Die Auster, die mir lange verschlossen blieb (Rolex Oyster Perpetual, Ref. 114300)

Diskutiere Die Auster, die mir lange verschlossen blieb (Rolex Oyster Perpetual, Ref. 114300) im Uhrenvorstellungen Forum im Bereich Uhren-Forum; Liebe Uhrengemeinde, normalerweise stellt man seine neue Uhr hier vor und verkauft sie vielleicht – je nach Gefallen, Laune und Charakter –...

jo3861

Themenstarter
Dabei seit
13.02.2020
Beiträge
656
Ort
Hunsrück
Liebe Uhrengemeinde,

normalerweise stellt man seine neue Uhr hier vor und verkauft sie vielleicht – je nach Gefallen, Laune und Charakter – Wochen, Monate oder Jahre später auf dem Marktplatz wieder. In meinem Fall verlief es umgekehrt.

IMG_5670.jpeg

Nachdem ich vergangenes Jahr eine Omega Speedmaster Professional (.005) gekauft hatte, sollte Anfang diesen Jahres etwas dressiges mit drei Zeigern hinzukommen, am besten mit Datum. Ich hatte ein paar Wochen lang überlegt, viel gelesen und geschaut und schwankte zwischen der Omega Aqua Terra, als „Bumblebee“ oder in blau, und der Omega Constellation Globemaster. Geworden ist es schließlich eine ganz andere Uhr, wie so oft bei diesen „Rennen“. Den Ausschlag für die Rolex Oyster Perpetual (OP) in 39 mm mit blauem Zifferblatt gab die elegante, flache, schlicht perfekte Gehäuseform und die Harmonie des Zifferblattes. Weil der Zyklop diese Harmonie nach meinem Empfinden (zer)stört, habe ich aufs Datum, also auf eine Datejust, verzichtet.

P1011204.jpeg

Ich ging kaufentschlossen zu meinem Uhrenhändler, dem ich früher einmal eine Nomos abgekauft hatte und wurde belehrt, dass selbst diese schlichte Oyster nicht in absehbarer Zeit lieferbar sein würde. So habe ich einen Ausflug ins schöne Maastricht unternommen und sie dort bei einem Juwelier, keinem Konzessionär, neu und ein wenig über dem Listenpreis ergattert. Es war seine letzte neue OP, bisher kam keine mehr nach …

Doch meine Liebe zu der eleganten Oyster kühlte rasch ab. Zunächst, weil sie einfach nicht gut am Handgelenk saß. Dabei ist sie doch als „Handgelenksschmeichler“ bekannt! Erst nach drei oder vier Anläufen – das ist mir bei keiner anderen Uhr passiert – saß sie dann aber doch perfekt. Aber: war sie nicht doch zu schlicht, nur ein „Einsteigermodell“? Fehlte nicht doch das Datum? Hätte ich besser die Aqua Terra gekauft? Ich war lange nicht ganz von der Oyster überzeugt. Als ich dann überraschend meine lang erträumte Rolex, eine blaue Milgauss, also eine „fettere Auster“, auf dem Marktplatz fand und kaufte (eigentlich tauschte, aber das ist eine andere Geschichte), war klar: Zwei Austern braucht der Mann nicht und die OP kann gehen. Sie stand ein paar Wochen lang auf unserem Marktplatz und wurde nur noch selten getragen.

IMG_5905 (2).jpeg

Zum Glück läuft der Markt derzeit – wohl krisenbedingt – schleppend und niemand kaufte mir die Uhr ab. Denn während dieser Zeit entdeckte ich, dass meine beiden Oysters sich doch prima ergänzen. Die kleine ist maximal bequem zu tragen und in ihren Abmessungen und ihrem Gewicht höchst komfortabel, die größere Milgauss dagegen ist (m)ein Herz zerreisendes Schmuckstück, zwar nicht unbequem, aber doch viel präsenter. Sie ist auch für manche Gelegenheiten einfach „too much“. Zudem wurde die beste aller Freundinnen nicht müde, mir zu versichern, dass keine meiner Uhren in Abmessung und Farben besser zu mir passt, als die kleine Oyster. So schwand die Verkaufsabsicht (und mein Uhrenbudget) dahin, schließlich nahm ich die Uhr vom Marktplatz und trage sie seither oft.

