Beschlagene Eterna 1948 (von 1998)

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Oldboy69

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Danke allerseit für die Hinweise! Selber die Uhr zu öffnen ist mir nicht gelungen, ein kleiner Kratzer im Deckel sehr wohl, und ich wollte den Schaden nicht noch mechanisch vergrößern.

Ich hatte die Uhr heute nacht bei rund 50° gelagert, da war in der Früh noch ein wenig Kondesat auf der Scheibe. Morgens hab ich dann auf rund 70°C erhöht, danach war nichts mehr zu sehen am Uhrglas. Mir ist klar, daß dabei das Wasser nicht weggeht sondern nur von der Luft in der Uhr aufgenommen wird. Immerhin hilft das aus meiner Sicht, daß im inneren der Uhr kein Wasser sondern nur viel zu hohe Luftfeuchtigkeit ist. Damit sind zuminest keine Tropfen allzulange auf einzelnen Stellen des Ziffernblatts und der Zeiger, vielleicht kann man so Fleckenbildung vermeiden.

Hier ein Foto von heute Mittag:

2955733

Ich habe zum Glück die Mobilnummer von meinem Juwelier und Uhrenhändler, er hat abgehoben und ich konnte Ihm die Uhr bringen. Er kann Sie zum trocknen aufmachen und soweit nötig zerlegen, am Montag kommt die Eterna dann zum Uhrmacher.

Ich werde über das Endergebnis berichten.

Danke & Liebe Grüße, Mario

PS: Mein Verständnis ist folgendes. Je niedriger die Temperatur, desto weniger Wasser wird in von der Luft aufgenommen, desto mehr Wasser sammelt sich folglich in flüssiger Form in der der Uhr und das ist schlecht. Der Verschleiß aufgrund der höheren Temperatur mit deutlich höherer Luftfeuchtigkeit für ein paar Stunden ist, so hoffe ich doch, kein Ölbad für die Mechanik, aber doch weniger schlimm als direkter Kontakt mit Wasser. Eine Lötlampe hatte ich nicht zur Verfügung, das Backrohr wäre aber auch bei Verfügbarkeit einer Lötlampe das Mittel der Wahl gewesen ;-)
 
30 kHz

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@Oldboy69

Hi Mario, das Überbacken im Rohr war schon recht originell. Rezepte dazu bei chefkoch.de :lol: :super:

Mir scheint, Deine Uhr ist rechtschaffen dicht, sonst hätte sich das Wasser nicht so lang gehalten. Beim Erwärmen entsteht ja eine schöne Wasserdampf-Atmosphäre, und die hält sich hartnäckig. Und da haben die Metallteile - soweit sie nicht nichtrostend sind - fein Gelegenheit zum Rosten.

Für den nächsten event dieser Art sei ein Uhrbodenöffner (Handvoll Dollars in der Bucht) empfohlen oder auch ein Exsikkator Exsikkator aus PC , der sich im übrigen auch in der Küche gut macht. Aber, wie ja alle schon gesagt haben, AUFMACHEN.

Spaß beiseite: vielleicht hat Dir die Nummer ja Spaß gemacht, und Du steigst tiefer in die Materie ein. Sehr spannend!

Gruß Dirk
 
Oldboy69

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Danke, ich muss mir noch einen Rezept-Titel überlegen, "1948er Braten Eterna" klingt sehr traditionell, "Eterna, Hirsch, slow" wäre eine moderne Variante ;-)

Wasserdampf hätten wir über bei 100°C und entsprechend höher Sättigung bekommen, das war aber offensichtlich nicht der Fall.

Bei 70°C kann die Luft viel mehr Wasser aufnehmen als bei 25°C, die relative Luftfeuchtigkeit bei 70°C war also so gering, das das gesamte Wasser in der Uhr von der wärmeren Luft aufgenommen werden konnte und kein kondensiertes Wasser mehr in der Uhr war.

Besser als Wassertropfen in der Uhr würde ich meinen.

