Die letzten der großen Eisenbahnchronometer: Elgin Grade 571, Hamilton 992b und Waltham Grade Vanguard

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#1
kater7

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Hallo,
nur mal ganz auf die Schnelle die letzten großen Vertreter der Eisenbahnchronometer Made in USA.

IMG_0120.JPG


Die Elgin "B.W.Raymond" Grade 571 von 1954 habe ich ja ausführlich vorgestellt, da gibt es einfach nicht mehr viel zu sagen.
Elgin "B.W.Raymond" Grade 571 von 1954

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Die Hamilton 992b ist von 1951 und hier gibts ein wenig mehr, diese Uhr habe ich für einen extrem geringen Betrag bei eBay geschossen, die Bilder waren derartig schlecht das man kaum erkennen konnte um was für eine Uhr es sich handelt, dazu war die Beschreibung denkbar ausführlich "Hamilton, Original, Running" warum auch mehr sagen? :shock: Nun, auch auf den schlechten Bildern konnte man erkennen das sie einen ganz besonderen Zeigersatz hat und das dieser kein Billignachbau ist sondern original und ich weiß was der kostet .... entsprechend war mein Gebot, der Rest der Uhr würde sich schon irgendwie verwenden lassen ..... Das Gehäuse ist wirklich arg strapaziert, Goldabrieb an allen Kanten, der Boden hat eine fette Delle und noch mehr Abrieb. Das ZB ist überraschend gut erhalten, der schöne und seltene Zeigersatz ist Top in Ordnung, das Werk sieht wirklich noch gut aus und "Running" bedeutet hier mal ausnahmsweise die Uhr läuft richtig gut, sie läuft innerhalb der Railroadnorm im sehr leichten Plus (23s+/Woche) und es stimmt: alles ist im Originalzustand, das was mir am Allerwichtigsten bei meinen Uhren ist.

Der Zeigersatz hat thermisch gebläute Sekunden und Minutenzeiger sowie lackierte Stundenzeiger, das war bei diesem Zeigersatz so. Der rote Zeiger läßt sich mit dem Finger (oder Wattestäbchen, wie ich es mache) auf eine beliebige Ortszeit einstellen und läuft dann entsprechend der etwas rustikalen Einstellung einfach mit. Eine Art sehr früher GMT-Funktion. Kanadische Eisenbahnchronometer hatten diesen Zeigersatz häufig, aber dann ein 24h ZB, also eines mit inneren, roten Zahlen von 13-24. Bei welcher Gesellschaft diese Uhr so eingesetzt wurde oder wer auch immer das so haben wollte .... es bleibt im Dunkeln der Geschichte. In US-Amerikanischen Foren wird heftig darum gestritten ob es diesen Zeigersatz ab Werk so gab oder nur auf Kundensonderwunsch beim Uhrmacher montiert wurde. In originalen, alten Ersatzteilkatalogen ab Werk taucht dieser Zeigersatz auf, das ist zumindest unstrittig.
Daten zur Uhr: Hamilton Pocket Watch Information: Serial Number C322078 (Grade 992B)

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IMG_5290.JPG


Fehlt noch die letzte im Bunde, die Waltham Grade Vanguard, von 1941 ist meine Uhr. Dieses Uhrwerk wurde über einen enorm langen Zeitraum hinweg gebaut, von 1908 bis 1948, die frühen Varianten hatten wunderschöne Zierschliffe, diese späte Variante kommt sehr nüchtern, europäisch anmutend daher. Die späten Varianten sind bei Sammlern weniger gefragt, so sind die Preise noch erfreulich niedrig. Was für mich wichtiger ist als Zierschliffe: diese Uhren wurden ständig weiterentwickelt, stets den neuesten RR-Normen angepasst und sind so heute alltagstauglicher und zuverlässiger. Sie muß noch ein wenig reguliert werden, hat es zu eilig und verpasst die RR-Norm daher, aber das bekomme ich mit Geduld und Feingefühl schon hin. Die Qualität ist trotz des einfachen, sachlichen Erscheinungsbildes des Uhrwerkes sehr hoch. Alles ist original und in recht brauchbaren Zustand, so bin ich auch mit meinem neuesten Zugang sehr zufrieden.
Daten zur Uhr: Waltham Pocket Watch Information: Serial Number 30849930 (Grade Vanguard)

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So, das waren sie also, die letzten Vertreter der Eisenbahnchronometer der letzten der 3 großen, den 2.WK überlebenden Uhrenfirmen der USA. Danach kam nichts mehr, bei allen Firmen gingen so nach und nach die Lichter aus. Bis heute brennt in den USA der Streit welches dieser Eisenbahnchronometer nun das Beste gewesen sei, Elgin, Hamilton oder doch gar Waltham? Ich hab es gut, als Old-German-Boy kann ich mich aus solchen Kontroversen gut heraushalten, alle 3 haben ihren Platz in meiner klitzekleinen Sammlung und alle 3 sind mir auch gleich wichtig.

