kompetent wären).
 
  • Diehl electro, Aufzugsmechanismus Beitrag #3
Harpye

Harpye

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Ich kenn die Uhr jetzt nicht aber rein vom logischen Ablauf her zieht ein Motor ein Federhaus auf.
Das Federhaus hat unter dem Plastik Schneckenzahnrad einen Mitnehmer welcher wenn die Feder abgelaufen ist den länglichen Hebel links vom Motor betaetigt der die Schubstange zwischen Motor und Welle betaetigt und so den Motor einschaltet.. ist die Feder aufgezogen sollte die Mechanik die Schubstange wieder auf "aus " schalten.. quasi ein Zweipunktschalter dessen Hysterese der Aufzug bzw Ablauf der Feder ist
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Diehl electro, Aufzugsmechanismus Beitrag #4
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Tobias71

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Danke euch beiden - ich glaub, ich komm der Sache auch schon näher: Um der Feder Vorspannung zu verpassen, den Motor wegschwenken (eine Halteschraube raus, die andere lösen). Zum Vorspannen dann das Kunststoffrad drehen, bis ausreichend mechanische Spannung aufgebaut ist. Dazu vorher den Pin aus dem Mitnehmer schrauben, am Ende wieder einsetzen - und zwar mit "ausreichend" Nachlauf zu der Fahne am unteren Zahnrad, damit nicht bei laufendem Motor der Pin die Fahne schiebt. Die Frage ist noch: Wieviel Vorspannung, und wie lässt sich das messen?
Aktuell macht das Werk einen Probelauf, ich hab allerdings den Eindruck, dass es etwas langsam läuft. Werde also die Vorspannung erhöhen bzw. dann mit der Feinreglage vollends auf den Punkt bringen.
Wenn @Der Stromer noch mehr dazu sagen kann - wäre gespannt, neugierig und tät mich freuen!

Übrigens: Auch ich war bislang der Auffassung, dass der Motor anspringt, wenn die Aufzugsfeder sich soweit entspannt hat, dass der Fühler anspricht. Tatsächlich ist's aber - soweit ich das sehe bzw. auch anderswo gelesen hab - so, dass nach jeder Umdrehung von Plastikrad/Abtriebsrad (beide laufen zwar nicht gleichzeitig, somit nicht wortwörtlich "gleich schnell", aber die Zahl der Umdrehungen je grösserer Zeiteinheit dürfte identisch sein) ein Aufzug erfolgt. Das ist wohl alle 8 Minuten.
Zudem hab ich beim Online-Auktionshaus eine Reparaturanleitung für das Werk entdeckt - sind aber 50,- veranschlagt; das mag ein Sammlerwert sein, mir wär's doch etwas teuer. Dennoch die Frage: Wenn ich die Anleitung gekauft hätte, gäbe es hier im Forum einen Platz, eine eingescannte Version für alle zu hinterlegen? Urheberschutz dürfte in diesem Fall ja kein Problem darstellen.
Das Werk hat nun auch einen Namen: "Diehl electro Batteriewerk 180" (schöne Nebenerkenntnis: Bereits in den 60ern des vorigen Jahrhunderts wurden in Germany Batteriewerke gebaut. Und ganz ohne Lithium!)
 
  • Diehl electro, Aufzugsmechanismus Beitrag #5
Der Stromer

Der Stromer

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:pics: Bei diesen Werken sind meistens die Kleinmotore hinüber. Denn im Laife der Jahrzehnte sind die "Kohlen" verbraucht, bzw. Abgeschliffen. Leider.
Der Motor bewerkstelligt das Aufziehen. Die meisten Werke dieser Art arbeiten folgender maßen: Das Schneckenrad, dass mit der Schnecke im Eingriff ist, wird durch die Kraft der Gangfeder bewegt. Diese Bewegung zieht den Anker des Motors aus dem Stator etwas hinaus. Vor den Bürsten am Kolektor ist ein Kontakt angebracht, der bei Herausgezogenem Anker den Stromkreis unterbricht, der Motor steht. Die Gangfeder läuft ab. Das Schneckenrad und Ritzel wirken als Zahnstange. Der Anker wird langsam wieder durch die Kraft des Magneten (Stator) in diesen hineingezogen, bis der Kontakt vor dem Kolektor wieder schließt und der Stromkreis geschlossen ist. Der Motor läuft an und zieht die Gangfeder auf, bis der Anker....

Ganz einfach, gelle! :lol:
Knackpunkte sind a.) Die Bürsten (Bronzefedern), die nach so langer Zeit verbraucht sind; b.) Die Vorspannung der Gangfeder und c.) der Kontakt vor den Bürsten.

Mir sind bislang zwei unterschiedliche Arten dieses Aufzuges unter gekommen.
1.) Mit Gangfeder - Vorspannung -
und
2.) Ohne Gangfeder. Da wird der Anker und die Magnetkraft des Stators als Gangreserve (ca. 30 - 45 Sekunden) genutzt.

Die Motore sind fast alle Schweizer Fabrikate und natürlich nicht mehr zu bekommen. Hin- und wieder jedoch tauchen solche Teile als Ersatzteiele in der Bucht auf. Mit Geduld und Spucke...

Meine Werke sind von diesen Herstellern: Uhrenfabrik Villingen, J. Kaiser GnbH und F. Mauthe GmbH Schwenningen.
Junghans hatte auch so ein Werk im Programm.
 
  • Diehl electro, Aufzugsmechanismus Beitrag #6
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Tobias71

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Hallo Rolf-Dieter ,
danke für's Einspringen in die Konversation! Das Werk meiner Diehl electro hat den Tagestest bestanden, befindet sich jetzt wieder im Prozellangehäuse und hängt an der Wand :-) . Würde damit mein Problem / meine Frage als gelöst betrachten. Bin jetzt gespannt, ob sich an den kommenden kalten Tagen auch das Probllem der bisher stark temperaturabhängigen Stabilität als behoben zeigt. Das war nämlich Zweck der Zerlege- und Ölen-Übung.

Wie der Schalter in der Diehl funktioniert kann ich gar nicht genau sagen, der Motor läuft tadellos und ich hab ihn nicht öffnent müssen, möge das so bleiben! Aber bei dem Werkaufbau braucht's ja keinen ausgefuchsten Mechanismus mit den Bürsten und den Magneten, ein einfacher Schalter, der durch den Fühler ausgelöst wird, würd's tun.
Aber das mit den Werken, die so arbeiten, hört sich spannend an!
Elektromechanische Werke hab ich kaum im Bestand, mein Hauptinteresse sind eigentlich Armbanduhren, und da besonders die alten Seikos. Aber eine schöne ATO-mat Wohnzimmeruhr in knallorange darf ich auch mein eigen nennen.
 
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