beurteilen von alten Uhren

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Seepferd

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Hallo Vintage-Fans, als Neuling in der Materie stehe ich vor dem Problem eine Uhr eigentlich nicht beurteilen zu können. Zwar habe ich hier im Marktplatz zweimal sehr gute Erfahrungen gemacht, würde mich aber gerne auch mal an ebay ranwagen. Also,meine Frage(n):
Nach welchen Kriterien beurteilt ihr ein Angebot ? (ich glaube mein Interesse liegt eher auf den deutschen und amerikanischen Herstellern) Gibt es "Lupenstellen" auf die obligatorisch zu achten ist? Gibt es absolute Ausschlusskriterien? Gibt es nach eurer Erfahrung "versteckte" Hinweise wie gut der Händler ist und welches sind die typischen Anfängerfehler und Stolperfallen die ihr aus eigener Erfahrung kennt?
Bin gespannt auf eure Tricks. Grüßle, Seepferd
 
BSBV

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Hallo Seepferd,

bei alten Uhren ist das so eine Sache.
Da sollte Zifferblatt zum Gehäuse passen, vom Alter her. Sind ggf. Papiere noch vorhanden ? Wie und was für ein Werk arbeitet in der Uhr ? Passen die Zeiger ? Ist das Glas noch original ? U.s.w.

Ich habe eine Menge Bücher über alte Uhren und viel Erfahrung im sammeln alter Uhren. Hinzu kommt das Bauchgefühl. Jeder wird früher oder später ein wenig Lehrgeld zahlen.
Begonnen hatte ich Damals im Dugena-Uhren. Die waren nicht teuer, da kann man mal einen Griff ins Klo verkraften.

Hier viel lesen und lernen.
 
S

Seepferd

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Hallo Bernd, danke für dein Rückmeldung. Auf dem Büchermarkt habe ich mich auch schon umgeschaut und ein paar Sachen bestellt. Ich glaube ich fang mal mit Junghans an. Nach meinen ersten Recherchen sind die Werke nicht schlecht, schön sind sie auch und erschwinglich. Und damit stürze ich mich jetzt mal in die Bucht. Mal sehen was rauskommt. Grüßle, Alex
 
walti

walti

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Hallo,

vor allem der Zustand von Gehäuse ( Schliff, Hörner, Rost aussen und besonders innen (Dichtringsitz !!!, besonders oft ist hier der Gilb!!!) Punzierungen. Zustand der Zeiger (Originalität, Angelaufen?, Korrodiert). ZB-Zustand (Originalität, Angelaufen, Stärke der Patina, Allgemeiner Erhaltungszustand)

Bandzustand (Originalität, Rost, Zustand Oberfläche, Kratzer, Dellen etc. Ausgeleiert, Strechtch, wenn ja, wie stark ?)

Und das Allerwichtigste zuletzt: Werkzustand (Oberflächenzustand, Rostspuren, Leichtgängigkeit von Aufzug und Zeigerstelltrieb, vermurkste Schraubenschlitze, Rotor okay bei Automaten, Ersatzteilsituation gut/schlecht). Reparaturzeichen vorhanden Ja/Nein?

Das wären so im Groben die wichtigsten Punkte, die es imho zu brücksichtigen gilt ! Und: lesen. lesen, lesen, alles was man in die Hände kriegen kann, das gibt Wissen und Sicherheit! Ich habe mir auch auf Börsen einige Uhren außen und innen angesehen, das schärft den Blick und schult das Auge.

Und wenn man keinen Plan hat, jemanden mitnehmen der Plan hat und den nur so mit Fragen löchern, auch das ist ein guter Weg die Spreu vom Weizen zu trennen.

Viel Erfolg wünscht.

Der Walti
 
BSBV

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Ja, gute Idee.

Und sollte mal eine dabei sein, die in die Mülltonne gehört, dann tut es dem Konto nicht so weh.

Alte Junghans-Uhren hatten gute einfache Werke. Da kann man mal eine Kaputtbasteln, so zum Üben oder so.
 
lennox

lennox

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He Alex
Ist ne kluge Entscheidung sich bei Vintages auf eine Marke zu Konzentrieren.Mit der Zeit eignet man sich Fachwissen an und sieht selber was in die Sammlung passt
Gruss
lennox
 
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zeityeti

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Das oben Gesagte trifft es schon sehr gut. Allerdings hat man in der Bucht eigentlich nie genug Informationen, um den Zustand solide zu beurteilen. Es hilft, sich die Bewertungen anzuschauen. Daraus erkennt man, ob der Verkäufer oft Uhren verkauft oder ein Laie ist. Bei Laien heißt "Werk läuft" häufig genug, das man eine Totalrevision machen muß. Die Kenner sagen häufig die Wahrheit aber manche verstecken sie gut.

Von teueren Marken würde ich erstmal die Finger lassen, weil da der Beschiß echt grassiert. Ansonsten halte ich den Zustand des Zifferblatts mit für das Wichtigste, denn das kann man als Laie praktisch nicht restaurieren. Fast alles andere kann man eigentlich lernen und sollte es vielleicht auch, wenn man nicht Haus und Hof verjubeln will. Ein anderer wichtiger Aspekt ist die Ersatzteilversorgung. Ich selbst sammle und restauriere alte Roamer und kann ein Lied davon singen, wie schwer es sein kann, Ersatzteile aufzutreiben. Das dürfte bei anderen Marken mit Manufakturkalibern ähnlich sein, vermutlich auch bei Junghans.

