Das K1: Von HORAGE zu Cendres+Metaux - Manufacture 4.0

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Badener

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HORAGE ist ein noch relativ unbekannter Schweizer Hersteller von Uhren, dem es innerhalb weniger Jahre gelungen ist, ein eigenes Uhrwerk, das K1, zu entwickeln. Nach erfolgreichem Abschluss von HORAGEs zweiter Kickstarter Kampagne hatte ich die Gelegenheit, die Firma am Stammsitz in Biel zu besuchen und mit den Gründern Tzu-Yu Huang und Andreas Felsl sowie mit Jonas Nydegger und Florian Serex ausführlich über HORAGE und das K1 zu sprechen.

Horage_01a.jpg

Tzu-Yu und ihr Mann Andi, die Gründer von Horage

Während meiner Besichtigungstour in Biel und im Nachlauf der Verfassung dieses Posts bahnten sich Gespräche mit einem führenden und gleichzeitig von Großkonzernen unabhängigen Zuliefererbetrieb an (www.cmsa.ch), was das Veröffentlichen von Informationen naturgemäß erschwert.

Auf Grund dieser Tatsache haben wir entschieden, die Veröffentlichung dieses Posts so lange zu verschieben bis alles in trockenen Tüchern ist, denn es ging um eine finanzielle und strategische Beteiligung am Uhrwerk K1.

Wie sich jeder denken kann, sind solche Verhandlungen etwas langwierig und die Entflechtung der Marke HORAGE, des Uhrwerkes K1 und von sonstigen Dingen bedarf sehr viel Arbeit und Vorsicht.

Wenn ich nun im Folgenden also von K1 und HORAGE spreche, dann denkt euch einfach, HORAGE hat mit dem K1 angefangen, aber um es zum Erfolg zu führen und es anderen Marken zugänglich zu machen, hat Tzuyu Huang entschieden, K1 in eine neutrale Firma mit dem Namen Cendres+Metaux Microtech AG zu «betten» die im mehrheitlichen Besitz der Cendres+Metaux Holding ist.

Nun genug von der organisatorischen Seite. Viel Spaß beim Lesen eines Textes, der euch zurück in die Vergangenheit des K1 versetzt:

HORAGE hat mittlerweile eine feine Kollektion von Uhren entwickelt. Viele davon sind zeitlos elegant, haben aber immer einen modernen Touch, etwa einen raffinierten Glasschliff. Etwas ausgefallener sind dagegen die Modelle der zwei Kickstarter-Kampagnen.

Meine Fähigkeiten als Fotograf sind leider sehr beschränkt, aber auf der Webseite von HORAGE gibt es wesentlich bessere Bilder der Uhren:

http://www.horage.com

Horage_02a.jpg

Ein kleiner Teil der Kollektion von Horage

Mein persönlicher Favorit ist diese Autark K1 White/Rhodium:

Horage_15.jpg

[Quelle: Horage]

Und natürlich meine eigene Jonas K1 aus der ersten Kickstarter-Runde:

Jonas_K1_klein-1.jpg

Die Jonas K1 des Autors

1202464d1443784531-accurat-swiss-jonas-k1-jonas_k1_06.jpg

Die Jonas K1 des Autors - Rückseite

Seitdem die Swatch Group andere Unternehmen eher unplanbar mit ETA-Uhrwerken beliefert, stehen viele Uhrenhersteller vor demselben Problem:
Woher bekommen wir zuverlässig gute und bezahlbare Uhrwerke?

