Bestimmung Taschenuhr Handaufzug

Diskutiere Bestimmung Taschenuhr Handaufzug im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Hallo, die Uhr wurde uns vererbt und ich würde gerne erfahren um welche Marke / Typ es sich handelt. Die Uhr ist mit 0.585 gestempelt und es...
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kv66

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Hallo,
die Uhr wurde uns vererbt und ich würde gerne erfahren um welche Marke / Typ es sich handelt.
Die Uhr ist mit 0.585 gestempelt und es befinden sich einige Symbole auf der Uhr, die ich aber nicht deuten kann. Auf der Uhr konnte ich leider keinen Namen ausfindig machen.
Die Uhr habe ich aufgezogen und lief sofort lost. Das Ziffernblatt wirkt für mich sehr edel.
Beide Deckel lassen sich öffnen, das Werk ist nicht sichtbar.
Vielen Dank.
Gruss Klaus

IMG_8712.jpgIMG_8713.jpgIMG_8716.jpgIMG_8718.jpgIMG_8723.jpg
 
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Matthias MUC

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Hallo Klaus,

Auf www.mikrolisk.de findest Du u.a. neben Infos zu den Edelmetallpunzen (Herstellerkennzeichen soweit ich sehe keine) auch eine Anleitung, um den Staubdeckel überm Werk mit etwas Mut unfallfrei zu öffnen. Foto in der Mitte: Da, wo vorn die IIII ist, meine ich die leichte Kerbe am Staubdeckel fürs Öffnen zu erkennen.
Punzen: schaut nach 585er (=14kt) Goldgehäuse aus, Krone ist dazu passender deutscher Reichsgoldstempel, Eichhörnchen entsprechender Schweizer, paßt alles. Denke nicht daran, hier nach dem Wert zu fragen, es sei hier nur vorsichtshalber an die Forumsregel erinnert!
Mit einem Werksfoto kann das Werk damit evtl. genauer eingekreist werden (keine Garantie, definitiv fündig zu werden, es gab da viiiele Hersteller). Ohne näheres wäre das eine typische Savonnette, würdevoll am Kettchen zu tragen (wie man stilecht so eine Uhr trägt, auch siehe Mikrolisk), recht wahrscheinlich Schweizer Uhr für den Export nach DE, evtl, erstes Drittel 20. Jahrhundert, Ankerhemmung. Läßt sie sich stellen über gezogene Krone? Ältere Werke haben oft neben der Krone einen Daumennageldrücker zum Stellen.
Also Mut, ein kleines Messer und den Staubdeckel öffnen, dann ein paar gute Fotos vom Werk, eventuell finden sich innen am Staubdeckel auch noch Uhrmachersignaturen, die darauf schließen lassen, wie oft die Uhr den Uhrmacher gesehen hat und gewartet wurde.
Weißt Du mehr über die Vor(vor(vor))Besitzer, die FAmiliengeschichte? Die Uhr sieht aus, wie wenn sie mit der nötigen Schonung doch regelmäßig getragen wurde (altersgemäße Mikrokratzer, leichte Benutzungs- und Putzspuren), das wäre eine würdige Gebrauchspatina, die der alten, noch geheimnisumwitterten Dame gut steht. Könnte man bei Massivgoldgehäuse polieren, muß man aber nicht, ich finde, sowas steht solchen Uhren ganz gut.
Wenn sie auch getragen werden will (ich bin sicher! Ich höre sie leise wispern, behalt mich, kauf mir 'ne schöne Kette und führ mich aus...;-) ), lohnt es sich sicher, sie bei Gelegenheit einem Uhrmacher zur Revision/Restaurierung vorzustellen, damit sie die nächsten Hundert Jahre auch schafft. Die alte Schmierung ist sicher schon verlaufen, eingetrocknet etc.

lG Matthias

PS.: Zweites Foto: bei der IIII, ist das der Rasthaken für den Deckel? Bei den meisten Uhren dieser Bauweise pflegt der eher direkt bei der Krone zu sein, hilft evtl. bei der Identifizierung.
 
monozelle

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Läßt sie sich stellen über gezogene Krone? [...]
[...] bei der IIII, ist das der Rasthaken für den Deckel? Bei den meisten Uhren dieser Bauweise pflegt der eher direkt bei der Krone zu sein, hilft evtl. bei der Identifizierung.
Bei der "IIII" ist ein Hebel zum Herausziehen für die Zeigerstellung. Also nicht über die Krone. Wäre meine Einschätzung.
Der Riegel für den Deckel ist bei der "III".

