C07.xxx - Powermatic und seine Abarten

Diskutiere C07.xxx - Powermatic und seine Abarten im Uhrencafé Forum im Bereich Uhren-Forum; Guten Abend zusammen! Da hier in letzte Zeit viel über das Powermatic der Swatch Group diskutiert wurde und auch immer noch viel Verwirrung...
Yeast

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Guten Abend zusammen!

Da hier in letzte Zeit viel über das Powermatic der Swatch Group diskutiert wurde und auch immer noch viel Verwirrung herrscht, hab ich mir mal die Mühe gemacht, alles an Infos, Unterschieden und Werksbezeichnungen zusammenzutragen, was ich finden konnte. Die Swacht Group hüllt sich hier ja ein wenig in Schweigen. Dabei habe ich viel im Netz recherchiert und mich stundenlang auf den Herstellerseiten rumgetrieben. Um etwas Klarheit zu schaffen, möchte ich meine Ergebnisse hier mit euch teilen. Falls irgendwo ein Fehler drin ist oder ich was falsch verstanden habe, bitte um Korrektur, ich ändere es dann im Eingangspost.

Also, hier sind die vom Powermatic bisher bekannten und eingebauten Varianten:

Basisvariante C07.111 mit Datum
23 Steine, Kunstsstoffhemmung, wird bei Tissot und Certina verwendet und heißt dort einfach "Powermatic 80", Es ersetzt das ETA 2824-2.

Basisvariante C07.121 mit DayDate
23 Steine, Kunstsstoffhemmung, wird bei Tissot verwendet und heißt dort einfach "Powermatic 80", Es ersetzt das ETA 2836-2.

Basisvariante C07.141 mit DayDate ausgeschrieben auf 12 oder 6 Uhr
23 Steine, Kunstsstoffhemmung, wird bei Tissot verwendet und heißt dort einfach "Powermatic 80", Es ersetzt das ETA 2834-2.

Steinankervariante C07.611 mit Datum
25 Steine, Steinankerhemmung, wird bei Mido (Caliber 80) und bei Hamilton (H-10) verwendet, wohl auch bei Rado, sonst baugleich wie das C07.111. Es ersetzt auch das 2824-2.

Steinankervariante C07.621 mit DayDate
25 Steine, Steinankerhemmung, wird bei Mido (Caliber 80) und bei Hamilton (H-30) verwendet, sonst baugleich wie das C07.611. Es ersetzt praktisch das ETA 2836-2.

Steinankervariante C07.641 mit mit DayDate ausgeschrieben auf 12 oder 6 Uhr
25 Steine, Steinankerhemmung, entspricht dem ETA 2834-2 und heißt bei Hamilton H-40, wo es derzeit eingesetzt wird. Es ist die Steinankervariante des C07.141, ersetzt das ETA 2834-2.

Steinankervariante C07.651 mit Großdatum
Wie das C07.611, jedoch mit Großdatum. Es ersetzt das 2826-2. Wird derzeit bei einer Certina (heißt dort auch "Powermatic 80" und wird dort mit der antimagnetischen Nivachron Spirale angepriesen) eingesetzt, sonst auch noch bei Mido (wo es ebenfalls "Caliber 80" heißt), hier wird die Nivachron jedoch nicht erwähnt. Beim Großdatum gab es das 2826, aber mit übereinander liegenden Scheiben. Das C07.651 arbeitet mit nebeneinander liegenden Scheiben.

Steinankervariante C07.661 mit GMT Komplikation
25 Steine, Steinankerhemmung, wird bei Mido und Certina und wohl auch Rado eingesetzt und verfügt über einen GMT Zeiger. Es gab kein 2824er Derivat mit GMT-Funktion, das ist also neu.

Steinankervariante C07.671 mit Powerreserve-Anzeiger
25 Steine, Steinankerhemmung, heißt bei Hamilton H-13, konnte ich aber auch bei Rado finden, jedoch ohne Kaliberangabe. Gab es auch nicht beim ETA 2824-2 und war wie die GMT-Funktion dem 2892er Werk vorbehalten.

