Der Wasserdichtheitstest wirft Fragen auf

Diskutiere Der Wasserdichtheitstest wirft Fragen auf im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhrenwerkstatt; Moin :-D Ich wollte neulich kurz entschlossen bei meiner neuen Uhr (1 Jahr alt, gebraucht gekauft, 500m WD) einen Wasserdichtheitstest machen...
#1
dr.-hasenbein

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Moin :-D

Ich wollte neulich kurz entschlossen bei meiner neuen Uhr (1 Jahr alt, gebraucht gekauft, 500m WD) einen Wasserdichtheitstest machen lassen. Also ganz spontan bei einem Uhrmacher rein und diesen gefragt/gebeten. Der schaute mit der Uhrmacherlupe auf dem Zifferblatt nach der Tiefenangabe und fragte mich sogleich: „ist das Gas noch drin?“ (Gas-Escape-Valve dabei gesehen…)

Ich darauf: „Bitte ?:shock:

Er: „Ja, haben Sie das Ventil schon mal geöffnet ? Wenn das Gas raus ist, kann die Uhr ja nicht mehr den angegebenen Druck ab… Und sowieso, ich würde diese Uhr maximal auf 100m testen. Für alles was höher ist verwenden die Profitaucher immer noch ganz andere Tests…+noch lauter blablubb...“

Ich sichtlich irritiert mir die Uhr geschnappt und bin wieder raus. Draußen nochmal umgedreht und mich versichert, es steht wirklich (u.A.) das Wort „Meister“ an der Fassade. Uff…


Gestern dann einen Termin bei Rolex gemacht. WD testen, Uhr mal in allen Lagen auf der Zeitwaage ansehen und das Band Ultraschall reinigen lassen also ein kurzer Check-Up der gebraucht erworbenen Uhr, um eine Momentaufnahme über den aktuellen (technischen) Zustand zu haben. Dort wurde ich dann auch noch etwas erleuchtet. Der WD-Test per Luft Über- und Unterdruck wird üblicherweise nur bis zu 100m gemacht. Alles was darüber liegt (als Beispiel wurde die Seadweller genannt) wird in einem Testgerät mit der Uhr unter Wasser gemacht. Also eine Kapsel voll Wasser mit der Uhr drin wird mit dem entsprechenden Druck beaufschlagt. Dieser Test dauert aber laut Aussage auch vergleichsweise lange (1-2h) und das Gerät kostet ab 10.000€ aufwärts… Das wusste ich noch nicht, fand es aber interessant und wusste in dem Moment auch weshalb mein 1. Uhrmacher die Uhr nur bis 100m prüfen wollte. In Wahrheit macht sein Gerät halt einfach nicht mehr...

Warum ich das hier aber Schreibe, was passiert wenn die Uhr eben nicht dicht ist ? Dann drückt es doch die Uhr zwangsläufig voll Wasser :shock::shock::shock: ???

Und ausser einem häufigen: "Test gegen Beitrag in die Kaffeekasse" oder "mal schnell umsonst bei Karstadt..." habe ich über diesen Punkt (Test unter Wasser und was ist bei Fail) hier einfach noch nie was gelesen... :hmm:

(Meine Pelagos LHD hat übrigens alles bestens bestanden und wird jetzt mein (Exit?) Keeper :-P8-) )
 
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Zustimmungen: BSBV
#2
BSBV

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Moin,
Danke für Deinen Bericht, und Deine Gedanken dazu.

Egal bis wieviel Meter eine meiner Uhren im Vorfeld abgedrückt wurde, oder wasserdicht sein soll, ich lasse bis 100m abdrücken, denn in aller Regel reicht das vollkommen aus.

Und ja, wird mit/im Wasser abgedrückt, die Uhr nicht dicht sein sollte, dann läuft die Uhr voll.
Dann heißt es Boden auf, Werk trocknen und 'ne kleine Revi machen lassen.
Eine Wasserdichtigkeitsprüfung mit Wasser ist immer risikoreich.
 
#4
M.G.W

M.G.W

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Bei niedrigen Drücken sind's die Dichtungen, bei hohen Stahl, Glas und Konstruktion die die Uhr dicht halten. Deswegen reicht für den Kunden ein 10 bar Test
 
#8
I.v.e

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do bin i dahoam
Deine Uhr braucht die Dichtung, um beim Hände waschen oder planschen im Pool, dicht zu sein. Wenn du aber in 200m Tiefe wärst, wäre deine Uhr auch ohne eine Dichtung dicht, weil sich das Gehäuse dabei selbst abdichtet. Bei zu viel Druck wird erst das Glas die Zeiger treffen und dann bersten.
 
#9
dr.-hasenbein

dr.-hasenbein

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(...)Wenn du aber in 200m Tiefe wärst, wäre deine Uhr auch ohne eine Dichtung dicht, weil sich das Gehäuse dabei selbst abdichtet.(...)
Dazu schreibe ich jetzt mal nichts.......

Und das was du meinst trifft auf die Deckeldichtung zu. richtig. Aber mit Sicherheit nicht auf jede Tubus- Wellen- Kronendichtung. Aber darum gehts es hier auch nicht.
 
#10
K

Kuolema

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Ich finde es immer wieder interessant, dass sich Uhrenfans über eine WD von 500 Metern oder mehr Gedanken machen, obwohl ihre Uhr(en) niemals im Leben einen solchen Druck aushalten werden (müssen). Bitte jetzt kein Blafasel von Monsterdrücken, die beim Sprung vom Beckenrand ins Wasser entstehen können. Das ist, mit Verlaub, Unsinn hoch zehn.

