Croton Acurator - oder: nicht hinter jedem Münzschlitzdeckelchen steckt eine Batterie

Diskutiere Croton Acurator - oder: nicht hinter jedem Münzschlitzdeckelchen steckt eine Batterie im Vintage Uhren Forum im Bereich Uhrentypen; Ich habe einen weichen Zahn für ungewöhnliche technische Lösungen. Von außen regulierbare Uhren zum Beispiel, wie die...
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Ich habe einen weichen Zahn für ungewöhnliche technische Lösungen. Von außen regulierbare Uhren zum Beispiel, wie die (Avia/Elvia/Telda/ZentRa/Montdor) Ajustor, die schon mal hier Thema war:

Avia Ajustor - Feinregulierung des Werkes von außen

In diese Kategorie fällt auch eine andere Uhr, die vor der Ajustor auf dem Markt war und wohl noch weniger bekannt ist: die Nivada Reglavit und deren US-amerikanische Schwester, die Croton Acurator. Eine Nivada Reglavit wurde schon einmal hier vorgestellt:

Der persönliche heilige Gral muss nicht immer teuer sein: Nivada Reglavit AS 1291


Nachfolgend werde ich ausschließlich die Croton Acurator behandeln, deren Rückseite mit dem Münzschlitz-„Deckel“ auf den flüchtigen Blick an eine Swatch erinnert:

01_Croton-Acurator_Still_01_1600.jpg

Die Geschichte der Fa. Croton


Was die Geschichte der Fa. Croton Watch Co., Inc. betrifft, so ist diese ähnlich nebulös wie die Geschichte der Fa. Nivada, welche „Townes“ hier sehr schön zusammengefasst hat:

Der Nivada-Grenchen-Croton-Zeige- und Sammelthread


Wie Nivada beansprucht man ein sehr frühes Gründungsjahr, nämlich 1878 - ein Anspruch, der m. E. auf sehr wackeligen Füßen steht. In einem Artikel von 1973 zum (angeblichen) 95. Firmenjubiläum wird behauptet, dass die Firma 1878 in New York von einem Jacob Horton gegründet worden sei.

1973: THE 95TH ANNIVERSARY OF CROTON WATCH A.K.A. CROTON TIME CORP.


Sehr zweifelhaft. Noch zweifelhafter erscheint, dass die Gründung in Süditalien erfolgt sein soll, wie dies auf der aktuellen Seite von Croton dargestellt wird:


About us

Wie dem auch sei - „offiziell“ taucht Croton 1931 als US-Marke auf:

02_USTM-284531_Croton.jpg

Die Marke Croton wurde von einem William C. Horowitz angemeldet und es wird in der Markenanmeldung der Hinweis gegeben, dass die Marke Croton seit dem 1. Juni 1929 im Geschäftsverkehr benutzt worden sei. Ich halte dieses Datum für das wahrscheinlichere Gründungsdatum von Croton, auch wenn sich Croton-Annoncen erst 1935 finden lassen. Hier eine von 1936, mit der eine „All-American Watch“ beworben wird:

03_Times_Herald_Fri__Nov_13__1936_Croton_All-American.jpg

Übrigens zog die Firm im Jahre 1963 aus dem Zentrum New Yorks nach Croton-on-Hudson um, was den hübschen Effekt hatte, dass die Marke nun gleichzeitig den Standort der Firma repräsentierte. Während man in den 30er Jahren noch „american made“ Uhren bewarb, war man bei Croton seit spätestens Mitte der 40er Jahre mit Nivada „verheiratet“ und vertrieb unter der eigenen Marke Croton Uhren von Nivada. Zu denen auch die Acurator gehörte.