Die möglichen Optionen, die ich mit Tzu-Yu und Andi diskutiert habe, sind durchaus überschaubar:

  • Ausweichen auf andere Schweizer Hersteller
    wie Soprod, Sellita und demnächst vielleicht Ronda. Deren Lieferkapazität reicht aber bei weitem noch nicht aus, um alle Kundenwünsche zu befriedigen.
  • Einkaufen in China
    z. B. bei Sea-Gull. Die Qualität ist leider nicht immer auf dem gewünschten Niveau. Und natürlich haben viele Uhrenfreunde, insbesondere in der Schweiz, Vorbehalte gegen chinesische Werke. Swiss Made steht natürlich noch immer für viele Menschen für ein gewisses Qualitätsniveau.
  • Einkaufen in Japan
    etwa bei Miyota. Die Miyota 9000er-Werke stehen qualitativ denen der ETA in nichts nach und werden daher aktuell von vielen Herstellern gerne genutzt. Also keine schlechte Option, aber eben auch nicht Swiss Made.
  • Ein eigenes Werk in der Schweiz entwickeln und produzieren
    Das kann man machen, wenn man ein sehr großes finanzielles Polster hat. Oder auch, wenn man eine gehörige Portion Mut hat und Leute findet, die mit Herzblut an diesem Projekt arbeiten und alles geben, um es mit Leben zu füllen. Okay, am Anfang gehört vielleicht auch eine Prise Naivität dazu, um sich als Newcomer im Haifischbecken der Schweizer Hersteller zu tummeln. Willkommen bei HORAGE!
Die Beteiligten waren sich aber durchaus bewusst, dass der Weg zum eigenen Werk kein Spaziergang wird. Der K1 ist ein fast 8000 Meter hoher Berg im Karakorum-Gebirge, dessen Besteigung als schwierig gilt. Das passt also als Name für ein solches Projekt!

Masherbrum_K1.jpg

Der K1 [Quelle: Von Kogo - Eigenes Werk, GFDL, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35805]

Über das K1 hatte ich ja in der Vergangenheit schon im Uhrforum und an anderer Stelle berichtet:
Accurat Swiss K1 - Ein besonderes Werk
Kickstarter: Array K1 watch by HORAGE

Hier die wichtigsten Daten zum K1:
  • Automatik, einseitig aufziehend
  • Durchmesser 11 1/2 Linien
  • Höhe 4,95 mm
  • Hemmung aus Silizium
  • 25.200 A/h (sehr ungewöhnlich, wird aber z. B. auch von Omega benutzt)
  • Gangreserve 65 Stunden
  • Rotor aus Wolfram
  • 18 verschiedenen Varianten möglich, z. B. mit zentraler Sekunde oder kleiner Sekunde, mit normalem Datum oder Großdatum und mit Gangreserve:
K1_00.jpg

Mögliche Varianten des K1 [Quelle: Horage]

Das K1 ist also eine Plattform, die durch den Einsatz diverser Module viele unterschiedliche Gesichter annehmen kann.

Ein paar Eindrücke zu den Bauteilen:

K1_07.jpg

Anker des K1 aus Silizium [Quelle: Horage]

K1_08.jpg

Ankerrad des K1 aus Silizium [Quelle: Horage]

K1_Small_Second_00.jpg

Kleine Sekunde als steckbares Modul [Quelle: Horage]

Hier möchte ich mich nun auf die Philosophie, die hinter dem Werk steckt, konzentrieren. Und natürlich auf Eindrücke von meinem Besuch. Zuerst die Theorie, dann die Praxis...

Horage_16.jpg

Links im Bild Florian Serex, rechts der Autor dieses Artikels [Quelle: Andreas Felsl]

Florian Serex ist strategischer Consultant und hat mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Uhrenindustrie, u. a. als CEO bei Vaucher Manufacture und seit November 2016 als COO bei La Joux-Perret. Florian hat mir ausführlich die Unterschiede zwischen einer klassischen Manufaktur und der industriellen Produktion von Werken erklärt. Hier nur ein paar Highlights:

  • Zur industriellen Herstellung größerer Stückzahlen hochwertiger Uhrwerke muss man jeden Prozessschritt der Produktion beherrschen. Die Produktqualität ergibt sich aus dem Design der Teile, das an die Produktionsmittel angepasst ist. Diese definieren auch die nötigen Toleranzen. Produktionssicherheit, Funktionssicherheit und Einfachheit der Montage stehen also im Vordergrund, nicht nur die Ästhetik.
    Wiederholbarkeit erlaubt einen hohen Grad an Automatisierung. Um ein zuverlässiges Produkt zu erhalten, ist keine manuelle Nacharbeit an den Teilen nötig.
  • Bei einer Manufaktur erfordern die kleinen, sehr teuren Serien aufwendige Komplikationen und manuelle Dekorationen, um den Preis zu rechtfertigen. Im Vordergrund steht stets die Ästhetik.
    Die Qualität des Produktes wird dadurch erreicht, dass während des gesamten Herstellungsprozesses jedes Teil immer wieder gemessen und kontrolliert wird. Beim Zusammenbau ist Feintuning nötig, da nicht alle Teile hinreichend identisch sind. Da auf die Produktionsmittel nur bedingt Rücksicht genommen werden muss, können kleinere Toleranzen geplant werden.

    Horage_17.jpg

    Florian und der Autor im Gespräch [Quelle: Andreas Felsl, Horage]
  • Hier eines der Beispiele von Florian:

    Horage_18.jpg

    Industriell links vs. Manufaktur rechts [Quelle: Florian Serex]

    Das Rad rechts hat dünne Speichen und sehr scharfe Winkel, das Rad links dagegen etwas dickere Speichen und abgerundete Winkel. Das rechte Rad wirkt filigraner und eleganter, ist aber nur sehr schwierig innerhalb definierter Toleranzen bezüglich der Flachheit herzustellen. Das linke Rad ist vielleicht nicht ganz so schick, aber deutlich robuster und damit besser zur Herstellung größerer Stückzahlen geeignet.

    Viele weitere Details finden sich in dieser äußerst lesenswerten Präsentation von Florian:

  • In Summe ist also die Entwicklung eines Werkes bis zur industriellen Produktion sehr viel schwieriger und aufwendiger als die Entwicklung eines Werkes, das nur in sehr kleinen Stückzahlen in einer Manufaktur hergestellt wird.


So, wie wird das K1 nun positioniert? Wir kommen später darauf zurück, vorher zeige ich euch aber ein paar Bilder aus der Produktion.

Andi und Jonas fuhren mich ein Stück durch Biel. Vorbei an großen Herstellern wie Rolex und Omega kamen wir hier an und stiegen aus:

Horage_04.jpg

Hier verbarg sich die Produktion des K1

Armin Strom ist ein bekannter Name unter Uhrenkennern mit einer Vorliebe für große Uhren mit aufwendig gravierten und verzierten Werken aus eigener Entwicklung. Also eine klassische Manufaktur.

Das Projekt K1 hatte eine Kooperation mit Armin Strom, die es HORAGE erlaubte, die technische Infrastruktur zur Herstellung von Teilen für das K1 zu nutzen. Armin Strom und die neue Muttergesellschaft von K1 arbeiten weiterhin eng zusammen und sind auch nur einen Steinwurf voneinander entfernt. Außerdem besteht eine Kooperation mit Nautische Instrumente Mühle Glashütte, einer weiteren bekannten Firma, die zur Entwicklung des K1 beiträgt. Als Uhrwerke-Fan würde ich mir natürlich sehr wünschen, von diesen Partnern eines Tages Uhren mit dem K1 zu sehen!

Das folgende Bild zeigt die neue Heimat von K1. Auf die nächste Einladung in die heiligen Hallen einer 130 Jahre alten Goldraffinerie freue ich mich schon.

CendresMetaux_klein.jpg

Cendres+Metaux

Beim Thema Produktion kommt Jonas Nydegger ins Spiel. Jonas ist Uhrmacher, Produktionstechniker HF und hat Erfahrung im Prototypenbau, in der Industrialisierung, der Konstruktion und der Produktion. Und er ist ein Präzisions- und Qualitätsfanatiker im besten Sinne.