Die moderne Perpetual Oyster ist, hier stimmen Werbung und Wirklichkeit völlig überein, die „Quintessenz der Oyster“. Ihre Vorfahren gibt es seit fast 95 Jahren, 1927 schwamm Mercedes Gleitzke zehn Stunden mit einer Oyster am Arm durch den Ärmelkanal, seit 1931 gibt es sie mit dem Zusatz „Perpetual“, also mit automatischem Aufzug und 1953 bezwangen Edmund Hillary und Tenzing Norgay mit ihr den Mount Everest. Die moderne Variante dieser geschichtsträchtigen Uhr ist heute die „Rolex Oyster Perpetual“ ohne weiteren Namenszusatz. Eben wegen dieser edlen Ahnenreihe finde ich das Wort „Einsteigermodell“ dafür unpassend, denn dieses Modell trägt alle wesentlichen Merkmale einer guten Rolex und es gibt durchaus Gründe, sich damit zu bescheiden: Die Eleganz durch die Reduktion aufs Wesentliche, die smarten Abmessungen, das geringe Gewicht. Sie stellt für mich die Goldene Mitte von sportlich und dressig dar: eine Punktlandung! „Reduced to the Max“, wie ein anderer Werbespruch (von Smart) lautet.

IMG_6960.jpeg

Allerdings trägt Rolex an der Kategorisierung „Einsteiger“ selbst etwas Schuld. Das ist mein einziger Kritikpunkt an der Oyster: die Schließe des Oysterbandes ist für diese Preisklasse einfach zu „billig“. Die Fertigungstoleranz scheint zu groß zu sein, einige (oder gar alle?) klackern, wenn man mit der Schließe weich anstößt und die OP hat nicht einmal den simplen „Easylink“, mit dem man das Band um 5 mm schnellverstellen kann. Kennt man einen gutwilligen Rolexhändler, kann man eventuell den Easylink nachrüsten, aber offiziell ist das nicht möglich. Ich finde es schade, dass man die „Quintessenz der Oyster“ durch eine solche, wohl marketingbedingte, Sparmaßnahme etwas herabwürdigt. Zumal eine schnelle Feinverstellung auch wegen der großen Bandglieder angeraten wäre. Aber mit diesem Mangel steht Rolex nicht alleine da.

Die Verarbeitung des Gehäuses, des Bandes und des Zifferblatts dagegen sind untadelig. Das Uhrwerk, Kaliber 3132, steht sogar jenseits der Kritik: es ist ausdauernd, belastbar und hochpräzise. Uhrmacher singen Loblieder auf seine gute Wartbarkeit. Meine Oyster, wie auch die mit fast gleichem Werk, 3131, ausgestattete Milgauss, muss ich praktisch nie stellen, in meinem derzeitigen Tragemix (Handgelenk, Ruhe, Beweger) laufen beide stets ±2 sec.

IMG_5517 (1).jpeg

Ich habe mir die OP mit dem blauen Zifferblatt und den grünen Akzenten ausgesucht. Das sind meine Farben! Durch den Kauf der Speedy Pro hatte ich gelernt, dass ich monochrom nicht mehr mag, diese Vorliebe liegt hinter mir und die Speedy hatte ich alsbald gegen eine buntere Racing-Variante ausgetauscht. Die Rolex OP39 gibt es seit 2015 live und in Farbe. Sie wird seither neben blau/grün auch mit einem anthrazitfarbenen Blatt („Dark Rhodium“) mit blauen sowie in „Red Grape“ (rötlich-pflaumenfarben) mit roten Akzenten angeboten. Letztgenannte Variante gefällt mir auch ungemein gut. Seit 2018 gibt es die OP39 auch mit weißem sowie schwarzem Zifferblatt. Diese beiden Ausführungen haben ausschließlich große, sämtlich mit Lumen belegte Indizes und verzichten auf die Farbtupfer. Das mag man, je nach Geschmack, als eleganter oder langweiliger empfinden.