Das Werk wäre spannend... 🙂
 
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Matthias MUC

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OK, habe das, was dann der Schnapper für den Deckel an gewohnter Stelle ist, für irgendeine Spiegelung gehalten. Dann ist sie auch möglicherweise auch älter als wie ich vorhin eingeschätzt habe?
 
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kv66

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Bei der "IIII" ist ein Hebel zum Herausziehen für die Zeigerstellung. Also nicht über die Krone. Wäre meine Einschätzung.
Der Riegel für den Deckel ist bei der "III".

Das Werk wäre spannend... 🙂
Hallo Matthias und Ingo,
danke für die schnellen Infos.
Ja, genau, bei der IIII lässt sich der Hebel nach oben drücken und dann kann über die Krone die Uhr gestellt werden. Bei III befindet sich der Riegel für den vorderen Deckel. Der hintere Deckel ist mit dem Fingernagel zu öffnen. Nur wie komme ich an das Werk dran. Möchte nichts kaputt machen.
Das Gesamtgewicht der Uhr liegt bei 88g.
Aufgefallen ist mir noch ein Stempel, der wie ein Tiger oder Pantherkopf aussieht.
Gruß Klaus
 
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monozelle

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Der hintere Deckel ist mit dem Fingernagel zu öffnen. Nur wie komme ich an das Werk dran. Möchte nichts kaputt machen.
Ich hab dir hier mal was markiert. Der Reflex sieht so aus, als könnte, wie @Matthias MUC andeutete, links vom Pendanten eine Nut sein (1), wo man mit dem Fingernagel, einem Messer oder einem Öffner reinkommt. Klassischerweise wäre die Nut allerdings rechts vom Pendanten (2). Schau mal am Rand des Innendeckels entlang... ist da irgendwo eine Stelle, wo sich der Rand etwas hebt oder wo vielleicht schon ein paar Kratzer von vorherigen Öffnungsversuchen zu sehen sind? Bevor wir zu scharfen Klingen greifen - versuch mal, mit dem Fingernagel reinzukommen und am Rand entlang zu fahren. Manchmal klappt das und der Deckel ploppt auf.

3122689
 
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kv66

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Hallo Ingo,
rechts vom Pendanten (2) ist eine Verdickung / Nut, damit löst sich der äußere Deckel. Darunter ist auch noch ein winziger Spalt, aber ich traue mich noch nicht. Ich merke auch, dass wohl hier die Uhr schon geöffnet wurde. Versuche es morgen wieder.
Gruß Klaus
 
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Matthias MUC

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Ja, das Eichhörnchen ist das Schweizer Pendant zur deutschen Krone, beide bedeuten 585er Gold = 14kt (hatte ich oben schon geschrieben). Zum Tigerkopf (oder Wolf oder Bär oder Hund?) finde ich nichts, es gibt zwar ein paar Herstellerlogos, die passen aber nicht.
 
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kv66

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Hallo,
Der Uhrendeckel ist auf.
Auch der 3. Deckel ist mit 585 und den Eichhörnchen gepunzt. Am Rand des Uhrwerks sieht man auch das Eichhörnchen. Ist dann auch das Uhrwerk aus Gold? Im Uhrwerk sehe ich ein AR, aber nicht sicher.
Hier die Bilder.
Bin gespannt, was ihr lesen könnt.
Gruss Klaus
 

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Matthias MUC

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Das Werk könnte vergoldet sein, aber nicht massiv, die ganze Punzerei bezieht sich aufs Gehäuse. Ob die Nummer typisch für IWC ist, können die Experten hier sagen, es könnte erhärtet oder widerlegt werden, wenn das Werk genauer identifiziert wird (IWC ja oder nein). Egal, ein schönes Werk, Feinreglage, das ganze Werk sieht sauber und gepflegt aus.
 