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Der Maschinenpark bei Armin Strom [Quelle: Andreas Felsl, Horage]

In der Produktion werden u. a. Teile gedreht und gefräst. Oben im Bild eine CNC-Drehmaschine und im nächsten Bild eine Maschine zum Feinverzahnen von Rädern. Für die kleinen Prototypen- und Vorserien wurden die Teile von Hand in die Verzahnungsmaschine eingelegt. Für die aktuelle, erste größere Serie, wird die Maschine nun mit Automationstechnik ausgerüstet.

Horage_05.jpg

Feinverzahnen von Rädern für das K1

Im nächsten Bild presst Jonas ein Rad, die zugehörige Achse und ein Trieb mit einem selbst entwickelten und gebauten Gerät zusammen.

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Jonas in Aktion [Quelle: Andreas Felsl, Horage]

Jonas ist sozusagen die Personifizierung des Horage K1. Ohne ihn hätte es wohl nie die Produktionsreife erreicht. Die Toleranzen werden in der Entwicklung so definiert, dass sie mit den vorhandenen Maschinen produziert werden können und konstruktiv trotzdem die Funktion garantieren. Die Überwachung der Qualität macht Jonas selbst, da er die Fähigkeiten der Maschinen bis ins Detail kennt und so bei Problemen sofort reagieren kann. Prozesskontrolle und Qualitätssicherung sind hier die Schlüsselelemente zum Erfolg. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Herstellern (Armin Strom und Mühle), den direkten Zugang zu den Maschinen und Mechanikern und durch die eigene Qualitätsüberwachung konnte der größte Entwicklungsfortschritt bei der Produktion des K1 erzielt werden. Diese Erfahrung kann nun auch in den Fertigungsanlagen von Cendres+Metaux umgesetzt werden .

Horage_08.jpg

Jonas' Teilelager benötigt nicht viel Platz

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Als Hobby-Uhrenbastler wird man fast etwas neidisch, wenn man einige der Geräte zu sehen bekommt, mit denen Profis wie Jonas arbeiten, um reproduzierbare Ergebnisse bei der Montage zu erreichen.

Horage_14.jpg

Geräte für den Profi

Das Bild oben zeigt einen elektrischen Drehmoment-Schraubendreher und in der Mitte einen luftdruckgesteuerten Ölgeber, der dafür sorgt, dass jeder Öltropfen gleich groß wird. Vorne im Bild das Messergebnis eines K1 auf einer Witschi Micromat C-Zeitwaage.

Accurat_Swiss_K1_Combined2-e1486310424568.png

Ein K1 in voller Schönheit

Jonas arbeitet nicht nur unentwegt an der Optimierung der Produktion, sondern setzt bisher auch jedes K1 persönlich zusammen. Ich glaube, er könnte das sogar mit geschlossenen Augen bei Wind. Ziel der Industrialisierung des K1 ist übrigens nicht eine automatische Montage des Werkes. Bei der Optimierung der Teilezuführung zum Monteur endet die Industrialisierung. Die Montage ist und bleibt Handarbeit!

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Jonas am Uhrmachertisch, im Hintergrund Andi

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Ein Werk... [Quelle: Andreas Felsl, Horage]

Die bisherigen K1-Werke sind Vorserien-Produktionen, aus denen wertvolle Hinweise auf Verbesserungen für die nun anstehende Serienproduktion gewonnen werden konnten. Aus nur wenigen Rückläufern und weiteren Untersuchungen, etwa Highspeed-Kameraaufnahmen der Silizium-Hemmung oder Computer-Simulationen der Spannungsverhältnisse an Bauteilen, konnten Jonas und Florian in nur wenigen Monaten bereits wesentliche Verbesserungen in den Bereichen Funktionssicherheit, Produktionssicherheit und Produktionszeiten erarbeiten und umsetzen. Beide arbeiten mit einer unglaublichen Akribie an solchen Optimierungen.