Liebe Grüße, Mario
 
Der Motor

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Ich habe eine Uhr - entgegen aller Ratschläge - auch mal auf einer Urlaubsreise so behandelt. Krone gezogen und dann mit dem Fön erwärmt und anschließend in die Sonne gelegt. Sie hat es überlebt. Wenn Wasser rein kommt, dann kommt Wasserdampf vielleicht auch auf gleichen Weg raus. Ist sicher nicht optimal für die Schmierstoffe und die Dichtungen, aber zumindest bei mir hat es funktioniert. Der später kontaktierte Uhrmacher konnte jedenfalls keine Schäden feststellen. Unter "normalen" Bedingungen: nicht nachmachen!
 
Oldboy69

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Ja, Fön & Sonne klingt plausibler, als die Uhr in den Kühlschrank zu stecken.

Bei mir steht das Endergebnis noch aus, ich werde berichten.

Liebe Grüße, Mario
 
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Danke, ich muss mir noch einen Rezept-Titel überlegen, "1948er Braten Eterna" klingt sehr traditionell, "Eterna, Hirsch, slow" wäre eine moderne Variante ;-)

Wasserdampf hätten wir über bei 100°C und entsprechend höher Sättigung bekommen, das war aber offensichtlich nicht der Fall.

Bei 70°C kann die Luft viel mehr Wasser aufnehmen als bei 25°C, die relative Luftfeuchtigkeit bei 70°C war also so gering, das das gesamte Wasser in der Uhr von der wärmeren Luft aufgenommen werden konnte und kein kondensiertes Wasser mehr in der Uhr war.

Besser als Wassertropfen in der Uhr würde ich meinen.

Liebe Grüße, Mario
Bei Niedertemperatur gegart... ja, hätte was :-):lol:

Betrachte den Dampfdruck des Wassers. Zwar kann die eingeschlossene Luft mehr Wasser aufnehmen, aber es kondensiert ja auch wieder, da - wie ich schrieb - Deine Uhr dicht zu sein schien. Ich nehme weiter an, daß der Korrosionsprozeß in dieser "Dampf"-Atmosphäre schneller voranschreitet als bei niederen Temperaturen. Hättest Du nun ein "Dampfdruckventil" an Deiner Uhr - wer hat sowas schon?? - hätte die Erwärmung schon zum Entweichen einer gewissen Wassermenge geführt.

Nun denn, Deine Uhr scheint es überlebt zu haben. Allemal scheint eine Revision angebracht!?

Gruß Dirk
 
Oldboy69

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Ist nicht so schwer: solange die Uhr nicht wieder runtergekühlt wird, kondensiert auch logischerweise nix. Sobald der "Garvorgang" unterbrochen wurde, soll die Uhr auch geöffnet werden um die gesättigte Warme Luft entweichen zu lassen...

Liebe Grüße, Mario
 
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Harpye

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Hört sich an wie das Rezept für eine Tütensuppe. Uhrwerk bei geschlossenem Deckel 10 Minuten garen, ab und zu umrühren und heiss servieren....
 
Oldboy69

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Der Juwelier hat sich gemeldet, das Rezept scheint genießbar zu sein :D

"...ich habe die Uhr geöffnet, das Werk ausgebaut, die Innenseite des Glases gesäubert, sie wieder eingestellt und aufgezogen. Augenscheinlich ist nichts passiert. Wir werden im Lauf der kommenden Wochen noch eine WD Prüfung machen und die Gangwerte kontrollieren..."

Danke an alle für die Tips und die Anteilnahme.

Liebe Grüße, Mario
 
mannberlin

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früher--also bei meinen ersten mechanischen Uhren aus den 70er Jahren, meister anker, bwc etc.. war quasi ständig Feuchtigkeit, nach dem Sport oder bei Tragen im Regen, die trockneten von allein und gingen wieder..
 
Oldboy69

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früher--also bei meinen ersten mechanischen Uhren aus den 70er Jahren, meister anker, bwc etc.. war quasi ständig Feuchtigkeit, nach dem Sport oder bei Tragen im Regen, die trockneten von allein und gingen wieder..
:-) ja, sehr schön, an die 70er kann ich mich auch noch erinnern.

