Datumswechsel

Diskutiere Datumswechsel im Herrenuhren Forum im Bereich Herrenuhren; Hallo zusammen, habe heute eine Vostok Europe (Red Square Automatic) bekommen. Beim Einstellen des Datums fiel mir auf, dass die...
#1
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pfiffig

Guest
Hallo zusammen,

habe heute eine Vostok Europe (Red Square Automatic) bekommen.

Beim Einstellen des Datums fiel mir auf, dass die Datumsanzeige nicht um Punkt 0:00, sondern bereits um 23:50 umspringt. Ist das noch im Rahmen der normalen Abweichung oder ist da ein Fehler im Werk zu befürchten?

Viele Grüße,

Stefan
 
#3
Chronos

Chronos

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Das ist vollkommen normal. Es gibt Uhren, da bewegt sich das Datum noch früher.

Die Datumsanzeige besteht aus einem Metallring mit einer Innenverzahnung und einer aufgesetzten Scheibe aus Metall oder Kunststoff, auf der die Ziffern aufgedruckt sind. Die Scheibe läuft in einer Vertiefung der Werkplatine und wird durch Schrauben oder Brückenprofile an ihrem Platz gehalten. Damit sich das Datum nicht selbstständig verstellt, greift ein Finger, die sogenannte Datumsraste, in die Verzahnung der Datumsscheibe ein und hält diese mit Federkraft an ihrer Position fest.

Da die Datumsanzeige alle 24 Stunden um einen Schritt weiter geschaltet werden soll, bietet sich das Stundenrohr an. Der Stundenzeiger ist darauf befestigt. Vom Datumsschaltrad mit einer 2:1 Untersetzung angetrieben, greift ein federnder Schaltfinger in die Verzahnung der Datumsscheibe und schiebt diese einmal pro Tag um einen Zahn weiter.

Da die Datumsraste ein Zurückdrehen der Datumsscheibe verhindert, ist der Schaltfinger als Feder ausgebildet, damit er beim Rückwärtsdrehen der Zeiger nicht beschädigt werden kann.

Das Datumsschaltrad bewegt sich sehr langsam, daher benötigt auch der Datumswechsel recht viel Zeit. Oft kann man bereits ab etwa 23 Uhr die Bewegung der Datumsscheibe erkennen und der Wechsel ist erst nach Mitternacht vollzogen. Durch Optimierung der Zahn- und Fingerformen konnte man den Übergang beschleunigen, ein wirklich augenblicklicher Datumswechsel ist jedoch nur mit zusätzlichem Aufwand zu erreichen. Eine oft verwendete Kompromisslösung ist der, in Stoßrichtung zusätzlich gefederte, Schaltfinger. Er schiebt die Datumsscheibe erst weiter, wenn seine radiale Federkraft größer als die Haltekraft der Datumsraste geworden ist. Allerdings bewegt auch er die Datumsscheibe bereits vor der Umschaltung ein Stück weit, so daß man nicht von einer echten augenblicklichen Umschaltung sprechen kann.

In der einfachsten Form erfolgt die Einstellung des Datums relativ unkomfortabel durch Hin- und Herdrehen der Zeiger im Bereich von etwa 22:30 Uhr bis 0:30 Uhr. Auch hier brachte erst erhöhter konstruktiver Aufwand durch eine separate Schnellverstellung Abhilfe.

Das Datumsfenster kann übrigens an jeder beliebigen Stelle des Zifferblattes positioniert werden, lediglich die Beschriftung muß jeweils angepaßt werden.

In dem Preissegment ist es vollkommen in Ordnung. Das Werk ist nunmal so gebaut das die Räder zur Datumsweiterschaltung so greifen. Bei den meisten Uhren siehst Du sogar zwei halbe Datumszahlen, während die Nachtwende ansteht.

Eine sekundengenaue Datumsänderung findest Du leider nur bei Uhren des oberen Preissegments.
 
#4
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pfiffig

Guest
Vielen Dank für deine ausführliche Erklärung.

Bei der Uhr ist es quasi so, dass es einmal "klackt" und das Datum "direkt vorspringt". Nur eben nicht um Punkt, sondern zehn Minuten vor zwölf.

Vielen Grüße,

Stefan
 
#5
striehl

striehl

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Für eine russsiche Uhr liegt das noch im Bereich der Toleranz, man könnte das noch etwas einstellen, aber den Stress (und die Kosten) würde ich mir nicht antun.
 
#6
eastwest

eastwest

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striehl hat gesagt.:
Für eine russsiche Uhr liegt das noch im Bereich der Toleranz, man könnte das noch etwas einstellen, aber den Stress (und die Kosten) würde ich mir nicht antun.
Gewagte These für einen, der für Seiko schwärmt! Da ist man ganz andere Zeiträume gewohnt. Ca. um 23 Uhr beginnt das Datum so langsam zu verschwinden, aber es dauert bis nach 2 Uhr, ehe auch die Tagesanzeige und damit das gesamte Day-Date-System aktualisiert ist.

10 Minuten? Nicht der Rede wert!

eastwest
 
#7
striehl

striehl

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Absolut! Auch und gerade asiatische Uhren im unteren Preissegment (z.B. Seiko5) verlangen eine gewisse Toleranz vom Träger in dieser Hinsicht, was man aufgrund der Preisgestaltung gerne bereit ist zu akzeptieren. Bei den Russen ist das nicht anders, auch wenn es sich etwas anders darstellt.