Hier ein Beispiel für die Verbesserung des Zeigerstellmechanismus:

Horage_24.jpg

Verbesserter Zeigerstellmechanismus [Quelle: Horage]

Und eine Vereinfachung der Ankerbrücke:

Horage_25.jpg

Neue Konstruktion der Ankerbrücke [Quelle: Horage]

Ihr seht also, dass bei der Herstellung des K1 trotz der Optimierung im Hinblick auf eine Industrialisierung sehr viel manuelle Arbeit im Spiel ist. HORAGE ist also durchaus eine Manufaktur!

Womit wir wieder beim Thema angelangt wären, wie HORAGE das K1 und sich selbst in Relation zu einer klassischen Manufaktur bzw. im Vergleich zur hochgradig industriellen Produktion einer ETA positioniert.

Erklärtes Ziel von HORAGE war es, nicht nur ein Werk zu entwickeln, sondern auch Uhren. Kurz gesagt: Beim K1 versucht man, das Beste aus den beiden Welten "Industrie" und "Manufaktur" zu kombinieren:

  1. Die Entwicklung ist von vornherein auf eine industrielle Produktion ausgelegt, erlaubt also bei Bedarf, die Stückzahlen dynamisch zu erhöhen
  2. Der Kunde erhält ein funktionssicheres, robustes und bezahlbares Produkt
  3. Das Werk ist für alle Uhrenhersteller zugänglich (siehe cmmt.ch). Höhere Stückzahlen führen wiederum zu einem attraktiven Stückpreis von dem alle Uhrenmarken profitieren.
  4. Partner, etwa Hahn-Schickard in Deutschland für die Silizium-Hemmung, sind von Beginn an in das Projekt involviert und liefern einen wesentlichen Mehrwert. So entsteht eine Win-Win-Situation
  5. Die modulare Bauweise erlaubt es trotz der Standardisierung, viele Varianten herzustellen, z. B. mit Komplikationen wie einer Gangreserveanzeige oder einem Großdatum
  6. Diese Varianten können wiederum in relativ kleinen Stückzahlen produziert werden, führen also zu mehr Flexibilität
  7. Sichtbare Teile des Werkes können dekoriert werden, ohne die Zuverlässigkeit zu verringern
  8. Zusammen mit einer Vielzahl möglicher Gehäuse, Zifferblätter und Zeiger kann das K1 die Basis für sehr umfangreiche Kollektionen eines Herstellers bilden
  9. Einbindung des Verkaufs und der Serviceorganisation in digitale Medien, etwa die von Andi Felsl entwickelte und demnächst produktiv einsetzbare Brandcloud (http://www.brand-cloud.com). Sie verfolgt das Ziel einer Win-Win-Win-Situation für den Hersteller, den Verkäufer und den Kunden dadurch, dass alle Beteiligten zur jeder Zeit alle für sie relevanten Informationen zum Produkt erhalten (Shared Information) und das Risiken und Profite unter den Beteiligten fair verteilt werden.

    Horage_26.jpg

In Analogie zur Industrie 4.0 kann man bei HORAGE also durchaus von einer Manufaktur / Manufacture 4.0 sprechen!

K1_01.jpg

Aufbau des K1 [Quelle: Horage]

Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei Tzu-Yu, Andi, Jonas und Florian für die sehr interessanten Diskussionen und Einblicke bedanken. Alle Beteiligten arbeiten mit Herzblut an diesem Projekt und sind außergewöhnlich offen und transparent und gehen auch kritischen Fragen nicht aus dem Weg. Was in der Uhrenindustrie ja eher selten der Fall ist. Jeder von euch, der sich gerne persönlich einen Eindruck verschaffen möchte, wird vom gesamten Team mit offenen Armen empfangen werden.
 
