Der Strela Thread oder "alles zum Kaliber 3017"

Diskutiere Der Strela Thread oder "alles zum Kaliber 3017" im Vintage-Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo Freunde der russischen Zeitmesser, nachdem sich bei mir in den letzten zwei, drei Jahren einige sowjetische Chronographen mit dem Kaliber...
Königswelle

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Hallo Freunde der russischen Zeitmesser,

nachdem sich bei mir in den letzten zwei, drei Jahren einige sowjetische Chronographen mit dem Kaliber 3017 angesammelt haben, möchte ich mal die Gelegenheit nutzen, euch einige verschiedene Varianten vorzustellen. Wenn man auf die Details achtet, merkt man ziemlich schnell, dass es da doch ein paar davon gibt.

Da mein Beitrag wohl etwas länger werden wird, hoffe ich, dass ich eine passende Mischung aus sex and crime (laut Otto Waalkes: Unterhaltung und Belehrung :D ) hinkriege, so dass nicht gleich alle schon nach dem ersten Lesen wieder abbrechen. Für die Unterhaltung müssen ein paar - leider nicht sehr kunstvolle - Bilder dienen, jetzt kommt erst einmal trockener Text.

Die Strelas wurden hier im Forum ja schon das eine oder andere mal angesprochen, so dass ich mir überlegt habe, ob es nicht sinnvoll wäre, sich einfach an einen vorhandenen Thread anzuhängen, aber dann habe ich „beschlossen“, dass diese faszinierenden Uhren noch einen zusätzlichen Thread vertragen können, in dem man nach und nach alles Wissenswerte zusammentragen kann. Ich möchte auch nicht nur verschiedene Varianten vorstellen, sondern auch zeigen, worauf man achten muss, wenn man so ein Teil so original wie möglich erwerben möchte.

Aber nun erst einmal ein bisschen was Historisches:

Das russische Kaliber 3017, das vor Einführung des Kalibernummersystems noch „Strela“, zu Deutsch: „Pfeil“ genannt wurde (auch die älteren Uhren wurden so beschriftet), ist, wenn mich meine Recherchen im Internet nicht in die Irre geführt haben, das einzige Schaltradchronographenkaliber, das die Sowjets jemals gebaut haben. Es basiert auf dem schweizerischen Kaliber Venus 150/152 (vereinzelt kann man auch Venus 170 oder 175 lesen, was aber eher unzutreffend sein dürfte), dessen Produktionsanlagen die Sowjets gekauft hatten. Zwischen 1959 und 1979 sollen ca. 100000 Uhren dieses Kalibers produziert worden sein, bis es dann vom Kaliber 3133 abgelöst wurde.

Das Wichtigste wurde von Poljotnik und Sturmanski hier schon gesagt, so dass ich mich nicht mehr groß auslassen muss. Außerdem gibt es da ein schönes Bild mit den Zifferblattvarianten in ihrer Grundform und zu den Seriennummern:
https://uhrforum.de/strela-sekunda-bewertung-naive-fragen-t37965

Historisch interessant sind die Chronographen mit dem Kaliber 3017 natürlich auch ganz besonders deswegen, weil eine solche Uhr die erste war, die sich im Weltall außerhalb einer Raumkapsel aufhalten durfte. Ja nicht nur Omega und Bulova waren da oben…

Am 18. März 1965 war Alexei Leonov der erste Mensch, der sich im freien Weltraum befand und er trug einen solchen Chrono. Welches Modell er genau am Handgelenk hatte, ist nicht bekannt, aber im Zweifelsfall war es immer genau dasjenige, das in der Bucht gerade – garniert mit jeder Menge Bildern aus der Raumfahrt – angeboten wird. :D. Einige vermuten, dass es ein weißes Modell mit Leuchtzeigern war, aber so genau scheint es niemand zu wissen.

