Das Universum - der Faden für Sternegucker

Diskutiere Das Universum - der Faden für Sternegucker im Small Talk Forum im Bereich Community; Leider war gestern alles dicht bei mir, hab die große Konjunktion leider nur im Netz verfolgen können. Nana, vielleicht in 800 Jahren wieder ...

DRE-DAH

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Leider war gestern alles dicht bei mir, hab die große Konjunktion leider nur im Netz verfolgen können. Nana, vielleicht in 800 Jahren wieder ... ;-)

Aber man kann sich ja auch einen Jupiter und einen Saturn selbst basteln und das ganze nachspielen. Jetzt zur Weihnachtszeit hat man ja vielleicht etwas Zeit ...


Und hier die gesamte Bastelecke der Sternwarte Recklinghausen.
 

Astrolab

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@wetrix
Ich habe noch viele solcher Bilder. Hier mal eine wunderschöne Galaxie, die Feuerradgalaxie (M101).
2019-10-16 16.58.11-1.png
Einen schönen Tag noch
Dieter
 

Damocles

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Interessantes Interview mit Subir Sarkar über eine statistische Neuauswertung von SuperNovae Fluchtgeschwindigkeiten, welches die Dunkle Energie in Frage stellt.
Im Grunde gibt eine Achse der Bewegung im sichtbaren Universum: eg, es kommt darauf an in welche Richtung man schaut.

 

TomS2

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Interessantes Interview mit Subir Sarkar über eine statistische Neuauswertung von SuperNovae Fluchtgeschwindigkeiten, (1) welches die Dunkle Energie in Frage stellt.
(2) Im Grunde gibt eine Achse der Bewegung im sichtbaren Universum: eg, es kommt darauf an in welche Richtung man schaut.
Danke.

Ohne das Video gesehen zu haben: stellt dies die Dunkle Energie generell in Frage, oder lediglich die spezielle kosmologische Konstante?

Die beiden Effekte haben jedoch nichts miteinander zu tun. Eine Anisotropie (2) wäre zwar erstaunlich jedoch mit und ohne Dunkle Energie (1) möglich.
 

Damocles

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Danke.

Ohne das Video gesehen zu haben: stellt dies die Dunkle Energie generell in Frage, oder lediglich die spezielle kosmologische Konstante?

Die beiden Effekte haben jedoch nichts miteinander zu tun. Eine Anisotropie (2) wäre zwar erstaunlich jedoch mit und ohne Dunkle Energie (1) möglich.
Den gemessenen Wert der Kosmologischen Konstante. Aber vor allem auch um Publication Bias in dem Bereich.
Mit Sabine Hossenfelder gabs noch ein anderes Interview:
 

TomS2

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Ok, hab’s mir angehört, sehr interessant.

Die Milchstraße bzw. ein größerer Galaxienhaufen bewegen sich relativ zur kosmischen Hintergrundstrahlung, wodurch letztere eine Anistropie aufweist. Diese Anisotropie wird bei der Analyse der Hintergrundstrahlung üblicherweise herausgerechnet, also vollständig durch diese Bewegung erklärt; das ist zunächst nichts erstaunliches. Die Aussage ab 5:00 besagt nun aber, dass genau diese Bewegung im Falle der Rotverschiebung zu einem Effekt führt, der eine beschleunigte Expansion und damit eine kosmologische Konstante vortäuscht.

Faszinierend ist die Idee des Extremely Large Telescopes, das es ermöglichen soll, die Expansion nicht nur durch den Vergleich verschiedener Galaxien zu messen wie bisher, sondern durch die Messung einer Galaxie über einen längeren Zeitraum.

Auf was Sarkar leider überhaupt nicht eingeht ist, dass die (beschleunigte) Expansion mittels unterschieden Methoden vermessen werden kann, neben der Rotverschiebung auch mittels Messungen der Fluktuationen der kosmischen Hintergrundstrahlung. Bereits seit einiger Zeit ist bekannt, dass beide Methoden nicht zu den selben Ergebnissen führen.

Mit dieser Aussage „we are open the box the data only after having formulated the hypothesis we are going to test“ und einigen weiteren macht er sich keine Freunde in der Community - aber er hat sicher recht. Ich war bis Ende der 90iger in der Grundlagenforschung und kann mich noch genau an die „Revolutionen“ erinnern, in denen uns die Erklärung von praktisch Allem in Aussicht gestellt wurde - Stand heute ist nichts davon eingetroffen. Auch die Probleme, an denen ich gearbeitet habe, sind heute im Wesentlichen ungelöst.