  • Das K1: Von HORAGE zu Cendres+Metaux - Manufacture 4.0 Beitrag #2
Deejay

Deejay

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Hallo Badener,

excellente Reportage mit tollen Einblicken in ein ansonsten verschlossenes Geschäft - Dir meinen Dank für Deine Bemühungen.

Gruß,

Dirk
 
  • Das K1: Von HORAGE zu Cendres+Metaux - Manufacture 4.0 Beitrag #3
MRBIG

MRBIG

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Für einen Laien - der ich sicher noch bin - ein kleiner, aber durchaus informativer Einblick in die Komplexität hinsichtlich der Produktionphasen einer hochwertigen Uhr.

Das stärkt mein Verständnis dafür, warum diese Uhren preislich nicht im Mainstream zu finden sind.
 
  • Das K1: Von HORAGE zu Cendres+Metaux - Manufacture 4.0 Beitrag #4
Corbit

Corbit

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Ein unglaublich toller und interessanter Bericht, Badener. Vielen, vielen Dank dafür.
 
  • Das K1: Von HORAGE zu Cendres+Metaux - Manufacture 4.0 Beitrag #5
Badener

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Hallo zusammen,

vielen Dank für euer positives Feedback. Die Anzahl der Interessierten scheint selbst im Uhrforum bei etwas tiefergehenden Themen doch sehr beschränkt zu sein...

Gruß

Badener
 
  • Das K1: Von HORAGE zu Cendres+Metaux - Manufacture 4.0 Beitrag #6
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Toller Bericht, klasse!
 
  • Das K1: Von HORAGE zu Cendres+Metaux - Manufacture 4.0 Beitrag #7
OlliS

OlliS

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Auch ich möchte mich für deinen interessanten Bericht bedanken.
 
  • Das K1: Von HORAGE zu Cendres+Metaux - Manufacture 4.0 Beitrag #8
sifu

sifu

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Hallo und danke für die wirklich interessante Geschichte der Manufaktur. Sehr detaillierte und bestens bebilderte Schilderung des Werdegangs von Marke und Werk. Ich hatte ja schon das Vergnügen, das in Deinem Blog zu lesen. Die Uhren selbst sprechen mich nur teilweise an, aber das ist natürlich unmaßgeblich. Viel wichtiger ist die Arbeit an einem eigenen Kaliber! Ich wünsche Horage viel Erfolg.
 
  • Das K1: Von HORAGE zu Cendres+Metaux - Manufacture 4.0 Beitrag #9
Plaggy

Plaggy

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Toller Bericht, auch wenn, verständlicherweise, etwas sehr viel Lob-Hudelei mitwirkt ;-)

Also für den Aufwand den man mit dem Werk wohl sicherlich betreibt, sehen einiger der Uhren nicht nur extrem gewöhnungsbedürftig aus, die Ablesbarkeit ist zumindest wenn man das Foto nimmt, gelinde gesagt unter aller Sau :|

Ich versteh ehrlich gesagt den Sinn dahinter nicht... man sieht doch immer wieder gas gerade Uhren mit fantastischer Ablesbarkeit auch entsprechend großen Erfolg haben.
 
  • Das K1: Von HORAGE zu Cendres+Metaux - Manufacture 4.0 Beitrag #10
Uhr-Enkel

Uhr-Enkel

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Super Artikel, vielen Dank!

Ich hätte mich aber gefreut, wenn noch etwas zum Einbau von Zusätzen gezeigt worden wäre, z.B. einem Großdatum.
 
  • Das K1: Von HORAGE zu Cendres+Metaux - Manufacture 4.0 Beitrag #11
H

Horage-ty

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...sehen einiger der Uhren nicht nur extrem gewöhnungsbedürftig aus, die Ablesbarkeit ist zumindest wenn man das Foto nimmt, gelinde gesagt unter aller Sau :|
Ich versteh ehrlich gesagt den Sinn dahinter nicht... man sieht doch immer wieder gas gerade Uhren mit fantastischer Ablesbarkeit auch entsprechend großen Erfolg haben.