Wie immer freue ich mich über Schwesterbilder, Ergänzungen, Korrekturen. Danke fürs Reinschauen.

LG, Frank
 
Zuletzt bearbeitet:
#2
batery_99

batery_99

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Allesamt wirklich wunderschöne Uhren Frank:klatsch:.
Da hast Du Dir ein wirklich interessantes Sammelgebiet ausgesucht und wahre Schätzchen zusammen getragen.
Einige Taschenuhren habe ich auch in meiner Sammlung... aber eine Railroad ist noch nicht dabei... aber vielleicht kommt ja noch eine dazu. Angefixt bin ich jedenfalls schon, Dank Deiner Bilder. ;-)
Viele Grüße
Marco
 
#3
Matthias81

Matthias81

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Wirklich tolle Uhren, da werd ich blass. Von allen Zifferblatt- und Gehäusevariationen findet man die schönsten bestimmt in deiner Sammlung. :-)

Hast du die Waltham erst vor kurzer Zeit ersteigert? Glaube, die hatte ich auch auf dem Schirm. Jedenfalls Glückwunsch dazu!
 
#4
kater7

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Ja die ist erst vor ein paar Tagen hier angekommen .... mir fehlte noch so eine späte Waltham ;-)
War übrigens ein Sofortkauf .... Preisvorschlag wurde angenommen.
 
#5
Bullius

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Ja sehr schöne RR Uhren, binn auch noch auf der Suche nach eine Illinois RR Uhr.
Doch die Preise sind nicht ohne bei den Taschenuhren aus USA.
 
#6
Matthias81

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Ja sehr schöne RR Uhren, binn auch noch auf der Suche nach eine Illinois RR Uhr.
Doch die Preise sind nicht ohne bei den Taschenuhren aus USA.
Darf ich fragen, was dich gerade an Illinois fasziniert? Ein bestimmtes Modell? Die sind ja doch etwas teurer... Eine „normale“ Hamilton oder Elgin im (vermeintlich) annehmbaren Zustand ist ja mit etwas Glück für 150 EUR plus Einfuhrabgaben zu haben und damit deutlich erschwinglicher...
 
#7
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Dann pass aber gut auf das die Illinois wirklich original ist, gibt so komische Aftermarket-ZBs aus Plaste :shock:
Die Illinois-TUs spielen schon in einer eigenen Liga, die Qualität ist sehr gut, der Markenname aber in den USA sozusagen mythisch überhöht, was sich leider in deutlich höheren Preisen wiederspiegelt. Wenn Illinois nimm richtig Geld in die Hand un gönn Dir was Gutes ..... sowas wie die Bunn Special 60 Hours zB Illinois Bunn Special 60 Hours

Abschreckendes Beispiel, aber immerhin ist der VK ehrlich und schreibt das mit dem ZB dazu, das ist leider sehr oft nicht der Fall .... ILLINOIS BUNN SPECIAL 16S POCKET WATCH 23 JEWELS W/ MONTGOMERY DIAL | eBay

Wenn man sehr genau guckt sieht man das aber auch, die Kanten der Vertiefungen auf dem ZB, insbesondere bei der kleinen Sekunde sind nicht scharf genug sondern eher weich, der Schriftzug zu dick usw.
 
#8
Bullius

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Gute Frage finde das Bunn Spezial Motor Barrel ein richtige Augenweide.
Mit 21 Jewels richtig tolles Werk, auch die Topographie der Zifferblätter ist etwas anders gestaltet.

Ja die ist genau das was ich mir vorstelle aber wie ich schon bemerkt hatte der Preis ist wirklich sehr abgehoben. Da bekommt man schon was in echt Gold mit Repetition.
Nun ich suche habe ja Zeit und Geduld.
 
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#9
Z

zeitgeist23

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Moin Frank,
super Uhren.
Klasse finde ich auch die Gravur auf der Krone der Hamilton. So etwas habe ich bisher noch nicht gesehen.

zeitgeist23
 
#10
Matthias81

Matthias81

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Das Werk wäre auch ein Träumchen von mir, aber selbst verhältnismäßig günstig geschossen für mich noch zu teuer, einfach weil andere Mütter auch schöne Töchter haben. ;-) Die Gangreserve ist natürlich was feines und im Alltag gut nutzbar.
Habe kürzlich drei Railroad Watches importiert, bei allen war immer irgendwas mehr oder weniger gravierendes, das nicht in der Beschreibung stand (kaufe auch nur von seriösen Händlern).
Will dir dein Vorhaben nicht ausreden, aber das Risiko, gerade mit dem Modell auf einmal richtig viel Geld zu versenken, ist definitiv da. Vielleicht hab ich auch nur besonderes persönliches Pech gehabt.
 
