Baumgartner-Chronograph, cal. 590 ... oder: die Steigerung von "Brot und Butter"

Diskutiere Baumgartner-Chronograph, cal. 590 ... oder: die Steigerung von "Brot und Butter" im Vintage-Uhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Wer mich kennt, weiß ja, dass ich ein Herz für Brot- und Butter-Vintages habe. Es fasziniert mich jedes Mal, wenn ich ein für den Verbauch...
#1
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Tomcat1960

Guest
Wer mich kennt, weiß ja, dass ich ein Herz für Brot- und Butter-Vintages habe. Es fasziniert mich jedes Mal, wenn ich ein für den Verbauch bestimmtes Stück meiner Sammlung hinzufügen kann, welches seiner Bestimmung getrotzt und bis zum heutigen Tag überlebt hat - und sei es mit viel, viel Glück.

Hier kommen nun nicht Brot und Butter, sondern Aldi-Toast und Margarine :D Wem dieses Mahl zu frugal ist, der mache schnell wieder zu und wende sich wieder der Uhren-High-Society zu, denn hier kommt sowas wie der langzeitarbeitslose Hartz-IV-Empfänger unter den Chronographen.

Am 12. Mai letzten Jahres fiel sie mir in der Bucht auf und, unbedarft wie ich war, stellte ich hier eine ganz naive Frage. Die Antwort diktierte den Preis, obschon sie "NOS" war, denn der Verkäufer hatte auch schon darauf hingewiesen, dass sie nicht laufe. Ich griff sie für zwanzig Euro, sie kam und war in der Tat niegelnagelneu, "Never On Sale". Sie mag die ersten paarunddreißig Jahre ihres Lebens also gefaulenzt haben und ich beschloss, dass sich das ändern sollte.

Über einigen anderen Projekten geriet sie allerdings erst ins Hintertreffen, dann in Vergessenheit, und es bedurfte einer mitternächtlichen Aufräumaktion, um sie wieder ans Licht zu befördern. Wie sie da so lag, ohne Band, hilflos, stumm, dauerte sie mich doch und ich entsann mich Falkos, der schon meinem Cimier-Chrono ordentlichen Lauf beigebracht hatte.

Die sich nun entwickelnde Chronik einer Wiederbelebung folgt weiter unten, und ich zeige erst Mal, worum es hier geht:

BG Chrono Showcased.jpg

Dieser Proletarier unter den Chronographen, der sich mehr als dreißig Jahre seiner Verpflichtung, die Zeit nicht nur vorbeiziehen zu lassen, sondern sie auch anzuzeigen, widersetzt hatte, ist ein ziemliches Trumm - jedenfalls verglichen mit dem, was sonst in meiner Uhrenkiste schlummert: 43 mm Durchmesser (ohne Krone), 45 mm über die Bandanstöße und 16 mm dick. Gleichwohl wiegt sie fast nichts, was einerseits dem doch recht leichtgewichtigen Werk geschuldet ist, andererseits (und vor allem) aber dem Gehäuse, das komplett aus Kunststoff gespritzt ist. Damit sich das Plastik nicht verbiegt, muss es entsprechend dickwandig sein - das Werk misst gerade mal 30,5 mm (13,5 '''), sodass wir zu einer Wandstärke von rund 5 mm kommen. Dabei ist das Gehäuse als Containergehäuse ausgeführt, in welches das Werk von oben eingesetzt wird.

Die Ansichten der Kronenseite ...
BG Chrono Kronenseite.jpg

... und der "Neunuhrseite" ...
BG Chrono Neunuhrseite.jpg

... machen nicht nur die große Bauhöhe der Uhr, sondern auch die Besonderheit des Werkes deutlich: es handelt sich um einen echten Chronographen mit Permanentsekunde auf 6 Uhr, 30-Minuten-Zähler auf der "9" und 5-Stundenzähler auf der "3". Ranfft schreibt zwar von einem Schaltrad - was bei der sonstigen Auslegung des Werkes fast obszön wirkt - aber Lang/Meis beschreiben einen Nockenmechanismus, der vermutlich näher an den Tatsachen liegt:

Cal. 590.jpg
(Bild von Falko)

Das Werk ist Baumgartner-typisch mit Stiftanker ausgestattet, verfügt aber über 17 Steine und sogar eine Stoßsicherung und schwingt mit 21.600 Halbschwingungen pro Stunde. Bei aller Bescheidenheit verfügt das Werk sogar über eine Flybackfunktion, die allerdings in diesem Fall ebenfalls eine Mangelerscheinung ist: auf die Klaue, die bei einem "normalen" Chrono den Sekundenzeiger nach dem Rücksetzen aus "vollem Lauf" festhält (und den Chrono damit stoppt), wurde einfach verzichtet. So läuft der Sekundenzeiger natürlich sofort wieder an.