Aber nun fangen wir endlich mal an. Die Chronographen mit dem Kaliber 3017 aus dem Hause der ersten Moskauer Uhrenfabrik wurden unter den Namen Strela, Poljot und Sekonda (als Taschenuhren und größere Fliegeruhren auch als Molnia) vertrieben und unterscheiden sich schon diesbezüglich in der Beschriftung voneinander. Außerdem gibt es Unterschiede dahingehend, ob sie eine Tachymeter- und Telemeterskala enthalten oder nicht. Dann gibt es noch Zifferblattvarianten mit Leichtpunkten und dazu passenden Leuchtzeigern, die sich von den Zeigern der übrigen Modelle unterscheiden.

Modelle ohne Skalen:
Ich beginne mit einer Variante, die wahrscheinlich die älteste und auch eine der selteneren sein dürfte. Es ist das einzige Zifferblatt, welches (arabische) Ziffern aufweist. Alle anderen Zifferblätter haben – mit Ausnahme der 6 und der 12 – „nur“ Indexe. Die Beschriftung in kyrillisch lautet „Strela“. Die Uhr hat die originalen goldfarbenen Zeiger der Versionen ohne Leuchtmittel mit dem gebläuten Stoppsekundenzeiger. Auch wurde bei diesem Modell auf eine Tachymeter- und Telemeterskala verzichtet.
P1030010.JPG

Dieses Modell habe ich sogar doppelt, leider ist die Zweite nicht mehr in einem ganz so schönen Zustand wie die Nr. 1:

P1030009.JPG

Ich bleibe bei den Strelas ohne Skalen und zeige die nächsten beiden Varianten. Auch diese gehören zu den älteren Modellen und sind als Strela bezeichnet. Sie unterscheiden sich durch die Bezeichnung für die Qualitätsstufe. Wären die eine die normale Ausführung ist, ist die andere eine qualitativ höherwertige Version, was man an dem KL1 (ich weiß nicht, ob ich das richtig entziffert habe…), also „erste Klasse“ erkennen kann.

Also hier mal die Klasse 1

P1030011.JPG

Und dann noch die normale Version, die dafür aber im besseren Zustand ist:

P1030012.JPG

Die Chronos ohne zusätzliche Skalen gibt es auch unter den Namen „Poljot“ und „Sekonda“ (letzteres dürften die Exportmodelle vor allem nach UK gewesen sein).

Poljot:

P1030013.JPG

Und Sekonda:

P1030014.JPG

Leuchtmittel:

Zur Abwechslung stelle ich als nächste die Versionen mit Leuchtmittel vor. Hier sieht man schon, dass Zifferblätter und Zeiger völlig anders gestaltet sind. Die Zeiger sind hier nicht goldfarben, sondern aus Stahl und paddelförmig, damit sie mit Leuchtmasse belegt werden können. Die Zeigerenden sollten rot eingefärbt sein, haben aber nach all den Jahrzehnten oft ihre Farbe eingebüßt. Dafür ist bei meiner schwarzen Poljot der Zeiger auf dem rechten Toti rot – nicht Original, aber mich stört das nicht besonders, mir gefällts). Für gewöhnlich findet man diese Versionen mit schwarzem oder weißem Zifferblatt und der Beschriftung „Poljot“ oder „Sekonda“, so dass sich vier verschiedene Varianten ergeben.

Ehrlicherweise muss ich sagen, dass einige Sammler da noch nach „high brand“ und „low brand“ unterscheiden, je nachdem wie nahe das Poljot oder Sekonda an der Telemeterskala pappt. Somit würden sich dann acht Versionen ergeben. Ich persönlich bin der Ansicht, dass es sich nicht um bewusste Designänderungen handeln dürfte, sondern eher um „schlampige“ Einstellungen beim Druck. Meine Chronos müssten alle als „low brand“ eingeordnet werden. Ein anderer der mittlerweile El Locos Sammlung verschönert hat den Schriftzug etwas weiter oben, aber nicht so weit, wie die „high brands“, die man im Internet sieht. Man könnte es also noch auf „medium brand“ ausdehnen und der Sammelwut noch exzessiver fröhnen. :D Nun gut, mir reichen die vier, die ich habe…

Ich beginne mit Poljot in weiß:

P1030015.JPG

leite elegant über zur weißen Sekonda ;-) (diese Zifferblätte vergilben oft mit den Jahren etwas, meine sind aber noch in relativ guter Verfassung):

P1030016.JPG

Und das ganze nochmals in schwarz:

Poljot mit dem nicht originalen kleinen roten Zeiger:

P1030017.JPG

Und die Sekonda:

P1030018.JPG

Puh, auch diese vier wären geschafft: :D

Tachymeter- und Telemeterskala:

Kommen wir also zur dritten Gruppe: 3017 mit Tachymeter- und Telemeterskala aber ohne Leuchtmittel. Diese gibt es wieder als „Strela“, „Poljot“ oder „Sekonda“ und auch da wieder mit kleinen Unterschieden.
Von den lateinisch bedruckten Marken „Poljot“ und „Sekonda“ existieren jeweils zwei unterschiedliche Versionen. Beide gibt es mit einem „Poljot“ oder „Sekonda“ mit einem Serifen-Schrifttyp und einem Sans-Serif-Schrifttyp. Wenn man beide Varianten nebeneinander legt, fallen die Unterschiede auf.

Poljot mit Sans-Serif-Schrifttyp:

P1030022.JPG

Und noch mit Serifen-TyP:

P1030023.JPG

Noch eine Sekonda:

P1030030.JPG

Aber auch die kyrillisch beschrifteten Strela-Zifferblätter können kleinere Unterschiede aufweisen. Einerseits können sich die Zifferblätter durch den vorhandenen oder fehlenden Aufdruck der Qualitätsbezeichnung „KL1“ unterscheiden. Andererseits gibt es Abweichungen bei der roten Tachymeterskala. Das kyrillische Wort „Baza“ (bei Poljot und Sekonda: engl. Base) steht im Allgemeinen links von der 12 (bei Poljot und Sekonda scheint das immer so zu sein). Es gibt aber auch (ältere?) Varianten, bei denen es rechts von der 12 steht.

Eine Strela Klasse 1 Baza vor der 12:

P1030020.JPG

Und einmal die normale in der Version "Baza nach der 12":

P1030019.JPG

Und zum Vergleich mal beide nebeneinander:

P1030028.JPG

Damit wäre der erste Teil beendet...
 
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Königswelle

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So, nach einer kurzen Pause geht es nun weiter:

Molnia Taschen- und Fliegeruhren:

Das Kaliber 3017 wurde nicht nur in das „normale“ Handaufzugsgehäuse verbaut, sondern auch in Taschenuhren und ein großes Fliegeruhrengehäuse wobei in letzterem das Zifferblatt um 90 Grad verdreht ist. Bisweilen kann man im Internet lesen dass die Taschenuhren auf U-Booten in Gebrauch waren und dass sich Piloten die großen Fliegeruhren um den Oberschenkel geschnallt haben. Ich kann beides weder verifizieren noch widerlegen, aber ich denke, dass die Fliegeruhr am Unterarm über der Fliegermontur mehr Sinn ergeben würde. Wie dem auch sei: So sehen die Teile aus (bei den Taschenuhren gibt es auch noch unterschiedliche Varianten, aber ich kann ja nicht alles haben…).

Molnia Taschenchronograf:

P1020329.JPG

P1020330.JPG

Molnia Fliegeruhr (Armbanduhr?):

P1030032.JPG

Sonstiges Wissenswertes:

Das normale Gehäuse für die 3017 Chronos ist dreiteilig, verchromt und hat einen Durchmesser von 36 mm ohne Krone. Der Boden aus Edelstahl und das Plexiglas mit Lünette sind nur gedrückt und können mit jedem Gehäuseöffner für Druckböden leicht abgenommen werden.

P1030024.JPG

Man kann im Netz Aussagen finden, nach denen die Gehäuse der früheren Modelle hochwertiger sein sollen, als die der späteren. Ob das stimmt, weiß ich nicht, ich kann aber sagen, dass man bei den früheren Modellen oft abgerundete Bandanstöße findet, während sie bei den späteren Modellen i. R. kantiger sind:

Rund:

P1030026.JPG

Kantig:

P1030027.JPG

Da das Gehäuse keine Dichtungen verbaut hat, sind diese Uhren nur bedingt alltagstauglich. Es fehlt einfach an jeglicher Wasserdichtigkeit und wohl auch an nennenswerter Staubdichtigkeit. Beim Kauf sollte man ggf. einige Folgekosten einplanen.

