Casio und die Qualität - verklärte Erinnerungen??

Diskutiere Casio und die Qualität - verklärte Erinnerungen?? im Uhrencafé Forum im Bereich Uhren-Forum; Kann es sein, dass bei Vielen sich schon so langsam "Früher war Alles besser" eingeschlichen hat? Bei meinem Vater existiert noch die silberne...
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Karstenuhr

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Kann es sein, dass bei Vielen sich schon so langsam "Früher war Alles besser" eingeschlichen hat?

Bei meinem Vater existiert noch die silberne AQ230, original gekauft Anfang der 90er. Ich habe sie auch selbst zur Überbrückung eine Zeit lang in der Schule getragen, bis ich eine neue Uhr hatte.
Und ich erinnere mich noch mit Grausen an das haarunfreundliche, ziepende, scharfkantige Band einfachster Machart. Und auch sonst war die Uhr einfachste Machart, weder sportlich noch elegant und auch nicht "sportlich-elegant", für meinen Geschmack, sondern eben einfach nur "simpelst". Ich würde diese Uhr auch in der alten Version, noch mit Metallgehäuse, heute nichtmal geschenkt haben wollen.

Vermutlich ist sie noch funktionstüchtig, aber momentan ohne Batterie, glaube ich.

Die einzige Casio, die ich selbst besitze, ist die klassiche F91 Schwarz, gekauft 2017. Und auch nur Die würde ich wieder kaufen, falls die Qualität konstant bleibt. Superleicht, bequem, die ewig lange Batterielebenszeit, die hohe Verfügbarkeit, meinetwegen auch der Kultfaktor, etc..

Aber die anderen Casio, auch in der Altversion, naaah. Ich glaube, da spielt zu viel Nostalgie bei Vielen mit rein.
 
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ticktack85

ticktack85

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Die Uhr, die Du hier verbal zu zerlegen versuchst, genießt Kultstatus :-)
Wird seit Jahrzehnten so produziert und verkauft. Nicht ohne Grund. Dir gefällt Sie halt nicht. Abertausenden jedoch gefällt die Uhr.

Qualitätsmängel bei Casio auch im günstigen Segment? Mir nicht bekannt... Du bekommst, was Du bezahlst.
 
Mueller27

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Bei meinem Vater existiert noch die silberne AQ230, original gekauft Anfang der 90er. Ich habe sie auch selbst zur Überbrückung eine Zeit lang in der Schule getragen, bis ich eine neue Uhr hatte.
Und ich erinnere mich noch mit Grausen an das haarunfreundliche, ziepende, scharfkantige Band einfachster Machart. Und auch sonst war die Uhr einfachste Machart, weder sportlich noch elegant und auch nicht "sportlich-elegant", für meinen Geschmack, sondern eben einfach nur "simpelst". Ich würde diese Uhr auch in der alten Version, noch mit Metallgehäuse, heute nicht mal geschenkt haben wollen.

Hallo Themenstarter,

ich wüsste jetzt nicht genau was ich aus deinem Runtermach-Post schlußfolgern soll.

Die von Dir genannte Uhr kosten in Deutschland regulär aktuell 39€, inkl. Mehrwertsteuer, Händlermarge und Gewährleistung.
In den 1990er Jahren dürfte es die Uhr also bei KARSTADT für vielleicht 29,99 DM gegeben haben.

In der Preislage sind ordentliche Stahlbänder nicht machbar. Weder heute noch vor 30 Jahren. Da muss ein Band nur "halten", und wenn es diese Aufgabe 10 Jahre erfüllt, dann hat es seinen Job gemacht.

P.S. Die andere von Dir genannte CASIO hat ein Kunststoff-Band, kein Stahlband.
 
T. Freelancer

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2037 wir man Deine F91 vielleicht ganz anders bewerten. Glaskugel eben. Es wird vielleicht nur noch federleichte Papyrus Uhren geben. Vollimprägniert natürlich. Oder direkt in die Funktionskleidung oder Virtual Eye integrierte Apps??
 
K

Karstenuhr

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Hallo Themenstarter,

ich wüsste jetzt nicht genau was ich aus deinem Runtermach-Post schlußfolgern soll.

