Die Neiddebatte

Diskutiere Die Neiddebatte im Uhrencafé Forum im Bereich Uhren-Forum; Die Neiddebatte aus dem Thread https://uhrforum.de/muss-eine-tolle-uhr-teuer-sein%3F-t12896.html führen wir wohl besser hier. Also los !
Dr. Wu

Dr. Wu

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HRO
Klingt interessant,gleich mal nachschauen.
Grüezi

Ach nee,das lohnt ja gar nicht,darüber zu diskutieren.Der eine hat Geld und der andere nicht.So war es und so bleibt es.Was wohl der Dalai Lama dazu sagen würde?
Grüezi
 
Schaumig

Schaumig

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Oh Urgl, jetzt willstes aber wissen :-D

Also mir ging es in besagtem Thread nur darum, darauf hinzuweisen, dass die Mahnungen berechtigt sind weil der Threadgründer mit gewissen reaktionen rechnen muss ohne diese bewerten zu wollen.

Da dieser Thread weiter gefasst ist und Urgl es nun angeschnitten hat:
Grundsätzlich, so ist zumindest mein Eindruck, wird Neid (zumindest die negative, missgünstige Form von Neid) meist durch Angeberei oder Posermentalität (wie immer man das jetzt auch nennen will) oder zumindest naivem Verhalten im Umgang mit Geld erweckt. Den Vermögenden mit Stil (Gemeint ist hier Stil im Umgang mit Geld) trifft Neid eher selten, da er sich die Dinge die er mag zur eigenen Freude kauft. Wenn man so will: Mit Neid wird meist derjenige konfrontiert, der Neid erzeugen möchte.

Eine sehr Geschickte Art des Posens kommt immer mal wieder vor und begegnete mir vor Jahren indirekt bei einem Bekannten. Der schwärmte mir von seinem ExChef vor. Das sei ein Mann von ganz großer Klasse gewesen. Er habe nur Lacoste Polohemden getragen weil er deren Qualität nicht missen wollte und sich immer die Embleme entfernt weil ihm das Krokodillabel mit der Kernaussage "War teuer!" nun wirklich zu peinlich sei. - Zu denken gab an dieser Geschichte allerdings, dass der Emblementferner eben diese Praxis jedem auf die Nase gebunden hat. :wink:

Was im letzten Thread noch angesprochen wurde, der Aspekt des "selbst erarbeitens".
Ich finde es vollkommen legitim wenn man auf ehrliche Art zu Geld kommt, dass man es auch genießt unabhängig davon, ob man es selbst verdient hat. Geld auszugeben ist das vornehmste Recht des Besitzenden. Geld ausgeben ist viel sozialer als Geld zu horten. Es bringt das Geld in den Kreislauf zurück. Viel wichtiger als der Ursprung des Geldes (ausser jetzt bei illegaler oder extrem geschmackloser Herkunft) ist die oben angesprochene Motivation beim Konsum und beim benutzen. Klar kann jemand der für ein Produkt hart gearbeitet hat eher noch damit argumentieren, dass er seine eigene Leistung mit dem Kauf eines reinen Statussymbols zum Ausdruck bringen will. Die Kernaussage: "Seht her, dafür hab ich lang geschwitzt." ist natürlich eine andere als "Seht her, ich hab reich eingeheiratet/geerbt/bes. reiche Eltern." Dennoch wirds hier, ohne jetzt zu weit darauf eingehen zu wollen schon schwammig, wenn das der vordergründige Antrieb ist.

Am Ende möchte ich noch anfügen, dass sowohl Neid als auch Angeberei absolut menschliche Züge sind und in unterschiedler und wechselnder Ausprägung in uns allen stecken. Das sollte man bedenken bevor man über einen anderen den Stab bricht. Ein bischen von dem was wir kritisieren ist immer auch in uns. Und wer das Gegeteil behauptet, der soll das Markenemblem von seiner teuersten Uhr entfernen lassen :lol2:
 
Urgl

Urgl

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o.k., hier mal die Geschichte meiner Omega:
Ich war schon immer Chrono-Fan, nach 2 Chinesen sollte es nun ein richtiger 7750 sein. Eintiegspreis war bei 500 EUR für einen Chrono von Christ, das fand ich schon recht viel Geld für eine Uhr. So locker sitzt das bei mir auch nicht.
Habe ihn mir gekauft und kurz gesagt begeistern konnte der mich nicht, das Design war einfach zu langweilig.
Also habe ich hier das ganze Forum durchgesucht und mir jede Uhr bei ebay angeschaut (kein Witz), Preislimit waren da schon 1200 EUR.
Bei wirklich gar keiner Uhr hat es gefunkt.
Schliesslich nur mal so zur Info bei den Edelmarken reingeschaut, vielleicht findet man da ja eine Anregung.
Und ganz plötzlich wow! , die große Liebe....

