Borduhr von DEUTA aus Lokomotive

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bonanza

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DEUTA, die Dritte (Fortsetzung)

Beim Aufbiegen der Lunette, entdeckte ich Spuren, die darauf schließen ließen, dass die Uhr schon mal geöffnet worden war, oder es zumindest schon mal jemand versucht hatte die Uhr zu öffnen. Der schwarz lackierte Blendschutz aus Nomex-Papier scheint mir nicht original zu sein. Meine späteren Uhren hatten einen Blendschutz aus Kunststoff, der im Laufe der Jahrzehnte stark schrumpfte und möglicherweise hier schon ausgewechselt wurde. Auch ist die Nr. des Uhrwerkes 00101 abweichend von der äußeren Nr. Bei meinen anderen Uhren herrscht Nummerngleichheit. Des Weiteren sind fast alle Schraubenköpfe am Uhrwerk lädiert. Das zeigt, dass ein nicht ganz so geübter Uhrenschrauber sich schon mal daran zu schaffen gemacht hat. Zudem war überall noch reichlich überschüssiges Öl vorhanden, dass sogar die Windungen der Unruhspirale miteinander verklebt waren. Die Uhr lief viel zu schnell, da die Spirale nicht mehr voll ausschwingen konnte. Ich konnte sie jedoch wieder richten. Spätestens jetzt musste ich meinen ersten Eindruck vom sauberen Uhrwerk etwas revidieren.

Wenn man den aufgebogenen Rand der Lunette wieder etwas richtet dann kann man die Uhr sogar wieder verschließen. Es genügt ja vielleicht, ihn nur an drei oder vier Punkten durch eindrücken zu fixieren. Der Rand besteht aus schwarz lackiertem Messing 0,5 mm dick und ließe sich auch löten.

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In das nun entrostete Stahlgehäuse habe ich seitlich ein 10 mm Loch gebohrt. Durch dieses kann die Gangregulierungsschraube mit Hilfe eines modifizierten Schraubendrehers bedient werden. Man muss die Uhr dann nicht immer aus dem Gehäuse ausbauen um sie fein zu regulieren. Danach wird das Loch durch einen Blindstopfen wieder verschlossen.

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Die Uhr geht jetzt pro Woche eine Minute vor, aber dann muss sie ja sowieso wieder aufgezogen werden und da kann man sie auch wieder stellen. Oder man stellt sie gleich eine halbe Minute nach, dann ist die Abweichung maximal eine halbe Minute in der Woche. Eine Sekundenanzeige hat sie ja eh nicht.

Der Aufzug und Ablauf der Zugfeder ist durch ein Malteserkreuz eingeschränkt. Hierdurch wird nur der weitestgehend lineare Teil des Federzuges genutzt, was der Ganggenauigkeit zu Gute kommt. Sie hat jedoch keine Incabloc-Stoßsicherung wie meine anderen, späteren Uhren.

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Aber was soll‘s, die Uhr sollte mir nur als Übungsobjekt und eventuell als Ersatzteilträger für meine anderen DEUTA’s dienen. Dafür ist sie jedoch allemal gut.

Es grüßt aus dem Spessart der

Wolf
 
bonanza

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Zurück zur DEUTA Nr. 2

Gehäusebau

Als Gehäusezeichnung gilt die von der DEUTA Nr. 2 (siehe weiter oben, Post #36).

Das Holz aus Indien ist nun eingetroffen. Mein Bekannter hat es mir über einen anderen zurück reisenden Urlauber zukommen lassen. Der Name des Holzes ist mir nicht bekannt. Der Holzklotz hat die Abmessungen 21x20x8 cm und wiegt 2,3 kg. Sein spez. Gewicht beträgt 0,68 kg pro dm3. Das Holz ist sehr faserig, was keine gute Bearbeitung verspricht. Es ist sehr hell und hat auch viele Risse. Es war schwierig eine geeignete Position zu finden, aus der man ein halbwegs brauchbares Gehäuse herausarbeiten könnte. Auf den Fotos unten sind nur die großen Risse zu erkennen. Buche oder Eiche aus dem Spessart wäre besser gewesen. Leider war der Holzklotz so geschnitten, dass der Einbau der Uhr nur in Z-Richtung der Maserung erfolgen kann.

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Die Außenkonturen des Gehäuses wurden durch bohren vieler kleiner Löcher hergestellt. Hierdurch habe ich dem Holz einiges an Spannung genommen und den weiteren Verlauf so mancher Risse vielleicht gestoppt. Alle Bohr-, Säge- und Schleifarbeiten sind nur mit der Bohrmaschine vorgenommen und das Werkstück wurde dabei von Hand geführt. Natürlich trage ich dabei Schutzbrille, Mundschutz und Schutzhandschuhe. Ein / Aus und die Drehzahlsteuerung der Bohrmaschine wird wie bei einer Nähmaschine mit einem Fußpedal betätigt (Eigenbau).
In diesem Fall erschien es mir günstiger zuerst die Außenkonturen zu bearbeiten, da das Holz hierbei noch einen massiven Klotz darstellt und mehr Halt beim Einspannen im Schraubstock zum Hobeln und Glätten bietet. Die Lochsägen für die Innenkonturen belasten dann das nun fragiler werdende Gehäuse nicht so sehr (dachte ich).

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Dennoch hatten sich die Sprünge über Nacht weiter ausgebreitet, obwohl das Loch für die Uhr erst bis zur Hälfte in der Tiefe ausgesägt war. Die zweite Hälfte sollte erst am nächsten Tage von der Rückseite her angegangen werden. Ich habe das nun schon fast fertige Gehäuse aber weiter bearbeitet in der Hoffnung, dass es nicht gemäß dem Verlauf der Sprünge dabei in lauter kleine Teile zerfällt. Wahrscheinlich war das Holz wie schon so oft nicht genügend getrocknet.