Das Werk ist entweder kyrillisch mit 19 Kamhen oder 19 Jewels auf der Brücke beschriftet. Wann welche Beschriftung vorliegt, scheint einigermaßen zufällig zu sein… Nach meiner Erfahrung sind Strelas nahezu immer kyrillisch beschriftet, Sekondas eigentlich immer englisch und bei Poljot kann man beides finden.

Kyrillisch:

P1030029.JPG

und englisch:

P1030031.JPG

Wer auf größtmögliche Originalität Wert legt, sollte auch nicht die nächstbeste Strela kaufen. Hier gibt es einiges zu beachten:

Ob das Zifferblatt zum Werk passt, kann man aus der Tabelle von Sturmanski, aus dem Thread, den ich eingangs verlinkt habe, entnehmen. Dann gilt es vor allem auf folgende Dinge zu achten:

Zeiger:

Im Laufe der Jahrzehnte wurde wie bei russischen Uhren unter den Bedingungen der kommunistischen Mangelwirtschaft halt üblich, oft improvisiert und verlorene oder beschädigte Zeiger durch nicht originale ersetzt. Vor allem betrifft dies den Stoppsekundenzeiger der Modelle ohne Leuchtmittel. Dieser ist original aus gebläutem Stahl, das Aussehen kann man den Bildern entnehmen. Bisweilen werden Uhren mit Zeigern angeboten, bei denen die hintere Hälfte etwas kürzer ist und das „blattförmige“ Ende etwas kleiner als beim Original. Möglicherweise handelt es sich hier um den Zeiger der aktuellen Strelas mit dem Kaliber 3133. Hier muss man aufpassen, weil die Unterschiede nur minimal sind und beim flüchtigen hinsehen kaum auffallen (ich habe selbst schon zweimal eine Uhr mit dieser Zeigervariante erwischt). Evtl. ist diese Variante sogar auch original, ich kann das nicht nachprüfen. Wenn man eine Uhr mit nicht originalen Zeigern hat, muss man meist damit leben. Ersatz ist nahezu unmöglich aufzutreiben. Es gibt zwar in der Bucht einen Anbieter aus der Ukraine?, der Zeiger für Strelas verkauft, aber die sind m. E. das verlangte Geld nur dann wert, wenn man unbedingt welche braucht. Der Stoppsekundenzeiger ist nicht aus gebläuten Stahl, sondern wohl aus angemaltem Messing und die anderen Zeiger sehen aus, als wären sie aus einer Konservendose gestanzt… Also entweder original kaufen oder damit leben (außer man bekommt mal ein Schlachtwerk mit echten Zeigern).

Diese Strela hat den "kurzen Stoppsekundenzeiger", der evtl. aus den neuen Strelas mit dem 3133 stammen könnte (man beachte das "rückwärtige Ende"):

P1030034.JPG

Diese Poljot hat wohl die nachproduzierten Zeiger. Dass der Stoppsekundenzeiger schwarz ist, kann man auf den Bildern im Internet kaum erkennen. Die "klobigen", gerade abgeschnittenen Stunden- und Minutenzeiger könnte man evtl. erkennen, wenn die Bildqualität ausreichend ist. Leider ist sie das nicht immer...

P1030033.JPG

Krone:

Die Krone ist wohl das am meisten abgenutzte und somit auch das am meisten ersetzte Teil bei den alten Strelas. Die wenigsten haben noch originale, ansehnliche Kronen. Die Originalkrone hat einen Durchmesser von 6 mm und außen eine umlaufende Kerbe. Im Gegensatz zu den Zeigern hat man hier aber mit etwas Glück die Chance, noch passende Kronen zu bekommen. Die Kronen für das 3017 wurden auch bei einigen alten Pobedas verbaut. Mit Geduld und dem nötigen Quäntchen Glück findet man eine solche für kleines Geld in der Bucht (leider sind die oft nicht so fotografiert, wie es der Kronenjäger gerne hätte…).

