China-böller: Versuch einer Zerlegung

Diskutiere China-böller: Versuch einer Zerlegung im Uhren aus China Forum im Bereich Uhren-Forum; Ah, Danke, das werde ich mir mal durchlesen!
jesusfreak

jesusfreak

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Rrrrrrespekt.
Du trumpfst hier richtig gut auf mit deinem ersten Thread. Tolle und interessante Arbeit und klasse Fotos.
Kannst ja auch mal bei Gelegenheit etwas mehr von dir selbst erzählen, damit wir dich besser kennenlernen - jetzt, wo du hier im Boot sitzt ;-)

Gruß,
Thomas
 
HiJoe

HiJoe

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So, irgendwann muss das Werk ja mal entspannt werden. Das mit dem "am Click drehen" hat ja nicht geklappt, also habe ich den Click direkt rausgeschraubt.


Hier nochmal der Click im eingebauten Zustand. Er greift ins Sperrrad ein und sorgt dafür, dass es sich nur in eine Richtung drehen kann (eben beim Aufziehen, auf dem Foto im Uhrzeigersinn):
IMGP7149_k_3.jpg

Dann habe ich die Schraube vom Click heraus gedreht. Und es kam eine kleine Überraschung. Ich dachte immer, ein Click besteht aus drei Teilen: der Schraube, dem Metallplättchen mit diesen kleinen Stiften (wie ist nochmal der Fachbegriff?) und einer Feder. Na ja, DREI Teile sind natürlich viel zu viel, hat sich sicher der chinesische Ingenieur gedacht. Man kann auch mit ZWEI Teilen auskommen:
IMGP7175_k.jpg
Man sieht, hier besteht der Click nur aus der Schraube und einem Ring. Ach ja, wenn man den Click heraus nimmt (oder ihn entriegelt), dann muss man natürlich die Krone festhalten, da sich die Feder sonst blitzartig entspannt. Die Krone dann langsam durch die Finger gleiten lassen, bis die Spannung weg ist.

Hier die Stelle, an der der Click vorher sass, jetzt ist er ja weg:
IMGP7179_k_2.jpg

OK, jetzt, wo das Werk entspannt ist, kann die Unruhe raus.

Stay tuned.
 
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el_relojero

el_relojero

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@HiJoe:

Wenn ich es richtig verstanden habe, hast Du intuitiv alles richtig gemacht. Idealer Weise bleibt der Rotor an der Automatik Einheit, so wie Du es gemacht hast. Im zerlegten Zustand wäre jetzt das Lösen der Rotor Schraube (sie greift im kleinen Zahnrad darunter) kein Problem, aber nicht wirklich erforderlich.

Gruss
Nico (el_relojero)

P.S.: Meine Kings&Queens hat übrigens ein anderes Automatik Werk mit einer anderen Befestigung des Rotors (siehe [post=856886]hier[/post]).
Ich glaube, Dein Werk ist die (skelettierte) Automatik Version des Shanghai Kaliber ZSE (siehe "Fürchterliche Skelettuhr"), wogegen es sich beim DG2813 in der K&Q um einen Nachbau des Miyota 8215 handelt.

Edit:
Du bist schon wieder weiter, auch ohne Lupe. Chapeau! So weit war ich noch nie, trotz Lupe.
 
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ketap

ketap

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Hallo,

Klasse Sache die Du hier vorstellst.
Da bin ich wirklich gespannt wie das "Puzzle" weiter geht.
VIELEN dank für die KURZWEILE.

Ketap
 
M

meistermax

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huhu,

echt klasse was du machst .. so bekommt man echte uhrenerfahrung..

viel glück weiterhin... und berichte weiter..

echt klasse

maxi
 
derbulle

derbulle

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Habe ich übrigens schon erwähnt, dass Fotografie eines meiner Hobbies ist? ;-)
Na da wäre doch im Leben keiner drauf gekommen. :D


Eine sehr interessante Ausführung mit tollen (von der Qualität) Bildern.
Hier kann man wirklich was lernen.

Meine bessere Hälfte hat mit übrigens einen ähnlich hochwertigen Werkzeugkoffer geschenkt. Ich habe aber noch kei Opfer gefunden.
 
HiJoe

HiJoe

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Jetzt kann die Unruhe mitsamt Halterung heraus.

Das Foto hatten wir zwar schon, aber egal, hier sieht man die Unruhe (Spiralfeder, Schwungrad, Halterung, Stoßsicherung) im eingebauten Zustand. Um den ganzen Kloben zu entfernen muss man nur die eine Schraube (im Bild rot markiert) herausdrehen:
IMGP7142_k_2.jpg

Dann hebt man den Kloben mit allem, was dran hängt, ab. Man muss etwas aufpassen, dass das Schwungrad nirgendwo hängen bleibt und man sich die Feder nicht zu sehr verbiegt.

