Bauerntaschenuhr

Diskutiere Bauerntaschenuhr im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Hallo zusammen! Ich möchte euch hier ein Erbstück vorstellen ... Hab keine Ahnung, wo diese Uhr entstanden ist. Wenn...
Chrims

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Hallo zusammen!

Ich möchte euch hier ein Erbstück vorstellen ...

BU1A.jpg

BU2A.jpg

BU3A.jpg

BU4A.jpg

BU5A.jpg

BU5S.jpg

Hab keine Ahnung, wo diese Uhr entstanden ist. Wenn jemand etwas zu der Uhr und dem Werk sagen könnte, würde es mich sehr freuen!

vlg, Christian
 
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Es sollte ein Silbergehäuse sein, ich meine auf dem Ring eine Silberpunze erahnen zu können. Auch die Gravur Metal auf dem Staubdeckel ist ein Hinweis auf ein Echtsilbergehäuse, zeigt sie doch deutlich das "unedle" Teil an. Vom eigentlichen Gehäusedeckel innen hast Du leider kein Foto eingestellt, ab und zu finden sich dort deutlichere Silberpunzen und seltener Marken des Gehäuseherstellers.
Das mit dem Werk wird sehr schwer, die Werksbrücke wird wohl von einem Unbekannten Künstler nachträglich "skelettiert" worden sein, so ist die ursprüngliche Brückenform verloren gegangen.
Grobe Schätzung zum Alter von mir: so um 1880
Alles in allem eine sehr schön anzuschauende und sammelwürdige Uhr :super:
 
Chrims

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Vielen Dank Frank!

Das Bild vom inneren Gehäusedeckel hab ich leider vergessen einzustellen ...

BU6A.jpg

Ausschnitt ...

BU6B.jpg

Am Wochenende werd ich mich auf die Suche nach Punzen machen ... :-)

vlg, Christian
 
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Zu "EZ" findet mikrolisk einiges an Möglichkeiten, Schweiz und Frankreich kämen da als Herstellerland in Frage. Leider sehe ich nirgends genau diese Bildmarke der Buchstaben. Punze scheint unten in Scharniernähe zu sein, ist aber so nicht erkennbar. Versuche mal herauszufinden ob es sich um die Krabbenpunze (Frankreich) oder den Auerhahn (Schweiz) handelt. Ich tippe mal auf Krabbe.... Deutschland fällt schon mal weg, die deutsche Silberpunze ist nicht vorhanden.
 
Chrims

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Ich hab jetzt nach Punzen gesucht und nur das hier gefunden:

BU11.jpg

1 ist zwar ein Punze, aber nix erkennbar
2 ist ein G
3 ob dies eine Punze ist? Für eine Beschädigung ist es mir zu regelmäßig
alles andere sind nur Beschädigungen

vlg, Christian
 
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Auf dem rechten Bild ist der traurige Überrest einer Auerhahnpunze zu sehen, die Form der Vertiefung spricht jedenfalls dafür, also eine Schweizer Silberpunze. In der Mitte das G wäre typisch für englische Punzen, links ist wirklich schade das nichts mehr erkennbar ist, könnte eine englische Punze gewesen sein, wenn das eine ist und man was erkennen kann wäre daran wahrscheinlich der Gehäusehersteller zu erkennen gewesen. Eventuell eine englische Uhr die in die Schweiz importiert wurde?

Englische Punzen: London Date Letter Chart - Online Encyclopedia of Silver Marks, Hallmarks & Makers' Marks
London Hallmarks 5 - Encyclopedia of Silver Marks, Hallmarks & Makers' Marks

Kleiner Überblick über Punzen in Deutschland, Österreich, Schweiz und Frankreich: Kontrollstempel
 