Will sagen: ich trage das Ding nicht weil es von Omega ist, die ist einfach nur wunderschön.

Natürlich reagieren Leute auf die Uhr.
Einige fühlen sich genötigt, von ihren neusten großen Anschaffungen zu berichten. Da fühlen sich scheinbar manche gleich in die Defensive gedrückt...

Zum Thema "erarbeiten":
Wenn jemand 1000 EUR für Alufelgen ausgibt, ist das ganz normal.
Geht das gleiche Geld in eine Uhr, dann soll das gleich ein Aufschneiderei sein ?
Wahrscheinlich werden die positiven Auswirkungen deutlich überwiegen.
Gerade bei Berufsanfängern wie dem Threadstarter strahlt das doch was von Soldität aus.

Holger (der mit den Stahlfelgen fährt)
 
carpediem

carpediem

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Also, ich hatte eigentlich noch einen Punkt im Kopf. Dabei geht es auch nicht unbedingt um Uhren. Die Behauptung:
Aber wenn andere neidisch auf dich sind, hast du auch etwas richtig gemacht.
Habe ich so noch gar nicht betrachtet.
Basis für Neid ist immer eine Besserstellung dem andern Gegenüber.
Wobei der Ausgangspunkt dazu auf verschiedene Weise zustande gekommen sein mag.
Dummerweise ist für den Gegenüber nicht einfach ersichtlich, wie es zu dieser Besserstellung kam (erarbeitet, ererbt, geschenkt bekommen....).
In dem Beispiel von Bulbiker konnte er seinen Komilitonen erklären,daß er sich das gute Stück erarbeitet hatte.
Ich muß zugeben, daß man auf Erreichtes stolz sein kann und damit keine Intention haben muß, Neid zu provozieren.
Insofern muß ich Dir Recht geben, daß man sehr wohl etwas richtig gemacht haben kann, wenn andere auf einen neidisch sind.

Meine ursprünglichen Beispiele bezogen sich allerdings auch nicht auf den Neid an sich, sondern auf die möglichen Konsequenzen.
Wie Schaumig auch geschrieben hat, kann man bei entsprechendem Auftreten eben mit solchen Reaktionen rechnen. Nicht mehr und nicht weniger.
Ich habe lediglich hinzugefügt, daß jeder selbst wissen muß, ob er sich der Reaktion in jeder Situation aussetzen möchte und das es durchaus negative Konsequenzen haben kann.
Insofern ist der Gedanke, aus eben diesen Gründen sich unter Umständen etwas zurückzunehemn durchaus berechtigt.

Ich habe sowas mal mit einem Chef bei der leidigen Autodiskussion erlebt.
Er, der mehr verdiente als ich und darüber hinaus noch einen Firmenwagen hatte, mußte feststellen, daß ich ein ....hmmm...."wertigeres (?) " Fahrzeug mein Eigen nennen durfte, was ihm sichtlich nicht gefiel.
Insbesonder unverständlich, weil das Gehaltsniveau deutlich auseinanderklaffte und ich natürlich bei Weitem mehr sparen musste dafür.
Soviel zum Thema Wirkung und Risiko. Kann auch ganz anders laufen, wie wir ja schon gelesen habe. Ich finde, wer sicher gehen will und keine Abfuhr riskieren kann, tut sich selbst einen Gefallen, wenn er sich etwas zurück nimmt, und sei es nur für den Augenblick.
Es steht selbstverständlich jedem frei, das nicht zu tun.

Grüße...carpediem.
 