Mit sieben oder acht Jahren habe ich eine Handaufzugsuhr, eine Sachat (17 Jewels, Incabloc) vom Opa bekommen. Die Uhr ist öfter mal abgesoffen und das Glas hab ich auch regelmäßig zerstört. Irgendwann kamen dann die Casio Uhren mit Taschenrechner auf, was dann mit der Sachat passiert ist, weiß ich leider nicht mehr.

Liebe Grüße, Mario
 
Pawel

Pawel

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Uhrmacher Mikl in der Wollzeile repariert noch, es gibt sogar einen Hol- und Bringdienst für die Uhren 👍🏻

Edit:// Sorry, habe die zweite Seite übersehen.
 
30 kHz

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Ist nicht so schwer: solange die Uhr nicht wieder runtergekühlt wird, kondensiert auch logischerweise nix.
Dann ist die Ofenkartoffel ja gerettet! :super:

Dennoch: Daß Werkstoffe rosten, muß nicht auf einen "groben" Kondensationsprozeß zurückgeführt werden; es reicht eine wassergesättigte Atmosphäre, wie sie in Deiner Uhr ja vorlag.

Und nu viel Freude an Deiner Eterna!

Gruß Dirk
 
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mrbike

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Ja, Fön & Sonne klingt plausibler, als die Uhr in den Kühlschrank zu stecken.
Klingt zwar so, ist es aber nicht. Kühlschrank auch nicht, denn da kondensiert nur noch mehr Wasser. Konsequentes einfrieren, am besten bei abgelaufenem Werk, hilft hingegen schon. Es verhindert Korrosion und vor allem verhindert es dass Leuchtmasse Schaden nimmt. Luminova ist hygroskopisch (=zieht Wasser an) und gammelt in Verbindung mit Wärme binnen Tagen, manchmal binnen Stunden. Korrosionsprozesse werden durch Wärme geradezu exponentiell (jeder weiß endlich was das ist :D) beschleunigt.

Nur wenn eine Uhr (fast) komplett wassergefüllt ist wäre Gefrierschrank suboptimal, weil dann das Glas abgesprengt werden kann wenn sich das Wasser beim gefrieren ausdehnt. Das dürfte aber der seltenste Fall eines "Wassereintritts" sein.

Man kann es nicht oft genug schreiben, eine nasse Uhr gehört sofort geöffnet oder bis zum öffnen in den Gefrierschrank. Alles andere (Tüte mit Reise) ist vollkommen wirkungslos oder (Wärme, Sonne) absolut kontraproduktiv und schädlich. Wurde, wie ich sehe, hier auch schon super oft behandelt, da gibts etliche threads dazu.
 
Oldboy69

Oldboy69

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:hmm: vereiste Bestandteile in einer stehenden Automatik Uhr, dann bringt man sie zum Uhrmacher, aber ohne Bewegung, sonst läuft die mit vereisten Zahnrädern wieder an....wohl besser nicht ;-)

Sofort öffnen ging halt nicht in dem Fall.

Trotzdem danke für Dein Interesse.

Liebe Grüße, Mario
 
M

Matthias MUC

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Einkaufszettel für Uhrenbesitzer: Das notwendige Werkzeug, um alle zuhause vorrätigen Kandidaten für Wassereinbruch notfallmäßig öffnen zu können, Pressdeckel, Schraubdeckel, was auch immer. Sozusagen wie der Nothammer im Omnibus... :D
muß ich mir merken, wenn ich mal auf der Straße aufgehalten werde wegen Waffenkontrollen (ich hab meistens ein Opinel dabei, das in der Tat meine fast immer zielführende Vorzugsmethode für den ersten Versuch an TU-Staubdeckeln und sonstige Preßdeckeln ist)....

lG Matthias

PS.: @30 kHz, bei der "Ofenkartoffel" muß ich jedesmal wieder grinsen... YMMD
 
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