Steinanker Handaufzugvariante C07.701 ohne Datum und C07.711 mit Datum
17 Steine, klassische Hemmung, 80 h Gangreserve Handaufzug, bei Hamilton als H-90 bezeichnet, mit als auch ohne Datum.

Steinankervariante C07.811 mit Datum und Siliziumspirale
25 Steine, Steinankerhemmung, bei Mido als "caliber COSC" bezeichnet, bei Tissot als "Powermatic 80 Silizium". Bei Mido alle als COSC, bei Tissot ohne.

Steinankervariante C07.821 mit DayDate und Siliziumspirale
25 Steine, Steinankerhemmung, derzeit scheinbar nur bei Mido und wird dort wie das C07.811 als "caliber COSC" bezeichnet, wobei Mido hier auf der HP wohl einen Fehler drin hat und beide Werke als C07.821 angibt. Hier wurde wohl nicht differenziert, auf den Bildern und beim Abgleich mit Tissot und der anderen C07.xxx Nominklatur löst sich das Rätsel aber auf. Auch diese Variante wird bei Mido nur als COSC angeboten.

Zusammenfassend kann man also klar eine Qualitätsaussage treffen.
Die C07.1xx sind mit 23 Steinen und der Kunststoffhemmung die Basis, dann kommen die C07.6xxer mit 25 Steinen und der klassischen Steinankerhemmung und dann wohl die C07.8xx mit der Si-Spirale.
Was auffällt ist, dass hier noch die "7" fehlt, ich nehme an, dass die Variante C07.7xx dann die Version mit der neuen Nivachron-Spirale werden wird, die gerade eingeführt wird.
Hier könnte man das dann glatt auf die 2824er Varianten mit Standard, Elaboré, Top und Chronometer umlegen.

Am informativsten hierzu ist Mido, Rado aber hüllt sich bezüglich der verwendeten Werke komplett in Schweigen. Liegt meiner Meinung wohl daran, dass sie in den Dreizeigeruhren das C07.6xx verwenden, jedoch deutlich höhere Preise verlangen als Mido oder Hamilton, was somit nicht zu rechtfertigen ist.
Bei Longines dürfte das C07 wohl noch nicht angekommen sein, zumindest konnte ich in deren "Werksführer" nichts dazu finden, da hier die meisten Werke wohl auf dem 2892er basieren (A31L11 und co)

Hoffe geholfen zu haben und wie gesagt, wenn ich wo einen Fehler habe, bitte sagt Bescheid!

lg

Alexander
 
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johro

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Die GMT Funktion war mit dem ETA 2893-2 umgesetzt worden und Gangreserveanzeige gab es mit dem ETA2897
 
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bachmanns

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Gab es ein 2824er Derivat mit GMT-Funktion?
Nein, das ist ganz neu. Gab es vorher nicht in der 282x-Reihe, nur in der 289x-Reihe. Vielen Dank für die tolle Zusammenstellung! Die neue alphanumerische Nomenklatur der ETA-Werke ist manchmal sehr schwer zu durchschauen. Deine Aufstellung ist sehr hilfreich :super:

Die Gangreserveanzeige wurde bislang über das 2897 realisiert; gab es bei der 282x-Reihe nicht. Beim Großdatum gab es das 2826 mit übereinander liegenden Scheiben. Das C07.651 arbeitet mit nebeneinander liegenden Scheiben.

Ich würde vermuten, daß Longines die C07 gar nicht verwenden wird, sondern ausschließlich die A31-Serie.
 
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Yeast

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Danke für die Infos und die Berichtigung! Man hat also hier tatsächlich Komplikationen realisiert, die es beim klassischen 2824er nicht gab und dem 2892er vorbehalten waren. Hab es in meinem Beitrag ergänzt.