Mickymouse

Mickymouse

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Tolles Thema.

dann geb ich mal meinen Senf dazu ;-)

Beispiel:
Ich war mal Selbsständig. Kleiner Betrieb. Mein Mitsubishi ging kaputt. Wollte mir ein anderes Auto kaufen. Seit Jahren träumte ich von einem Jaguar 12 zyl Coupe (die mit der geilen C-Säule und kleiner Hesckscheibe). Kostenpunkt damals 9000 DM. Hätte ich mir den Wagen gekauft hätte ich gleich dicht machen können. Hab mir dann einen Golf TDI mit Minimalaustattung gekauft für 26000DM. Das war ok.

Das gleiche in den USA wäre anders gelaufen. Ein fettes teueres Auto bedeutet das man was im Betrieb richtig macht!

In Mitteleuropa bedeutet das, "..boa ey die Sau verdient sich eine goldene Nase. Mit mir nicht, da gehe ich lieber in den Mediamarkt.." (der Milionnegewinne macht ;-) )..

Was ich damit sagen will, Neid oder was Neid auslöst ist stark abhängig von der Gesellschaft und spiegelt diese wieder.

Beispiel
Einkommen. Wer hier im Forum gibt gerne zu das er massig Knete pro Monat abzockt? Oder anders gesagt, wer redet gerne von seinem Einkommen (wenn es höher ist als der Durchschnitt)?

Noch ein Autobeispiel (warum werden es eigentlich immer Autobeispiele?????)
Kauft man sich einen Normal-Golf sagen die Leute (die es sich Leisten können): Naja, meiner hat Leder und 180 PS. So einen kleinen hatte ich auch mal....
Kauft man sich einen mit 180 PS und Leder sagen die Leute: Leder?.. nö würde ich nieeee ins Auto machen, viel zu kalt im Winter, .. der braucht sicher viel Benzin,.. für was braucht man 180PS... uw usf..

Somit bleibt ein Umkehrschluß, der welcher keine negativen Konsequenzen erfahren möchte, passt sich besser dem "Durchschnitt" an. Durchschnitt sein ist gut, Durchschnitt sein ist geil. Das Streben nach "Besser zu sein" oder "Durchschnitt sein ist mir nicht gut genug" wird niedergemacht --> Neid (noch besser, leicht unter dem Durchschnitt sein). Es wird einem nicht gegönnt. Es wird nie gelobt. Nein, so schlimm ist es schon, wir können mit Lob und Komplimenten sehr schwer umgehen. Wir werden verlegen wenn wir Komplimente erhalten.

Understatement wird toleriert.... Overstatement ist verhasst.
Middlestatment ist ok.... ;-)

Neulich beim Klassentreffen, unsere Hauptschulklasse hatte einen Türken. Nun.. nach 15 Jahren traf man sich. Jeder erzählte etwas über sich.. fast alle hatten ein "Durchschnittsleben" und klopften sich gegenseitig auf die Schulter. Fuat (unser Türke) ist mitlerweile mehrfacher Millionär( er aht geschuftet wie ein Irrer). Da ist jedem die Kinnlade offen geblieben. Hat das jemand toll gefunden? Hat ihm jemand auf die Schulter geklopft? Hat jemand gesagt wie toll das es ist? Ganz im Gegenteil, man hat im während seiner "Ansprache" dann das Wort abgeschnitten und die Anderen haben weitergemacht.

Wo aber wären wir ohne die Leute denen gut nicht gut genug ist. Ohne die Leute die nach mehr streben?

Komische Welt.....

Gruß
Mickymouse

diese Post ist allgemein gehalten, nicht nur in Bezug auf Uhren <--Edit
 
ug-san

ug-san

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Moenchinguradebachi
Ich habe erst eine Nacht darüber geschlafen und finde nun Beiträge, die ich in grossen Teilen unterschreiben kann.

Da das Auto ein gern genommenes Beispiel ist, auch mal kurz erzählt. Wir hatten mal eine Fa. und es ging so ganz gut, ich war häufig zu Kunden unterwegs, den Marktleitern eines sehr grossen Lebensmittelfilialisten und hatte mir einen BMW 5er gegönnt, das war so gerade an der Grenzen des für die Marktleiter erträglichen. So ein Auto musste wohl überlegt sein, den zu klein, oder zu alt war auch schlecht "läuft wohl nicht der Laden". Nun wollte ich mir allerdings noch mehr gönnen und so liess ich den Wagen bei Alpina aufmotzen, allerdings so, das es auf den ersten Blick nicht zu erkennen war. Warum das ganze, weil der Neid meine Umsätze ruiniert hätte, der Vollständigkeit halber sei erwähnt, am besten lief es wenn ich den Kleinen neuen Japaner meiner Frau nahm...