Kleine Anekdote am Rande:

Vor zig Jahren war ich Banause mal beim Flaschentauchen. Die maximale Tauchtiefe lag bei pi mal Daumen 40 Metern. Was soll ich sagen? Die Uhr, die ich dabei trug, war nur bis 30 Meter "zertifiziert". Sie "lebt" immer noch.
 
#11
Quecksilber

Quecksilber

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Und ja, wird mit/im Wasser abgedrückt, die Uhr nicht dicht sein sollte, dann läuft die Uhr voll.
Dann heißt es Boden auf, Werk trocknen und 'ne kleine Revi machen lassen.
Eine Wasserdichtigkeitsprüfung mit Wasser ist immer risikoreich.
Das Werk wird vorher ausgeschalt. Außerdem ist dann nicht nur das Werk Nass, sondern auch Zifferblatt und Zeiger. Kein Uhrmacher testet auf gut Glück im Wasser. Es gibt auch mehrere Arten von Prüfungen im Wasser.

Unterdruck - Lecksuche / Es dringt bei kleinen Lecks kein Wasser ein.

Überdruck - Dichtheitstest mit Anschließenden Kondensationstest / Das Werk muss vorher ausgeschalt werden

Überdruck - Lecksuche / Es dringt bei kleinen Lecks kein Wasser ein -- Der Druck wird vorher aufgebaut --> Gehäuse eingetaucht --> Druck wird abgelassen

Wenn du mit der Uhr nicht Professionell tauchen gehst mit Flasche, dann langt ein Vakuum und Überdrucktest ohne Wasser.

Außerdem gibt es noch ein Kondenswasser Prüfgerät (hat nichts mit dem Kondenswassertest zu tun), das misst wie viel Mikrogramm Luft in das Uhrengehäuse eindringt. Dieses Gerät ist nochmal um einiges Aussagekräftiger als der Normale Vacu-Überdrucktest, der die Gehäuseverformung misst. Es werden hierbei auch Mikrolecks entlarft.
 
#12
clocktime

clocktime

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Bis 100m wird mit Luft getestet, erst darüber wird die Uhr real ins Wasser getaucht. Hält sie letzteren Fall nicht aus, wird es teuer...
 
#13
dr.-hasenbein

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Ich wollte und will nicht Tauchen gehen. Ich wollte nur verifizieren ob eine gebraucht gekaufte Uhr heile ist. Dazu gehört für mich auch, ob Sie die zugesicherten Eigenschaften des Herstellers erfüllt. Thats all. Und das tut Sie. fertig. Ob und wie ich das ausnutze ist nicht Bestandteil meiner Frage gewesen.

Bitte die unsinnigen Belehrungen "a´la keiner geht so tief tauchen etz.p.p." sein lassen, Danke. Ich denke ich habe klar genug geschrieben worauf sich meine Frage bzw der Thread hier bezieht.

@Quecksilber
Danke ! Aber... Gehen wir mal von einer Rolex SD aus... Wenn das Werk ausgeschalt ist, dass Gehäuse dann den Test besteht. Dann wird das Werk wieder eingebaut, die Uhr erneut verschlossen und man geht dann einfach wieder davon aus, dass die Uhr dann auch noch/wieder dicht ist !? Irgendwie merkwürdig.
 
#16
Paulchen

Paulchen

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#17
Quecksilber

Quecksilber

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Ich wollte und will nicht Tauchen gehen. Ich wollte nur verifizieren ob eine gebraucht gekaufte Uhr heile ist. Dazu gehört für mich auch, ob Sie die zugesicherten Eigenschaften des Herstellers erfüllt. Thats all. Und das tut Sie. fertig. Ob und wie ich das ausnutze ist nicht Bestandteil meiner Frage gewesen.

Bitte die unsinnigen Belehrungen "a´la keiner geht so tief tauchen etz.p.p." sein lassen, Danke. Ich denke ich habe klar genug geschrieben worauf sich meine Frage bzw der Thread hier bezieht.

@Quecksilber
Danke ! Aber... Gehen wir mal von einer Rolex SD aus... Wenn das Werk ausgeschalt ist, dass Gehäuse dann den Test besteht. Dann wird das Werk wieder eingebaut, die Uhr erneut verschlossen und man geht dann einfach wieder davon aus, dass die Uhr dann auch noch/wieder dicht ist !? Irgendwie merkwürdig.
Nicht merkwürdig. Die Uhr verliert ja nicht Ihre Dichtheit, wenn der Deckel nochmal geöffnet wird. Wieso auch? Wenn die Dichtung, Deckel und das Gehäuse in Ordnung und SAUBER sind, dann auch nach dem erneuten öffnen und verschließen.

Ob das Rolex jetzt auch genau so macht, kann ich dir leider nicht verraten. Wäre aber meine Vorgehensweise, die meines Erachtens korrekt ist.
 
#18
Querdenker

Querdenker

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RHP
.......ein Problem bei gebrauchten Uhren und WD Test ist auch das ein Kratzer im Glas als perfekte Sollbruchstelle dienen kann.
Das möchte dann weder Kunde noch Uhrmacher gerne haben.

Kenn in meinen Umfeld jetzt keinen Uhrmacher der mehr wie 10 Bar abdrückt ( abdrücken kann ).

Gruß
Martin
 
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