Wer Sarkars Arbeiten gerne im Original nachlesen möchte ... [1808.04597] Evidence for anisotropy of cosmic acceleration
 
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Damocles

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Ich hätte jetzt angenommen (auch wegen der vergeben Nobelpreise), dass man mit Sicherheit (durch Messungen) weiss, dass sich das Universum in ALLE Richtungen gleichmäßig beschleunigt ausdehnt.
Da sich natürlich auch die Galaxien und Galaxienhaufen zueinander bewegen - das sieht man an diesen netten Supercomputeranimationen des Universums- und sich diese Bewegung im Laufe der Zeit/Entfernung ja auch geändert haben muss, scheint eine genaue Bereinigung dieser Eigenbewegung (über die Zeit) doch komplizierter zu sein als gedacht.

In dem Interview mit Sabine beklagt er auch dass er keinen Zugriff auf gewisse unbereinigte Datensätze hat. In dem Bereich sollte sich bestimmt was bessern.

Auf was Sarkar leider überhaupt nicht eingeht ist, dass die (beschleunigte) Expansion mittels unterschieden Methoden vermessen werden kann, neben der Rotverschiebung auch mittels Messungen der Fluktuationen der kosmischen Hintergrundstrahlung. Bereits seit einiger Zeit ist bekannt, dass beide Methoden nicht zu den selben Ergebnissen führen.
Letztendlich muss ja beides - wenn korrekt gemessen und Fehlerbereinigt - durch die gleiche Theorie erklärbar sein.

Hier noch ein Artikel dazu auf meinem Level ;) Kosmologie: Ist die Dunkle Energie ein gigantischer Irrtum?

Ich kann mir kaum vorstellen dass man eine Änderung der Rotverschiebung innerhalb eines 30 Jahre Zeitraumes messen kann. Da ist doch sicher so viel Rauschen bei, dass der winzige Unterschied verschwindet.
 
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TomS2

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Ich hätte jetzt angenommen (auch wegen der vergeben Nobelpreise), dass man mit Sicherheit (durch Messungen) weiss, dass sich das Universum in ALLE Richtungen gleichmäßig beschleunigt ausdehnt.
Mit Sicherheit weiß man eh nichts, nur innerhalb eines bestimmten Kontextes oder Modells sowie mit einer gewissen statistischen Signifikanz.

Schau mal hier, Seite 13: https://www.nobelprize.org/uploads/2018/06/advanced-physicsprize2011.pdf

42 (!) Supernovae über verschiedene Entfernungen sowie die gesamte Hemisphäre ... Und der Kontext war eben ein isotropes Modell; das wurde nicht in Zweifel gezogen.

Die Datenlage ist heute jedoch deutlich besser, auch aufgrund der unabhängigen Messungen mittels der kosmischen Hintergrundstrahlung.

Da sich natürlich auch die Galaxien und Galaxienhaufen zueinander bewegen - das sieht man an diesen netten Supercomputeranimationen des Universums- und sich diese Bewegung im Laufe der Zeit/Entfernung ja auch geändert haben muss, scheint eine genaue Bereinigung dieser Eigenbewegung (über die Zeit) doch komplizierter zu sein als gedacht.
Bei genügend großem Abstand sollten sich diese Effekte herausmitteln. Die jetzt diskutierten Anisotropien ziehen das jedoch ernsthaft in Zweifel.

In dem Interview mit Sabine beklagt er auch dass er keinen Zugriff auf gewisse unbereinigte Datensätze hat. In dem Bereich sollte sich bestimmt was bessern.
Das ist äußerst ungewöhnlich. In meinem damaligen Umfeld wurden Daten offen ausgetauscht.

Ich kann mir kaum vorstellen dass man eine Änderung der Rotverschiebung innerhalb eines 30 Jahre Zeitraumes messen kann. Da ist doch sicher so viel Rauschen bei, dass der winzige Unterschied verschwindet.
Und ich kann mir nicht vorstellen, dass Kosmologie so überhaupt funktioniert ;-)

Ich komme aus der Elementarteilchenphysik, da baut man Beschleuniger und hat Experimente mit 10^n Daten; und man kann Experimente beliebig wiederholen. An einem Universum kann man nichts selbst präparieren und nichts wiederholen ...

Ernsthaft: Bei verrauschten Daten, die um einen Mittelwert schwanken, brauchst du halt genügend viele Daten. Im vorliegenden Fall musst du außerdem „nur“ die Drift von Messwerten finden. Es ist zum Beispiel vergleichsweise einfach, die mittlere Bewegung eines Mückenschwarmes als Ganzes zu erkennen.
 
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