Zum Schluss noch eine Hommage an das Schwestermodell der OP39, die Explorer (I). Sie hat das gleiche Werk, das gleiche Gehäuse (mit flacher Lünette) und das gleiche Band, allerdings mit einer besseren Schließe dank Easylink und zusätzlicher Sicherung. Der Unterschied, der ins Auge sticht, ist das völlig anders gestaltete Zifferblatt mit drei Ziffern und dem Mercedeszeiger. Ich finde auch diese Variante der OP wunderschön und dann empfehlenswert, wenn man den sportlichen Aspekt stärker betonen möchte.

op_q4.jpeg

Aussteigen aus meiner Vorstellung möchte ich mit dem akustischen Highlight der OP, das wohl auch für andere Rolex 31xx-Werke gilt: Das Ticken! Es tickt dezent und weich, ergänzt durch einen an- und abschwellenden „Glöckchenton“. Mir hilft es manchmal beim Einschlafen, denn ich „vergesse“ zuweilen, diese schöne und bequeme Uhr vor dem Zubettgehen abzulegen 🥰 Das wird mir beim nächsten Neuzugang, auf den ich derzeit warte, eher nicht passieren: Die Grand Seiko „Soko“ verfügt über das völlig lautlose Spring Drive-Werk – Vorstellung folgt!

IMG_7047 (1).jpeg

P1001088.jpeg

Technische Daten:
Durchmesser Gehäuse: 39 mm, Horn-zu-Horn: 47,3 mm, Höhe: 11,4 mm, Gewicht mit komplettem Band: 132 g
Material des Gehäuses: Edelstahl, Saphirglas
Band: Oysterband, Oysterschließe ohne Easylink
Wasserdichtigkeit: 10 bar (100 m), verschraubte Krone
Kaliber des Werkes: 3132 (Chronometer mit Automatikaufzug, Handaufzug möglich), 48 Stunden Gangreserve
Breite der Bandanstöße: 20 mm
Leuchtmasse auf den Stunden- und Minutenzeiger sowie auf 3, 6 und 9 Uhr
Gangabweichung bei mir im Tragemix: praktisch keine

IMG_5821.jpeg
 
Zuletzt bearbeitet:

TakkaTukka

Dabei seit
07.11.2018
Beiträge
1.016
Eine sehr schöne und gelungene Vorstellung von einem traumhaften Zeitmesser. Vielen Dank dafür ! Das Bild unter Wasser ist ja mutig, würden sich die meisten Teäger vermutlich nicht trauen 😅😉👍

Viel Spaß mit der Schönen !

Liebe Grüße
 

Marchiboy300

Dabei seit
29.03.2018
Beiträge
3.118
Herzlichen Glückwunsch zur dieser wunderschönen Uhr.
 

CFG

Dabei seit
09.02.2019
Beiträge
5.133
Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für die sehr schöne Vorstellung der Uhr, die mir zwar grundsätzlich farblich nicht so sehr gefällt, in Deinen Bildern aber wirkt.
 

PlitschPlatsch

Dabei seit
27.10.2019
Beiträge
109
Ort
Norddeutschland
Das ist ja mal ein Happy End 😃 Gut Ding will Weile haben. In jedem Fall eine eine gute Entscheidung für eine tolle Uhr und deine Pros und Cons kann ich sehr gut nachvollziehen (warte aus ähnlichen Gründen - trotz der Schließe - auf das schwarze Modell). Du schreibst, dass sich anfangs kein Tragekomfort einstellen wollte. Was hat sich am Ende geändert, dass es nun so gut passt? Vielleicht magst du das erläutern, würde mich interessieren.
Vielen Dank für die Vorstellung und die Bilder, eine schöne Morgen-Lektüre
 

Markus61265

Dabei seit
28.08.2017
Beiträge
472
Liebe Uhrengemeinde,

normalerweise stellt man seine neue Uhr hier vor und verkauft sie vielleicht – je nach Gefallen, Laune und Charakter – Wochen, Monate oder Jahre später auf dem Marktplatz wieder. In meinem Fall verlief es umgekehrt.

Anhang anzeigen 3178016

Nachdem ich vergangenes Jahr eine Omega Speedmaster Professional (.005) gekauft hatte, sollte Anfang diesen Jahres etwas dressiges mit drei Zeigern hinzukommen, am besten mit Datum. Ich hatte ein paar Wochen lang überlegt, viel gelesen und geschaut und schwankte zwischen der Omega Aqua Terra, als „Bumblebee“ oder in blau, und der Omega Constellation Globemaster. Geworden ist es schließlich eine ganz andere Uhr, wie so oft bei diesen „Rennen“. Den Ausschlag für die Rolex Oyster Perpetual (OP) in 39 mm mit blauem Zifferblatt gab die elegante, flache, schlicht perfekte Gehäuseform und die Harmonie des Zifferblattes. Weil der Zyklop diese Harmonie nach meinem Empfinden (zer)stört, habe ich aufs Datum, also auf eine Datejust, verzichtet.