Man liest gelegentlich, dass die Acurator (bzw. die Nivada Reglavit) eine Erfindung von Nivada sei - dem ist aber nicht so. Zu der Erfindung findet man auf den Uhren selbst keinen Hinweis. Das einzige Indiz einer Erfindung ist die Nennung des Schweizer Patentes Nr. 189190 innen im Gehäuse:

04_CH189190_Schmitz-Freres.jpg

Jenes Patent der Fa. Schmitz Frères ist ja sattsam bekannt und hat mit der Acurator an sich nicht viel zu tun. Interessanter wird die Sache aber bei einem anderen Schmitz-Patent, nämlich dem am 26. April 1946 angemeldeten Schweizer Patent Nr. 267154, welches als Inhaber Werner Schmitz und Jacob Schneider nennt:

05_CH267154_Schmitz-Schneider.jpg

Aha - na, das ist es doch! Also wurde diese Art der (wasserdichten!) Regulierung von außen von Schmitz erfunden, nicht von Nivada. Offensichtlich hat Schmitz das Patent exklusiv an Nivada/Croton lizensiert, denn mir ist sonst keine Firma bekannt, welche jene Außenregulierung verwendet hätte. Interessant an dem Patent ist, dass es zwar 1946 angemeldet, aber erst im März 1950 eingetragen wurde - seinerzeit eine ungewöhnlich lange Zeitspanne. Ähnlich verhält es sich mit dem österreichischen Pendant (AT169305), welches erst im März 1951 erteilt wurde. Noch später datiert die Erteilung des parallelen US-Patentes Nr. 2602286: Juli 1952.


Obwohl die Croton Acurator nur selten auftaucht ist es eine erstaunlich variantenreiche Uhr - und ich liebe Varianten!


Los ging es 1948 mit der

Variante 1

Werk: Croton-Kaliberbezeichnung E36 = ETA 900 mit kleiner Sekunde

Beschriftung rückseitig: Croton / Aquamedico

Merkmale: kleine Verstellschraube (für normalen Schraubenzieher) mit +/- -Skala

06_Croton-Acurator-Var-01.png

Die erste Annonce für die Variante 1, die ich finden konnte, wurde am 4. Juni 1948 veröffentlicht:

07_Lansing_State_Journal_Fri__Jun_4__1948_Aquamedico.jpg


Da hieß das Modell noch nicht „Acurator“ sondern „Aquamedico“. Aqamedico wurde sonst von Croton für eine Reihe von wasserdichten Uhrenmodellen verwendet - hier also als „Aquamedico with outside regulator“. Die Variante 1 scheint recht selten zu sein - ich habe bislang nur eine als Realstück entdecken können - und deren ZB ist seltsamerweise mit „Croton Resistal“ beschriftet:

An oddball? Croton Resistal Aquamedico Acurator?

Recht schnell wurde die Variante 1 ersetzt - nämlich durch die


Variante 2

Werk: Croton-Kaliberbezeichnung KT = KF 304 (Certina 304)

Beschriftung rückseitig: Croton / Aquamedico

Merkmale: Verstellschraube (wie bei allen folgenden Varianten) mit Münzschlitz, Skala S-F rechts neben der Schraube, Zentralsekunde

08_Croton-Acurator-Var-02.png

Die Variante 2 ist auf dem ZB und rückseitig noch mit „Croton Aquamedico“ bezeichnet, wurde aber bereits als „Acurator“ angeboten - so wie in dieser Annonce vom 3. Juli 1949:

09_The_Morning_Call_Sun__Jul_3__1949_Croton-Acurator-Aquamedico.jpg

Variante 3

Werk: Croton-Kaliberbezeichnung KT = KF 304 (Certina 304)

Beschriftung rückseitig: Croton / Acurator

Merkmale: Wie Variante 2, jetzt aber vorne und hinten mit „Acurator“ bezeichnet

10_Croton-Acurator-Var-03.png

Ich kann leider nicht sagen, wann genau der Wechsel von Variante 2 zu Variante 3 stattfand - in einer Annonce vom 29. Oktober 1950 hieß sie aber bereits „offiziell“ Acurator:

