"Bucherer - Bulova-Patent" Hampel Seite 19

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JackDaniels83

JackDaniels83

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Da im anderen Faden so rege Beteiligung zu sehen war, hier nun ein weiteres Thema. Es geht um eine der Frühen Automatics aus dem Hampel auf Seite 19. In den letzten Monaten hab ich immer wieder nach Patenten zu frühen Automatikuhren gesucht und bin dabei vielleicht über was gestolpert.

Es geht um diese Uhr:
Hampel.jpg
(Quelle: Hampel Seite 19)

Als Grundlage nennt Hampel ein Patent von Bulova von 1933. Das einzige, das ich finden konnte war CH169089 (siehe Anhang).

Unbenannt.JPG
(Detail: Bulova Patent CH169089)

Auf dem Bild ist deutlich zu sehen, dass der Container samt Werk nur an einer Achse mit 4-Kant (6) im Rahmen (7) gehalten wird und sich um diese dreht. Zwei Anschläge (20) verhindern, dass sich das Werk komplett im Rahmen drehen kann. Die Achse überträgt die Kraft über Hebel auf die Feder. Die Anordnung der Hebel ist tatsächlich ähnlich der Bucherer Uhr aus dem Hampel. Die Werkaufhängung dagegen ist es nicht. Der Container der Bucherer ist an vier Hebeln aufgehängt, die ein Parallelogramm bilden:

Hampel.jpg
(Quelle: Hampel)

Durch Zufall bin ich auf ein Patent von Mader/Chezard gestoßen CH158576 (siehe Anhang).

Mader.JPG
(Detail: Mader Patent CH158576)

Im gezeigten Bild sind deutlich die 4 Hebel (4 und 5) zu erkennen, die auch die Bucherer hat. Mit diesem Hinweis bin ich auf die Suche nach dem Basiswerk gegangen und meiner Meinung nach fündig geworden. Es könnte sich um ein Chezard Kaliber 80 handeln. Hier ein Bild aus dem Paulson Master Key und dem Hampel im Vergleich.

chezard.jpg
(Quelle: Paulson Master Key)

Bucherer.jpg
(Quelle: Hampel)

Es sieht für mich so aus, also ob Chezard sowohl die Erfindung als auch das Werk bzw. die Uhr gemacht hat. Bucherer war ohnehin nur ein Juwelier und hat zu dieser Zeit keine eigenen Werke hergestellt.

Das war es auch schon. Und jetzt bin ich gespannt auf eure Ergebnisse.
 

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Unruhgeist

Unruhgeist

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Hallo JackDaniels,

zu Bulova und automatischem Aufzug habe ich noch folgende Patente gefunden aus dem Zeitraum 1930 - 1931:

CH143763
CH143764
CH143765
CH145195
CH145489
CH146604

Damals wurde es mit der Rechtschreibung nicht so genau genommen. Jedenfalls sind die Patente auf die Firma BULOWA WATCH COMPANY INC., New York, Filiale Biel ausgestellt.

Da versteckt sich vielleicht noch das ein oder andere Detail.

Gruß,
Unruhgeist
 
JackDaniels83

JackDaniels83

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Danke für die Liste. Einige kannte ich schon, andere hab ich nun gesehen. Es geht im großen und ganzen bei fast allen aus deiner Liste um die Verbesserung von Hammerautomaten. Noch steht meine oben geschilderte Theorie.
 
DRGM

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Hallo JackDaniels83,

ehrlich gesagt, ich komme hier nicht ganz mit, da mir der Einstieg fehlt. Offensichtlich geht es um diese Bulova-Schütteluhr:

Eine nicht alltägliche Automatic

Ja?

Ich verstehe hier u.a. nicht, warum das Chezard Kaliber 80 das Basiskaliber sein soll. Bei der Bulova ist’s doch ein Formwerk, bei der im Hampel (?) gezeigten ebenfalls.

Egal, was ich schon mal anbieten kann, ist Fritz Barbezat, der sozusagen das Verbindungsglied zwischen Mader und Bulova ist. Denn Barbezat war Erfinder sowohl des Bulova-Patentes, als auch des Mader-Patentes. Dies kann man den jeweiligen parallelen US-Patenten entnehmen:

Bulova: CH169089 = US2007105

Mader: CH158576 = US1909998

Jener Fritz Barbezat hatte auch ein auf seinen Namen laufendes Schweizer Patent CH168493 (Anmeldung vom 23. Februar 1933), mit dem das Grundprinzip der „Schaukel“ geschützt war:

CH168493.jpg

Ist mir ein wenig unerklärlich, denn das Grundprinzip wurde ja schon im Mader-Patent vom September 1931 gezeigt.
 
JackDaniels83

JackDaniels83

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Nein, nein. Es geht um die Uhr aus dem Hampel von Seite 19, siehe auch nochmal das Bild:

Hampel.jpg
Das Patent von Barbezat ist in der Tat verwirrend. Denn es beschreibt den gleichen Mechanismus, wie Mader zwei Jahre zuvor. Pantente sind eben kein Garant für einen Sieg in einem späteren Rechtsstreit.
 
