Bijouterie aus Paris in Grenoble

Diskutiere Bijouterie aus Paris in Grenoble im Taschenuhren Forum im Bereich Uhrentypen; Bijouterie aus Paris in Grenoble Beitragvon husky » Sa, 22. Mär 2014, 10:33 Bijouterie aus Paris in Grenoble Vermutlich hat sich in der Zeit...
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Bijouterie aus Paris in Grenoble

Beitragvon husky » Sa, 22. Mär 2014, 10:33
Bijouterie aus Paris in Grenoble
Vermutlich hat sich in der Zeit um 1820 - als in Frankreich die ersten Folgen der Revolution überwunden waren - folgendes zugetragen.
Der Adel und die Begüterten hatten wieder Freude an Luxuriösem und konnten es auch zeigen.
Sie reisten zum Beispiel

Kutsche 1820.jpg

(noch mit Kutschen > die Eisenbahnen wurden erst gebaut) und besuchten die Ausflugsziele der gehobenen Klasse.
So hat auch Charles-Philippe de BERNARD de MONTESSUS , comte de Montessus de Ballore mit seiner Frau Anne Marie Victoire BUFFOT de MILLERY
auf der Reise durch Grenoble

Grenoble.jpg

den Juwelier- und Bijouterieladen von J. Delaye aufgesucht, um seiner jungen Frau eine Freude zu machen.

xMallet5.jpg

xMallet6.jpg

Sie entschieden sich dann für ein Ensemble des Pariser Uhrmachers Louis Mallet.

xMallet1.jpg

xMallet2.jpg

xMallet3.jpg

xMallet4.jpg

xMallet7.jpg

xMallet8.jpg

xMallet9.jpg

Das Familienwappen mit dem Leitmotiv Pugnat – Vigilat wurde noch auf die Fläche des Schmucksiegels als Besitzerzeichen graviert.
Dies geschah in der Originalansicht, war als Siegel also nicht verwendbar.

xPugnat vigilat.jpg

In einer schönen Schatulle aus Saffianleder konnte das Stück nun mitgeführt werden.

xMallet.jpg

Es fand allerdings nur bei entsprechenden Bällen und Festivitäten an den Gürtel der Dame.
Nur wenige Gebrauchsspuren deuten darauf hin.
Später war diese Uhr mit Chatelaine mehr ein Erbstück denn ein Gebrauchsgegenstand.

Hier noch die Zusammenfassung der Beschreibung:

Schmuck-Taschenuhr mit Chatelaine
Louis Mallet, Paris ca. 1820

Gehäuse:

Sehr flaches 22karätiges Goldemailgehäuse, das Gehäuse ist fächerförmig in 17 Segmente gegliedert, blau, schwarz, grün und weiß emailliert, der Deckelrand und der Gehäuseboden sind geschmückt mit goldenen Blumen und Ranken, im Zentrum eine Blumenrosette. Pendant und Ring in gleicher Weise verziert.
Pendant gepunzt mit Stierkopf und 67 für Lyon im Dept. Rhone. (gültig ab 22.10.1817) Geh. Nr. 10162
Zifferblatt:
Dezentrales Silberzifferblatt, guillochiertes Zentrum, eingelegte römische Stunden-Zahlen, Breguet-Zeiger.
Werk:
Feuervergoldetes Brückenwerk im Lepine-Kaliber aufgebaut, Schlüsselaufzug, gekörnt, vergoldet, fliegendes Federhaus, Zylinderhemmung, dreiarmige Messingunruh,
Signatur Louis Mallet à Paris
Chatelaine:
Korrespondierendes Goldemail Chatelaine mit Uhrenschlüssel und Signet
mit Wappen und Motto der französischen Adelsfamilie Bernard de Montessus:
"PUGNAT, VIGILAT" ("Man kämpft, man wacht").
Maße:
Uhr Höhe 53 mm (ohne Pendant 37 mm) Breite 38 mm, Dicke 6 mm
Chatelaine 99 mm lang, Breite 40 mm,
Etui:
Originale, mit Seide ausgeschlagene, rote Saffianleder-Schatulle mit der Verkäufer Adresse:
J. Delaye – Grenoble in den Maßen 18 x 6 x 2,5 cm
Literatur:
Louis Mallet
Mallet war Uhrmacher des Duc d'Orleans Ende des 18. Jahrhunderts bis 1824 in Paris. Er trug den Titel "Horloger de Mr. Le duc d'Orleans".
Quelle: Brian Loomes, "Watchmakers and Clockmakers of the World, London 2006, S. 503
Herkunft: Bernard de Montessus, Frankreich – Adelsstand:

Famille d'origine noble ou notable sûre, citée par les sources bibliographiques traditionnelles qui témoignent comme cette famille ait laissé ses traces dans le temps. Lieu d'origine de cette famille: Bourgogne. On la retrouve en différentes époques et en diverses localités. Bien que les renseignements ne soient pas certains quant à la date ... continua
>>> Die Familie entstammt dem Adel. Dies wird dokumentiert durch bibliographische und traditionelle Quellen, welche auch belegen, daß die Familie sehr bekannt war und Spuren in der zeitlichen Geschichte hinterlassen hat. Ursprünglich stammt die Familie aus Burgund. Man findet sie in unterschiedlichen Epochen an verschiedenen Orten. Die Hinweise bezüglich der nachfolgenden Daten sind nicht absolut gesichert.

Jean-Baptiste baron de Rully, comte de Ballore de BERNARD de MONTESSUS ,
baron de Rully 1720-1808
x
Madeleine Etiennette QUARRÉ de CHÂTEAU-REGNAULT d'ALIGNY

>>>

Charles-Philippe de BERNARD de MONTESSUS , comte de Montessus de Ballore 1764-1831
x
Anne Marie Victoire BUFFOT de MILLERY 1766- ??

>>>

Jean-Baptiste (Branche des Montessus de Rully) de BERNARD de MONTESSUS ,
comte de RULLY 1788-1869
x
Antoinette DAMOISEAU de La BANDE 1809-1846

>>>

Laure de BERNARD de MONTESSUS 1841-1922

Danach verliert sich die Spur.

Es wäre für mich sehr interessant, weitere Einzelheiten oder auch technische Hinweise zum vorgestellten Stück zu bekommen!

Ansonsten wünsche ich beim Betrachten viel Freude.
Mit freundlichen Sammlergrüßen
Michael
 
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Moin Michael

Leider kann ich dir nichts zur Geschichte der Uhr sagen, aber ich möchte mich für diesen schönen Bericht und die tollen Impressionen dieser wirklich einmaligen Uhr bedanken. Das ist wirklich ein Stück, welches man sich stundenlang ansehen kann und einfach nur staunt. Wo schlummern noch solche Schätze? Das sind doch wirklich Stücke, die mehr als nur ein Leben lang im Familienbesitz bleiben. Wer soetwas verkauft, ist entweder emotionslos, oder wirklich in akkuter Geldnot...

Dank dir für das Zeigen!

Mike
 
husky

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R.i.P
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Danke MIKEHH (wohl Hamburg?) für den lieben Kommentar.
Wir Nordlichter haben offenbar den entsprechenden Geschmack!
Mit freundlichen Sammlergrüßen
Michael
 
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R.i.P
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Hier kann man das Lepine II Kaliber gut erkennen und beim Bericht oben "Die typische Form schweizer...."
suchen und vergleichen.
Mit freundlichen Sammlergrüßen
Michael
 
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