Hier die Unruhe im ausgebauten Zustand. Man kann erkennen, dass das Ende der Feder fest in eine Halterung eingeschraubt ist (grün). Dann ist die Feder noch durch eine zweite Halterung (rot) durchgeführt, aber nicht fest fixiert. Hiermit kann man die effektive Länge der Feder einstellen und somit die Schwingfrequenz (Rücker). Dann sieht man auch noch den Ellipsenstein (blau), der den Anker mitnimmt:
IMGP7183_k_3.jpg


Ich glaube, in diesem Zustand werde ich die Unruhe belassen und sie nicht noch weiter demontieren. Als nächstes käme dann der Anker dran, denke ich.
 
SethG

SethG

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Das ist ja sehr interessant hier. Da muss ich mal weiter lesen. Bin gespannt.
Danke auch für die Mühe.
 
el_relojero

el_relojero

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@HiJoe:

Das wird ja immer besser! Selten so gute und lehrreiche Fotos gesehen, z.B. vom Ellipsenstein.

Und ja, die Unruh solltest Du so lassen, zusammen mit Kloben und Spirale. Sieht übrigens erstaunlich gut aus, die Spirale.
Die grün umrandete "Halterung" ist übrigens das "Spiralklötzchen" und die rot umrandete Führung, von Dir korrekt als "Rücker" bezeichnet und dessen Funktion Du gut beschrieben hast, heisst auch "Spiralschlüssel".

Gruss
Nico (el_relojero)
 
postoyannaya

postoyannaya

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Hallo HiJoe,

tolles Projekt und echt klasse Bilder!
Da möchte ich dich mal was fragen, und zwar habe ich zwei *********** hier, die jeweils eine kleine Sekunde und einen normalen Sekundenzeiger haben. Das nervt mich. Ich würde gerne den normalen Sekundenzeiger rausnehmen. Ist das schwierig oder muss man dazu alles ausbauen? Das kann ich definitiv nicht.
Und ich will auch mit der Uhr nicht zum Uhrmacher, da schäme ich mich ja zu Tode :-)
 
el_relojero

el_relojero

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Hallo Tobias

Eine gute Idee und eine gute Frage, deren Antwort eindeutig HiJoe zusteht.
Soviel will aber auch ich Dir schon verraten: Du kannst es Dir selber zutrauen!

Gruss
Nico
 
roadsternet

roadsternet

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hallo absolut klasse....
ganz dickes danke,bislang ist die qualität des werkes ja garnicht so schlecht.
gruss lars
 
ChasseurLeCoultre

ChasseurLeCoultre

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Eine geniale Idee. Ich würde allerdings lieber eine russische Uhr nehmen. Dort hat man wenigstens ein Werk das man TATSÄCHLICH auseinander nehmen und wieder zusammen setzen kann. Dieses hier hat mehr was von einer aufblasbaren Puppe. Hat einfach keinen Sinn :D

Ich denke ich werde meine gebrauchte Wostok auch mal auseinander nehmen :)
 
6694

6694

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Ich bin echt begeistert von der Qualität Deiner Fotos. Dieser Thread macht echt Spaß.

Gruß, Reinhard
 
el_relojero

el_relojero

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Liebe Forumsleitung, liebe Moderatoren

Angesichts der hohen didaktischen Qualität dieses Fadens, sowohl betreffend das Vorgehen als auch, und dies ganz speziell, die Fotos, möchte ich anregen, diesen Faden in die Uhrenwerkstatt des Forums zu verschieben.
Es handelt sich zwar um eine chinesische Uhr, aber das tut der didaktischen Qualität keinen Abbruch. Im Gegenteil, es regt zur Nachahmung an, angesichts des extrem günstigen Anschaffungspreises eines Probeobjekts.
Ein weiteres "Pro Argument": Man könnte anhand der hervorragenden Fotos fundiert über Qualität oder Nicht-Qualität dieses China Uhrwerks diskutieren.

Gruss
Nico (el_relojero)
 
citizen

citizen

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wo die Borussia spielt
ChasseurLeCoultre schrieb:
.....
Dieses hier hat mehr was von einer aufblasbaren Puppe. Hat einfach keinen Sinn
....
Q.E.D. Nicht immer so voreilig urteilen...

Ansonsten sämtliche Daumen hoch für das Projekt, welches von mir mit Interesse verfolgt wird (tolle Bilder inklusive). :super:

Ich drücke eben diese, dass du das Werk auch wieder remontiert bekommst, HiJoe.
 
HiJoe

HiJoe

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Hallo Tobias

Eine gute Idee und eine gute Frage, deren Antwort eindeutig HiJoe zusteht.
Soviel will aber auch ich Dir schon verraten: Du kannst es Dir selber zutrauen!

