damalige Preise Standuhren um 1930

Diskutiere damalige Preise Standuhren um 1930 im Sonstige Uhren Forum im Bereich Uhrentypen; Hallo zusammen, mich würde interessieren, ob jemand die ungefähren damaligen (um 1930) Ladenpreise von Kienzle oder Zentra Standuhren in...

Uhrenfritze

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Hallo zusammen,

mich würde interessieren, ob jemand die ungefähren damaligen (um 1930) Ladenpreise von Kienzle oder Zentra Standuhren in Reichsmark kennt. Leider habe ich bislang keine Preisliste ergoogeln können.

schöne Grüße
Uhrenfritze
 

Micha-W.

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Schau doch mal in Zeitungsarchive. Ich könnte mir denken, dass regionale Uhrmacher oder die Hersteller selbst auch damals schon geworben haben.
 

Rainer Nienaber

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Ich habe den nachdruck eines Katalogs "Luxusartikel" Muss aus den 20ger Jahren sein.

26467512ua.jpg


Sind auch Standuhren drin, allerdings ohne Preise. Aber wenn man sieht, was für solche Wanduhren aufgerufen wurde, lagen die vielleicht bei 50 Mark.

26467522bj.jpg


Man muss dabei natürlich die Löhne von damals berücksichtigen. Mein Großvater war Kistenmachermeister. Laut einer alten Lohntüte, die wir mal gefunden haben, verdiente er etwa 7 Mark die Woche.
 

Uhrenfritze

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vielen Dank für die Hinweise. ich habe daraufhin gesucht un auch was interessantes gefunden:
http://digital.slub-dresden.de/file...31857313X-19320100_tif/jpegs/00000064.tif.pdf
danach wäre eine Großuhr so um die 150 RM teuer gewesen. Ich habe auch noch was zu den Durchschnittsverdiensten gefunden, wonach 1930 der Jahresverdienst (Durchschnitt aus Geringverdiener und Höchstverdiener) bei knapp 2000 RM lag:
https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/anlage_1.html
also kostete eine Großuhr etwa einen Monatslohn eines damaligen Durchschnittsverdieners. Verglichen mit heute 36300 euro Durchschnittsentgelt im Jahr 2016 entspricht das einem Monatsverdienst von knapp 3000 Euro. Für ein hochqualitatives Produkt halte ich das für realistisch.

Gruß
Uhrenfritze
 

neset530d

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Die Prioritäten lagen damals anders als heute, so würde ich nicht 1 zu 1 übertragen.
 

TS70

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Ich habe gerade mal ein wenig in den alten Stukenbrok-Katalogen von 1912 und 1926 geblättert. Standuhren waren dort nicht im Angebot, aber die hochwertigeren Tisch- und Wanduhren liegen (ob im Kaiserreich oder in der Republik) durchgängig in einem mittleren zweistelligen Mark-Bereich, und für eine Standuhr mußte man wahrscheinlich noch mal um die 50% draufrechnen. Mal als Beispiel:

Salonuhr.jpg

Wer übrigens die heutigen hochwertigen Uhren für teuer hält, kann man sich hier mal vor Augen führen, was die damaligen Spitzenprodukte aus Glashütte gekostet haben:

LangeSöhne.jpg
 

TS70

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Kommt natürlich drauf an, wie man genau rechnet, Carlo. Wenn man die Lange & Söhne z.B. damals mit 20M-Goldmünzen bezahlt hätte, wären das 187,5 Münzen gewesen, die momentan pro Stück ca. 300 € wert sind. Damit wäre man in Gold ausgedrückt bei einem heutigen Preis von gut 56.000 €. Paßt also auch, wenn man so rechnet.
 
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Carlo

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Hab gerade mal geschaut,

ein Horch 830 Cabrio kostete 1933 8900 RM, und das war ein absolutes Luxusgefährt. Da waren die 3750 RM also richtig viel Geld.

Gruß Carlo
 

TS70

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Ja, ich denke, wenn man die damaligen Mark-Preise mit 10 bis 20 multipliziert, hat man näherungsweise die "entsprechenden" heutigen Euro-Beträge. (Hängt natürlich in den Details davon ab, ob man Durchschnittslöhne, Mieten, Güter des täglichen Bedarfs oder Luxusartikel etc. vergleicht.) Bei dem Horch würde das ja wieder halbwegs passen.
 

Gorbi!

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Hehe, den Stukenbrok-Katalog habe ich auch, allerdings von 1910. Eine Augenweide!
Anbei die Regulatorenpeise in jenem Jahr. Die Glashütte-Uhr war da auch schon drin, mit der selben Bestellnummer und dem selben Preis (3.750,— Mark). :-)
Gruß
Michael
 

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