11_The_Philadelphia_Inquirer_Sun__Oct_29__1950.jpg

Kommen wir zur

Variante 4

Werk: Croton-Kaliberbezeichnung A3NC = AS 1290

Beschriftung rückseitig:: Croton / Acurator

Merkmale: Skala S-F links neben Verstellschraube

12_Croton-Acurator-Var-04.png

Hier kann ich endlich mal ein Realstück zeigen, denn meine jüngste Erwerbung ist eine Variante 4. Als sie eintraf, sah sie gar nicht so lecker aus:

13_Urzustand_Croton-Acurator_04_1600.jpg

Nach ein wenig Pflegeaufwand sieht sie schon mal halbwegs präsentabel aus (geht aber dennoch umgehend zum Uhrmacher, der ihr neben einer Revision auch ein neues Glas spendieren wird):

14_Croton-Acurator_03_1600.jpg

Das Zerlegen gestaltet sich aufgrund des Schmitz-Gehäuses ein wenig anders als sonst üblich: man löst die vier kleinen Schräubchen in den Gehäuseecken, danach lässt sich der Container mit Werk, Glasdichtung und Glas herausziehen, man zerrt beherzt an der Reißkrone - et voilà:

15_Croton-Acurator_07_1600.jpg


Der Gehäuse-Container von hinten mit der Verstellschraube:

16_Croton-Acurator_08_1600.jpg

Das Herzstück der Acurator ist aber die Innenansicht des Containers:

17_Croton-Acurator_09_1600.jpg

Neben der Patentnummer des Schmitz-Gehäuses, der Seriennummer etc. sieht man hier, worauf es ankommt: die sternförmige Feder mit vier Armen, von denen sich zwei kurze gegen den Gehäuseboden abstützen (und die Wasserdichtheit gewähren sollen), während der lange Arm in einer Ausnehmung angeordnet ist, welche als Drehbegrenzer fungiert. Ein weiterer kurzer Arm ist gegen das Werk gerichtet und weist eine Nut auf, in welcher der Rücker des Werkes eingreift, wodurch der Rücker von außen verstellt werden kann.

Das zugehörige Werk sieht dann so aus:

18_Croton-Acurator_11_1600.jpg

An diesem fällt auf, dass es mit „Aquamedico“ gekennzeichnet ist, was ich bei späteren Werken so noch nicht gesehen habe. Ferner ist die Croton-Kaliberbezeichnung erwähnenswert: A3NC. Ein Croton-Code für das AS 1290. Die Systematik der Croton-Bezeichnungen konnte ich nicht durchdringen - Fakt ist, dass es eine Vielzahl von Croton-Bezeichnungen für das AS 1290 gab: laut Marshall (C. & E. Marshall: „The Professional Watchmaker’s Practical Handy Manual“) steht für das AS 1290 neben A3NC noch ABNC, AJNC, A3RAN und A3RN. Eine dieser Bezeichnungen kann einem also begegnen, wenn man einer Croton mit AS 1290 konfrontiert ist.


Ebenfalls auffällig ist die Ausfräsung um den Rücker:

19_Croton-Acurator_13_1600.jpg

Diese Ausfräsung ist wohl bei einem normalen AS 1290 nicht vorhanden. Scheint so, als sei diese Ausfräsung nur bei der Acurator-Variante des AS 1290 präsent. Bei den anderen für die Acurator verwendeten Werken ist so eine Ausfräsung übrigens nicht zu finden.


Das ZB bietet einen erfreulichen, weil fast perfekt erhaltenen Anblick - auch der Zustand der Zeiger weiß zu gefallen.