Wenn Du in der trüben Bucht angelst, wirst Du mit Entäuschungen leben müssen, kannst aber auch tolle Perlen fischen. Ich wünsche Dir jedenfalls viel von letzterem und freue mich schon auf die Vorstellung deiner Trophäen.;-)
 
purpur73

purpur73

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@Seepferd. Würde Dir empfehlen eine Marke zu sammeln und bei dieser noch einen Zeitrahmen der Herstellzeit zu setzen.
Aber ist nur eine Empfehlung:-) . Auch hier gibt es einige die alles sammeln , was nur ALT aussieht:-)
Gruss
p
 
S

Seepferd

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Liebe Vintage-Fans vielen Dank für eure zahlreichen und hilfreichen Tips! Bin gespannt wann ich euch tatsächlich meine hoffentlich erste Perle die aus dem Trüben gefischt ist vorstellen kann. Bleibe jetzt erst mal bei Junghans 50er/60er und vielleicht Bulova/Hamilton/Benrus vor 50ig. Grüße, Alex
 
Ruebekarl

Ruebekarl

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@Seepferd: Vernachlässige aber die Enicar nicht. Ich hoffe, die gefällt nach wie vor? Ich musste heute meine auch ausführen und habe Ihr den Vortritt vor der Zenith eingeräumt - und es hat mal wieder Spass gemacht :)
 
Sonnenuhr

Sonnenuhr

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Die genannten Marken sind recht interessant, wobei ich als Spezisammler von Hamiltons mit starker zeitlicher Eingrenzung dir schon sagen kann, dass selbst das noch ein sehr großes Feld ist. Allein Hamilton hat so um die Hundert Modelle in der Zeit vor den 50ern, und die dann noch oft in mehreren Variationen. Nimmst du da die 50-60er mit rein, ist das Feld riesig, von Taschenuhren nicht mal gesprochen. Ich hab rein auf Hamilton spezialisierte Sammler mit ähnlicher Einschränkung wie ich gesehen, deren Sammlung mehrere Schubladen von zwei recht großen Schränken gut füllt.

Worauf ich in der Bucht achte ist eigentlich, dass die Fotos gut genug sind, um einen ordentlichen Eindruck vom Stück zu geben. Sind sie es nicht, biete ich auch entsprechend vorsichtig, oder eben gar nicht erst mit. Ansonsten wurde vieles schon genannt. Gute Werksbilder sind mir eigentlich immer wichtig und ein durchaus ordentlicher Zustand von Gehäuse (gerade Vergoldung sollte noch in Ordnung sein, ist ziemlich teuer, so etwas auffrischen zu lassen). Ziffernblätter sind sicher auch eine Sache für sich, wobei es in Sachen Hamilton da International Dial in den USA gibt, welche die frühen Hamies beispielsweise relativ preisgünstig restaurieren und dazu die originalen Blaupausen haben. Ich hab selbst drei Stück, welche von ID "geheilt" wurden und die sind wirklich überzeugend gut.

Verlasse dich nie auf Angaben der Verkäufer, dass die Uhren erst vor Kurzem eine Revi oder einen Service hatten. Vor Kurzem ist recht dehnbar und obendrein gibt es außerhalb Deutschlands keine geregelte Ausbildung zum Uhrmacher(meister). Gerade in den Staaten ist die Qualität solcher "Fachleute" durchaus unterschiedlich zu bewerten und außerdem weis man nie, wie viel der Verkäufer da rein gesteckt hat.
Außerdem sollte nach den Strapazen eines Überseefluges und des rabiaten Umgangs auf Flughäfen vielleicht doch noch mal ins Werk geschaut werden, also warum nicht gleich genauer hinsehen und mal mit reinigen.

Das Allerwichtigste in der Bucht ist halt, dass man sich selbst mit den Stücken auskennt und auch lernt auf kleine Details zu achten. Gerade die sehr alten Stücke können irgendwann mal restauriert worden sein und manchmal wurden dabei Fehler gemacht, so dass sie zwar schön, aber eben nicht original aussehen. Sei vorsichtig mit allzu bunten, oder schönen schwarzen Ziffernblättern in frühen Uhren (30-40er), oft sind das moderne "Restaurierungen".

Eine Sache würde ich dir auch noch empfehlen. Bevor du drauflos bietest, beobachte den Markt in der Bucht. Mach dir am Besten eine kleine Excel-Tabelle und beobachte eine Weile Auktionen mit Stücken, die dich interessieren. Sammle da einige Daten über deren erzielte Preise, vielleicht Zustand (ich trag sogar Seriennummern ein und kann manchmal Stücke "wiederfinden"). Damit erhältst du einen guten Überblick über die Preise und machst nicht mehr so schnell den Fehler zu hoch zu bieten.
Außerdem denke dran, jedes noch so schöne Stück wird es in ähnlicher Form irgendwann wieder geben. Geduld zahlt sich aus und mitunter spart es Geld. Bieterkriege mit letztlich horrenden Preisen zwischen Noobs sind nur toll für den Verkäufer.

Wenn du dich wirklich stärker auf amerikanische Uhren spezialisieren willst, könnte eine Mitgliedschaft bei der NAWCC lohnen (siehe Link in meiner Sig). Das ist die größte Uhrensammlervereinigung in den Staaten und die haben eine sehr große Bibliothek, welche auch international verleiht. In deren Archiven schlummern auch z. T. Nachlässe aus den alten echten amerikanischen Uhrmacherfabriken und einiges wurde sogar schon digitalisiert (darunter die kompletten Kataloge Hamiltons von 1917-1969, diverse Blaupausen der Ziffernblätter, uvm.). Neben dem tummeln sich jede Menge guter Sammler dort und tauschen gern Wissen aus, bzw. helfen in allen Sammlerlebenslagen.
 
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