#11
kater7

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Bei einer Illinois muß man schon richtig lange suchen und sehr genau hinsehen, im Moment sehe ich international bei eBay genau 6 Uhren die etwas zu taugen scheinen, Preisklasse 5-600,- Euro ohne Versand/Zoll ....

@zeitgeist23
diese gravierte Krone sollten alle Hamilton 992b haben, leider sind viele Uhren mit nachgemachten, ungravierten Kronen ausgestattet ..... ich war sehr positiv überrascht das meine auch hier völlig original ist, auf den Bildern war kaum was zu sehen, solche Details schon gar nicht ....
 
#12
fantomaz

fantomaz

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:super: :klatsch:

Wie ist das bei der Hamilton mit den zwei Zeigern (GMT)?

Haben beide ein Futter und sind auf die Welle gesteckt, oder ist das
nur ein Futter an dem beide Zeiger befestigt sind und dann auf der
Welle stecken?
Und wie wird die Zeit verstellt? Da ist ja ein Bügel über der Krone.....

Auf jeden Fall nicht nur optisch ein Genuss!

Alexander
 
#13
kater7

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Die Zeitverstellung erfolgt wie bei allen RR-Uhren über einen kleinen Hebel, "Lever-Set", der Hebel ist unter dem Rand des geschraubten Glases verborgen, also zur Zeiteinstellung Glas abschrauben, Hebel ziehen, Zeit einstellen, Hebel wieder reinschieben und Glas wieder aufschrauben. Das war Vorschrift bei RR-Uhren um eine versehentliche Zeitverstellung zu vermeiden. Hier mal ein Bild aus einer älteren Vorstellung von mir, ob der Hebel rechts oder links sitzt ist egal:



Zum Zeigersatz: die Zeit kann normal eingestellt werden, der rote Stundenzeiger muß aber mit dem Finger (oder eben einem Wattestäbchen etc) separat verschoben werden wenn eine andere Zeitzone gewünscht ist als die jetzt eingestellte. Wie das technisch gelöst ist weiß ich nicht, der Zeigersatz kann gegen einen normalen Standartzeigersatz ausgetauscht werden. Ich müsste um das zu sehen die Zeiger abheben, sorry das möchte ich nicht machen, gehe an sowas nur sehr ungern ran.

LG, Frank
 
#14
Spindel

Spindel

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Hallo Frank,
schöne Amiuhren Sammlung,schöne Vorstellung.:klatsch:
Hatte auch mal ein paar die ich dann verkauft habe.Man kann nicht alles haben.Die Werke und alles drum herum sehen immer toll aus.
Goldene Chaton,Feinregulage usw.
Danke fürs Zeigen.
Gruß Roland
 
#15
kater7

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Hallo Roland,
ja, man muss sich auf eine Sache konzentrieren, sonst ufert es gar zu sehr aus, aber manchmal sehe ich dann doch was anderes, was ich unbedingt ...... naja kennst Du sicher :D
 
#17
kater7

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Noch mal der Versuch die Zeiger abzulichten. Hab auch noch mal mit der Lupe geguckt, der rote Zeiger hat keine Verbindung ins innere der Uhr, das Teil sitzt quasi unter dem blauen Zeiger und umgreift dessen Schaft mit seinem eigenen Ring. Ob da noch was dazwischen ist oder nur Metall auf Metall kann ich nicht erkennen, mir ist es eh schleierhaft wie man das so präzise fertigen kann das die Reibung ausreicht um den roten Zeiger mitzunehmen und gleichzeitig so gering ist das eine Verstellung problemlos möglich ist. Die Katalogbilder die ich mal gesehen hab sind schwarz/weiß und äußert bescheiden von der Qualität.

IMG_5398.JPG IMG_5399.JPG

Wenn Du noch andere Bilder benötigst sag mir bitte welche Perspektive und ich versuche das irgendwie hinzubekommen.
 
#18
fantomaz

fantomaz

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:super: Cool

Also für mich sieht das so aus, dass der rote Zeiger ein eigenes Futter hat,
habe ich so noch nie gesehen und bringt mich glatt auf Ideen :super:
Danke für die Detailbilder, was es in der Uhrenwelt nicht alles gibt!

Alexander
 
#19
kater7

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Der rote Zeiger umschließt mit einem Ring den Schaft des blauen Zeigers, dieser Ring ist so dick wie der "Rest" des Zeigers. Der Schaft des blauen Zeigers geht runter in die ZB-Öffnung. Der Zeigersatz war ohne Änderungen am Uhrwerk beliebig austauschbar. Den Begriff "Futter" kann ich nicht richtig einordnen bei Zeigern, bin blutiger Uhrenlaie, sorry.
 
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Die letzten der großen Eisenbahnchronometer: Elgin Grade 571, Hamilton 992b und Waltham Grade Vanguard

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