Cavalry - Kurzvorstellung mit offenen Fragen

Diskutiere Cavalry - Kurzvorstellung mit offenen Fragen im Vintage-Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Guten Abend zusammen, vor einigen Tagen kam diese Uhr aus London bei mir an: CAVALRY INCABLOC steht auf dem Zifferblatt...
WD-ED17

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Guten Abend zusammen,

vor einigen Tagen kam diese Uhr aus London bei mir an:
CAVALRY INCABLOC steht auf dem Zifferblatt:

IMG_5589.JPG

Edelstahlgehäuse Durchmesser 34 mm, geschraubter Edelstahlboden
Der Verkäufer hatte auch ein Bild des Werkes eingestellt und hauptsächlich wegen der Feinregulierung, die ich so noch nicht in natura gesehen hatte, interessierte mich diese Uhr.

IMG_5593.JPG

Noch vor der Demontage suchte ich bei Ranfft und glaubte, schnell fündig geworden zu sein, ein FEF 210-1!
Nur eben mit dieser Feinregulierung.

Dann brachten mich aber die Kennzeichnungen auf der Platine durcheinander: Auf der ZB- Seite steht FEF 310:

IMG_5594.JPG

und unter der Unruh ist noch eine 311 eingestanzt:

IMG_5601.JPG

Kann mir hier jemand weiterhelfen?
Ich habe mich jetzt erst einmal an die Punze auf der ZB- Seite gehalten, den Suffix für die indirekte Zentralsekunde hinzugefügt und führe dieses Werk in meinen Unterlagen als FEF 310-1.
Ob das so stimmt? Vielleicht ist es ja auch ein FEF 311-1, keine Ahnung....
Auf jeden Fall läuft sie jetzt wieder mit tollen Gangwerten, ein schönes altes Werk, wie ich finde:

IMG_5603.JPG

Das Zifferblatt habe ich gereinigt und die alte Leuchtmasse behalten:

IMG_5598.JPG

Es hat eine eigene Nummer auf der Rückseite und einen Stempel: "Louis Jeanneret Chaux de fonds"

IMG_5607.JPG

Im Internet habe ich den Nachnamen Jeanneret in Chaux de Fonts desöfteren gefunden, jedoch nicht mit diesem Vornamen.
Vielleicht weiß je einer von Euch mehr darüber?

So sieht sie jetzt aus (die fehlende Schlaufe am Band abe ich inzwischen ergänzt!):

IMG_5609.JPG
IMG_5611.JPG
IMG_5614.JPG

Ich würde mich freuen, wenn sich jemand findet, der mir noch etwas zu dieser Uhr sagen kann und wünsche allen einen guten Start in die neue Woche!

Stefan aus Woltersdorf
 
Hape

Hape

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Hallo Stefan,

tolle Arbeit & die Uhr gefällt mir gut. Sie trifft auch meinen Geschmack...
Leider kann ich zum Marke etc. nichts beitragen. Aber da gibt es hier im Forum ja Spezialisten, die sich sicher auch noch melden werden.

Eine Frage hätte ich an dich: Wie bzw. womit hast du die Leuchtmasse auf dem Zifferblatt wieder so gleichmäßig hell bekommen?
 
Weckerfreund

Weckerfreund

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Hallo,

Louis Jeanneret S.A. Adresse: Rue Numa-Droz 141, La Chaux-de-Fonds ist als Zifferblatthersteller 1962 gelistet gewesen.

Das war's! Ansonsten scheint es wirklich einige Jeannerets in der Stadt gegeben zu haben.

Viele Grüße

Andreas
 
falko

falko

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Interessante Uhr und schöne Arbeit! Laut Mikrolisk war der Hersteller die Anglo-Swiss Watch Co. , E.O. Gammeter & Cie, Solothurn.
 
Badener

Badener

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Hallo,

das Werk würde ich auch als FEF 310-1 einsortieren. Das 311 gab es meines Wissens nicht mit Zentralsekunde. Die Kurvenscheiben-Feinreglage wurde möglicherweise vom Hersteller der Uhr dem Werk beigefügt. Oder auch erst später durch einen Uhrmacher.

In dieser Kombination auf jeden Fall eine interessante Uhr mit einem interessantem Werk.

Gruß
Badener
 
WD-ED17

WD-ED17

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Guten Morgen zusammen und vielen Dank für Eure schnellen Antworten!
Das sind ja schon recht interessante Angaben.
@Badener: laut Ranfft hat es das 311-1 ja auch gegeben, dann wohl mit direkter Zentralsekunde, hmmm. Allerdings hat er für eine Unmenge an Kalibern nur 2 Bilder, wer weiß. Ich bleibe dann mal bei der 310-1, vielleicht ist die 311 auf der Brückenseite der Platine eine frühe Seriennummer. Was würdest Du zum Alter sagen? Ca. 1940?

@Peter + lowrider: Wenn die Leuchtmasse noch richtig fest sitzt und nicht bröselt, reinige ich sie brachial mit Breff Power-Reiniger, anschließend fixiere / versiegele ich mit Zaponlack. In diesem Fall hatte ich auch noch Glück, dass die Flächen für die Leuchtmasse vorher weiß lackiert waren, so dass Fehlstellen kaum auffallen. Ein wenig konnte ich damit auch die Beschriftung aufhellen und die Minuterie erwies sich als unverwüstlich.
Wie immer bei solchen Arbeiten ist das rechtzeitige Aufhören am wichtigsten, aber das wisst Ihr ja alle selbst....