Natürlich kann man den Chronographen auch stoppen (Drücker auf 2) und dann erst zurücksetzen (Drücker auf 4) - anders als bei "richtigen" Chronographen hat der "Flyback" aber keine verschleißfördernde Wirkung.

Wozu dient nun also der Drücker auf der 8-Uhr-Position? Nun, das Werk verfügt zwar über Minuten- und Stundenzähler, aber beide laufen ständig mit. Will man nun eine Zeitmessung vornehmen, setzt man mit diesem Drücker jene beiden Zähler zurück.

Die Uhr läuft bei mir unter "Baumgartner" - bei Lang/Meis ist eine ganz ähnliche (nur mit dunklem Blatt) aber genau so einem Kunststoffgehäuse des Herstellers "BGF" abgebildet:

Chrono auf Lang_Meis.jpg

"BGF" ist niemand anderes als die Firma Baumgartner selbst, sodass wir es hier also mit einer Uhr zu tun haben, die sich eines echten Manufakturkalibers :D rühmen darf. Natürlicher Adel also gewissermaßen, der auch in der heraldisch vollkommenen Gestaltung des Uhrenrückens zutage tritt:

BG Chrono Rückseite.jpg

Überhaupt überzeugt die Uhr erst auf den zweiten Blick mit ihren Qualitäten: für ein Zifferblatt wie dieses legen Leute heute viel Geld hin ;-), der Sonnenschliff auf dem Metallrahmen des Zifferblattes und die frischen Farben machen sie zur idealen Sommersonnenuhr. Auf der Uhrenbörse in München erstand ich für sie ein farblich passendes Textilarmband, an welchem sie sich super-angenehm tragen lässt, trotz ihrer Größe.

Warum Sommersonnenuhr? Nun, nicht nur der Farbe wegen, sondern auch, weil sie auch ihre Sportlichkeit türkt: zwischen Gehäuserand und Zifferblattrahmen klafft deutlich sichtbar ein Spalt - einer Wasserdichtigkeitsprüfung mag ich sie so nicht aussetzen, noch nicht mal einem lauen Sommerregen ;-):

BG Chrono Lüftungsöffnung Detail.jpg

Ach ja ... die Chronik der Wiederbelebung: diese Uhr ist für den Verbrauch bestimmt. Punkt. Dass diese hier in diesem Zustand überlebt hat, ist nur und ausschließlich dem Umstand geschuldet, dass sie sich fast ihr ganzes Leben lang erfolgreich vor der Arbeit gedrückt hat ;-) Dieses muss vorausgeschickt werden, damit man den Einsatz von Falko zu würdigen versteht: Das erste Problem (an dem ich schon scheiterte) besteht darin, dass herstellerseitig keine Möglichkeit vorgesehen wurde, die Aufzugswelle auf anständige Weise auszubauen. Nein, um es mit Falkos Worten zu sagen, man "muss sie brutal aus dem Winkelhebel reißen... keine Ahnung, wie oft sie diese Prozedur übersteht."

Als ich sie von Falko zurück erhielt, ging sie einwandfrei - jedenfalls solange sie auf dem Rücken lag. Als ich sie am neu erworbenen Band tragen wollte, kam die nächste Überraschung: der Minutenzeiger lief auf die Achse der Permanentsekunde auf, die etwas zu weit aus dem Zifferblatt ragte. Also zurück zu Gerd. Der stellte einmal mehr fest, wie sehr diese Uhr auf Verbrauch getrimmt war: die Achse der Permanentsekunde wird von einer kleinen Feder gehalten, die aber nach 35 Jahren erlahmt war und den Zeiger "abheben" ließ, sobald die Uhr nicht mehr in Rückenlage war. Erfindungsreich ersetzte Gerd diese Feder durch ein ähnliches Bauteil aus einer frisch geschlachteten Quarzuhr :klatsch: - nicht ohne vorher noch einmal Angstschweiß beim Heraußreißen der Aufzugswelle vergossen zu haben.