Es geht in erster Linie um die Frage aus dem Titel, ob bei Vielen womöglich die Erinnerungen schon verklärt sind. Weil ich in den letzten Jahren vermehrt höre, dass die damaligen Casio so viel besser gewesen sein sollen. Aber gerade bei der Altersgruppe kommen mir eben Zweifel, ob die Realität noch mit den Erinnerungen übereinstimmt.

Die obige Casio AQ230 dient nur als Beispiel.
 
Mueller27

Mueller27

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Weil ich in den letzten Jahren vermehrt höre, dass die damaligen Casio so viel besser gewesen sein sollen.
Habe ich noch nie gehört, dass Uhren vor 30 der 40 Jahren von der Verarbeitung und Haptik besser als heute gewesen sein sollen, weder von CASIO noch von irgendeiner anderen Marke.

Wenn man im gleichen Preisbereich bleibt, also Äpfel mit Äpfeln vergleicht - und man bestimmte Marken, deren Preisgefüge primär Image-getrieben ist, raus nimmt - so ist doch allgemein Konsens, dass ich heute für gleiches Geld mehr Uhr bekomme.
Der Grund dafür ist einfach: Der inzwischen erreichte Grad der Automatisierung, der nicht nur die Lohnkosten gesenkt hat sondern auch die Qualität der Produkte gesteigert hat und die Verlagerung immer weiterer Teile der Produktion in Niedriglohnländer, welche heute wiederum selbst einen hohen Grad an Professionalität erreicht haben.
 
Spitfire73

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Es geht in erster Linie um die Frage aus dem Titel, ob bei Vielen womöglich die Erinnerungen schon verklärt sind. Weil ich in den letzten Jahren vermehrt höre, dass die damaligen Casio so viel besser gewesen sein sollen.
Ich bin ja ein großer Casio-Fan und sehe nicht, dass da in den letzten Jahren die Qualität nachgelassen hätte. Gerade nicht im Vergleich zu "früher". Gut, eine meiner F91W hatte mal einen Micropartikel unter Glas. Kurz gegen den Handrücken geklopft verschwand er auf Nimmerwiedersehen in irgendeinem Gehäuseeck. Ansonsten sehe ich bei Casio routinierte Qualität und die erstaunlich hoch für die geringen Preise.

Dass generell "früher alles besser" gewesen sein soll, ist natürlich trotzdem ein oft anzutreffender Standpunkt. Die Mängel von damals hat man meist verdrängt, vergessen oder gar nicht erst bemerkt weil man noch kein Auge dafür hatte. Und die Preise von damals werden sowieso gern im Licht der Einkommen von heute verklärt. Nein, früher war nicht alles besser sondern oft sogar schlechter. Der Ausschuß von damals ist aber längst entsorgt. Was heute noch läuft, ist nur der bessere Teil. Viele sehen nur den und folgern dann daraus, alles wäre damals so langlebig und hochwertig gewesen. Ein klassischer Fehlschluss.

Gruß
Helmut
 
Sedi

Sedi

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Na ja, keine so ganz triviale Frage. ZB bei den G-Shocks hatten nun mal alle Ur-Modelle, wie die DW-5000C, die DW-5700 oder sogar die erste "Mudman" DW-5500 unter dem Resinmantel ein Stahlgehäuse. Das wurde später alles durch Plastik ersetzt, bis man sich bei bestimmten "Jubiläums"- oder Sondermodellen wieder auf das Stahlgehäuse besonnnen hat und wieder welche damit anbot. Ich weiß gar nicht mehr, mit welchem Modell das wieder gemacht wurde.
Dafür haben zB früher die alten Mini-Glühbirnchen weder solange gehalten wie die spätere EL-Beleuchtung oder gar LEDs, die vermutlich noch länger halten, wenn sie auch keine so schön gleichmäßige Beleuchtung machen.
Dann musste man auch eine Zeit lang überhaupt Casios außerhalb der G-Shock-Reihe (und da auch nur bei den Hochpreismodellen wie MRG, Frogman, etc) im Stahlgehäuse mit der Lupe suchen, wenn sie digital sein sollten (analog oder ana-digi war weniger das Problem). Da gab es eine Zeit lang nur die Edifice EFD-1000 oder die WV-M400/401/300 zB. Alles andere war Plastik soweit das Auge blickte.
Also ich würde weder sagen, "früher war alles besser", noch "heute sind die Casios alle besser".
Eines war mit Sicherheit besser und das war die Ersatzteilversorgung -- zumindest für die Klassiker. Für eine DW-5600C (auch noch mit Stahlgehäuse) bekam man über 20 Jahre lang eine original Casio-Resin-Lünette. Heute kann man froh sein, wenn man nach 10 jahren noch Ersatz kriegt.
Auch gab es früher die 3x10-Regel, also eine G-Schock musste:
  • (mindestens) 10 bar druckfest sein
  • eine 10-Jahresbatterie haben
  • einen Sturz aus 10 Meter Höhe überleben.
Was ist davon geblieben? Heute argumentiert man mit einer Gesamtlebensdauer von 10 Jahren! Ein Witz im Vergleich zu den alten Anforderungen, die die Uhren erfüllen mussten.
Oder eine weitere Verschlechterung -- früher stand in den BDAs, das man bei eine Casio ab 10 bar Druckfestigkeit auch unter Wasser die Knöpfe drücken kann, heute wird das vermutlich aufgrund von Garantiegründen gar nicht mehr angegeben, sondern man soll generell nicht im Wasser Knöpfe drücken.
Das muss nicht heißen, dass früher die Uhren besser waren, aber die selbstgestellten Anforderungen und Zusagen von Casio waren teilweise anspruchsvoller als heute.
 
