Der besondere Chrono FR3a

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fantomaz

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+++ virtuell +++ Achtung, viele Bilder!


Hallo in die Runde der Uhrenkenner und Bewahrer des Schönen!



Heute möchte ich Euch eine Uhr vorstellen, die mehr als eine schwere Geburt war.
Einige von Euch wissen, dass ich schon einige Uhren gestaltet und anschliessend
auch realisiert, bzw. gebaut habe oder bauen lassen habe.
Ein paar Bilder zum Start:

Für einen Designwettbewerb von STOWA:

STOWA-ArtDeko.jpg


STOWA-Dresser.jpg
STOWA-Extra.jpg


STOWA-Pair_w.jpg
STOWA-Impair_w.jpg



Ein Radiomirgehäuse mit einem IWC-Taschenuhrwerk-Nachbau:
DSC06725.JPG


H2O Navale Forumsuhr:
DSC06756.JPG


Chrono FR3b:
Chrono_1.jpg


Geburtstagsuhr zum Fünfzigsten mit dem 7751:
Chrono_50th.jpg




Nun ist es aber so, dass eine Uhr noch fehlt, eine ganz besondere. Es ist ein Chrono, der mir sehr
viel Kopfzerbrechen bereitet hat. Kopfzerbrechen deshalb, da seine Realisierung sich über einen
sehr langen Zeitraum hinzog und die Rahmenbedingungen des allgemeinen gesellschaftlichen
Lebens nicht gerade, öhm, freundlich waren (oder auch immer noch sind).

Es gibt und gab viele schöne Chronos, aber diesen gab es noch nie. Ein Schweizer Herz treibt
seine Zahnräder, Zeiger und Mechanik an, mit einem Selitta SW500. Die meisten dürften wissen, dass
Sellita eine Firma war und ist, die für die ETA, respektive die Swatch Group, viele Jahre deren
Werke in Lohnarbeit zusammengebaut hat. Irgendwann, wie das immer so ist, machten sich findige
Mitarbeiter auf den Weg und überlegten, ob man nicht auch eigene Werke herstellen kann.

Ein glücklicher Umstand kam ihnen zu Hilfe. Der allgemeine Patent-, Design- und Musterschutz
war für viele Werke der ETA/SwatchGroup ausgelaufen und man konnte diese Werke, soweit
man denn die Werkzeuge dafür hatte (neben Knowhow, Vertrieb, etc-pp), nachbauen.

So ging es los mit dem als allgemein Traktor benannten ETA 7750. Ein Chronowerk, welches
schon in unzähligen Uhren seinen Dienst klaglos verrichtete.
Die Schweizer wären nicht die Schweizer, wenn sie nicht ständig und dauernd an Uhren und
deren Konstruktionen herumschrauben würden. So entwickelten sie bei Sellita aus diesem
Urtraktorenchrono inzwischen eine ganze Familie von Werken für die verschiedensten Anwendungs-
zwecke. Eindrücker, Zweidrücker, Handaufzug, Automatik, Tagesanzeige, Datumsanzeige, BiCompax,
TriCompax, usw-usf. Auf 12 Seiten werden die Werke im Sellita Katalog beschrieben.

Ich schweife ab, zurück zur Uhr.

Es gibt eine Variante des gemeinen Chrono, die als Bullhead in die Uhrengeschichte eingegangen ist.
Bullhead deshalb, weil seine Krone auf 12 Uhr sitzt und die beiden Drücker rechts und links eben wie
die Hörner eines ordentlichen Bullen aussehen.

Texas_longhorn.jpg

Larry D. Moore CC BY-SA 3.0 Link

Wer diesen Begriff geprägt hat, entzieht sich meiner Kenntnis und tut auch nix zur Sache, jedenfalls
haben mich Uhren mit dieser Gestaltung schon immer fasziniert. So lag es nahe, irgendwann auch
mal meinen eigenen Bullhead in den Händen zu halten. Also eigenen im Sinne von selbst gestaltet.

Nun ist es so, dass bei Bullheads ein entscheidender Nachteil gegenüber Chronos herkömmlicher Art
nicht von der Hand zu weisen ist. Die Bauhöhe…
Das liegt daran, dass im Bereich von 12 Uhr nicht nur die Bandanstösse untergebracht werden müssen,
nein, dort sollen auch die gut zu bedienenden Krone und Drücker liegen.

„Einfach kann jeder“ heißt es ja so schön, also galt es eine Konstruktion zu finden, die beides gut umsetzt
und trotzdem nicht zu einem Klumpen Stahl am Handgelenk mutiert.

Manche meiner Chronos haben eine Bauhöhe von fast 18mm und sind absolute Vitrinenqueens, sehr
zu meinem Unmut, kommen sie doch so gut wie nie an den Arm…

Ein turnusmässiger Batteriewechsel brachte mich dann auf die entscheidende Idee. Eine Stimmgabeluhr
von OMEGA, ganz nebenbei ein Stahlkoloss aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts.
Das isses! schoss es mir durch den Kopf. Gesagt, getan.