Nun ist sie wieder bei mir und zählt nun endlich zur arbeitenden Uhrenbevölkerung :D Meine Sammlung bereichert sie um ein äußerst seltenes, wenn auch billiges Chronographenwerk, das stiftankertypisch laut aus den Siebzigerjahren herübergrüßt :D.

Damit liegt sie bei mir immer richtig ;-)

Viele Grüße

Tomcat

PS: falls jemand die Bildmarke des Uhrenrückens zuordnen oder sonst irgendwelche sachdienlichen Hinweise zum Hersteller dieser Uhr machen kann, würde ich mich sehr freuen.

PPS: ich bitte auch zu beachten, dass ich den Begriff "Schönheit" in dieser Vorstellung nicht ein einziges Mal gebraucht habe ... mit gutem Grund, denn "schön" geht anders. Aber, wie schon gesagt, sie wurde auch nicht gebaut, um schön zu sein ;-)
 

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#3
Doerthe

Doerthe

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Hallo Tomcat,
na wenn das keine würdige Vorstellung einer solchen Uhr ist!!!
Wenn vielleicht nicht schön, aber bestimmt besonders und ganz sicher recht selten, denn welcher Chrono aus gerade dieser Spezies versieht heute noch klaglos seinen Dienst, nach dem was du so schilderst.
Es hat sich sicherlich gelohnt, diesen Oldi wieder auf Trapp zu bringen, eine Vintage, die sich recht schmuck am Arm tragen läßt, herzlichen Glückwunsch.
 
#4
Uhr-Enkel

Uhr-Enkel

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Glückwunsch zu diesem Proletarier-Chrono. Das gute Stück gab es übrigens auch in Blau:



Und auch in Rot:



Schwarz sowieso:



Das Plastikgehäuse ist aus Noryl (Polypropylenether)


Am besten gefällt mir allerdings immer noch die Grovana von vaumax54:


https://uhrforum.de/3-druecker-chronograph-grovana-t92365

Wenn man sich mal ein wenig abseits der üblichen Verdächtigen umschaut, kann man interessante Werke finden. Stiftanker hatte ich bislang immer mit Wegwerfartikel assoziiert, aber so ein Chronograph würde sich auch in meiner Sammlung noch gut machen. Insofern gratuliere ich zum gelungenen Fang.

Das Tier auf dem Deckel müßte ein Greif (= Adler + Löwe) sein. Leider kann ich ihm keine Marke zuordnen.
 
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#5
mistertomcat

mistertomcat

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Hallo Tomcat,

Deine Vorliebe für die "Kellerkinder" unter den Vintage-Uhren teile ich ja auch.

Eine aussagekräftige Vorstellung eines originellen Discounter-Chronos... klasse!
Ach... wenn nur Aldi so´n Plastikbrummer nächste Woche im Angebot hätte, vielleicht in Rot...

Grüsse
Thomas

--- Nachträglich hinzugefügt ---

DANKE !! (Hast Du auch einen in Schwarz Rot Gold??)
 
#6
mini

mini

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Da gebe ich Thomas uneingeschränkt recht: ein origineller und unkonventionller Ansatz der siebziger, den Chronographen volkstauglich zu machen.

Auch wenn es sich um einen abgestorbenen Ast der Horlogerie handelt, übrig bleibt eine gute-Laune-Uhr in tollen Zustand.

Viel Freude damit und danke für die informative Vorstellung.

Gruss
Mathias
 
#7
falko

falko

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Schöne Vorstellung! Ich bin sehr froh, dass die Uhr wieder gut bei Dir gelandet ist und jetzt zuverlässig läuft. Das Problem Sekundenzeiger liegt an der Konstruktion. Der Zeiger sitzt nicht wie üblich auf der Sekundenwelle sondern auf einen Trieb, das lose auf eine Achse gesteckt ist. Dort wird es nur durch eine winzige Flitterscheibe zum Zifferblatt hin in Position gehalten. Zu allem Überfluss ist noch die Zifferblattbohrung so gross, dass man beim Zeigerabheben das Trieb mitsamt Flitter herauszieht. Man muss also beim Zeigerabheben das Trieb mit einer Nadel o.ä. niederdrücken, wozu man drei Hände oder eine zweite Person benötigt. Ich hoffer aber sehr, dass nun keine weiteren Eingriffe mehr nötig sind. Die Spreizfeder aus einer alten Seiko-Damenquarzuhr hat genau die richtige Dimension und hält das Trieb nun sicher im Eingriff.
 