20_Croton-Acurator_10_1600.jpg
 
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Da es für den Fall bereit lag, dass ich mal eine amerikanische Uhr in Edelstahl oder verchromt mit 16mm-Bandanstößen bekommen sollte, habe ich der Uhr ein amerikanisches Bellavance-Band gegönnt, dass der 31mm-Uhr doch recht hübsch steht, wie ich finde:

01_Croton-Acurator_01_1600.jpg

Die Variante 4 wurde eventuell bereits 1951, auf jeden Fall aber im Jahre 1952 angeboten, wie eine Annonce vom August 1952 nahelegt:

02_The_Coos_Bay_Times_Fri__Aug_8__1952_Acurator-AS1290.jpg

Im Jahre 1952 wurde auch die nächste Variante angeboten, nämlich die


Variante 5

Werk: Croton-Kaliberbezeichnung A3NC, A3RAN = AS 1290

Beschriftung rückseitig: Croton / Acurator / Shock-Resistant / Waterproof

Merkmale: Die Variante 5 entspricht weitgehend der Variante 4, kommt aber mit mehr Text auf der Rückseite daher. Ich sag‘ mal so: wer abendfüllende Lektüre auf dem ZB zu schätzen weiß, der greift sicherlich zu einer aktuellen Rolex. Freunde der Kurzgeschichte wären aber zumindest mit einer Croton der Varianten 5 - 7 gut bedient.

03_Croton-Acurator-Var-05.png

Wie Variante 4 wurde auch die Variante 5 vornehmlich im Jahre 1952 angeboten, wie hier in einer Anzeige vom März 1952:

04_The_Post_Crescent_Fri__Mar_28__1952_Acurator-AS1290.jpg

Man beachte bei dieser Annonce auch die Bezeichnung „Time Control“, die noch eine Rolle spielen wird.


Währen die bislang vorgestellten Varianten von hinten nur aufgrund von Nuancen zu unterscheiden sind, ist dies bei der nächsten Ausgabe denkbar einfach, nämlich bei der

Variante 6

Werk: Croton-Kaliberbezeichnung A3NAR = AS 1187

Beschriftung rückseitig: Croton / Acurator / Incabloc / Waterproof / Stainless Steel

Merkmale: bedingt durch das verbaute AS 1187 wanderte die Verstellschraube sehr weit nach rechts - die Beschriftung ist quer zur Krone ausgerichtet, nicht parallel, wie bei allen anderen Varianten

05_Croton-Acurator-Var-06.png

Ein Realstück der Variante 6 ist hier zu finden:


クロトン アキュレーター 4つビス防水ケース 1940年代 | VINTAGE WATCH | Curious Curio(キュリオスキュリオ)

Wie schon erwähnt - diese Variante ist sehr einfach als solche zu erkennen. Es scheint auch die meistverkaufte Variante zu sein, den Fotos dieser Variante findet man vergleichsweise häufig. Es ist bei dieser Variante allerdings schwierig zu sagen, wann sie verkauft wurde - eine gefundene Annonce stammt vom Januar 1952:

06_The_Park_City_Daily_News_Sun__Jan_27__1952_Var6.jpg

Damit wäre sie älter als die Varianten 4 und 5 - es kann also sein, dass die Variante 6 doch älter ist. Verwirrend an der Annonce: die Position der Krone in Bezug auf Beschriftung und Schraube. Sieht für mich so aus, als hätte der Grafiker es hier nicht allzu genau genommen. Wie auch bei einer anderen Werbeanzeige vom Mai 1953:

07_Clovis_News_Journal_Sun__May_31__1953.jpg

Hier stimmt die Kronenposition so überhaupt nicht - immerhin kann man aufgrund der Bezeichnung INCABLOC schlussfolgern, dass dies ebenfalls eine Variante 6 ist, denn nur diese, mit dem AS 1187 ausgerüstete Version kam bis dato mit einer Incabloc-Stoßsicherung daher.