Anhang anzeigen 3178010

Ich ging kaufentschlossen zu meinem Uhrenhändler, dem ich früher einmal eine Nomos abgekauft hatte und wurde belehrt, dass selbst diese schlichte Oyster nicht in absehbarer Zeit lieferbar sein würde. So habe ich einen Ausflug ins schöne Maastricht unternommen und sie dort bei einem Juwelier, keinem Konzessionär, neu und ein wenig über dem Listenpreis ergattert. Es war seine letzte neue OP, bisher kam keine mehr nach …

Doch meine Liebe zu der eleganten Oyster kühlte rasch ab. Zunächst, weil sie einfach nicht gut am Handgelenk saß. Dabei ist sie doch als „Handgelenksschmeichler“ bekannt! Erst nach drei oder vier Anläufen – das ist mir bei keiner anderen Uhr passiert – saß sie dann aber doch perfekt. Aber: war sie nicht doch zu schlicht, nur ein „Einsteigermodell“? Fehlte nicht doch das Datum? Hätte ich besser die Aqua Terra gekauft? Ich war lange nicht ganz von der Oyster überzeugt. Als ich dann überraschend meine lang erträumte Rolex, eine blaue Milgauss, also eine „fettere Auster“, auf dem Marktplatz fand und kaufte (eigentlich tauschte, aber das ist eine andere Geschichte), war klar: Zwei Austern braucht der Mann nicht und die OP kann gehen. Sie stand ein paar Wochen lang auf unserem Marktplatz und wurde nur noch selten getragen.

Anhang anzeigen 3178014

Zum Glück läuft der Markt derzeit – wohl krisenbedingt – schleppend und niemand kaufte mir die Uhr ab. Denn während dieser Zeit entdeckte ich, dass meine beiden Oysters sich doch prima ergänzen. Die kleine ist maximal bequem zu tragen und in ihren Abmessungen und ihrem Gewicht höchst komfortabel, die größere Milgauss dagegen ist (m)ein Herz zerreisendes Schmuckstück, zwar nicht unbequem, aber doch viel präsenter. Sie ist auch für manche Gelegenheiten einfach „too much“. Zudem wurde die beste aller Freundinnen nicht müde, mir zu versichern, dass keine meiner Uhren in Abmessung und Farben besser zu mir passt, als die kleine Oyster. So schwand die Verkaufsabsicht (und mein Uhrenbudget) dahin, schließlich nahm ich die Uhr vom Marktplatz und trage sie seither oft.

Die moderne Perpetual Oyster ist, hier stimmen Werbung und Wirklichkeit völlig überein, die „Quintessenz der Oyster“. Ihre Vorfahren gibt es seit fast 95 Jahren, 1927 schwamm Mercedes Gleitzke zehn Stunden mit einer Oyster am Arm durch den Ärmelkanal, seit 1931 gibt es sie mit dem Zusatz „Perpetual“, also mit automatischem Aufzug und 1953 bezwangen Edmund Hillary und Tenzing Norgay mit ihr den Mount Everest. Die moderne Variante dieser geschichtsträchtigen Uhr ist heute die „Rolex Oyster Perpetual“ ohne weiteren Namenszusatz. Eben wegen dieser edlen Ahnenreihe finde ich das Wort „Einsteigermodell“ dafür unpassend, denn dieses Modell trägt alle wesentlichen Merkmale einer guten Rolex und es gibt durchaus Gründe, sich damit zu bescheiden: Die Eleganz durch die Reduktion aufs Wesentliche, die smarten Abmessungen, das geringe Gewicht. Sie stellt für mich die Goldene Mitte von sportlich und dressig dar: eine Punktlandung! „Reduced to the Max“, wie ein anderer Werbespruch (von Smart) lautet.