Bei der Bearbeitung des Design fiel mir auf, dass dieses Konstruktionsprinzip noch einen weiteren
Vorteil bieten würde. Unzählige Postings und Bilder im Uhrforum von verkratzten Hörnern durch Bandwechsel
kamen mir in den Sinn. Was, wenn man das umgehen könnte? Und den Bandwechsel so komfortabel
wie möglich, wenn nicht sogar unnötig machen könnte?

Weiter gehts, nicht mit Design, sondern der Uhr.

Ich bestellte für meinen Chrono das RazorWire von Uncleseiko, da mir dieses Band schon ewig im Kopf
schwirrte und ich es unbedingt haben wollte. Überhaupt war dieser Chrono wirklich eine Strapqueen, von Leder
über Rallyband bis hin zum Stahlband passt alles an diesen Chrono, hier mal ein paar Bänder, die
gerade auf dem Tisch liegen.

Übersichtsbild mit Bändern:
Bullhead_Desktop.jpg

Blöd, dass der schwarze Untergrund alles absaufen lässt, die näxten Bilder daher auf hellem Untergrund :D

Nun aber zum RazorWire!
Ärgerlicherweise hatte ich nicht damit gerechnet, dass das RazorWire von Uncleseiko natürlich für
Seikos gedacht war und als Standard Endlink natürlich ein gebogenes Element dabei liegt.

Ok, kurzerhand habe ich mir noch das normal passende Endlink bestellt und nun kann es losgehen:

Bullhead_Endlinks.jpg

Hier sieht man schön den Unterschied zwischen gebogenen Endlinks und den geraden universellen Links.


Bullhead_RW_lang.jpg

Hier ist das Band bereits montiert.

Bullhead_RazorWire_montiert.jpg

Das band schmiegt sich an das Handgelenk an und „ziept” nicht.

Bullhead_RW_Seite.jpg


Leider haben unsere Katzen die Schließe verspielt, ich vermute sie liegt entweder unter dem Sofa
oder unter dem Kühlschrank. Beizeiten werde ich sie aber wieder finden und natürlich sofort
montieren, klar soweit.


Natürlich hat so eine Uhr auch eine Rückseite, hier kann man sehen, wie die Konstruktion ist.
Ein Sicherungsring verschraubt einen Bandhalterring (an dem die Bänder dran sind) mit der Uhr.
Bullhead_RW_Back.jpg



Da Bullheads auch oft im Motorsport Verwendung fanden, kann man den Bandring auch um 30
Grad gedreht montieren – in beide Richtungen.
Hier Bilder aus der Konstruktions- und Gestaltungsphase:

Bullhead_Werbung_5.jpg


Bullhead_Werbung_6.jpg



Durch den großen Reibungswiderstand des Ringes im Gewinde mit der Uhr, braucht man keine Angst zu
haben, dass man die Uhr verlieren könnte. Man braucht schon ein wenig Kraft oder Gehäuseöffner, um
den Ring von der Uhr zu trennen und einen alternativen Bandring zu montieren.


Zu guter Letzt noch einen Nightshot, den Leuchten kann sie auch:
Bullhead_Werbung_7.jpg



Technische Daten der Uhr gibt es natürlich auch:

Durchmesser: 42mm
Höhe: knapp 14mm
Werk: Sellita SW500 TriCompax mit DayDate
Bullheadbauform
Bandwechselsystem durch Ring

Ich hoffe, dass alle anderen Besitzer genauso viel Spaß mit dieser Uhr haben werden
wie ich auch. Ebenso hoffe ich Euch nicht gelangweilt zu haben.

Grüße Alexander
 
tiktak66

tiktak66

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... da, wo's schön ist
Wenn ich's nicht schon getan hätte, würde ich mich nach dieser tollen Vorstellung umgehend auf die Liste setzen.

Herzlichen Dank an Alexander und auch ich hoffe inständig, dass wir genügend Interessenten zusammenbekommen, um den FRA3a zu realisieren.
 
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Bertl1

Bertl1

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Über das weiße ZB könnte ich vielleicht noch hinwegsehen, aber die 42mm sind mir definitiv zu klein.
Echt schade, hätte mir wirklich gut gefallen.
 
firehead

firehead

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Kommt drauf an welches Bild Du meinst :D

Na alle. Auch die Bilder auf dem Schreibtisch zeigen doch keine reale Uhr. Bei allen Teilen auf dem Tisch fällt ein deutlicher Schatten nach links, nur nicht bei der Uhr, dem Gehäuseteil und den Bandgliedern. Außerdem passt die Schärfe der Renderteile nicht zum Foto.
 
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AlexanderEX2

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Ich mache erstmal zu um was zu klären.
 
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Der besondere Chrono FR3a

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