Das mit Longines finde ich spannend und ich hoffe du hast da recht. Denn wenn ich mir das so ansehe, dann sind Rado und Longines ja hübsch gleich angesiedelt von der Preisklasse, nur dass Longines hier scheinbar deutlich hochwertiger Werke verbaut, während Rado trotz der stattlichen Preise Werke aus der Range von Mido und Hamilton nutzt und auf der Homepage bis auf ein paar Fotos von Glasböden NULL Info zu den Werken raus rückt. Außer bei der Version mit Powerreserve-Anzeige, da steht sogar C07 dabei in der Beschreibung... Dürften also C07.6xxer sein.
 
bachmanns

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Genau, Rado und Longines sind ja in der Swatch-Group-Hierarchie beide im oberen Preissegment angesiedelt. Weshalb dann Rado die C07-Reihe verwendet, Longines aber die A31-Reihe, erschließt sich mir auch nicht.
 
Yeast

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Bitte gerne!

Ach ja, was mir bei dem ganzen auch noch aufgefallen ist:
In vielen Artikeln und von der Swatch heißt es, dass die neue hochmoderne Kunstoffhemmung der Grund für die 80 h Gangreserve sind, da man festgestellt hat, dass der meiste Energieverlust an der Hemmung entsteht. Durch die selbstschmierende und reibungsarme Kunststoffhemmung würde hier aber soviel eingespart, dass man auf die unglaubliche Gangreserve kommt.

Nun sieht man aber, dass auch die ganzen andern C07.6xx und aufwärts mit der klassischen Steinankerhemmung genauso 80 h Gangreserve haben. Da bleibt irgendwie der schale Beigeschmack, dass die Hemmung wohl nicht die Ursache ist für die Gangreserve ist sondern einfach auf Komponenten zurückgegriffen wird, welche günstiger sind.
 
bachmanns

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Die Info, daß die Hemmung für die längere Gangreserve verantwortlich sein soll, ist mir allerdings neu. Soweit ich gelesen habe, ist der Grund die niedrigere Taktung des Werkes in Verbindung mit einem größeren Federhaus bzw. einer längeren Zugfeder.
 
Pausini

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dass Longines hier scheinbar deutlich hochwertiger Werke verbaut, während Rado trotz der stattlichen Preise Werke aus der Range von Mido und Hamilton nutzt und auf der Homepage bis auf ein paar Fotos von Glasböden NULL Info zu den Werken raus rückt.
Weshalb dann Rado die C07-Reihe verwendet, Longines aber die A31-Reihe, erschließt sich mir auch nicht.
Longines ist Mechanik. Rado ist Keramik (ein Überbleibsel aus den 80ern und 90ern) und ergänzt seine Modellpalette einfach mit Mechanik, da heute Trend. Aber die DNA der Marke Rado ist "Keramik", damit wurde sie vor 20, 30 Jahren stark. Das sind rein strategische Marketingüberlegungen, daher bedient man Longines mit einem exklusiveren Werk und Rado mit dem Skaleneffekten-Kaliber des qualitativ hochwertigen Einstiegs.
 
Pausini

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@Yeast Dein Startbeitrag ist nach den Kalibern strukturiert. Interessant wäre auch die Strukturierung nach Marken. Ich glaube, das gab es schon mal irgendwo im UF, wohl einfach nicht mehr auf dem neusten Stand.
 
ETA2824

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Die Info, daß die Hemmung für die längere Gangreserve verantwortlich sein soll, ist mir allerdings neu. Soweit ich gelesen habe, ist der Grund die niedrigere Taktung des Werkes in Verbindung mit einem größeren Federhaus bzw. einer längeren Zugfeder.
Gegeben die technischen Spezifkationen, müsste es so sein.
Die C07 die ich im realen Leben systematisch auf Gangreserve testen konnte, zeigt für die Probanden mit dem C07.111 Laufzeiten von bis 91 Stunden und die Hamilton mit dem H-10, das einzige Exemplar C07.611, das ich selber testen konnte, kommt auf 83 Stunden. Ich weiss, statistisch nicht signifikant, aber bei dem Ausmass wird schon was dran sein.
 
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