CREDE - wie ein Schweizer Tauchclub in den 60er-Jahren zum Testzentrum wurde

Diskutiere CREDE - wie ein Schweizer Tauchclub in den 60er-Jahren zum Testzentrum wurde im Uhrencafé Forum im Bereich Uhren-Forum; Mit Blick auf die doch recht grosse Fraktion von Liebhabern alter Taucheruhren hier im Forum, vielleicht für den einen oder anderen interessant...
Roger Ruegger

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Mit Blick auf die doch recht grosse Fraktion von Liebhabern alter Taucheruhren hier im Forum, vielleicht für den einen oder anderen interessant:



Der Lac de Neuchâtel, seines Zeichens grösster See der Schweiz, ist seit 1957 auch Tauchrevier eines der ältesten Schweizer Tauchclubs, dem "Centre International de Plongée" (CIP-NE).

Wer heute das 1968 eingeweihte "Haus des Tauchers" des Clubs am Eingang von Neuenburgs grösstem Hafen (Port du Nid-du-Crô) besucht, ...


...findet dort noch immer dieses, m.M. recht vielsagende Schild vor, das als Ehrenmitglieder des CIP-NEs die Uhrenmarken Doxa, Favre-Leuba, Longines, Omega, Rolex und Squale/von Büren aufführt:


Angesichts der geografischen Nähe zu einem grossen Teil der Uhrenhersteller überrascht es nicht, dass das CIP-NE früher regelmässig für die praktische Erprobung von Taucheruhren unterschiedlicher Marken herbeigezogen wurde. Eher unbekannt dürfte dabei sein, dass man sich über mehrere Jahre bemüht hat, das Thema Praxistests mit Blick auf die Uhrenindustrie zu institutionalisieren: 1967 wurde (unter anderem auch zur Mitfinanzierung des offenbar etwas teurer gewordenen Neubaus) das "Centre de Recherches et d’Essais Dynamiques d’Etanchéité" (CREDE) lanciert, mit dem standardisierte Tests im grossen Stil angeboten werden sollten. Zeitweise erhoffte man sich laut Businessplan bis zu 10'000 Uhrentests pro Jahr und hatte sogar ein Gütesiegel für Taucheruhren geplant. Eine treibende Kraft dahinter war der damalige Besitzer und Gründer von Squale, Charles von Büren, der selbst passionierter Taucher war. Wenig überraschend, dieses Thema hat sich nicht durchsetzen können.

Nichtsdestotrotz: Im Rahmen des kürzlichen Jubiläums der Marke habe ich mich dennoch etwas in dieses Kapitel des Clubs einarbeiten wollen, das Resultat davon gibt's hier zu lesen: Das CREDE und die Uhrenindustrie

Nachtrag: Ich konnte zwar keinerlei Beweise dafür finden, bin aber ziemlich überzeugt, dass Doxa bei der praktischen Erprobung der unterschiedlichen Zifferblattfarben für die Sub 300 ebenfalls mit dem CESS (Centre d’Etudes et de Sports Subaquatiques) zusammengearbeitet hat. Bekannt ist derzeit nur, dass die Tests im Neuenburgersee stattgefunden haben, aber die Verbindung liegt m.M. nahe genug für etwas Spekulation, zumal das CREDE nachweislich auch solche Zifferblatt-Tests durchgeführt hat (ich konnte aber nur Belege für 1970 finden, was bekanntlich ein paar Jahre nach der Lancierung der Sub war).
 
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Gern geschehen!
 
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