Das zu Geschichten aus dem Leben.

Nun ist es doch hier speziell der ideale Nährboden für Neid und ja, auch ich habe schon schlucken müssen, wenn ich da so ein Ührchen sehe, wo ich weiss, nicht meine Preisklasse. Aber der Umgang damit ist doch wichtig, was kann ich tun, ich kann von Neid zerfressen meine Nägel runter knabbern bis Blut kommt. Ich kann missmutig durch mein eh schon kurzes Leben knötern. Ich kann aber auch bewusst sagen, sehr schön das ich das sehen durfte und mich darüber freuen. Die Gemälde im Museum sind ja auch schön und ich kann sie mir nicht leisten, aber betrachten! Ich finde es ist der Umgang damit und das Vergessen wie gut es einem wirklich geht. Sei es das Umfeld, die Familie, die Gesundheit (die erst bemerkt und genossen wird wenn sie mal angeschlagen ist) und jetzt wird der Eine oder Andere sagen so ein Träumer, freuen auch über die Natur, das was man erreicht hat und nicht ärgern über das was man nicht geschafft hat.

Will sagen bemüht sein positiv zu denken, hört sich hohl an aber es ist war. Wenn ich mit dem Hund vor den einschlägigen Geschäften auf meine Frau gewartet habe und die Menschen beobachtete, was ich sehr gerne tue und habe die sehr häufigen missmutigen Gesichter gesehen, so habe ich mich oft gefragt, sind wir eigentlich ein Volk von Muffmolchen...???

P.S. ich hatte mal einen Kollegen, der ständig nörgelte und die Unzufriedenheit in Person war. Wenn wir uns trafen und er lapidar frug "Wie geht´s" und ich immer antwortete "gut", fuhr er einmal aus der Haut und schrie mich an: "Du gehst mir unheimlich auf den S... mit Deinem "gut". Wenn man weiss wo sein Platz ist und man diesen auch ausfüllt, darf es einem auch schon mal gut gehen und auch mal ein ganz klein wenig neidisch sein darf man auch - oder!?
 
Mickymouse

Mickymouse

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ug-san schrieb:
..... BMW 5er gegönnt.. .... allerdings noch mehr gönnen und so liess ich den Wagen bei Alpina aufmotzen, allerdings so, das es auf den ersten Blick nicht zu erkennen war. ......weil der Neid meine Umsätze ruiniert hätte, der Vollständigkeit halber sei erwähnt, am besten lief es wenn ich den Kleinen Japaner meiner Frau nahm...
ja. Leider. Man muss schon "fast aufpassen und verheimlichen" das man sich was leisten kann.
Und wenn ein tolles Auto hast wird es verkratzt, beim Motorrad der Sattel aufgeschlitzt oder in den Helm gepinkelt......

... Die Gemälde im Museum sind ja auch schön und ich kann sie mir nicht leisten, aber betrachten!
ja, aber die gehörem einem Museum. Ist ja deutlich abstrakter als wenn es einer einzelnen Person gehört...

...
Will sagen bemüht sein positiv zu denken, hört sich hohl an aber es ist war. Wenn ich mit dem Hund vor den einschlägigen Geschäften auf meine Frau gewartet habe und die Menschen beobachtete, was ich sehr gerne tue und habe die sehr häufigen missmutigen Gesichter gesehen, so habe ich mich oft gefragt, sind wir eigentlich ein Volk von Muffmolchen...???
ja. Merkt man oft erst wenn man mal aus diesem Kreislauf raus ist.
Wir haben so ein tolles Leben... alle Möglichkeiten offen... super Natur.. extrem hohen Lebensstandart ... und jammern rum.
Ich will mal zur Abwechslung positiv Nachrichten hören, wie toll es der detuschen Wirtschaft geht (was ja auch stimmt)
Ich beobachte auch gerne.. man sieht dann oft wie Leute etwas bewundernd anschauen.. wenn dann der Besitzer kommt wird sich scheu weggedreht anstatt dem Besitzer zu gratulieren.. und dann wird verstohlen hinterhergeschaut....

s' Grüassle
Mickymouse
 
MM76

MM76

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So, ich hab mich jetzt mal durch das ganze Thema gekämpft. Hmm, gar nicht so einfach :? Ich würde das mit den Uhren nicht unbedingt mit Neid in Verbindung bringen. 99% der Leute sehen nicht, was ne teure Uhr ist und was nicht. Aber wenn es Einer sieht, dann kann das sowohl positiv als auch negativ ausgehen.

