Borduhr im XXL-Gehäuse

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bonanza

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Mein letzter Neuzugang an russischen Borduhren war eine sogenannte wasserdichte Ausführung. Im Internet auch häufig als U-Boot-Uhr angeboten. Warum müssen U-Boot-Uhren eigentlich wasserdicht sein? Wenn das U-Boot geflutet ist, braucht man doch keine Uhr mehr. Sie war aber auf jeden Fall für Wasserfahrzeuge konzipiert. Ausweislich des auf dem Uhrwerk eingeprägten Herstelldatums wurde die Uhr im 2. Quartal 1992, also nach dem Zusammenbruch der UdSSR produziert und war wohl kaum mehr für den heimischen Markt gedacht. In dieser Zeit wurde die russische Uhrenproduktion noch mal ordentlich für den nun leichter möglichen, devisenbringenden Export hochgefahren. Sicherlich hatte man dabei auch den weltweiten Markt der Uhrensammler im Blick.

Auch diese Uhr war im Originalzustand viel größer als alle meine anderen Bord–oder Stationsuhren. Diesmal habe ich es mir aber verkniffen Hand anzulegen und die Uhr zurechtzustutzen. Siehe mein Beitrag „Borduhr mit Geschichte“. Häufig sieht man solche Uhren allerdings mit wohl unfreiwillig abgebrochenen Befestigungslaschen (Ohren). Ich weiß jetzt weshalb! Die Ohren stehen selbst bei völlig neuen, noch nie verbauten Exemplaren (wie bei meiner) nicht planparallel zum Uhrengehäuse. Der mechanische Verzug der Ohren ist höchstwahrscheinlich auf zu schnelles Abkühlen in der Spritzgussform zurückzuführen (zu kurze Taktzeit). Aufgrund ungleichmäßiger Verteilung der Massen, kühlen die Ohren an der Luft schneller ab und es kommt zu solchen Verformungen. Beim Fest-schrauben auf einer planen Fläche macht es dann knack und das Ohr ist ab. Das Material des Befestigungsflansches ist so eine Art Zinkspritzguss und bricht bei der kleinsten Biegebeanspruchung. Ich habe das abgebrochene Ohr mit Zweikomponentenkleber wieder angeklebt und vor dem erneuten Festschrauben 2mm dicken Schaumstoff untergelegt. Bis jetzt hält es.

Die Uhr im Größenvergleich zu zweien meiner anderen russischen Borduhren.
P1040662.jpg

Das Gehäuse habe ich wie in mehreren vorangegangenen Beiträgen beschrieben hergestellt. Das Stück Holz stammt aus Thailand, sein Name ist mir nicht bekannt. Seine Wichte beträgt 0,93Kg/dm³. Die Uhr wiegt komplett mit Gehäuse stolze 1510 gr, die Uhr alleine bringt 870gr auf die Waage und ist somit ein Schwergewicht unter meinen Borduhren.
Selbst mit abgeschnittenen Ohren wären die Abmessungen für das Gehäuse immer noch bei 130 x 145 x 55 mm, also immer noch viel größer als die Standardabmessungen von 104 x 128 x 40 mm.

Gehäuse für die Nautilus mit Ohren und ohne Ohren
Zeichnung.jpg

Im Bau und Ansicht Vorderseite und Rückseite
Uhr.jpg

Da alle meine Uhren einen Namen haben, hat auch diese Uhr einen bekommen. In Anlehnung an ihren U-Boot-Mythos nenne ich sie NAUTILUS. Die Gangwerte der Uhr sind recht gut und die Laufdauer beträgt 8 Tage.

Es grüßt aus dem Spessart
der letzte Wolf
 
Rainer Nienaber

Rainer Nienaber

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Sehr schön ausgeführt, gratuliere.

Ich kenne eigentlich nur diese U-Boot Uhren



Die beiden rechts und links dürften aus einem Flugzeug sein. Aber ich bin kein Spezialist dafür.
 
bonanza

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Hallo Rainer,
die linke Uhr im oberen Bild ist sicherlich eine Flugzeugborduhr, denn sie hat bei der 12 ein kleines Ziffernblatt für die „Zeit des Fluges“.
Dass die mittlere Uhr eine U-Boot-Uhr ist wage auch ich zu bezweifeln.
Die rechte Uhr soll sogar aus einem Langstreckenbomber Tupolev sein. Ich weiß es nicht.
Die Verkäufer erfinden halt alle möglichen Geschichten, um ihre Angebote interessanter zu gestalten.
Meistens lassen sich diese Geschichten aber nicht bestätigen und manchmal kann man sogar das Gegenteil beweisen.

Es grüßt aus dem Spessart der letzte

Wolf
 
bonanza

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Die Neptun

Die Neptun (mein Name für diese Uhr) ist vom Gehäuse her gleich meiner Nautilus. Das Uhrwerk entspricht aber wohl eher meiner Ural, also ohne das kleine zusätzliche Chronometer-ZB bei der 6. Zusätzlich fehlt ihr der Sekundenzeiger. Dafür besitzt sie sowohl bei der 12 als auch bei der 6 ein drei Minuten langes, rot gekennzeichnetes Segment. Das besagt, dass es sich um ein maritimes Instrument handelt. Während dieser Zeitsegmente hatte auf dem Schiff absolute Funkstille zu herrschen, da dann die Seenotfrequenz auf 2,182 MHz in Telefonie nach Notrufen abgehört wurde. Diese Zeiten sind aber seit der Abschaffung des Kurzwellen-Schiffsfunks vorbei. Heute wird der Schiffsfunk über Satellit abgewickelt.

P1040841.jpg

Das Holzgehäuse zum Aufstellen der Uhr hat dann die Größe wie bei meiner Nautilus (siehe oben) für die Uhr mit abgebrochenen Ohren bereits angedeutet. Das Holz ist aus Thailand und nennt sich „Mai Sak“, d.h. übersetzt Teakholz. Das Ganze sieht aber noch recht passabel aus.

.............................Vorderseite...............................und.............................Rückseite
im Gehäuse.jpg

Es grüßt aus dem Spessart
der letzte Wolf
 
Tridente

Tridente

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Toll gemacht, Glückwunsch! Habe irgendwo noch ne Borduhr aus ner MiG mit einem türkisfarbenen Gehäuse. Der würde
so etwas auch ganz gut stehen.

Beste Grüße und mach weiter so !

Udo
 
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Borduhr im XXL-Gehäuse

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