Dichtungswechsel - Uhrmacher oder Hersteller ?

Diskutiere Dichtungswechsel - Uhrmacher oder Hersteller ? im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo, mich beschäftigt momentan folgendes - ich möchte einer Breitling Superocean neue Dichtungen spendieren. Der Konzi meint dazu, dass er...
Zerberus

Zerberus

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Hallo,

mich beschäftigt momentan folgendes - ich möchte einer Breitling Superocean neue Dichtungen spendieren.

Der Konzi meint dazu, dass er nur bis 300 Meter "abdrücken" kann und die Uhr daher zu Breitling muss und der Wechsel im Zuge einer Revision erfolgen kann.

Da ich eine Dichtigkeit bis 1500 Meter aber ohnehin nicht benötige, frage ich mich nun, ob ich die Dichtungen nicht beim Uhrmacher wechseln lasse und er einfach nur bis 300 Meter testet. Mir würde das reichen.

Ist das am falschen Ende gespart - auch wenn die Uhr höchstens mal zum Schnorcherln getragen wird ?
Wie würdet ihr verfahren - nicht nur auf Breitling bezogen, sondern auch allgmein ?

Schöne Grüße.
 
mike184

mike184

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Hi!

Ich bin Vintage-Fan und besitze nur eine Diver, eine M-Force Titanium von Orient, mit 200 m angegeben. Ich trage sie im Urlaub, zum Schwimmen und Schnorcheln, im Schwimmbad und in der Sauna und habe noch nie ein beschlagenes Glas o.ä. gesehen. Wenn dein Konzi deine Breitling bis 300 m testen kann, hättest du noch mal eine gute "Reserve", außerdem kann sie ja auch(wenn alles richtig gemacht ist) durchaus die ursprüngliche Wasserdichtheit erreichen - er kann es eben bloß nicht messen. Der Preisunterschied dürfte nicht unerheblich sein, von daher würde ich mich mit den neuen Dichtungen vom Konzi zufriedengeben.
 
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navihawk

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Hallo Zerberus!
Im allgemeinen würde ich sagen, wenn meine Uhr bis 1500m wasserdicht ist soll sie auch wieder so abgedichtet werden (größerer Sicherheitsfaktor beim Schnorcheln als 300m). Im speziellen würden mir 300m reichen da ich eher selten mit tieferen Gewässern oder hohen Drücken zu tun habe. Alles entscheident wäre bei mir letztlich die Preisdifferenz zwischen Uhrmacher und Breitling.
 
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mat00teo

Gast
Der Konzi meint dazu, dass er nur bis 300 Meter "abdrücken" kann und die Uhr daher zu Breitling muss und der Wechsel im Zuge einer Revision erfolgen kann.
Ganz sicher nicht am falschen Ende gespart. Eine Uhr, die diesem Druck standhält, ist "dicht" und absolut tauchfähig. Wenn der Konzi die Dichtungen ersetzt und bis 30 bar abdrückt, ist das m.E. vollkommen ausreichend.

Ich bezweifle auch, dass alle Uhren einer Serie mit 100 oder gar mehr bar Druckfestigkeit tatsächlich ab Werk diesem Druck auch ausgesetzt werden. Eine Breitling, die mal einem Pmax-Test unter realen Bedingungen ausgesetzt wurde (sie wurde bis auf eine entsprechende Tiefe herabgelassen), kam mit geborstenem Glas an die Oberfläche. Schon 30 bar sind eine immense Druckbelastung, die alle denkbaren realen Nutzungsbedingungen einschließlich Tauchen abdeckt.

Dichtungen, die 30 bar aushalten, sind schlicht und ergreifend dicht. Die höhere Druckfestigkeit bezieht sich dann eher auf konstruktive Komponenten, bspw. Glasdichte, Drückerkonstruktion etc.

Hier wird oft was von "Reserve" geschrieben und "sicherheitshalber" eine Uhr mit 200 m Wasserdichte empfohlen. Aus meiner Sicht ist das der falsche Ansatz: Viel größere Gefahren für die Dichtigkeit einer Uhr lauern nicht in Druckbelastungen, wie sie beim schwimmen oder schnorcheln entstehen können, sondern in Salz/Korrossion/Angreifen der Dichtungen durch Schweiß oder durch schnelles Abkühlen einer heißen (Sonne!) Uhr im Wasser. Auch beim Tauchen muss eine Uhr meist nur Drücke bis max 5 oder 6 bar tatsächlich abhalten!

Lass Deine Uhr lieber regelmäßig, bspw. einmal im Jahr mit 30 bar abdrücken, als einmal alle fünf Jahre bei Breitling.

Wichtiger ist die dauernde Sicherung der Wasserbeständigkeit durch regelmäßiges Prüfen und Erneuern der Dichtungen, nicht die vermeintliche "Reserve". Selbst eine eigentlich bis 100 bar wasserdichte Uhr ist bereits beim Händewaschen gefährdet, wenn eine der Dichtungen auch nur den kleinsten Mangel aufweist! Und andersherum sind 50 oder 200 m Wasserdichtheit beim schwimmen oder schnorcheln eigentlich fast egal. Wichtiger ist, dass die Uhr auch wirklich dicht ist.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
albertameise

albertameise

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Im allgemeinen würde ich sagen, wenn meine Uhr bis 1500m wasserdicht ist soll sie auch wieder so abgedichtet werden (größerer Sicherheitsfaktor beim Schnorcheln als 300m).
-in der Theorie anhand der Zahlen richtig und dennoch kompletter Unsinn. Genauso könnte ich argumentieren, eine 2000 Meter wasserdichte Uhr sei zum Schnorcheln die bessere Wahl als eine nur 1500 Meter wasserdichte.
Für das, wozu die Uhr hier genutzt wird, ist der Konzi mit seinen 300 Metern eine kostengünstige und mit deutlich weniger Aufwand verbundene Alternative.
 
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navihawk

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Hallo albertameise!
Du hast sicher recht mit deinen Ausführungen. Zum schnorcheln sollten auch 300m reichen. Wichtig hierbei ist vor allem das eigene Bedarfsprofil: Bin ich z.B bei der freiwilligen Feuerwehr und mich trifft mal ein Wasserstrahl mit höherem Druck am Handgelenk (ist vielleicht ein doofes Beispiel, aber mir viel jetzt nichts besseres ein), oder gehe ich oft schnorcheln oder nur einmal im Urlaub.
Wie ich ja schon schrieb wäre bei mir der Preisunterschied wichtig. Und hierbei habe ich keinen Schimmer in welcher Grössenordnung sich das abspielt.
Aber am besten ist wohl der Tipp von matteo: lieber öfter auf 300m testen als einmal auf 1500m.
 
Zerberus

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Vielen Dank für eure Meinungen. :-D

Dann werde ich beim nächsten Besuch beim Konzi mal nachfragen, was er denn für den Dichtungswechsel nimmt.

Schöne Grüße.
 
Thema:

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