So sollte sie aussehen:

P1030025.JPG

Zifferblatt:

Da die Zifferblätter nach einigen Jahren oft nicht mehr so fantastisch aussehen, werden sie von einigen findigen Verkäufern gerne mal durch moderne Aftermarket Dials (oder auch chinese fake dials) ersetzt. Das ist dann kein Problem, wenn vom Verkäufer darauf hingewiesen wird, aber leider wird das oft „vergessen“ und der Käufer freut sich über ein hervorragend erhaltenes Original, bis er es in einem Uhrforum vorstellt.

Was die Sache aber etwas leichter macht, ist, dass nach meinen bisherigen Beobachtungen nur eine einzige Zifferblattvariante neu aufgelegt wurde, nämlich diese:

Zifferblatt ohne Leuchtpunkte weiß oder schwarz
Zifferblatt Strela kyrillisch mit KL1 und Tachymeter- und Telemeterskala.
Das Wort „Baza“ ist links von der 12

Hier das Original:

P1030020 - Kopie.JPG

Bei dieser Version muss man also genau aufpassen, besonders wenn es neuwertig aussieht. Im Gegensatz zum Original sind die Indexe beim nachgemachten Zifferblatt breiter. Man muss also etwas googeln und dann genau vergleichen. Einfacher hat man es, wenn dieses Zifferblatt schwarz ist. Das hat es im Original nie so gegeben (wenn man dem Internet Glauben schenken darf).

Hier habe ich mal ein Beispiel für ein reproduziertes Zifferblatt aus der Bucht gesaugt:

Die breiteren Indexe habe ich zur Verdeutlichung kenntlich gemacht.

Zifferblatt.jpg

Wer bis hier durchgehalten hat, hat wahrlich eine Pause verdient!

Danke fürs lesen!
 
Badener

Badener

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Hallo Bernd,

vielen Dank für deine Mühe, die tollen Bilder und natürlich auch die vielen Hintergrundinformationen. Für mich auf jeden Fall eine spannende und informative Lektüre!

Gruß
Badener
 
K

KP-99

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Hallo Bernd,

ich danke dir für die tolle Recherche und die wirklich einzigartige Bebilderung. :klatsch::super:

Du weißt, dass ich selber vor einiger Zeit nach genau solchen Informationen gesucht habe und sie mir mühsam zusammentragen mußte.

Desweiteren danke ich dir auch für die Informationen zur Strela, die du mir vor dem Kauf eines solchen Modells hast zukommen lassen.

Zu deinen ganzen Ausführungen gibt es nicht mehr viel hinzuzufügen, es ist eine sehr interessante Lektüre geworden.

Als Schnellübersicht zu den Variationen und Werknummern kann ich das wichtigste Bild aus deinem oben verlinkten Thread nochmals einblenden:


3017lowres2.jpg


Eventuell kann ich noch etwas zur Geschichte dieser Uhr in der Raumfahrt und im speziellen als erste Uhr im All bei einem Weltraumspaziergang beisteuern.

Die Geschichte ist auf jener Seite ganz gut wiedergegeben:

russian space watches


Ich habe diese Seite gefunden, weil ich nach exakt meiner Version der Strela (weiß/Leuchtmittel/Poljot oder Sekonda) gesucht habe und herausgefunden, dass meine Variante die Version ist, die der Kosmonaut Komarov um hatte, der leider traurige Berühmtheit dadurch erlangte, dass er der erste Mensch war, der während eines Weltraumfluges verstarb (Quelle Russian times/Netgrafik.ch):

komarov.jpg

Die Uhren mit diesem Kaliber halte ich für recht interessante Stücke, wurden sie, wie erwähnt, eben nur an Mitglieder der russischen Luftwaffe ausgegeben.