Anhang anzeigen 3178013

Allerdings trägt Rolex an der Kategorisierung „Einsteiger“ selbst etwas Schuld. Das ist mein einziger Kritikpunkt an der Oyster: die Schließe des Oysterbandes ist für diese Preisklasse einfach zu „billig“. Die Fertigungstoleranz scheint zu groß zu sein, einige (oder gar alle?) klackern, wenn man mit der Schließe weich anstößt und die OP hat nicht einmal den simplen „Easylink“, mit dem man das Band um 5 mm schnellverstellen kann. Kennt man einen gutwilligen Rolexhändler, kann man eventuell den Easylink nachrüsten, aber offiziell ist das nicht möglich. Ich finde es schade, dass man die „Quintessenz der Oyster“ durch eine solche, wohl marketingbedingte, Sparmaßnahme etwas herabwürdigt. Zumal eine schnelle Feinverstellung auch wegen der großen Bandglieder angeraten wäre. Aber mit diesem Mangel steht Rolex nicht alleine da.

Die Verarbeitung des Gehäuses, des Bandes und des Zifferblatts dagegen sind untadelig. Das Uhrwerk, Kaliber 3132, steht sogar jenseits der Kritik: es ist ausdauernd, belastbar und hochpräzise. Uhrmacher singen Loblieder auf seine gute Wartbarkeit. Meine Oyster, wie auch die mit fast gleichem Werk, 3131, ausgestattete Milgauss, muss ich praktisch nie stellen, in meinem derzeitigen Tragemix (Handgelenk, Ruhe, Beweger) laufen beide stets ±2 sec.

Anhang anzeigen 3178017

Ich habe mir die OP mit dem blauen Zifferblatt und den grünen Akzenten ausgesucht. Das sind meine Farben! Durch den Kauf der Speedy Pro hatte ich gelernt, dass ich monochrom nicht mehr mag, diese Vorliebe liegt hinter mir und die Speedy hatte ich alsbald gegen eine buntere Racing-Variante ausgetauscht. Die Rolex OP39 gibt es seit 2015 live und in Farbe. Sie wird seither neben blau/grün auch mit einem anthrazitfarbenen Blatt („Dark Rhodium“) mit blauen sowie in „Red Grape“ (rötlich-pflaumenfarben) mit roten Akzenten angeboten. Letztgenannte Variante gefällt mir auch ungemein gut. Seit 2018 gibt es die OP39 auch mit weißem sowie schwarzem Zifferblatt. Diese beiden Ausführungen haben ausschließlich große, sämtlich mit Lumen belegte Indizes und verzichten auf die Farbtupfer. Das mag man, je nach Geschmack, als eleganter oder langweiliger empfinden.

Zum Schluss noch eine Hommage an das Schwestermodell der OP39, die Explorer (I). Sie hat das gleiche Werk, das gleiche Gehäuse (mit flacher Lünette) und das gleiche Band, allerdings mit einer besseren Schließe dank Easylink und zusätzlicher Sicherung. Der Unterschied, der ins Auge sticht, ist das völlig anders gestaltete Zifferblatt mit drei Ziffern und dem Mercedeszeiger. Ich finde auch diese Variante der OP wunderschön und dann empfehlenswert, wenn man den sportlichen Aspekt stärker betonen möchte.

Anhang anzeigen 3178009

Aussteigen aus meiner Vorstellung möchte ich mit dem akustischen Highlight der OP, das wohl auch für andere Rolex 31xx-Werke gilt: Das Ticken! Es tickt dezent und weich, ergänzt durch einen an- und abschwellenden „Glöckchenton“. Mir hilft es manchmal beim Einschlafen, denn ich „vergesse“ zuweilen, diese schöne und bequeme Uhr vor dem Zubettgehen abzulegen 🥰 Das wird mir beim nächsten Neuzugang, auf den ich derzeit warte, eher nicht passieren: Die Grand Seiko „Soko“ verfügt über das völlig lautlose Spring Drive-Werk – Vorstellung folgt!

Anhang anzeigen 3178012

Anhang anzeigen 3178011

Technische Daten:
Durchmesser Gehäuse: 39 mm, Horn-zu-Horn: 47,3 mm, Höhe: 11,4 mm, Gewicht mit komplettem Band: 132 g
Material des Gehäuses: Edelstahl, Saphirglas
Band: Oysterband, Oysterschließe ohne Easylink
Wasserdichtigkeit: 10 bar (100 m), verschraubte Krone
Kaliber des Werkes: 3132 (Chronometer mit Automatikaufzug, Handaufzug möglich), 48 Stunden Gangreserve
Breite der Bandanstöße: 20 mm
Leuchtmasse auf den Stunden- und Minutenzeiger sowie auf 3, 6 und 9 Uhr
Gangabweichung bei mir im Tragemix: praktisch keine

Anhang anzeigen 3178015
Ich mag das blaue Blatt mit den grünen Indexpunkten sehr! Sieht sehr sommerlich und nach Urlaub aus! Tolle Uhr! Viel Spaß damit!
 