Ich leite einen Möbeldiscounter. Wenn ich Bewerber oder Handelspartner zum Gespräch da habe, dann schau ich (seit dem ich die Uhren-Macke habe :wink: ), was mein Gegenüber für eine Uhr trägt. Die meisten tragen Schrott. Auch Werksvertreter, die mit dem dicken Auto vorfahren, haben einfache Uhren um. Ist ja auch okay. Hat von denen mal einer ne Omega oder ne Breitling um, dann spreche ich ihn darauf an und sehe mir auch die Uhr genauer an. Alles easy und in mir kommt überhaupt kein Neid oder eine Missgunst auf.
Bewirbt sich aber einer als Verkäufer, dann ist der Fall ein ganz anderer. Ich schau natürlich auch wieder, was getragen wird. Sehr viele tragen zwar chice, aber keine teuren Uhren. Wenn da jetzt ein Bewerber mit ner tollen Omega oder sogar Rolex sitzt, dann komm ich ins grübeln. Nicht aus Neid, aber es passt einfach nicht. Es ist schwer zu beschreiben, aber die Chancen wären mit einer Tissot, Mido oder sonst einer schönen - der Gehaltsklasse angepassten- Uhr wesentlich größer. Das soll um Gottes Willen NICHT diskriminierend oder abwertend sein! Wenn ein Verkäufer zur Weihnachtsfeier mit einer Omega aufkreuzt, welche er vielleicht zum runden Geburtstag bekommen hat, dann freu ich mich und würde sie ihm vermutlich zur Begutachtung vom Arm reißen :shock:

Aber zum Vorstellungstermin für so eine Stelle passt eine "zu teure" Uhr genau so gut wie ne kurze Hose.

Ich hoffe, ich trete hier keinem auf die Füße. Vielleicht kann der ein oder andere, der auch Einstellungen vornimmt, seine Sicht zu diesem Thema darlegen.
 
Trainmaster C

Trainmaster C

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Ich schuffte für mein Geld teilweise mehr als 12 Stunden am Tag und oft auch Nachts, habe noch nie jemanden bestohlen oder für Geld ermordet und zahle jedes Jahr meine Steuern.
Also gebe ich das Geld aus, wofür ich will.
Wenn es wen stört, daß ich als U30 einen Mercedes fahre oder Uhren kaufe, soll er wegschauen. Ich bezahle immerhin alles in Bar und nehme dafür keine Schulden auf, wie die meisten für ihren jährlichen Mallorcaurlaub.
Abgesehen davon: Die Meinung fremder Menschen interessiert mich nicht.
 
MM76

MM76

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Das ist völlig okay! Dein verdientes Geld kannst Du ausgeben, wie Du möchtest! Nur sollte man sich gerade bei Vorstellungsgesprächen oder anderen gesellschaftlichen Termin schon ein wenig der entsprechenden Situation anpassen. Eine "Ich kann auftreten wie ich will"-Einstellung ist nicht immer von Vorteil :wink:


Vollzitat entfernt - raxon
 
Trainmaster C

Trainmaster C

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@ MM76: Moin, daß ist mir schon klar. Mein Beitrag war jetzt rein auf die Neiddiskusion geschrieben, daher auch die knappe Formulierung.
Wenn jemand meint, mir sagen zu müssen, was ich mit meinem Geld tun oder halt nicht tun soll, fange ich an zu dampfen. Daher habe ich meine Meinung dazu etwas überspitzt dargelegt und bewusst auf Differenzierungen verzichtet. ;)

Edit: Zitat entfernt. :)
 
Schaumig

Schaumig

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Kühl doch erstmal Dein Mütchen und versuche es dann nochmal differenziert und nicht überspitzt darzustellen.