Vielen Dank für deine super Ausführungen, die sicherlich eine Menge Arbeit gekostet haben und schönen Gruß von meiner (fast) originalen Sekonda Strela (die Originalkrone ist auf dem Weg) mit bestens funktionierenden Schaltradchrono:

CIMG0099.jpg

Gruß
Klaus-Peter
 
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herrschneider

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Ich! liebe! dieses! Forum!

(Tausend Dank für diesen hochinteressanten Beitrag.)
 
T

Tomcat1960

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Sehr interessanter Beitrag - danke dafür!

Viele Grüße
Tomcat
 
SINNlich

SINNlich

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Sauber! Vielen Dank für diesen ausführlichen Beitrag - das macht den Reiz des Forums aus :super:

Munter!

Axel
 
Königswelle

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@ all:

Danke, ich freue mich, wenn euch mein Betrag gefallen hat.

Eigentlich wollte ich ihn ja schon länger schreiben, aber es waren halt doch immer noch so viele Varianten, die ich noch nicht hatte, dass ich es immer wieder verschoben habe. Es gibt natürlich immer noch welche, die ich nicht habe und wahrscheinlich auch nie bekommen werde, aber irgendwann muss man auch mal Nägel mit Köpfen machen ;-).

Wie ihr ja vielleicht gesehen habt, habe ich mich ein wenig in diese Uhren verliebt, so dass ich nicht ausschließen möchte, dass mal wieder eine den Weg zu mir findet, aber ob es wirklich sein muss? Wichtiger wäre es eigentlich, die vorhandenen mal alle überholen zu lassen, aber welcher Uhrmacher hat schon die Zeit, mal ein paar Wochen lang nur für mich zu arbeiten? :D
 
zapferl

zapferl

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Sehr schöner und informativer Beitrag. Allerdings gibt es noch andere Zeigervarianten. Mein 3017er hat einen zentralen Sekundenzeiger mit rotem Punkt im ersten Viertel und rote Toti-Zeiger. Die selbe Variante habe ich schon mehrfach gesehen, u.a. im von Dir verlinkten Anfangsbeitrag (siehe Bild 3 und 4), deshalb gehe ich davon aus, dass es auch original ist.

Gruß
Danny

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EDIT
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Sorry, hab gerade realisiert, dass Du Dich in deinem Verifizierungsteil nur auf Modelle ohne Leuchtmasse beziehst, das trifft ja dann auf meinen nicht zu...
 

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Königswelle

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Sorry, hab gerade realisiert, dass Du Dich in deinem Verifizierungsteil nur auf Modelle ohne Leuchtmasse beziehst, das trifft ja dann auf meinen nicht zu...
Ja dein Sekundenzeiger sieht gut aus! Ob die kleinen Zeiger in den Totis mit der roten Farbe Original sind, weiß ich nicht. Jedenfalls passen sie stilistisch sehr gut. Meine weiße Poljot hat sie auch, die weiße Sekonda nicht...

Das Problem ist, dass ich all meine Informationen aus dem Internet beziehen muss und keinen Zugang zu Originalquellen habe. Da muss manche Frage offen bleiben.

Übrigens sieht man auf dem von dir eingestellten Bild mit den verschiedenen Varianten, dass die Modelle 2 und 4 diesen "ominösen" kurzen Stoppsekundenzeiger haben. Dieses Bild kannte ich auch schon und es ist mit der Grund, weshalb ich diese Zeiger nicht a priori als "falsch" bezeichnen möchte. Andererseits sehen sie aber schon nach denen der neuen Strelas mit dem 3133 aus (ich kaufe mir jetzt aber keine, nur um das zu vergleichen :D).

Kurz und gut. Es bleibt spannend, aber wenn jeder seine Erkenntnisse beiträgt, kommen wir vielleicht der "Wahrheit" mal nahe. Ich finde diese Teile jedenfall faszinierend, auch wenn sie manchmal etwas zickig zu sein scheinen und die Einstellung wohl nicht immer einfach ist. (Ich habe z. B. zwei Modelle, bei denen der Minutenzeiger im kleinen Toti nicht "anspringt". Ich weiß aber, dass das bei beiden noch funktioniert hat, als ich sie bekommen habe bzw. eine davon sogar nach einer Revision vom Uhrmacher ageholt habe. Aber das ist wieder ein anderes Thema.)
 