Wufferl

Dabei seit
22.10.2014
Beiträge
135
Ort
Wien
Vielen Dank für die ausführliche Vorstellung und die tollen Fotos! Habe ich mit grossem Interesse gelesen, da ich auch die OP 39 in blau habe.
Der Konzi, bei dem ich die OP gekauft habe, wollte mir kein Easylink einbauen, habe dann einen anderen gefunden, der das machte. Allerdings verwende ich das Easylink kaum, da ich die OP sowieso äußerst locker trage. Von der Schließe bin ich eigentlich völlig überzeugt, da sie einfacher zu verschließen ist, als die Schliesse mit dem Sicherheitsbügel.
Und sie hat sich in dreieinhalb Jahren noch nie unbeabsichtigt geöffnet.
Ich gehe auch gerne schwimmen mit ihr und auch da bis jetzt alles ok - habe vor kurzem einen Wasserdichtigkeitstest machen lassen.
Also ich kann deine Begeisterung an der OP sehr gut nachvollziehen und wünsche dir noch lange viel Freude an deinem tollen Zeitmesser!
 

HanseatHH

Dabei seit
10.05.2017
Beiträge
1.119
Ort
Hamburg
Danke für die Vorstellung der blauen OP! Weiterhin viel Freude mit dem Gerät :super:

mich hat die leichte Sportlichkeit und Easylink vor knapp einem Jahr zur Ex1 getrieben. Das Gehäuse ist echt das gleiche? Habe nie verglichen :face:
 

thtrnsprtr85

Dabei seit
27.03.2014
Beiträge
1.554
Ort
Bayern
Wunderschöne Uhr mit toller Blattvariante! Schlicht und doch „die Essenz einer Rolex“ ;) Glückwunsch dazu und danke fürs Zeigen :super:
 

Fünfvorzwölf

Dabei seit
11.09.2014
Beiträge
160
Ich gratuliere erstmal hauptsächlich zur Milgauss 😬👍🏻✊🏻👌🏻 Obwohl die 39 OP natürlich auch ne Tolle oyster ist! Ich selber bin die Sache damals genau andersherum angegangen. Mir war irgendwann klar das ich , egal welche Rolex ich mir kaufen würde ich immer sehnsüchtig nach der blauen Milli schielen würde. Klar das ist keine alltagsuhr und jegliche Vernunft hätte mich zur 39 oder zur Datejust treiben müssen - und hätte es auch fast. Aber die Milli ist eben nichts für vernünftige. Für mich ist Sie der Joker unter den Roletten! Aber heut geht’s ja um die schöne OP 39...... womit ich wieder bei der Milgauss wäre denn durch das unglaublich blaue Blatt haben sich für mich direkt alle andere blauen Blätter erledigt. Meine zweite ist so gut wie unterwegs und es wird der von dir schon benannte , perfekte Ausgleich zum Rolexjoker die EX 1 mit der meiner Meinung nach nicht Hillary aber Norgay auf dem Everest war. Kurzum ich denke die ohne Zweifel wunderschöne OP verblasst zu sehr neben der Milgauss und wird dich über kurz oder lang verlassen. Falls ich damit komplett daneben liege wünsche ich dir natürlich viel Spaß mit Ihr und danke für die gut geschriebene Vorstellung!
 

Locki

Dabei seit
30.05.2010
Beiträge
4.417
Ort
Bayern
Gute Entscheidung die OP doch zu behalten ist eine tolle Uhr :super: Hatte mich selbst auch entschieden die Blaue zu kaufen finde sie am schönsten und die Schließe geht auch in Ordnung. Kann leider die Easylink Funktion bei meiner Explorer gar nicht nutzen deswegen finde ich die Feineinstellung der OP sogar besser.
Tolle Bilder richtig Klasse und viel Freude weiterhin mit der OP:super:
 

uwe733

Dabei seit
30.09.2018
Beiträge
484
Tolle Uhr, Glückwunsch! Dazu eine nachvollziehbare interessante Story mit schönen Fotos, vielen Dank fürs Mitnehmen.