#8
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Jens59*

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Soest
Eine klasse Uhr!!!

Ebenfalls klasse, dass sich Leute wie Tomcat die Mühe machen um diesen -ach so schlimmen -Stiftankerwerken mal eine ordentliche und ausführliche Vorstellung zu gönnen und Leute wie Falko sich fachgerecht und gedudig um diese Werke bemühen.

Das Ergebnis ist meiner Ansicht nach sensationell:klatsch:
 
#10
T

Tomcat1960

Guest
@ El Loco: vielen Dank! Wir als Freunde der arbeitenden Uhrbevölkerung :D wissen eben, was wir an unseren tickenden Genossen haben... ;-)

Hallo Tomcat,
na wenn das keine würdige Vorstellung einer solchen Uhr ist!!!
Wenn vielleicht nicht schön, aber bestimmt besonders und ganz sicher recht selten, denn welcher Chrono aus gerade dieser Spezies versieht heute noch klaglos seinen Dienst, nach dem was du so schilderst.
Es hat sich sicherlich gelohnt, diesen Oldi wieder auf Trapp zu bringen, eine Vintage, die sich recht schmuck am Arm tragen läßt, herzlichen Glückwunsch.
Hallo Dörthe,

auch Dir vielen Dank! Was ist eines derart arbeitsscheuen Gesellen "würdig"? Ich habe nicht die leiseste Ahnung wo sie seinerzeit vergessen wurde, aber sie hat ganz sicher ihr ganzes Leben lang irgendwo geschlummert. Eine "Zeitkapsel" also gewissermaßen, die nun unverfälschtes Siebzigerjahre-Flair zu uns transportiert. Wenn mir gelungen ist, das rüberzubringen, bin ich zufrieden :-)

Meine Frau meint übrigens auch, dass sie sich am Arm sehr gut macht - und neugierige Blicke erntet sie mehr als irgendeine meiner anderen Uhren ;-)

@ Uhr-Enkel: danke für die guten Wünsche. Der Vorteil beim Jagen und Sammeln abseits der üblichen Verdächtigen ist nicht nur, dass unbekannte Uhren und Werke meist deutlich günstiger zu haben sind. In der Tat entdecken Technik-Freaks in diesen Gefilden immer wieder Neues, wenig Bekanntes. So wie dieses Baumgartner-Werk, das Lang/Meis immerhin drei Bilder und einen "richtigen" Eintrag in der Kaliberliste wert ist.

Fasziniert (wenn auch nicht wirklich überrascht - Plastik macht schließlich vieles möglich) bin ich von den zahlreichen Farben, die Du dankenswerterweise gezeigt hast. Wo hastt Du diese Bilder gefunden? Meine entsprechende Recherche blieb leider ergebnislos...

@ mistertomcat: ja, ich kann mir vorstellen, dass sowas wie die hier in den Siebzigern bei Aldi im Angebot war. Würde gut passen, aber daran habe ich, ehrlich gesagt, beim Schreiben der Vorstellung gar nicht gedacht, nur an eine mögliche Steigerung von "Brot & Butter" :D.

[OFFTOPIC]
DANKE !! (Hast Du auch einen in Schwarz Rot Gold??)
Schwarz-Rot-Gold aus den Siebzigern? Das wäre marketingmäßg Selbstmord gewesen, denn damals waren wir Deutschen am liebsten noch inkognito unterwegs. Das "neue Selbstbewusstsein" verdanken wir der Fußball-WM 2006.
[/OFFTOPIC]

@ mini: vielen Dank auch Dir, Matthias. Freut mich, dass Dir die Vorstellung gefallen hat (auch wenn's - aus den beschriebenen Gründen - ein wenig gedauert hat.)

@ falko: Dir meinen ganz besonderen Dank. Niemand kann wirklich ermessen, was es bedeutet, etwas auseinanderzunehmen, das nie dafür gemacht war - außer, er hat es mal selbst versucht. Ich habe mal an einem Samstagabend eine Steckerleiste reparieren müssen, die im Baumarkt zwofuffzich in der Grabbelkiste gekostet hätte...
Ganz besonders freut mich, dass Dir die Vorstellung gefallen hat.