Aus dem Jahre 1954 konnte ich keine einzige Werbung für die Croton Acurator entdecken. Erst 1955 kam die von außen regulierbare Croton wieder zurück - diesmal als

Variante 7

Werk: Croton-Kaliberbezeichnung A3DA = AS 1430

Beschriftung rückseitig: Time Control / Waterproof / Shockresistant / Incabloc / Stainless Steel

Merkmale: gänzlich neu gestaltete Uhr mit „Croton Nivada Grenchen“ auf dem ZB; S-F-Skala links der Verstellschraube

08_Croton-Acurator-Var-07.png

Bei dieser neu gestalteten Uhr gab man die Bezeichnung „Acurator“ auf und ersetzte sie durch „Time Control“ - sowohl vorne auf dem ZB, als auch hinten auf der Rückseite. Gleichzeitig wurde „Croton“ durch „Nivada Grenchen“ auf dem ZB ergänzt.

Dies scheint eine recht seltene Variante zu sein - ich habe bislang erst zwei Realstücke entdecken können:

1730-Croton Time Control

https://www.hug2watch.com/product/2915/นาฬิกาเก่า-croton-nivada-grenchen-ไขลาน-3


Angeboten wurde diese Variante 7 in den Jahren 1955 und 1956. Hier eine Werbung vom November 1955:

09_The_Courier_News_Wed__Nov_30__1955_Croton-Nivada-Time-Control.jpg

Und hier eine vom Mai 1956:

10_The_Coos_Bay_Times_Thu__May_31__1956_Croton_Time-Control.jpg

Und damit endete dann wohl auch der Verkauf dieser ungewöhnlichen Konstruktion. Jedenfalls konnte ich nach 1956 keine werbende Anpreisung dieses Kuriosums mehr finden.

Abschließend noch eine Zusammenstellung aller Varianten bzgl. Größe und Lage der jeweiligen Verstellschraube:

11_Croton-Acurator-Var-all.png

Weitere Uhren dieser Gattung sind hier natürlich gern gesehen!
 
Faisaval

Faisaval

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Hallo Martin,
wieder einmal von Dir eine sehr gelungene, da sehr informative und kurzweilige Vorstellung zur Marke Croton und zu einer wirklich exotischen Uhrengattung mit Feinregulierung für den Selfmademan. :klatsch:
Da drängen sich mir noch folgende Fragen auf:
Gab es diese Möglichkeit der Feinregulierung von Außen auch für Damenuhrenmodelle, oder war dies ausschließlich den Herrenuhrenmodellen vorbehalten?
Kann das zeitliche Ende dieser Uhren (ca. um 1956) mit dem Aufkommen der genaueren elektrischen Uhren, wie z. B. der Bulova Accutron in Verbindung gebracht werden?
 
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Marfin

Marfin

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Hallo Martin,

sensationell, was Du da ausgegraben hast! Tolle Uhren, tolle Recherche und tolle Fotos, was will man mehr. Leider kann ich sonst nichts beitragen, eine solche Uhr besitze ich nicht...
 
uwe733

uwe733

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Was es nicht alles gibt - so was habe ich bei einer Armbanduhr noch nicht gesehen. Vielen Dank für diesen überaus interessanten Beitrag! :super:

Viele Grüße aus Berlin, Uwe
 
CFG

CFG

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Grandiose Vorstellung einer ungewöhnlichen und hübschen Uhr, vielen Dank und weiter Freude mit ihr.
 
Phil_G

Phil_G

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Sehr interessant und informativ. Vielen dank fürs Teilen.
 
DRGM

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Hallo Martin, Uwe, CFG unf Phil_G,

Ich danke Euch für Eure freundlichen Worte!


@Faisaval (Valentin):

Damenmodelle mit dieser Art der Regulierung von außen sind mir noch nicht untergekommen. Übrigens kann hier von Feinregulierung wirklich keine Rede sein: die Verstellschraube lässt sich nur sehr schwer bewegen, so dass eine Regulierung - wenn überhaupt - eher im Minutenbereich zu erwarten ist. Eine echte Feinregulierung von außen ermöglicht nur die (Avia) Ajustor - bei der kann man tatsächlich sehr fein regulieren:

Avia Ajustor - Feinregulierung des Werkes von außen

Wohl auch bei der im obigen Beitrag angesprochenen Benrus - deren Funktionsweise habe ich aber ehrlich gesagt nicht verstanden.