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JackDaniels83

JackDaniels83

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Egal, was ich schon mal anbieten kann, ist Fritz Barbezat, der sozusagen das Verbindungsglied zwischen Mader und Bulova ist. Denn Barbezat war Erfinder sowohl des Bulova-Patentes, als auch des Mader-Patentes. Dies kann man den jeweiligen parallelen US-Patenten entnehmen:

Bulova: CH169089 = US2007105

Mader: CH158576 = US1909998
Ich hab die 4 Patente ebenfalls mal genau angeschaut. Hier die Zusammenfassung:

Barbezat/Mader:

CH158576 Anmeldung: 1931-09-23
US1909998 Anmeldung: 1931-11-09

Barbezat/Bulova:
CH169089 Anmeldung: 1933-07-18
US2007105 Anmeldung: 1933-08-04

US Patente scheinen immer auch den Erfinder zu nennen, nicht nur den Rechteinhaber. Dies ist in beiden Fällen Herr Barbezat. Das erklärt die Ähnlichkeit der Hebelwerke im Inneren der Uhren. Danke für diesen wichtigen Hinweis @DRGM .

Für mich sieht es so aus, als ob Barbezat 1931 eine Erfindung an Mader abgetreten hat und 1933 eine abgewandelte Version an Bulova. Trotzdem ändert das nichts an meiner Vermutung, dass die Grundlage für die im Hampel gezeigte Uhr, die Patente von Mader sind und nicht jene von Bulova. Außerdem ist das Basiswerk zu 99% ein Mader/Chezard Kaliber 80. Das legt nahe, dass zumindest das Werk samt Automatic, wenn nicht sogar die ganze Uhr, von Mader/Chezard kommt. Was sagt ihr?
 
Ruebennase

Ruebennase

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Ich denke Daniel, ohne jetzt alle Details zu prüfen, dass Du recht hast. Mir ist Ähnliches schon begegnet. Der Hampel ist ein Super Buch und man darf nicht vergessen, dass zu der Entstehung noch kein Internet mit freiem jederzeitigen Zugang zu vielen Datenbanken/digitalisierten Archiven offen stand. Er hat das Patent und die Uhr bei Bulova gefunden und es folgerichtig zugeordnet. In Sammlerkreisen wurde es dann basierend auf dem Wissensstand zum "Bulova Patent" das ist leichter zu merken und zu zu ordnen als das " Barbezat Patent". Die Möglichkeiten zu recherchieren und zu hinterfragen waren gering und warum auch. Deine Bucherer mit dem Chezard Werk ist ja auch eine echte Rarität die Einem nicht einfach vor die Füsse fällt, so dass schnell Zweifel in der Gemeinde auf kommen. Chezard mit seiner wechselvollen Geschichte hat auch nicht widersprochen. Es gibt im Allgemeinen nur wenige Firmen die sich intensiv um Ihre Historie kümmern. Du hast also das Erstlingswerk mit diesem Aufzugsprinzip. Ein zweites ev. leicht modifizierteswurde von Bulova eingereicht oder es wurde gemauschelt und so eine Übertragung "vertuscht". Im Mauscheln waren die führenden schweizer Uhrenhersteller erste Sahne. Das war ein kleiner elitärer Club basierend auf dem Uhrenstatut.
Der Stärkere und damit meine ich der am Markt präsentere, bekommt in der Regel den "Patentzuschlag". Teils weil der Hersteller das auf seiner Webseite in der Kurzhistorie als Meilenstein präsentiert und/oder weil es als Sammlerwissen genau so irgendwo dokumentiert und weiter gegeben wurde in einem allgemein anerkannten Buch. Da gibt es auf allen Ebenen der Uhrenhistorie so manche Korken die durch das Internet (weltweiter Marktzugang/Rechercheoptionen) jetzt hoch fliegen.

GRüße Rübe
 
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JackDaniels83

JackDaniels83

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Es wäre schön, wenn mir diese Uhr gehören würde. Es geht hier nicht um eine Uhr von Bulova, lediglich um das Patent, das Hampel als Referenz nennt ist von Bulova. Es geht um die Uhr auf Seite 19 des Hampel von Buchrer (der nur ein Juwelier war, also keine Uhren gefertigt hat). Mit dem Internet hast du Recht. Außerdem ist niemand unfehlbar, wenn man so viele Werke für ein Buch recherchiert passieren immer Fehler.
 
DRGM

DRGM

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US Patente scheinen immer auch den Erfinder zu nennen, nicht nur den Rechteinhaber. Dies ist in beiden Fällen Herr Barbezat. Das erklärt die Ähnlichkeit der Hebelwerke im Inneren der Uhren. Danke für diesen wichtigen Hinweis @DRGM
Hallo JackDaniels83,

Da nich für! Wie gesagt, Rätsel, deren Lösung man mittels Patenten bzw. Marken näherkommen kann, machen mir einfach Spaß. Was US-Patente betrifft: diese nennen nicht nur auch den Erfinder, sondern immer und in erster Linie. Denn die Besonderheit des US-Patentrechts ist, dass nur (!) der Erfinder das Recht auf das Patent hat; folglich spielt der Erfinder im US-Patentrecht die erste Geige. Gelegentlich wird auch der „assignee“ (der Begünstigte, sprich: der eigentliche Rechteinhaber) genannt. Aber nicht immer (jedenfalls in den 30ern noch nicht). Aber: kennt man das parallele US-Patent, dann kennt man den Erfinder.
 
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