Viele Grüße!
 
Faisaval

Faisaval

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Hallo Stefan,

zum Werk kann ich leider nicht Weiteres beitragen, möchte Dir aber zu der schönen Uhr und vor allem zu Deiner tollen Arbeit gratulieren. :klatsch:
Ich bin immer wieder erstaunt und begeistert, mit welcher Finesse und Geschick Ihr solche Werke und ganze Uhren wieder auf Vordermann bringen könnt. Eine Sache die mir leider nicht möglich ist. Klasse!!!

Viele Grüße
Valentin

p.s. zur Anglo-Swiss Watch Co. konnte ich herausfinden, dass sie, ähnlich wie die West End Watch Co, vor allem auch in Indien einen großen Absatzmarkt hatte. 1909 wurde in Kalkutta eine eigene Produktionsstätte gegründet.

Aus folgendem Forum: Silver Forums at 925-1000.com

konnte ich dieses Foto und die Beschreibung des Unternehmens von 1917 finden, welche ich nachfolgend zitiere:

"ango-swiss 1909.jpg"

" THE ANGLO-SWISS WATCH COMPANY

4 Dalhousie Square, Calcutta

The most remarkable success has attended the efforts of Mr. E. O. Gammeter, the proprietor of the Anglo-Swiss Watch Company since he commenced business at 4 Dalhousie Square, Calcutta, in the month of October 1909. Little more than seven years ago he occupied one small room, and being fortunately well equipped with necessary tools and up-to date appliances for the watchmaking trade, and possessing an indomitable spirit enabling him to overcome difficulties, he soon proved himself to be a man who was confident that his practical experience in his own line of business would eventually be widely recognized by the inhabitants of the city.

Four assistants provided all the help that Mr. Gammeter required in those days, but no better proof can be given of the immense expansion of the business than to point to the fact that employment is now found for about fifty Indian workmen and clerks and some ten European assistants.

All employees are of the highest ability in their respective grades, and expert Europeans supervise all work carried out on the premises, whether it be the oiling and cleaning of an ordinary timekeeper or the manufacture of a wheel or some other intricate piece of mechanism of the most delicately made watch. The watch-making department is fitted with up-to-date labour-saving appliances, and that important work, as well as the execution of repairs, is either personally executed or is controlled by highly qualified Europeans who hold diplomas for conspicuous skill in both theoretical and practical knowledge.

The company's claim to be the largest importers of watches and clocks in the East is not difficult to be understood when one sees the huge stock of all classes of goods which they always maintain, and is, further, made acquainted with the very wide area of the firm's activities.

As wholesale watchmakers and jewellers they supply more than five hundred European and Indian firms in the trade with their requirements, while their business connections extend throughout the whole of India, as well as in Burma, Ceylon, the Straits Settlements, Java, Sumatra, and even as far as British East Africa.

A special feature is made of the " Cavalry " lever wrist watch, which has made a coveted name for itself in the East as a reliable, durable, accurate, and
distinctly serviceable timekeeper. These watches have recently been provided with " Tropical " non-oxidising silver cases, guaranteed not to become black, even in India, where the climate plays havoc with the best silver of the ordinary kind. The company are patentees and sole manufacturers of the " Novelty," "Simplex," and " Saddle Novelty " wrist watch bands.

The jewellery manufacturing department is a comparatively new venture, but it is already full of promise of success, and the most intricate and frail pieces of plain gold and gem-set jewellery (hitherto obtained from Birmingham or the Continent of Europe) is being manufactured by the company in their workshops by highly skilled Indian workmen under the supervision of a European lapidarist.

The company have been compelled to enlarge their accommodation from time to time, and although the floor space occupied by offices, show, and workrooms today is fully twelve times greater than in 1909, the need for further room is keenly felt by the proprietor, and it cannot be long before he will be under the necessity of meeting this deficiency.

The home offices and factory of the company are at Quartier de I'lndustric, Soleure, Switzerland.

Source: Bengal and Assam, Behar and Orissa. Their History, People, Commerce, and Industrial Resources - Compiled by Somerset Playne FRGS, assisted by J.W. Bond. Edited by Arnold Wright - 1917"


Zudem fand ich noch dieses Foto des Unternehmens in Kalkutta von 1959

Anglo-Swiss watch Dalahouse Square Kolkata 1959.JPG

Viele Grüße
Valentin
 
Zuletzt bearbeitet:
tgrassner

tgrassner

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reinige ich sie brachial mit Breff Power-Reiniger
Bei versilberten ZB sollte man da allerdings extrem vorsichtig sein. Trifft in diesem Fall ja nicht zu, aber nur mal so als Anmerkung...

Tolle Arbeit! :super:
 
lowrider

lowrider

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@Peter + lowrider: Wenn die Leuchtmasse noch richtig fest sitzt und nicht bröselt, reinige ich sie brachial mit Breff Power-Reiniger, anschließend fixiere / versiegele ich mit Zaponlack. In diesem Fall hatte ich auch noch Glück, dass die Flächen für die Leuchtmasse vorher weiß lackiert waren, so dass Fehlstellen kaum auffallen. Ein wenig konnte ich damit auch die Beschriftung aufhellen und die Minuterie erwies sich als unverwüstlich.
Wie immer bei solchen Arbeiten ist das rechtzeitige Aufhören am wichtigsten, aber das wisst Ihr ja alle selbst....

Viele Grüße!
Vielen Dank, das klingt wirklich brachial....
 
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