Mueller27

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Na ja, keine so ganz triviale Frage. ZB bei den G-Shocks hatten nun mal alle Ur-Modelle, wie die DW-5000C, die DW-5700 oder sogar die erste "Mudman" DW-5500 unter dem Resinmantel ein Stahlgehäuse. Das wurde später alles durch Plastik ersetzt, bis man sich bei bestimmten "Jubiläums"- oder Sondermodellen wieder auf das Stahlgehäuse besonnnen hat und wieder welche damit anbot. Ich weiß gar nicht mehr, mit welchem Modell das wieder gemacht wurde.

Vergiss aber auch nicht die Preise zu erwähnen. :-)

G-Shocks waren zu Beginn recht teuer, man zahlte in aller Regel auch den UVP, und es gab noch nicht die abgespeckten Günstig-Varianten die in späteren Jahren als Ergänzung kamen.

Ich kann nicht erwarten, dass eine heutige 79€ G-Shock so gut verarbeitet sein muss ist wie ein 199 DM Modell der Vergangenheit.
 
Sedi

Sedi

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Dazu könnte ich jetzt gar nichts sagen, weil ich nicht weiß, wie die Preise einer DW-5000C bei Veröffentlichung 1983 waren. Es war ja nur nach der Qualität früher im Vergleich zu heute gefragt. Und so pauschal lässt sich das gar nicht beantworten. Einige Modelle waren "arschteuer" -- von manchen hab ich Kataloge von damals gefunden (allerdings hat eben eine schnelle Suche nichts ergeben). Ich glaube, die WV-M400 hat 600 DM gekostet! Das war allerdings teuer. Zu der Zeit hat eine NY0040 300 DM gekostet. Wenn man es mit heute vergleicht, müsste dann (bei gleicher Preissteigerung) eine WV-M400 knapp 500 Euro kosten, wenn es denn das Modell noch gäbe.
 
btec

btec

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@Karstenuhr
Ist dir langweilig?
Statt langer Worte:
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15 Jahre Arbeitsuhr, nicht am Schreibtisch
Sie war schon in der Spülmaschine, in der Waschmaschine um mit dem Bus bin ich auch schon drüber gefahren, welcher Bus dieser Bus:
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Fazit: unkaputtbar
 
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Karstenuhr

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Ist schonmal positiv, dass hier ein viel differenzierteres Meinungsbild erscheint, als draußen auf der Straße. :)
 
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Herr_Unruh

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Ich kenne mich mit Casio-Uhren nicht wirklich aus, aber bei den beiden hier sehe ich schon einen deutlichen Qualitätsunterschied.

Die aktuelle / neu gekaufte links ist schon kaputt, die alte rechts nicht.

Während die alte ein echtes Stahlgehäuse hat, ist die Neue nur beschichtet und schnell abgeplatzt. Das Band ist deutlich schlechter und hat nur einen „Schnappverschluss“ wie bei Milanaise-Bändern. Auch beim Rest wurde überall gespart.

ich weiß nicht, was die Rechte damals gekostet hat. Die Neue lag bei 30€ oder so.
Das ist nicht viel, man merkt aber auch sehr deutlich warum. Die Alte ist hingegen toll.
 

