Die unglaubliche Wostok-Überraschung

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El Loco

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Die Vorgeschichte:

Vielleicht erinnern sich einige an den hochinteressanten Rückdeckel in einer Bastelwastel-ZiM, den ich im August 2010 hier vorgestellt hatte. Nach einigem Rätselraten stellte sich ja heraus, dass es sich wohl um einen Ziffernblatt-Rohling eines sowjetischen Kinder-/Lern-Kompasses aus Tschistopol handeln musste, der schon bedruckt in die Gehäuserückdeckelstanze geraten war.

Poljotnik stellte zudem klar, dass
1. ein originales Wostok-Gehäuse
2. originale, aber angepasste Wostok Stunden- und Minutenzeiger
3. ein nachräglich reingefrickeltes Zim-ZB verbaut worden waren.

141481d1282775596-was-habe-ich-denn-hier-fuer-einen-interssanten-rueckdeckel-bei-einer-zim-2602-.jpg

In der Zwischenzeit:

Das Gehäuse mit dem seltsamen Deckel lag nun bei mir herum und ließ mir eigentlich keine Ruhe, so dass ich immer wieder beschloss, es "zurückzubauen", also wieder mit einem passenden Wostok-Werk mit Ziffernblatt zu versehen. Das zog sich jedoch hin, da ich auch immer wieder andere Projekte in der Mache hatte. Ein Wostok 2409 mit passendem Werkhaltering hatte ich bereits. Eine kürzere A-Welle brauchte ich noch.

Die neuesten Ereignisse:

Dann angelte ich bei Ebby eine alte Wostok in eben diesem Gehäuse, die Ziffern auf dem ZB waren in alter Komandirskie-Manier mit der Hand aufgetragen.
Aber ihr werdet mein Erstaunen nachvollziehen können, als ich die Uhr öffnete und mir auf der Innenseite ein identisches Kompass-Ziffernblatt entgegenlachte!!! Ich konnte es kaum fassen.

Ich wollte euch diese (nun schon doppelte!) Kuriosität nicht vorenthalten.
verbaut ist übrigens ein Wostok 2214.

Hier nun noch die Bilder. Damit ihr es mir wirklich glaubt, zeige ich euch auch beide Rückdeckel ;-)

kompass1.jpg

kompass2.jpg

kompass3.jpg

kompass4.jpg

kompass5.jpg

Dass ich zweimal so eine Kuriosität erwischen würde, ist schon mehr als unglaublich, oder?
 
purpur73

purpur73

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Gratuliere zum doppelten Lottchen:-). Ist ja wie ein Lottosechser....
 
uhrzeittier

uhrzeittier

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Lustig...

Vielleicht hatte ja das Lernkompass-Gehäuse praktischerweise (um gleiche Maschineneinrichtung nutzen zu können) einen in gleicher Weise mit Ring verschraubten Rückdeckel, so dass man sich nur bei der Kiste beim Zusammenbau vertan hat?
Und im Sozialismus der Arbeiter nach dem Motto "Die werden sich schon was bei denken, und mir kanns auch egal sein..." nicht nachfragte?
 
fuchsgiro

fuchsgiro

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... oder es war ein Materialengpass.
Die bedruckten Kompassteile lagen noch rum, also wurden die zu Deckeln umgearbeitet.
Da es nun schon zwei von den Teilen gibt, glaube ich nicht mehr an ein Versehen.
 
El Loco

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@purpur:
Ja, schade nur, das ich beim Lotto aber auch wirklich NIE Glück habe! :D

@uhrzeittier:
Ich weiß leider nicht, wie die Rückseite des Kompass´ gestaltet ist, aber ich vermute, dass es zunächst einfach gerade Metallplatten waren, die dann geprägt und ausgestanzt wurden. Ich stimme da eher

@Fuchsgiro:
zu, dass es wohl ein Materialengpass war. Wieviele jedoch umgearbeitet wurden, wird im Dunkeln bleiben, ob nur eine Metallplatte aus Versehen in die Stanze gelegt wurde oder mit Absicht -zig, wer weiß?
 
Mapkyc

Mapkyc

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Hallo El,

Ich erinnere mich noch gut.

Ich erlaube mir mal, hier ein Bild des KN-1 zu posten:

7882ef070c8a.jpg

Quelle: aus dem alten Link von Poljotnik, Direktlink hier

Hier sehen wir, daß der Rückdeckel der Uhr quasi die Grundplatte des Kompasses ist. Also ein reguläres Bauteil. Die Maße sind eben sozusagen Wostok universell. Inzwischen neige ich zur Theorie, dass bei russischen Uhrmachern die Passgenauigkeit bekannt war und beim Service einfach der Deckel eines KN-1 eingesetzt wurde, weil er einen besseren Zustand hatte. Von den KN-1 muß es ziemlich viele gegeben haben.

Grüße

Markus
 
hansvonholstein

hansvonholstein

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Vielleicht wurden ja auch sowjetische Mc.Guyver mit diesen Uhren ausgestattet?

Aus den Innereien der Uhr konnten sie dann jedes andere technische Gerät ersetzen oder zum Laufen bringen . . . :D

XAHC
 
El Loco

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Danke dir, Markus!
Wenn man doch bloß mal die Rückseite des Kompass` sehen könnte!!!! :motz:

Ich wollte mir ja immer mal einen besorgen, aber mindestens 35,- plus Versand waren mir dann doch zuviel, nur um meine Neugierde zu befriedigen.

@Hans:
Genau, DAS wird es sein! :lol:
 
Rata

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Hi, Uwe,

schicke Kuriositäten, deine beiden "Kompass-Wostok":super:. Die Erklärung von Markus finde ich plausibel, wenn die Qualität der zweckentfremdeten Deckel besser war als die der "normalen" Bauteile, why not?!?. Wobei die Beschaffenheit der entsprechenden Teile an meiner "Wostok" im Glashütte Sixties-Design sehr gut ist, aber das war wohl dem Export dieser Uhr an den westlichen "Klassenfeind" geschuldet...:D

Viele Grüße, Otto
 
El Loco

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Danke dir, Otto!
Die Wahrscheinlichkeit, dass es einfach auch ein auf das normale Wostok-Gehäuse passender normaler Kompass-Deckel ist, ist groß.

Dagegen spricht jedoch eigentlich, dass meine beiden Kompassdeckel und die Rückseite, die ich im Web gefunden habe, alle unterschiedlich geprägt (mit Nummern und "wasserdicht" oder nicht) sind.
 
El Loco

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So, das hat mir doch keine Ruhe gelassen ...

... und mittlerweile kann ich auch so einen originalen Wostok Kompass aus Tschistopol mein Eigen nennen.
Das Ziffernblattdesign ist ein wenig anders, aber vom Prinzip kann man es nun gut erkennen.
Wenn die Krone mit der Feder gedrückt wird, nimmt der Kompass seine Arbeit auf, und die Nadel beginnt sich auszurichten,
lässt man die Krone los, wird die Nadel in der entsprechenden Position arrettiert.

kompass1.jpg

kompass2.jpg
 
Mapkyc

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Glückwunsch El :klatsch:

Und, weiß er noch, wo Norden ist ?
 
El Loco

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Na klar, immer der Nase nach! :lol:


Die rote Spitze weist mir den Weg.
 
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