Bei meinen Schweizern wäre ich nicht bereit das zu akzeptieren, da springt das Datum aber auch punktgenau, mit wenigen Sekunden Versatz. Übrigens bei der Seiko Spirit auch! :P
 
#8
Tuxi

Tuxi

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striehl hat gesagt.:
Absolut! Auch und gerade asiatische Uhren im unteren Preissegment (z.B. Seiko5) verlangen eine gewisse Toleranz vom Träger in dieser Hinsicht, was man aufgrund der Preisgestaltung gerne bereit ist zu akzeptieren. Bei den Russen ist das nicht anders, auch wenn es sich etwas anders darstellt.

Bei meinen Schweizern wäre ich nicht bereit das zu akzeptieren, da springt das Datum aber auch punktgenau, mit wenigen Sekunden Versatz. Übrigens bei der Seiko Spirit auch! :P
zum Glück ist es Nachts meist Dunkel und man sieht es dann i.d.R. sowieso nicht. :lol2: :lol2: :twisted:
 
#9
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Ricola

Guest
Erst mal hoi aus der Schweiz. Ich lese schon einige Zeit mit, habe aber noch nie was geschrieben.

striehl hat gesagt.:
Bei meinen Schweizern wäre ich nicht bereit das zu akzeptieren, da springt das Datum aber auch punktgenau, mit wenigen Sekunden Versatz.
Ich trage seit einigen Jahren eine Maurice Lacroix Calendrier Rétrograde. Bei der ist mir aufgefallen, dass der Datumssprung etwa 3-4 Minuten nach Mitternacht geschieht. Ich war FRUSTRIERT sag ich euch! Auf eine Anfrage beim Kundendienst von ML hat ein Uhrmacher geantwortet - das sei vollkommen normal :? Tja, find ich mich damit halt ab.

Gruss

Rico
 
#10
SINNlich

SINNlich

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Ironie-Modus: Ein. Nein, nein und nochmals nein! Ich finde mich nicht damit ab, dass mein Va.7750 so unpräzise umschaltet! Ich habe einen Uhrmacher beauftragt, das Datum zu modifizieren, damit die Uhr sekundengenau bei Miternacht umschaltet. Das kostete mich 300 Euro und etwa sieben Nächte Schlaf, denn ich kontrollierte natürlich den Wechsel um Mitternacht eine Woche lang. Mir fiel auf, dass ich nervöser wurde, unkonzentriert arbeitete, hohe Sprit- und Reparaturrechnungen hatte, denn die Datumsumschaltung funktionierte zwar exakt, aber das Werk lief bis zu 5 (fünf!) Sekunden vor pro Tag. Also nix mit exakter Datumsverstellung. Da half auch keine nachträgliche Chronometerzertifizierung (350 Euro). Ich habe jetzt auf eine Funkuhr umgestellt, die das Datum sekundengenau verstellt. Alles per LCD-Display und damit sehr angenehm. Leider kontrolliere ich jetzt das Aufnehmen des Funksignals jeweils um Mitternacht, Ein Uhr, Zwei Uhr, Drei Uhr und zuletzt um 4 Uhr. Da ist das Empfangen auch nicht immer genau. Manchmal dauert es zwei, manchmal vier Minuten, bis die Uhr das Signal verarbeitet hat. Ich bin verzweifelt. Ironie-Modus: Aus.

Nix für ungut.. .

awi
 
#11
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Ricola

Guest
Hehe, ja, man kanns auch übertreiben :-)

Bei der Rétrograde ists eben (finde ich) besonders schön, dem Zeigerchen zuzuschauen, deshalb war ich anfangs etwas enttäuscht.
 
#12
SINNlich

SINNlich

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Kann Dich gut verstehen, ich hab mir die Datumsverstellung auch früher bei neuen Uhren angesehen und festgestellt, dass jede das anders macht. Eine Rétrograde ist schon was feines. Übrigens: Fehler im Werk äussern sich meistens durch Stillstand desselben. Alles andere resultiert aus der Unzulänglichkeit der Konstrukteure oder dem Anspruch des Besitzers.
;-)

Juxige Grüße

awi
 
#13
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Als ich einmal beim Uhrmacher war und mit diesem ein kleines Pläuschchen über die Gepflogenheiten der Hersteller sowie der Kunden redete, erzählte er mir, er habe mal eine Nomos reparieren und aufarbeiten sollen. Nicht allein, dass er trouble hatte, weil Nomos mit Ersatzteilen zickte, nein, der Kunde beschwerte sich dann später, dass das Datum erst 1 min. nach 24 Uhr umschaltete und wollte deshalb reklamieren.
Der Uhrmacher hat sich vieleicht aufgeregt...ihm quollen fast die Augen raus...vor Wut.
 
#14
Desesseintes

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Hm, auf die Gefahr hin, wieder anzuecken mit meinem Pragmatismus: Ich habe seit ewigen Zeiten mehrere Uhren mit Datumsanzeige, kann mich aber an keinen Fall meines inzwischen über 60jährigen Lebens erinnern, wo ich um punkt Mitternacht wissen musste, welchen Tag wir haben (liegt vielleicht daran, dass sich der größte und wichtigste Teil meines Lebens bei Tage abspielt).
Nix für ungut und beste Grüße aus Berlin, Des.
 
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