@ jens59: Danke auch Dir, und ganz besonders natürlich für
(...)
Ebenfalls klasse, dass sich Leute wie Tomcat die Mühe machen um diesen -ach so schlimmen -Stiftankerwerken mal eine ordentliche und ausführliche Vorstellung zu gönnen und Leute wie Falko sich fachgerecht und gedudig um diese Werke bemühen.
So schlimm sind Stiftankeruhren nicht. Wirklich nicht. Sie haben in der Regel eine deutliche Aussprache und beherzten Gang und leugnen ihre Zugehörigkeit zur Arbeiterklasse in der Uhrenhierarchie auch nicht für eine Sekunde. Talmi - ja, aber eben auch Zeugen einer lange vergangenen Epoche (oder, wie mini schrieb:

...ein abgestorbener Ast der Horlogerie ...)
Diejenigen, denen man ein Mindestmaß an Pflege angedeihen lässt, überleben selbst harten Dauereinsatz - ich habe hier noch eine Timex, bei der ich es einfach nicht über mich bringe, sie zu schlachten: so, wie sie aussieht, hat sie sich den Gnadenhof redlich verdient. (Ja, auch die werde ich vorstellen, wenn ich sie habe durchsehen lassen.)

Und ich finde, dass jede Uhr eine Vorstellung verdient hat - ich meine, wenn ich im Vorstellungsforum die zehnte PO oder die achte Datejust gesehen habe (*gähn*) dann freue ich mich über jede erfrischende Vorstellung irgendeiner hergelaufenen Quarzzwiebel. Und weil ich bemüht bin, in Vorstellungen auch mal Neuland zu erkunden (und Uhrfreunde wie Uhr-Enkel, falko und andere erfreulicherweise mit einsteigen und ihr Wissen dem meinen hinzufügen) sind es gerade die weniger bekannten Uhren - ja, auch und gerade Stiftanker - die eine gute Vorstellung verdienen. Was ich dazu beitragen kann, trage ich gerne bei.

Last, not least: ich glaube, wir brauchen uns um die Breitrolegas keine Sorgen zu machen - die werden immer gehegt und gepflegt werden. Aber seht Euch (zum Vergleich) mal auf den Straßen um: wann habt Ihr zum letzten Mal einen Talbot Solara gesehen, einen Opel Kadett 'D' oder einen Peugeot 204? Ich behaupte mal, die sind einfach ausgestorben, von niemandem bedauert, von niemandem vermisst. Dabei haben sie ein ganzes Stück unseres Lebens mitgeschrieben. Nein, man muss nicht jeden retten, aber wenn man das Glück hat, einen aus Rentnerhand zu finden...? Genau so geht es mir mit den "Kellerkindern" der Horlogerie (ich habe mal bei mistertomcat und mini geborgt): ich finde sie schon deswegen erhaltens- und zeigenswert, weil es sonst kaum einer tut. Was ich an Lobbyarbeit für sie leisten kann, werde ich leisten ;-)

Das Ergebnis ist meiner Ansicht nach sensationell:klatsch:
Danke, und: ja, absolut.

@ vaumax54: Hallo Beat, vielen Dank auch Dir. Läuft die Grovana auch regelmäßig am Arm?


Viele liebe Grüße an alle, und Dank für Euer großes Interesse!

Andreas, a.k.a. Tomcat
 
#11
mistertomcat

mistertomcat

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Big Bang
Freilich wären Uhren in den Farben der Landesflagge in den Siebzigern und weit darüber hinaus unverkäuflich gewesen,
die hätte (fast) keiner freiwillig getragen.

Aber angesichts der Farbenvielfalt musste ich automatisch an "was Gestreiftes" denken... oder an populäre Applikationen wie kleine Sicheln oder rote Sternchen oder...

Grüsse
Thomas
 
#12
MAP254

MAP254

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Danke Tomcat für die schöne Vorstellung dieses Stiftanker-"Monstrums". Du hast dir sicher viel mehr Mühe gemacht, als die damaligen Marketing-Experten ;-)
Hat Spaß gemacht beim Lesen, hat zwar - unterbrechungsbedingt - fast den ganzen Vormittag gedauert, aber es hat sich gelohnt!
Liebe Grüße
Manfred
 
#13
Uhr-Enkel

Uhr-Enkel

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Hast Du auch einen in Schwarz Rot Gold??
Naja, schwarz-rot wäre dieser hier:



Und wenn es etwas Goldenes sein soll:



Man sieht, daß dieses Baumgartner-Werk in die unterschiedlichsten Uhren eingebaut wurde. Wenn es speziell darum geht, das Poppige, das "form follows emotion" der 70er Jahre einzufangen, dann liegt tomcat1960 mit seiner Uhr allerdings weit vórn.
 