G

gerdson

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Toller Beitrag, Bernd, vielen Dank!
Zur produzierten Anzahl Werke: Meine Strela ist als "Poljot 19 Jewels, Made in USSR" gelabelt, mit schwarzem Blatt und Leuchtmasse. Die Seriennummer des Werkes ist: 00042. Da es sich mit Sicherheit um ein spätes Modell handelt, kommt das mit den etwa 100.000 produzierten Werken sicherlich hin, allerdings hat man offenbar einfach bei Null wieder angefangen.
 
El Loco

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Kein Wunder, dass für die anderen nix mehr übrig bleibt! :-(

Tolle Beiträge :super: Danke!
 
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Ich habe zwar leider (noch) keine Strela, aber es freut mich sehr, dass dieser Uhr hier ein Faden gewidmet wird.

Weiter so:super:
 
Bienenreiter

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Vielen Dank für den interessanten und ausführlichen Bericht!
 
Doerthe

Doerthe

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Hallo Bernd,
vielen Dank für den so ausfühlichen, interessanten und informatieven Beitrag!
 
Königswelle

Königswelle

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So, nachdem ich aus meinem Kurzurlaub wieder da bin, habe ich wieder mal fünf Minuten Zeit.

Kein Wunder, dass für die anderen nix mehr übrig bleibt! :-(

Tolle Beiträge :super: Danke!
Naja, du hast doch inzwischen auch eine, also mecker nicht rum... :D

Ich habe zwar leider (noch) keine Strela, aber es freut mich sehr, dass dieser Uhr hier ein Faden gewidmet wird.

Weiter so:super:
Das kann noch kommen. Ich empfehle aber, sich die Anschaffung der ersten Strela gut zu überlegen. Entweder man wählt das Modell, das einem am besten gefällt und belässt es dabei (die vernünftige Variante) oder man glaubt, alle irgendwann haben zu müssen (die Variante, die man beim besten Willen daheim nicht mehr mit Vernunft begründen kann, das Damoklesschwert der Entmündigung schwebt direkt über dem Kopf). Wenn man für die zweite Variante anfällig sein könnte, lässt man besser gleich die Finger davon. ;-)

Vielen Dank für den interessanten und ausführlichen Bericht!
Hallo Bernd,
vielen Dank für den so ausfühlichen, interessanten und informatieven Beitrag!
Danke auch euch beiden. Besonders ein Lob von der Königin der Vintages geht natürlich runter wie Öl. :-)
 
noosa

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Hallo Bernd,

vielen Dank für deine ausführliche 3017-Enzyklopädie. Genau diese Chronos hatte ich vor einiger Zeit auch auf dem Radar, habe es dann aber aufgrund der Vielzahl verbastelter Angebote sein lassen.

Viele Grüße

Lutz
 
Königswelle

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Eigentlich wollte ich ja mit dem Strela-Wahn aufhören, aber dann ist mir doch glatt diese Sekonda dazwischengekommen. Ein ähnliches Modell habe ich weiter ober schon gezeigt, aber diese unterscheidet sich von der vorherigen durch die verwendete Schriftart. Hier wurde ein Serifen-Typ gedruckt, ein besonderes "Schmankerl" ist bei dem Aufdruck das Große A im Wort Sekonda.

Schon seit Monaten habe ich gesabbert, wenn ich diese Uhr im Netz gesehen habe. Und nun hat der frühere Eigentümer einen großen Teil seiner Sammlung aufgelöst und in die Bucht geworfen. Da konnte ich mich natürlich nicht zurückhalten. :D
 

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falko

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Interessanter Exkurs in die Welt früher russischer Chronographen. Ich kann leider nichts dazu beitragen, aber mich für den Beitrag bedanken.
 
Nickchen

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Spannendes Thema, und sehr überzeugend dargelegt. **abonniert den Thread**
 
Thema:

Der Strela Thread oder "alles zum Kaliber 3017"

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