Uhrenbestimmung Chronometer UK ?

Diskutiere Chronometer UK ? im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Hallo, nach den sehr guten Hinweisen bei meiner letzten Anfrage bitte ich um Hilfe bei der Bestimmung einer weiteren TU, die möglicherweise aus...
Q

quell

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Hallo,
nach den sehr guten Hinweisen bei meiner letzten Anfrage bitte ich um Hilfe bei der Bestimmung einer weiteren TU, die möglicherweise aus England kommt. Auf Zifferblatt und Werkrückseite sind keinerlei Marken zu sehen, auf dem hinteren Deckel nur die 14 C Punze und zweimal ein Frauenkopf ?. Auf dem Innendeckel ist folgende Widmung graviert: "Presente to Percy G. Fisher by the Officers & Members of the General Committee of the AAA". Einen Pery G. Fisher habe ich im Census UK 1881 tatsächlich gefunden. Besten Dank für jeden Hinweis.
Peter
 

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herrschneider

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Solche Recherchen finde ich hochspannend, denn man lernt so viel dabei. Etwa, dass ein Percy Fisher bei den Olympischen Spielen 1908 in Londen wohl eine wichtige Rolle als Vizepräsident/Sekretär/Repräsentant (die Quellen sind da uneinheitlich) der britischen Amateur Athletic Association (AAA) spielte.

Allerdings ein Percy L. Fisher, nicht Percy G. Fisher.

Details dazu im Buch Olympic Games of 1908 in London (Achtung, 16MB großes PDF)
 
Badener

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Hallo Peter,

das Werk hat einige Ähnlichkeiten mit diesem Werk von Gaydon: bidfun-db Archiv: Uhrwerke: Gaydon 18.5H8

Insbesondere die Befestigung des Spiralklötzchens ist sehr ähnlich. Ich konnte aber leider keine Referenz finden, dass Gaydon auch Chronographen hergestellt hat. Bei deinem Werk scheint sich der gesamte Chronomechanismus auf der Zifferblattseite zu befinden.

Ach ja: eine wunderschöne Uhr, Glückwunsch!

Gruß
Badener
 
Q

quell

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Hallo,
besten Dank für Eure Hinweise. Es deutet doch vieles auf UK 1880 bis 1910 hin. Gerne würde ich mir den Chronomechanismus hinter dem Zifferblatt ansehen, vielleicht sind dort auch Zeichen oder Bildmarken vorhanden. Hat jemand Erfahrung, wie man nachsehen kann ohne den Rückbau des Zifferblatts,, vielleicht mit Radar (Prüfung von Baumängeln) oder Röntgen ?
Peter

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Hallo,
hier stelle ich noch Fotos der drei Punzen auf der Innenseite des inneren Deckels und ähnlich auf der Innenseite des hinteren Deckels ein, von denen nur die zwei unteren einigermaßen deutlich sind (Frauenkopf), und von der Außenseite des hinteren Deckels ein. Hier kann man mit einiger Fantasie die Initialen PGF erkennen entsprechend der Widmung für Pery G. Fischer im Innendeckel. Was bedeuten die beiden Frauenköpfe ? Besten Dank für jeden Hinweis.
Peter
 

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Badener

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Hallo,

der Frauenkopf ist die Helvetia, der amtliche Schweizer Kontrollstempel für 750er Gold (seit 1882).

Gruß
Badener
 
Q

quell

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Hallo Badener,
Dank für Deinen Hinweis; dann wäre ein englisches Werk in ein aus der Schweiz nach London importiertes Gehäuse eingebaut worden. Wurde das öfters gemacht ? Unterhalb des Kronenaufzugs habe ich noch zwei leider undeutliche Bildmarken entdeckt (Fotos in Schräglicht anbei); die obere entspricht wohl der dritten Marke in den Deckeln, die untere besteht aus einem Stern oder Sonne und darunter ein Tierkopf ?. Was könnte das bedeuten ? Besten Dank für jeden Hinweis.
Peter
 

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pet.sch

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Hallo Badener,
Dank für Deinen Hinweis; dann wäre ein englisches Werk in ein aus der Schweiz nach London importiertes Gehäuse eingebaut worden. Wurde das öfters gemacht ?
wenn ich auch antworten darf ?

Nein das wurde eigentlich nie gemacht. Und hier ist das auch nicht so, denn das ist ein schweizer Werk sozusagen im englischen look, also englisch aussehend.
Da der englische Markt ein starker Markt war und die Käufer oft konservativ, haben sich einige schweizer Uhrenfabriken dem angepasst, indem sie ihre Werke so aussehen ließen als wenn es englische sind.
Die meisten "englischen" Chronographen und Repetieruhren gehören dazu.

Dieser Chronograph könnte von LeCoultre sein, einer dieser Hersteller.

Gruß
Peter (ebenfalls)
 
Q

quell

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Hallo Peter,

das Werk hat einige Ähnlichkeiten mit diesem Werk von Gaydon: bidfun-db Archiv: Uhrwerke: Gaydon 18.5H8

Insbesondere die Befestigung des Spiralklötzchens ist sehr ähnlich. Ich konnte aber leider keine Referenz finden, dass Gaydon auch Chronographen hergestellt hat. Bei deinem Werk scheint sich der gesamte Chronomechanismus auf der Zifferblattseite zu befinden.