OT: Menno, MM76, Trainmaster, was soll es eigentlich bringen das vorangehende Post in seiner Gänze zu zitieren :?:
 
Mickymouse

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@Ug san
ja, hast recht ;-)

@MM76
das ist doch genau der Punkt. Dieser unterschwellige nichtfassbare Teil, warum nun ein Verkäufer nicht so eine fette Uhr tragen soll. Ist echt komisch! Da kann einer eine sehr teure understatement Uhr tragen, kein Problem, ne fette Breitling oder Rolex die viel billger ist wiederum .. vermittelt das Gefühl sich doch lieber einen weiteren Verkäufer anzuschauen...

@Trainmaster
Du hast ABSOLUT recht, es sollte jeder so denken wie Du!
Leider ist dem nicht so. Deine Mitmenschen sollten sich für Dich freuen wenn Du als U30 einen Benz fährst, offensichtlich machst Du was richtig in Deinem Leben!
Wie MM76 aber schreibt kann es sein das Du dadurch von der Gesellschaft bei manchen Punkten benachteiligt wirst....

GRuß
Mickymouse
 
carpediem

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MM76 schrieb:
Aber zum Vorstellungstermin für so eine Stelle passt eine "zu teure" Uhr genau so gut wie ne kurze Hose.
Genau das versuche ich seit einiger Zeit ´rüberzubringen.

Genauer gesagt, entnehme ich allen Beiträgen hier, daß sich die Leute dem sehr wohl bewußt sind.
Und das "mir egal" ist ja jedem selbst überlassen.
Einen Punkt möchte ich noch kurz anschneiden.
Offensichtlich ist Neid nicht immer bedingt durch Unfähigkeit, sich gleichzustellen. Siehe das Beispiel mit meinem Chef.
Der andere verdient weit mehr, könnte, wenn er wollte, hat aber nicht....
Und jetzt ist er auf mein Auto neidisch. Ich fasse es nicht.

Ich unterscheide sehr wohl zwischen Neid und Neid.
Wenn hier einer eine tolle Uhr vorstellt, gibt es sehr wohl das Gefühl: die hätte ich auch gerne. Aber das ist kein Neid. Ich kann mich problemlos mit ihm freuen. Vielleicht ist jeder auch auf andere Dinge neidisch. Ich weiss es nicht. Ich habe damit jedenfalls keine Probleme.

Wenn aber jemand etwas hat, das ich mir nicht leisten kann, ist immer noch der Schritt, ob ich es denn unbedingt brauche oder will dazwischen.
Das Leben ist viel angenehmer, wenn man auch mal mit etwas zufrieden ist. Dann braucht man nicht neidisch zu sein....

Und schließlich: wenn der Gegenüber mit mit etwas vor der Nase herumwedelt, was er sich geleistet hat, um mir zu zeigen, daß er´s drauf hat, erreicht er bei mir eher das Gegenteil.

Grüße...carpediem.
 
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Ok, differenzieren wir ein wenig:
Ich verdiene mit ehrlicher Arbeit und ohne zu "bescheißen" Geld, zwar nicht die große Masse, aber recht ordentlich.
Davon kaufe ich mir Dinge, die mir gut gefallen. Wenn diese Dinge teuer sind, ich sie aber ohne Schulden bezahlen kann: Soll ich drauf verzichten, nur weil sich jemand anders vor den Kopf gestoßen fühlen könnte? Nein.
Es ist ja nicht so, daß ich andauernd durch die Gegend laufe und den Menschen den Autoschlüssel, meine Uhren oder mein KTM-Rad unter die Nase halte. Ich bin lediglich stolz drauf, mir diese Sachen durch meine eigene Arbeit, die ich mit Blut, Schweiß und Tränen 8) leiste, erlauben zu können.
 
Schaumig

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Ach Mickymouse, so schwer fassbar finde ich das garnicht. Ein Statussymbol ist immer auch ein Statement. Und was will mir ein Bewerber im Bereich Möbeldiscount sagen, wenn er eine besonders auffällige und besonders teure Uhr trägt. "Chef, versuch erst garnicht mich mit den Branchenüblichen Prämien zur Leistung zu animieren...das geld um mir sowas -> Uhr - zu kaufen hab ich von Haus aus."
So gesehen ist der geschilderte Fall nicht zwingend Bestandteil einer Neiddebatte.