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kv66

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Danke.
In welches Jahr würdest du die Uhr tendieren? Weisst du was man unter diesem AR verstehen kann? Komisch, dass wirklich der Uhrenhersteller so schecht zu erkennen ist.
 
monozelle

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Das ist was feines. 👌
Ob es IWC ist, weiß ich auch nicht, aber 18 Rubine (die üblichen 15 plus Anker mit Decksteinen plus Minutenrad), Breguet-Spirale und Feinregulierung sind doch schonmal eine Hausnummer. Unruhreif bimetallisch, aber nur angesägt. 15 Rubine bei Ankerhemmung werden als gehobender Standard angesehen, alles darüber gondelt langsam in die Feinkost-Abteilung. Schick.
Gratulation zu der feinen Uhr! 😃

Das "AR" auf dem Unruhkloben steht für "Avance / Retard" = "Vor / Nach".
 
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kv66

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Hallo Ingo,
wahnsinn, was du weisst. Woran erkennt man die 18 Rubine? 2/3 des Werkes ist doch verdeckt!
Danke für die Info, was "AR" bedeutet.
Findest du nicht auch komisch, dass nirgends eine Firma zu verzeichnen ist. Wenn ich mir andere Uhren anschaue, ist sehr oft ein Firmenstempel oder Namen zu erkennen.
Gruß Klaus
 
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Nee, glaub mir, ich weiß noch nicht viel... da gibt es ganz andere Kollegen hier.

18 Steine, also, mal sehen, ob ich es auf Anhieb hinkriege:
2x Unruhlager, 2x Unruhdeckstein, 1x Hebelstein, 2x Ankerlager, 2x Ankerdeckstein, 2x Ankerpaletten, 2x Gangradlager, 2x Sekundenradlager, 2x Kleinbodenradlager, 1x Minutenradlager.

2+2+1+2+2+2+2+2+2+1 = 18

Aber ich betone, es sieht nach 18 Steinen aus - ob die auch wirklich drin sind, findet man nur raus, wenn man überall nachguckt. Wäre aber sehr verwunderlich, wenn dem nicht so wäre. Die Schweizer machen das ordentlich, die unterschlagen nichts. Nicht so wie bei manchen Amerikanern, wo nur die oberen (sichtbaren) Lager mit Steinen bestückt sind...😜

Findest du nicht auch komisch, dass nirgends eine Firma zu verzeichnen ist.
Nein, das ist nicht so ungewöhnlich, gerade bei den Schweizer Uhren. Ich hab auch ein paar anonyme Uhren hier. Das tut der Qualität keinen Abbruch.
Deine könnte eine von den sogenannten "System Glashütte" Werken zu sein, die sich mit der 3/4-Platine optisch an die Original-Glashütter anlehnen. Den Hersteller kann vielleicht jemand sagen, der mit scharfem Blick und Expertise das Werk erkennt. Ich kann da nur raten. 😉
 
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kv66

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Ingo,
vielen Dank für die Infos.
In welches Jahr würdest du die schöne Uhr packen?
Danke.
Gruß Klaus
 
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Vom Zifferblatt-Stil und Bauchgefühl her 1890 - 1900...
 
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kv66

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Moin,
Habe jetzt sehr viel über die Uhr erfahren, vielen Dank dafür. Ich würde sie gerne einem Uhrmacher zeigen, habe aber Bammel an den falschen zu geraten. Habe ihr vlt. eine Adresse / Namen aus dem Raum Mannheim/Heidelberg/Karlsruhe?
Würde gerne wissen, um welches Werk es sich handelt und eventuell eine Revision durchführen zu lassen.
Schönen Sonntag.
Gruß Klaus
 
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Bestimmung Taschenuhr Handaufzug

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