Gruss
Nico
Also hier darf und soll natürlich jeder alle Fragen beantworten, nur zu! ;-)

Ich würde den Sekundenzeiger wie folgt ausbauen:

1. Rückseite der Uhr öffnen. Ist der Deckel nur angedrückt, so geht das mit einem Messer oder Schraubenzieher. Ist der Deckel verschraubt, so braucht man einen Bodenöffner. Den gibts für ein paar EURO bei Ebay.
2. Um das Werk aus dem Gehäuse zu nehmen, muss die Aufzugswelle raus. Dazu gibt es auf der Rückseite der Uhr in der Nähe der Welle normalerweise einen kleinen Druckknopf. Den kann man auch auf den Fotos hier in dem Thread sehen. Den Druckknopf muss man drücken (was sonst) und kann dabei die Welle rausziehen.
3. Dann das Werk aus dem Gehäuse nehmen.
4. Der Sekundenzeiger soll nicht gerade laufen, wenn man ihn abzieht. Am einfachsten wird es sicher sein, die Uhr auslaufen zu lassen. Ansonsten muss man die Feder entspannen.
5. Den Sekundenzeiger einfach mit einer Pinzette oder per Fingernagel abziehen.
6. Werk wieder ins Gehäuse setzen, Aufzugswelle wieder reinstecken (dabei abermals den Druckknopf drücken), Deckel schliessen.
7. Fertig

Aber ACHTUNG: so würde das bei der von mir auseinandergenommenen Uhr gehen. Kann bei Tobias' Uhr natürlich etwas anders sein. Alles auf eigene Gefahr! :D
 
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HiJoe

HiJoe

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So, ein Teil habe ich noch demontiert, den Anker.


Hier der Anker noch in Position. Die Unruhe ist ja schon weg. Um den Anker auszubauen, muss man nur die Ankerbrücke lösen (rot markierte Schraube):
IMGP7185_k_2.jpg

Dann die Brücke und den Anker entnehmen. Hier sind die drei Teile (Brücke, Anker, Schraube) zu sehen, man sieht auch gut die Palettensteine (heissen die so?):
IMGP7207_k.jpg

Hier die Stelle, an der der Anker mal gewesen ist. Man sieht das Ankerrad, den Lagerstein für den Anker (großer, roter Stein), den Lagerstein der Unruhe (kleiner, roter Stein) sowie die zwei "Anschlagzapfen" des Ankers. Die zwei messingfarbenen Räder im Hintergrund (eines oben, eines unten) sind - wenn ich das richtig einschätze - für die Minute (das Untere) und die Sekunde (das Obere):
IMGP7205_k.jpg


Ohh man, so langsam wird mir Angst und Bange vor dem Zusammenbau. Die Teile sind ECHT KLEIN. Ohne Lupe geht hier nichts mehr. Ich habe schon Angst, ein Teil einzuatmen. Wenn eines runterfällt, und sei es nur eine Schraube, finde ich es nie mehr wieder und die edle Uhr ist ein Totalschaden.

Hier mal zwei Größenvergleiche.

1. Ankerteile mit meinem Zeigefinger (nein, ich habe keine großen Hände. Zum Glück sind meine Fingernägel nicht ganz kurz, die musste ich schon einsetzen :) ):
IMGP7208_k.jpg

2. Ankerteile auf einer Ein-Cent Münze:
IMGP7211_k.jpg


Nee, ohne Lupe mache ich keinen Schritt mehr weiter. Ausserdem ist das Wochenende 'rum. Bis zum nächsten Teil wird es also ein paar Tage dauern.

Stay tuned!
 
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el_relojero

el_relojero

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Also hier darf und soll natürlich jeder alle Fragen beantworten, nur zu! ;-)
Nett, dass Du so denkst, HiJoe. Aber Du gestaltest diesen hervorragenden Thread, dann hast auch Du das Vorrecht, finde ich.

Noch ein paar kleine Ergänzungen zur guten Anleitung von HiJoe:
ad 2.: Zum Drücken des Knopfes muss die Aufzugswelle bei manchen Uhren halb oder ganz gezogen sein. Ausprobieren! Versuch und Irrtum hilft.
ad 2.: Statt des Druckknopfes haben manche Uhren eine Schraube. Diese Schraube nur etwa lockern, nicht ganz heraus schrauben! (sonst kann das Gewinde-Gegenstück verrutschen und es wird komplizierter)
ad 5.: Es gibt spezielle Zeigerheber. Diese machen die Aktion einfacher. Es geht aber auch ohne, wie HiJoe schreibt. Ich persönlich komme mit den Fingernägeln besser klar als mit einer Pinzette.
ad 5.: Zur Schonung des ZB kann man Papier unterlegen. Einfach 2 kleine Stück Papier (etwas grösser als das ZB) schlitzen und um 180° versetzt zwischen Zeiger und ZB über die Zeigerachse schieben.
Speziell in Deinem Fall, Tobias, ist Punkt 5 besonders einfach. Du musst ja nicht alle Zeiger, sondern nur den Sekundenzeiger entfernen. Und das ist der oberste. Ausserdem dürfte er dabei sogar verbiegen oder kaputt gehen, weil Du ihn ja nicht wieder montieren möchtest.

Viel Erfolg und Gruss
Nico (el_relojero)


Edit:
Habe gerade gesehen: Du präsentierst ja schon Teil 6!
Einfach Klasse, was Du da machst, HiJoe. Superbe Bilder. Und alles ohne Lupe!
Was den Zusammenbau betrifft: Bei diesen Bildern und mit Deinen guten Augen (und wohl auch ruhigen Händen) hätte ich da keine Bedenken. Aber eine Lupe solltest Du schon haben :-P
 
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