Das Ende der Croton Acurator fällt wohl eher zufällig mit dem Erscheinen den ersten elektrischen Uhren zusammen (nebenbei: die ersten waren Hamiltons (3. 1. 1957) - Bulova kam erst um einiges später mit der Accutron um die Ecke). Ich denke, sie war einfach kein Verkaufsschlager, da wenig gefragt und verhältnismäßig teuer. Auch die Ende der 50er verkaufte (technisch sehr viel bessere) Ajustor war kein Renner. Eine denkbare Ursache: Otto Normalzeit hatte die falsche Vorstellung, dass eine Uhr, die man selbst regulieren musss, ja nicht sonderlich präzise sein kann.

Übrigens ist die Croton Acurator (bzw. die Nivada Reglavit) noch seltener zu bekommen, als die Ajustor.
 
Faisaval

Faisaval

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@DRGM (Martin), letzendlich handelte es sich bei diesen Uhren um eine technische Spielerei, die sich potentiellen Käufern nicht wirklich erschloss, da diese in erster Linie einfach verlässlich laufende Uhr haben wollten, nicht mehr aber auch nicht weniger.
 
JackDaniels83

JackDaniels83

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Eine hervorragende Zusammenfassung, vor allem dein Bild, das den Zusammenhang zwischen Knopfposition und Werk aufzeigt ist hervorragend und hab ich so noch nicht gesehen. Ich hab selbst sowohl eine Acurator als auch eine Ajustor und finde das Thema sehr interessant.

Außerdem gab es mit Verstellung von außen noch die King Seiko Modelle, die mir adhoc einfallen.
 
Brambilla

Brambilla

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Hochinteressant! Und absolut perfekt in Wort und Bild präsentiert. Vielen Dank für diese Vorstellung; das hat Sternstunden-Charakter :super:
 
Monk

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Martin, Chapeau!
Wieder einmal eine wirklich besondere Vorstellung einer besonderen Uhr bzw. einer Uhrenserie die etwas anders war. Klasse. Und wieder einmal etwas Neues erfahren.
Besten Dank dafür,

Grüße
Oliver
 
pallasquarz

pallasquarz

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Hallo Martin, wieder einmal die Zeit, Walter Kempowski, Tadellöser und Wolff, zu bemühen:

"Gott wirds Dir im Himmel lohnen, einstweilen vielen Dank" :klatsch:

Was immer Du hier schreibst, es hat die hohe Qualität,in gedruckter Form zu erscheinen.

Grüsse Christoph
 
JackDaniels83

JackDaniels83

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Hier ist meine Acurator mit AS 1194 Werk. Meine ist dann wohl eine Var. 6. Ich müsste aber nochmal nachsehen, ob ein AS 1187 (10½‴) oder 1194 (11½‴) verbaut ist.

IMG_6775.JPG

IMG_6776.JPG
 
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DRGM

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Hallo JackDaniels83,

Danke für das Zeigen Deiner Acurator! Das würde mich allerdings brennend interessieren, ob da ein AS 1194 oder ein AS 1187 drinsteckt! Wäre schön, wenn Du das Werk fotografieren könntest.

Mögliche Croton-Kaliberbezeichnungen gemäß Marshall für das AS 1187: AFRNC, AJRNC, AWRNC, A3AN, A3RNC oder A9RN. Das AS 1194 wird bei Marshall nicht gelistet, allerdings heißt es bei einigen der genannten Codes zum AS 1187: „10 ½ & 11 ½“. Kann also gut sein, dass de facto ein AS 1194 verbaut wurde.
 
JackDaniels83

JackDaniels83

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Kann ich heute Abend gerne machen. In meiner Datenbank steht zur Uhr das AS 1194, kann aber auch ein Fehler sein, weil die beiden Werke bis auf den Durchmesser ja komplett identisch sind.
 
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