Gruß
Badener
Besten Dank für Deine Angaben, die erstaunen. Es gibt nun zwei völlig unterschiedliche Meinungen:
1. Werk englisch vermutlich Gaydon London
2. Werk aus der Schweiz möglicherweise LeCoultre.
Geben die unterschiedlichen Punzen Hinweise, was nun zutrifft ?
Peter
 
Badener

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Hallo Peter,

"vermutlich Gaydon London" stimmt so nicht. Ich hatte nur festgestellt, dass es einige Ähnlichkeiten gibt, aber keine Referenz, dass Gaydon Chronographenwerke hergestellt hat. Andererseits konnte ich bisher auch kein LeCoultre-Werk finden, das deinem ähnlich sieht. Die erkennbaren Punzen liefern da m. E. keine weiteren Hinweise. Möglicherweise könnte die Zifferblattseite diese liefern. Da kommst du aber nicht dran, ohne die Zeiger und das ZB abzunehmen...

Gruß
Badener
 
Don Jorge

Don Jorge

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Allerdings ein Percy L. Fisher, nicht Percy G. Fisher.
Hmmmm...könnte das auf der Uhr bei näherer Betrachtung nicht auch Percy L. Fisher heißen?

Wenn ich das mal mit dem "G" und dem "L" im Wort "General" (vorletzte Zeile) vergleiche, dann bin ich mir gar nicht so sicher, ob der Buchstabe im Namen wirklich ein "G" ist.
 
Q

quell

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Vielen Dank für die interessanten Hinweise. Vielleicht können die Spezialisten mit dieser vergrößerten Darstellung des Namens entscheiden, ob es ein G oder ein L ist. Auf weitere Hinweise zur Herkunft des Werkes bin ich gespannt und danke im Voraus.
Peter
 

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Don Jorge

Don Jorge

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Könntest du bitte zum Vergleich noch eine vergrößerte Version des Wortes "General" einstellen, da sind ja beide Buchstaben enthalten. Ich halte das bis jetzt eher für ein verziertes "L".
 
Q

quell

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Mach ich gerne. Bin gespannt auf das Ergebnis. Besten Dank.
 

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Don Jorge

Don Jorge

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Danke, das ging ja fix! Hmmmmmmm....also für mich deutlich näher am "L" als am "G". Insofern könnte es sich wirklich um den von herrschneider gefundenen Percy L. Fisher handeln. Echt spannend!

:super:
 
pretium intus

pretium intus

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Hallole,
bevor die Diskussion des Werkes über die Herkunft Schweiz oder England beginnt, sollte man erstmal abklären um was für eine Hemmung es sich überhaupt handelt!
Spitzzahn=engl. lever= Englisch, da m.E. Schweizer NIE eine Uhr mit Spitzzahnhemmumg gefertigt haben.
Kann leider das Photo nicht genau deuten, aber es spricht alles für eine laterale Spitzzahnhemmung mit verdeckten Paletten!
Grüßle
Hans
 
Q

quell

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Danke, das ging ja fix! Hmmmmmmm....also für mich deutlich näher am "L" als am "G". Insofern könnte es sich wirklich um den von herrschneider gefundenen Percy L. Fisher handeln. Echt spannend!

:super:
Vielleicht zur Entscheidungsfindung noch eine vergrößerte Darstellung des Monogramms mit dem PGF oder PLF; im zweiten Bild ist der mittlere Buchstabe zur besseren Beurteilung herausgeschnitten und müsste also G oder L sein.
Besten Dank
Peter

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Hallole,
bevor die Diskussion des Werkes über die Herkunft Schweiz oder England beginnt, sollte man erstmal abklären um was für eine Hemmung es sich überhaupt handelt!
Spitzzahn=engl. lever= Englisch, da m.E. Schweizer NIE eine Uhr mit Spitzzahnhemmumg gefertigt haben.
Kann leider das Photo nicht genau deuten, aber es spricht alles für eine laterale Spitzzahnhemmung mit verdeckten Paletten!
Grüßle
Hans
Hallo Hans,
wie gewünscht ein paar Bilder des sichtbaren Teils der Hemmung; demnach müsste es eine englische Spitzzahnankerhemmung sein. Stimmt das und was kann man daraus für die Herkunft des Werks folgern.
Besten Dank für jeden Hinweis.
Peter
 

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Q

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Hallo,
besten Dank für alle Antworten und Anmerkungen. Da zur Klärung des Herstellers des Werks nun offenbar nur noch ein Blick hinter das Zifferblatt übrig bleibt, ging ich zu einem Uhrmacher, von dem bekanntist, dass er sich für alte Uhren interessiert und der offizieller Vertreter von Jäger-LeCoultre, Omega u.a. ist. Dort zeigte ich dem Uhrmachermeister den Chronometer, erklärte mein Anliegen und fragte nach dem Preis. Die Uhr sollte geöffnet, die Zifferblattseite inspiziert und von mir fotografiert und dann anschließend wieder zusammengebaut werden. Der Uhrmacher teilte mit, dass er das nicht machen wolle, da die Uhr seit vielen Jahrzehnten nicht geöffnet worden sei und deshalb Schäden wahrscheinlich seien, z.B. ein Bruch der Zeiger beim Abheben. Wenn ein Defekt vorliege, wäre dieses Risiko akzeptabel, in meinem Fall aber nicht. Wie ist diese Einstellung zu bewerten ?
Peter
 
Badener

Badener

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Hallo Peter,

da hat er grundsätzlich Recht. Die zentralen Chronographen-Sekundenzeiger sitzen sehr fest auf ihren Achsen, um beim Nullstellen nicht zu verrutschen. Da kann beim Abnehmen schon mal das Futter abreißen. Nur zum Ablichten der ZB-Seite würde ich das bei diesem Stück auch nicht machen. Aber ggf. im Zusammenhang mit einer Revision.

Gruß
Badener
 
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Chronometer UK ?

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