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Mueller27

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Und so pauschal lässt sich das gar nicht beantworten. Einige Modelle waren "arschteuer" -- von manchen hab ich Kataloge von damals gefunden (allerdings hat eben eine schnelle Suche nichts ergeben). Ich glaube, die WV-M400 hat 600 DM gekostet! Das war allerdings teuer.

Ich war dabei. :-)

399 DM kostete die Casio G-Shock "Frogmann" seinerzeit 1995, und damals zahlte man den vollen Listenpreis.
Kein "normaler" Jugendlicher hatte damals so eine Uhr, zumindest nicht in der Ecke Deutschlands in der ich groß geworden bin.

Problem war damals, als die Entwicklung noch schneller voran schritt und "die Japaner"im Jahres-Rythmus echte Neuigkeiten auf den Markt warfen, und nicht wie heute bloß die wenige Wiederkehr von Re-Editionen und Re-Re-Editionen: In den Hochzeiten der CASIO G-Shock brauchte man, um Eindruck zu schinden, spätestens alle zwei Jahre das neuste Modell. (So bin ich dann 1997 an meine "Frogmann" gekommen, zum halben Preis. :-) )

Generell:
Also beim Vergleich ALT gegen NEU, immer schauen dass man Modelle der halbwegs gleichen Preisklasse vergleicht.
 
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Sedi

Sedi

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Ja, wie es die WV-M400 neu gab, war ich auch quasi "dabei", nur wäre mir damals keine Quarzzwiebel an den Arm gekommen. Da war ich in jungen Jahren noch weit konservativer als jetzt :D. Als ich mit der ersten digitalen Casio auftauchte, hat auch ein Freund damals zu mir gesagt -- "die passt gar nicht zu dir, ich kenn dich nur mit Taucheruhr". Ich war also kein Casiofan der ersten Stunde, der die gut fand, weil sie ihn an seine Kindheit erinnerten. Als Kind trug ich Timex ("McGyver") mit Handaufzug.
Ich hab auch eine Zeit lang alle alten Casio-Kataloge aufgehoben. Muss direkt mal kramen, ob ich da noch welche habe.
Fakt ist aber, dass es eben Modelle wie die DW-5600 irgendwann auch gar nicht mehr in der vorherigen Qualität gab. Man hätte also nicht mehr bezahlen können und dafür eine mit Stahlgehäuse kaufen, weil sie nicht mehr produziert wurden. Denn es gab erstmal nur noch die DW-5600E und keine DW-5600C mehr.
Und die Frogman-Modelle waren schon immer teuer und auch immer mit Metallgehäuse (Stahl oder Titan). Ebenso wie die MRGs. Oder die GIEZ.
 
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Karstenuhr

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Ich kenne mich mit Casio-Uhren nicht wirklich aus, aber bei den beiden hier sehe ich schon einen deutlichen Qualitätsunterschied.

Die aktuelle / neu gekaufte links ist schon kaputt, die alte rechts nicht.

Während die alte ein echtes Stahlgehäuse hat, ist die Neue nur beschichtet und schnell abgeplatzt. Das Band ist deutlich schlechter und hat nur einen „Schnappverschluss“ wie bei Milanaise-Bändern. Auch beim Rest wurde überall gespart.

ich weiß nicht, was die Rechte damals gekostet hat. Die Neue lag bei 30€ oder so.
Das ist nicht viel, man merkt aber auch sehr deutlich warum. Die Alte ist hingegen toll.

Die Alte entspricht aber nicht genau dem Modell. Sieht aus wie deutlich höhere Liga.
 
Sedi

Sedi

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Die Alte entspricht aber nicht genau dem Modell. Sieht aus wie deutlich höhere Liga.
Das ließe sich ja leicht ermitteln, wenn man hinten drauf guckt nach der Modellnummer.
Aber es stimmt schon, dass einige Modelle, die früher Ganzstahl waren in Neuauflagen dann nur noch verchromtes Plastik waren. Wie eben auch bei einigen G-Shocks, die vorher Stahlgehäuse hatten und später Plastik.
 
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