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Das fertige Holzgehäuse wiegt unlackiert noch 330 g. Die durch die Sprünge entstandenen Spalten habe ich mit einem Zweikomponenten-Kleber verfüllt. Ein Zusammenspannen mit der Schraubzwinge während des Aushärtevorganges habe ich unterlassen. Es würde zwar die Sichtbarkeit der Sprünge verringern, jedoch nur wieder neue Spannungen im Holz aufbauen, die dann zu weiteren Rissen an anderer Stelle führen könnten.
Mit einem T-Nut-Fräser in der Bohrmaschine habe ich eine 10 mm breite und 3 mm tiefe Nut in das Gehäuse gefräst, in der dann der LED-Streifen verschwindet. Beim Arbeiten mit so einem Fräser aus der Werkzeugbranche ist äußerste Konzentration gefordert. Man muss das Werkstück sehr gut festhalten, sonst schlägt es einem der Fräser aus der Hand, zumal die Schnittwinkel nicht für Holz optimiert sind. Ich habe das erst an andern Holzteilen geübt. Man bräuchte halt einen Koordinaten- Dreh- oder Kreuztisch, um das Werkstück einzuspannen.

Die Uhr

Erste Meldung von meinem Uhrmachermeister: Ein Zapfen der Unruhwelle sei gebrochen. Naja, dann muss halt die DEUTA Nr. 3 für das Ersatzteil herhalten. Er hat dann nach einer entsprechenden Reinigung das gesamte Escapement getauscht. Siehe auch Post #41

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Inzwischen ist auch die Uhr vom Uhrmachermeister zurück und sie kann jetzt mit dem Gehäuse verheiratet werden. Laut Rechnung wurden außer dem Service Totalüberholung noch 3 Messing-Lagerbuchsen erneuert und Zapfen poliert. Dafür ist nun „meine“ Deuta, (die Nr. 1) für einen Komplett-Service beim Uhrmachermeister. Sie braucht auch mal einen Ölwechsel. Aber schön der Reihe nach.

Fertigmontage

Der Durchmesser des Tubus der Uhr beträgt 110 mm. Die Lochsäge hat ein Nennmaß von 111 mm. In der Regel werden die Löcher aber je nach Holz etwas grösser. In meinem Falle passte aber die Uhr nicht in das Loch. Das Loch hatte nur noch 109 mm. Das ganze Gehäuse war in den 2 Wochen, die es auf die Uhr wartete durch Trocknen geschrumpft und musste nachgearbeitet werden. Es war in der Höhe um 4 mm und in der Breite um 3 mm kleiner geworden. Auch das Gewicht hat seit dem letzten Bearbeiten nochmals um mehr als 20 g abgenommen.
Von der Rückseite her wurde noch der Tunnel für die Stromversorgung von der Buchse bis zum LED-Streifen gebohrt.

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Nach der Nacharbeit und bestandener Anprobe mit der Uhr wird das Gehäuse erst etwas dunkler gebeizt und einmal (oder auch zweimal) farblos aus der Sprühdose mit Kunstharzlack lackiert. Der dunklere Farbton bildet einen geringeren Kontrast zu den Klebestellen und sie fallen nicht mehr so sehr ins Auge.
Unter die Füße des Gehäuses wird 1mm dicker selbstklebender Filz geklebt, um die Stellfläche im Möbel vor Kratzern zu schützen.
Danach wird die Beleuchtung (selbstklebender LED-Streifen) in die gefräste Nut eingeklebt und die bereits vorgefertigte Rückwand montiert. Diese ist nun fast zu groß für das geschrumpfte Gehäuse. Die Stromversorgungsbuchse für die Beleuchtung befindet sich auf der Rückseite nun rechts, da der Stromversorgungsstecker beim Aufziehen der Uhr durch einen Rechtshänder im Wege steht. Man müsste sonst immer das Stromversorgungskabel abziehen.
Nach einem Beleuchtungstest kann das Namensschild aufgeschraubt und die Uhr eingesetzt werden. Auch die vorgebohrten Löcher für das Namensschild lagen jetzt durch den Schrumpfungsvorgang 1 mm näher beisammen. Als letztes werden die Bedienelemente zum Aufziehen der Uhr und Stellen der Zeiger montiert.

Die Arbeit ist jetzt getan und die Uhr wartet nun auf ihren Abholer. Wenn sie ihm nicht gefällt, dann kriegt sie der „Fufu“.
Sie hält die Zeit übrigens sehr gut und sieht trotz der Gehäuseprobleme noch gut aus in ihrem original home made Wolf-Gehäuse.

2879311

Es grüßt aus dem Spessart der

Wolf (Bonanza)
 
Fufu

Fufu

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Großes Kino mit einem tollen Ergebnis. :super:

Und falls dies ein ernstgemeintes Angebot war...

Wenn sie ihm nicht gefällt, dann kriegt sie der „Fufu“.
... Meine Anfrage war ebenso ernst gemeint und dieses Angebot würde ich nicht ausschlagen. Wir würden uns sicher irgendwie einig werden. :)
 
bonanza

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Hallo Fufu,

es sollte zwar nur ein Gag sein, aber Dir würde ich sie gönnen. Ich glaube aber nicht dass mein Bekannter zurücktritt. Er ist nämlich schon ganz heiß auf die Uhr. Er befindet sich z.Zt. in Laos und kommt erst gegen Ende April wieder nach Deutschland zurück. Sei also nicht traurig, vielleicht das nächste mal.

Es grüßt aus dem Spessart der
Wolf (Bonanza)
 
Thema:

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