Viele Grüße, Uwe
 

Nuit89

Dabei seit
24.02.2015
Beiträge
2.478
Ort
Hamburg
Moin,

eine richtig tolle Uhr die OP39 und eine klasse Vorstellung noch dazu :klatsch: ...die Liebe auf den zweiten Blick sozusagen.

Ich habe seit 1,5 Jahren die 114300 in Dark Rhodium und schätze diese Uhr sehr.

Wünsche dir weiterhin viel Freude an der schönen Blauen.

Gruß
Henrik
 

jo3861

Themenstarter
Dabei seit
13.02.2020
Beiträge
656
Ort
Hunsrück
Vielen Dank für die freundlichen Antworten hier! Deswegen schreibe ich wirklich gerne Uhrenvorstellungen 😄

… Das Bild unter Wasser ist ja mutig, würden sich die meisten Teäger vermutlich nicht trauen 😅😉👍
Es waren höchstens 100 mm Pfützentiefe, also nur ein Promille der zulässigen Druckbelastung. Und Rolex testet die Uhren 15% über dem Nenndruck, die Diver sogar +25%. So war ich sicher, dass nichts passieren konnte. 😉

…Was hat sich am Ende geändert, dass es nun so gut passt? Vielleicht magst du das erläutern, würde mich interessieren.
Der Juwelier hatte mir die Uhr vor Ort korrekt angepasst, aber ich empfand sie nach ein paar Tagen doch zu eng. Mit erweiterter Feinverstellung klackerte die Schließe. Ich habe dann zunächst ein Glied herausgenommen und die Feinverstellung enger gestellt. Dann saß die Schließe aber asymetrisch (ich bin da pedantisch) und ich habe wieder zurückgebaut. Am Ende habe ich dann ein Glied der anderen Seite ausgebaut. Ich weiß nicht mehr, ob da noch ein vierter Versuch war, jedenfalls sitzt sie jetzt sehr gut. Es waren meine ersten Versuche mit Armbandjustierungen …

Das Gehäuse ist echt das gleiche? Habe nie verglichen :face:
Ja, es ist das gleiche, nur die Lünette der OP ist gewölbt, wie die bombierte der Datejust 36, die Lünette der Ex ist flach, wie bei der Datejust 41 mm.

…perfekte Ausgleich zum Rolexjoker die EX 1 … Kurzum ich denke die ohne Zweifel wunderschöne OP verblasst zu sehr neben der Milgauss und wird dich über kurz oder lang verlassen.
Ich kann nicht ausschließen, dass ich auch irgendwann mal auf diese schöne Uhr wechseln werde, aber derzeit bin ich mit der OP sehr glücklich. Die blauen Blätter und die gesamte Anmutung unterscheiden sich zwischen OP und Milgauss doch erheblich. Und bei tooligeren Uhren neige ich eher zu Chronographen, deren Funktion ich tatsächlich auch oft nutze.
Ich wünsche dir viel Freude mit der kommenden Explorer!

… Kann leider die Easylink Funktion bei meiner Explorer gar nicht nutzen deswegen finde ich die Feineinstellung der OP sogar besser.
Die Feinverstellung sollte bei des Explorer genauso mit drei Löchern zusätzlich möglich sein, wie bei der OP – oder irre ich mich? Ich habe heute über Umwege einen Easylink erhalten und soeben montiert. Das ergänzt sich prima mit der Feinverstellung und erhöht für mich den Tragekomfort. Aber das ist ganz bestimmt individuell!

Nochmals vielen Dank für die Glückwünsche an alle!

Jochen
 

DasUhrteil

Dabei seit
03.11.2015
Beiträge
630
Die OP ist eine schöne Rolex! Danke für die tolle Vorstellung. 👍

Als Rolex-Fan mag ich sie an mir nicht ganz leiden. Die Gründe des Bandes und der Schließe (Keine Schnellverstellung) sind für mich ausschlaggebend, da man sich hier schon stark von den höherpreisigen Modellen unterscheidet. Was ich bei dem Preis (für einen Dreizeiger) auch nicht nachvollziehen kann. Außerdem brauche ich immer ein Datum. 😛

Dir steht die OP aber ausgezeichnet und ich wünsche viel Freude beim Tragen!