Das Neid und auch Verhaltensmuster die als Angeberei empfunden werden in Deutschland eine wesentlich größere Rolle spielen als Beispielsweise im angloamerikanischen Raum, das ist wohl mehr eine folge von langfristiger Gesellschaftsentwicklung. In Deutschland war (warscheinlich auch kriegsbedingt) die Schere zwischen Arm und reich immer relativ weit geschlossen. "Wohlstand für alle" und Art. 14 II GG waren gelebte Grundsätze der Gesellschaft. Im Zuge der Öffnung nach außen und des Zunehmenden Bedeutungsverlustes von Erwerbsarbeit (Generation der Erbenden) stehen diese Grundsätze auf dem Prüfstand. Ich will hoffen es gelingt auch ausgleichende Denkmuster zu bewahren.

Es ist ja nicht so, daß ich andauernd durch die Gegend laufe und den Menschen den Autoschlüssel, meine Uhren oder mein KTM-Rad unter die Nase halte.
Da verstehe ich Deine Gereiztheit garnicht. Begegnet Dir denn soviel Neid?

Ich nehme das garnicht so wahr. Vielleicht weil ich jetzt nicht so den Posergeschmack habe vielleicht aber auch weil ich Dinge kaufe die mir Spaß machen und mein gegenüber das auch merkt. Mal meine Geschichte auch wenns mir fast schon wieder peinlich ist:

Vor Jahren, habe ich mir ein Rennrad gekauft. Nicht von der Stange sondern handverlesene Einzelteile in Campa Record. Im Grunde mehr als man für ernsthaften Sport braucht und der hohe Preis ist bei rechtem Licht betrachtet nur durch Liebhaberei (Oder jugendliche Unvernunft :lol2: )gerechtfertigt. Alles in allem ein prachtvolles Sportgerät. Ich habe dafür viel Bewunderung, nie aber Neid geerntet. Vielleicht weil ich um das Rad nie viel aufhebens gemacht hab. Ich habe offen meine Freude darüber gezeigt und nicht besonders abgeklärt und cool getan. Ich fuhr damit Radtouristiken anstatt damit vor dem Eiscafe auf und ab zu fahren.

Klar wenn ich damit immer nur bei "Freunden" vorbeifahr und geziehlt den Preis einstreue ernte ich Neid und Missgunst......und ich hätte es auch nicht anders verdient.
 
rainers

rainers

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Also ich wohne in einem 120 Einwohnerdorf.Da ich auch in der Feuerwehr bin,"kennt"man meine Uhrenmacke.Viele konnten das anfangs nicht verstehen.Mittlerweile wird es aktzeptiert.Derjenige,der am wenigsten damit anfangen konnte,das man mehr als 100€ für ne Uhr ausgibt,hat mittlerweile sogar ein von mir gekauft.Dafür fahre ich einen Kleinwagen und nicht wie die Bauern einen Geländewagen bzw,E-Klasse.Das Argument,das es sich um ein Hobby handelt wie die Jagd bei den anderen,war völlig in Ordnung.Ein vernünftiges Gewehr kostet auch einiges und die meisten haben mehr als 5 Waffen.Die Uhr bzw.das Hobby ist völlig wurscht,wenn man nicht großkotzig daher kommt.

Rainer
 
MM76

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Schaumig schrieb:
Und was will mir ein Bewerber im Bereich Möbeldiscount sagen, wenn er eine besonders auffällige und besonders teure Uhr trägt. "Chef, versuch erst garnicht mich mit den Branchenüblichen Prämien zur Leistung zu animieren...das geld um mir sowas -> Uhr - zu kaufen hab ich von Haus aus.".
Genau das ist der Punkt! Genau das wird suggeriert und genau deswegen schießt sich der Bewerber selber ins Abseits!

Das hat von der Arbeitgeberseite aus sicher nichts mit Neid zu tun. Aber viele drehen sich die Sachen, wie sie brauchen. Wenn der Bewerber erahnen könnte, dass seine tolle Uhr auch ein Grund war, dass er nicht genommen wurde, dann wird schnell behauptet: "Der war ja nur neidisch!" Und das ist einfach Käse :wink:
 
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