#15
vaumax54

vaumax54

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Hallo Tomcat

Betreffend GROVANA Chronograph ist es leider so, dass er in meiner Sammlung liegt. Diese hat bereits Ausmasse angenommen, dass ich nicht mehr alle Stücke tragen kann und möchte. Die Nachwelt wird es mir vielleicht dankbar sein.:-)
Gruss Beat
 
#16
Uhr-Enkel

Uhr-Enkel

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Leider gar keiner. :-( Ich hatte die Bilder gepostet, um den Mitgliedern die Vielfalt der Uhren mit diesem Werk zu zeigen, und um tomcat1960 so gut wie möglich zu unterstützen, diese Vorstellung zu einem informativen Nachschlage-Thread für diese Art Chronograph zu machen. :-)

@vaumax54:
Hallo Beat! Ich hatte auf deine Vorstellung verlinkt. (Wollte mich also keinesfalls mit fremden Federn bzw. Uhren schmücken. :-)


Edit: Ich habe im Netz noch ein paar technische Daten gefunden:



Und sogar eine Bedienungsanleitung:

 
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#17
falko

falko

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Die gezeigte Bedienungsanleitung gibt mir Rätsel auf. Welchen Sinn sollte es machen, die Permanentsekunde zu nullen? Welchen Einfluss sollte das Zeigerstellen über die Krone auf die Zentrumsekunde haben? Bei Tomcats Chrono wird jedenfalls nur die Stunde und Minute duurch den Drücker bei der Acht genullt und beim Zeigerstellen bleibt die Stoppsekunde da wo sie hingehört.
 
#18
T

Tomcat1960

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Ich hab' mich auch schon gewundert: die Uhr in der Bedienungsanleitung sieht aus, als türke sie einen Rattrapante-Chronographen. Echt. Das sind zwei Sekundenzeiger übereinander. Weiß jemand, ob es eine Version des 590 mit zwei Zentralsekundenzeigern gab?

Das Nullsetzen der Permanentsekunde ist eh' Quatsch - auf jedem Bild, das ich von Uhren mit diesem Werk kenne, hat man zwar Minuten und Stunden auf "0" gesetzt, die Permanentsekunde aber nie - warum wohl?

@ mistertomcat: ich glaube, in Sachen "bunte Bildchen auf dem Zifferblatt" fallen mir nur Werbeuhren ein. Könnte also durchaus sein, dass sich da was findet, wenn auch nicht unbedingt ein Chronograph.

@ MAP 254: danke - freut mich, dass es Dir gefallen hat!

@ vaumax54: Ich kenne das - da hilft nur eiserne Disziplin - von links nach rechts und von vorne nach hinten tragen. Wenn das Entrümpeln nur nicht so schwer fiele... ;-)

@ Uhr-Enkel: nochmals tausend Dank für Deine Beiträge.

Denn ...

(...)Ich hatte die Bilder gepostet, um den Mitgliedern die Vielfalt der Uhren mit diesem Werk zu zeigen, und um tomcat1960 so gut wie möglich zu unterstützen, diese Vorstellung zu einem informativen Nachschlage-Thread für diese Art Chronograph zu machen. :-)

(...)
... genau darum geht es hier! Vielen vielen Dank dafür!

Btw: wo findest Du das Zeug nur immer? Bei mir fing Tante Gurgel schon beim dritten Beitrag an, nur noch nach Baumgartner zu suchen und ich landete bei irgendeinem Architekten oder so...

Viele Grüße
Tomcat
 
#19
falko

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Gerade ist mir der Meßstreifen des BFG 590 in die Hände gefallen, der beweist, dass auch Stiftankerwerke gut gehen können:
005.jpg
 
#20
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Tomcat1960

Guest
Hallo Gerd,

danke für diesen Nachsatz. In der Tat gehen meine durch die Bank genau genug - maximal eine Minute vor oder nach pro Tag, die meisten deutlich weniger. ich trage Uhren meistens eh' nur einen Tag, da stört eventueller leichter Vor- oder Nachgang nicht wirklich.

Viele Grüße
Andreas
 
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