Hallo Sascha,

wie immer ist es sehr schwierig auf einen subjektiven Post etwas Brauchbares zu sagen, ohne dass derjenige sich blöd angemacht fühlt... Ich versuche es trotzdem da ich denke, dass das Wort unter aller Sau als Pauschalaussage vielleicht ein klein wenig übertrieben ist, vor allen Dingen wenn man die Produkte nicht live gesehen hat.

Wir sind nun schon eine Weile damit beschäftigt Uhren zu entwickeln und zu bauen... nicht nur für unsere Marke. Man stellt sehr oft fest, es gibt Uhren die sind für Bilder gemacht und es gibt Uhren die sind fürs Handgelenk vieler verschiedener Menschentypen gemacht. Alle wollen für Ihr Empfinden eine schöne, Ihrem Lebensstil und Designanspruch entsprechende Uhr haben. Manchen legen dabei Wert auf einen eher aufdringlichen Look und andere eher auf etwas mehr Understatement. Für manche muss das Ziffernblatt kontrastreich sein, für andere nicht. Zum Thema Aufdringlich gibt es übrigens ein tolles Buch von Lambert Wiesing "Luxus", wo die Frage und der Unterschied zwischen Luxus und Protz geklärt wird.... hat übrigens nichts mit dem Preis zu tun;-)

Ich möchte Dir eine Geschichte erzählen von einer Ausstellung an der wir teilgenommen haben. Es waren ca. 30 Marken anwesend und die Besucher waren sehr vielfältig. Ein älterer Herr hat etwas länger unsere Uhren unter die Lupe genommen und ist dann weitergezogen. Etwa 2 Stunden später ist er wieder zu uns gekommen und hat mit uns angefangen zu sprechen. Er meinte wir seien die Einzigen die etwas "Subtiles" hätten.
Wir hatten das nie so treffend ausgedrückt, aber indirekt wollten wir genau das ohne dass wir auf die Idee gekommen sind es in dieses wunderbare Wort zu verpacken... ein klein wenig Subtil sein...
Denn wir denken die Menschen die solche Uhren kaufen wollen etwas entdecken und diejenigen die weniger Wert darauf legen, haben eben eine sehr grosse Auswahl an sehr gut lesbaren aber wenig subtilen Uhren.
Es stellte sich im Verlauf des Gesprächs heraus, dass dieser Herr 35 Jahre Uhrenindustrie-Insider war und ein passionierter Uhrensammler. Zu keiner Zeit hatte er sich über die Lesbarkeit der Uhren ausgelassen, eben so wenig wie die anderen +5000 Besucher dieser Veranstaltung.

Wir wurden schonmal in einem anderen Blogbeitrag mit der Lesbarkeit konfrontiert und natürlich denke wir darüber nach. Was mich jedoch etwas stutzig macht ist folgende Tatsache:
Egal auf welchen Event wir unsere Uhren zeigen, es gibt keine Menschen dort die die Lesbarbeit der Uhren beanstanden. Wir wissen, dass unsere Uhren nicht ganz einfach zu fotografieren sind, denn Schattenspiele im Glas, Zeiger und Zifferblatt sind nur schwer mit einer Kamera einzufangen... Vermutlich aus diesem Grund kommen immer mal wieder Beschwerden aus der Online Community , die die Lesbarkeit unserer Uhren anzweifeln.

Könnte es vielleicht sein, dass wir einem "Digital-Distortion-Field" ausgesetzt sind, in dem die Realität und deren Details nur schwer mit Bildern zu kommunizieren ist?
Wenn das so wäre, sollten wir dann dazu übergehen die "Photoshop-Uhr" zu machen, die gut am Bild und im Internet funktioniert, aber eben nicht diese Subtilität innehat mit der wir gerne arbeiten?
Wir würden doch unsere Seele verkaufen, wenn wir bei jeder Uhr einfach nur dem Diktat der maximalen Lesbarkeit hinterherlaufen.
Und vermutlich würden dann unsere Uhren genau so aussehen wie die vielen anderen Uhren die es schon gibt!?