VG DasUhrteil
 

Didier

Dabei seit
22.08.2018
Beiträge
169
Ich gratuliere erstmal hauptsächlich zur Milgauss 😬👍🏻✊🏻👌🏻 Obwohl die 39 OP natürlich auch ne Tolle oyster ist! Ich selber bin die Sache damals genau andersherum angegangen. Mir war irgendwann klar das ich , egal welche Rolex ich mir kaufen würde ich immer sehnsüchtig nach der blauen Milli schielen würde. Klar das ist keine alltagsuhr und jegliche Vernunft hätte mich zur 39 oder zur Datejust treiben müssen - und hätte es auch fast. Aber die Milli ist eben nichts für vernünftige. Für mich ist Sie der Joker unter den Roletten! Aber heut geht’s ja um die schöne OP 39...... womit ich wieder bei der Milgauss wäre denn durch das unglaublich blaue Blatt haben sich für mich direkt alle andere blauen Blätter erledigt. Meine zweite ist so gut wie unterwegs und es wird der von dir schon benannte , perfekte Ausgleich zum Rolexjoker die EX 1 mit der meiner Meinung nach nicht Hillary aber Norgay auf dem Everest war. Kurzum ich denke die ohne Zweifel wunderschöne OP verblasst zu sehr neben der Milgauss und wird dich über kurz oder lang verlassen. Falls ich damit komplett daneben liege wünsche ich dir natürlich viel Spaß mit Ihr und danke für die gut geschriebene Vorstellung!
Gerade das blasse milchige hellblau der Millgaus( hatte dieses Modell auch kurz), wirkt eher bescheiden neben anderen blauen Zifferblätter, wie z.B. die 40-er Yachtmaster mit dem blauen Zifferblatt oder auch das der Bi- Submariner.😉
 

jo3861

Themenstarter
Dabei seit
13.02.2020
Beiträge
656
Ort
Hunsrück
Gerade das blasse milchige hellblau der Millgaus( hatte dieses Modell auch kurz), wirkt eher bescheiden …
Das hängt sehr vom Licht und Betrachtungswinkel ab. In Dämmerlicht ist es so, wie du schreibst, aber bei hellem Licht eher nicht. Hier ein Bild, das ich eben im Freien bei bewölktem Himmel aufgenommen habe (ohne Farbveränderung):

op_milgauss.jpg
 

Zerospieler

Dabei seit
07.10.2014
Beiträge
1.841
Glückwunsch, eine ganz tolle Uhr, sehr nett vorgestellt. Genau diese Variante soll auch meine nächste Uhr werden.
 

Spezimatiko

Dabei seit
18.06.2017
Beiträge
679
Eine wunderbare Vorstellung inklusive Bilder hast du da zu Papier gebracht.
Viel, viel Spaß an deinen Uhren brauche ich dir gar nicht zu wünschen,
Den hast du schon so schön beschrieben.
Klasse :super:
 
Thema:

Die Auster, die mir lange verschlossen blieb (Rolex Oyster Perpetual, Ref. 114300)

Die Auster, die mir lange verschlossen blieb (Rolex Oyster Perpetual, Ref. 114300) - Ähnliche Themen

Kaufberatung Alternative zur Rolex Oyster Perpetual 41 blue: Hallo zusammen, ich möchte mir gern in ein paar Monaten eine Uhr leisten, welche ich hauptsächlich im Büro tragen werde, darf dann ruhig...
Rolex Oyster Perpetual 36 Silber - 126000: Hallo Uhren-Freunde, die heute vorgestellte Uhr ist nun auch schon einige Zeit am Handgelenk meiner Frau und vollendet nun die einzigartige...
Eine fette Auster mit großem Appetit auf Magnetismus – my all-time favourite Rolex watch (Milgauss 116400GV-002): Vor zwölf, dreizehn Jahren begegnete ich im Urlaub der Rolex Milgauss zum ersten Mal. Damals trug ich solide Quarzuhren. Markenware, recht...
[Suche] Rolex Oyster Perpetual 39 Ref 114300 weiß: Hallo in die Runde, leider war ich mit meinem Wunsch zu spät dran, nun ist die Uhr seit 09/2020 eingestellt worden. Falls sich jemand von seiner...
Ein unverhoffter Glücksfall - Rolex Oyster Perpetual 41 (124300): Durch einen sehr glücklichen Zufall kann ich Euch heute meinen aktuellen Neuzugang vorstellen. Wie es dazu kam Seit letztem Jahr beschäftigte...
Oben