Ich denke das sollte wir nicht tun und evtl einfach akzeptieren, dass wir einen kleineren Kundenkreis mit gewissen Modellen aus unserer Palette ansprechen.

Anyhow... ich denke, dass einige unserer Uhren unbedingt das Kriterium erhöhter Lesbarkeit erfüllen... und fast alle anderen auch... wenn man sie mal am Handgelenk gehabt hat.

Uhrforum.jpg

Ich habe kurz durchgesehen ob alle unsere Uhren unter aller Sau sind wenn es um deren Lesbarkeit geht und ich denke das ist nicht ganz korrekt. Oder sind diese Uhren im Bild wirklich ungenügend lesbar...?!?

Natürlich ist eine Uhr wie die Solarwind mit Meteorit-Zifferblatt eher ein Style-statement als eine Uhr wo man lediglich die Zeit abliest.
Und auch bei der ARRAY aus der Kickstarter Kampagne muss man evtl einen Abstrich machen. Denn die Uhr ist offen und somit auch etwas "aufgeregter" im Untergrund. Aus diesem Grund haben wir extrem viel Superluminova auf den Indexes und die Zeiger gegeben um Kontrast herzustellen. Die Lesbarbeit ist hervorrangend aber vielleicht kommt das auf einem Bild im Internet einfach nicht rüber... Und bei der Autark Carbon haben wir bewusst wenig Kontrast gewählt, um das goldbraune Schillern des Carbon nicht zu stören. Es gibt für alles was wir tun gewisse Gründe...;-)

Ich hoffe ich konnte ein wenig unseren Drang zum Subtilen vermitteln;-)

Grüsse
Andi

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Super Artikel, vielen Dank!

Ich hätte mich aber gefreut, wenn noch etwas zum Einbau von Zusätzen gezeigt worden wäre, z.B. einem Großdatum.

Hallo Uhr-Enkel,

Das können wir sicher noch nachholen, wenn Jonas sich mit seiner neuen Montage eingerichtet hat.
Derzeit gibt es eine Menge Arbeit für die Jungs und Mädels im Team alles so zu organisieren, dass die Montage fliesst, trotzdem flexibel bleibt und parallel montiert werden kann...500 Stück aus der 3000er Serie.

Im Detail ist das
- 5s Aufsetzen
- Smartphone enabled warehousing tool entwickeln (so viele Unterbaugruppen sind nicht einfach zu verwalten...)
- SOPs an jedem Arbeitsplatz standardisieren
- weitere Verbesserungen in der Produktionsprozessen bei den Supplieren umsetzen
- Montagehilfen bauen
- ...

20170119_145605502_iOS.jpg

...wenn etwas mehr Luft ist nehmen wir uns vor einen kleinen Blog zu betreiben um solche interessanten technischen Details zu besprechen.

Gruss
Andi
 
  • Das K1: Von HORAGE zu Cendres+Metaux - Manufacture 4.0 Beitrag #13
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Peter.B

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Die Anwesenheit in diesem Forum ist ja bekanntlich nicht folgenlos. Badeners Bericht hatte mich angestiftet, Jonas Nydegger zu fragen, ob eine Besichtigung der Uhr Autark, des Werkes K1 und des Teams dahinter möglich wäre. Es folgte eine Einladung und auf der Reise in den Urlaub ein sehr schöner Vormittag in Biel, bei dem alles gezeigt und erklärt wurde.

Da die Uhr Multiply der bei meinem Besuch noch laufenden Kickstarter-Kampagne schon in vielen Varianten zum Anfassen auf dem Tisch lag, registrierte ich mich spontan bei Kickstarter und erwarb eine Multiply mit „Vollausstattung“. Die Vorstellung folgt, wenn die Uhr gegen Jahresende bei mir ist.

Gruß

Peter
 
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