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Auffallende Ähnlichkeiten in der Machart zu dem eBay Angebot sind erkennbar, woher der VK aber seine Weisheit mit dem chinesischen Markt haben will erschließt sich mir nicht, ebenso der Mondpreis für eine defekte und unvollständige TU.....und ja, es könnte aus einem solchen Werk wie den von Dir verlinkten entstanden sein, allerdings sahen sich viele Werke in dieser Zeit sehr ähnlich. Da ist die Frage von @domaß nach den Maßen des Werkes schon berechtigt. Wenn Du es Dir zutraust das Werk aus dem Gehäuse zu holen, die Zeiger zu entfernen und das ZB vom Werk zu trennen wäre auch ein Foto von der ZB Seite des Werkes interessant. Wenn nicht laß die Finger von. Soll die TU eine Revision bekommen? Dann kannst Du den Uhrmacher bitten ein Bild von der ZB Seite des Werkes zu machen.
 
Chrims

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Der Durchmesser des Werks ist etwa 47 mm. Das ZB demontieren möchte ich nicht. Die TU hatte vor einiger Zeit eine Revision und funktioniert. Leider ist das Gehäuse sehr marode, deshalb möchte ich nicht allzuviel an der Uhr herumpfuschen.

vlg, Christian
 
Ruebennase

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Das Werk stammt für mich ohne Frage aus der Schweiz, wobei es auch noch ein französisches Rohwerk sein kann, dass in der Schweiz bearbeitet wurde. Dafür spricht eindeutig die Art des Werkes und die französische Beschriftung des Staubdeckels.
Für den englischen Markt haben die geschäftstüchtigen Schweizer die Platinenform den Kundenbedürfnissen angepaßt und 3/4 Platinenwerke vertrieben. So etwas war hier de Ausgangsbasis, wie man auch an der zusätzlichen S(low) F(ast) Beschriftung des Rückers sieht.
Ich persönlich kenne diese Uhren auch als Bauerntaschenuhren für den alpenländischen Raum, wo diese Verzierungen sich großer Beliebtheit erfreuten. Ich will nicht ausschließen , dass sie wo anders verkauft wurde, aber das läßt sich bei Erbstücken ja häufig ein grenzen. Da die deutsche Punze fehlt wohl innerhalb der Schweiz bzw. wenn sich noch irgendwo eine kleine Import Punze versteckt ist auch Österreich möglich, wobei ich mir nicht sicher bin ob das nicht der vermeidliche Auerhan ist. Dann müßte der noch irgendwo sein. Ich kann nicht enau erkennen, wo die Details her kommen, aber direkt auf dem Pendanten und am Fuß scheinen sich Punzen zu befinden. Punzen am Bügel selber würde ich mit Vosicht genießen, da dieses leider oft ein Teil ist, das im Laufe des Lebens einer Uhr mal ersetzt werden kann.
Technisch handelt es sich um recht einfache Werke, die allerdings ob ihrer inviduellen Brückengestaltung heute im Verhältnis zur Technik und vergleichbaren Uhren erstaunliche Preise erzielen.

Liebe Grüße
 
Chrims

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Danke Ruebennase!

Alles was von der Weite wie Punze aussieht, hat sich bei näherer Betrachtung als Beschädigung herausgestellt. Ich konnte keine weitere Punze finden. Ich nehme stark an, dass die TU in Österreich gekauft wurde.

Die Uhr stammt von meine Urgroßvater, der 1870 in Oberösterreich (an der böhmischen Grenze) geboren wurde und 1900 in Wien geheiratet hat. Er war Stuckateur. Wann er nach Wien gekommen ist, weiß ich nicht.

Vielleicht war es ja auch seine Firmungsuhr? Wir werden es nie erfahren. Vom Stil her würde sie ja eher nach Oberösterreich als nach Wien passen ...

vlg, Christian
 
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Ruebennase

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Das würde ich so nicht sagen, denn es wurde ja noch gar nicht über ein vermutliches Alter der Uhr geredet :-). Den Auerhahn gab es erst ab 1882 und die österreichische Diana und den Windhund bereits ab 1867. Wie es mit importierter Ware zu der Zeit gehandhabt wurde, weiß ich allerdings nicht.
Die Uhr würde ich aus dem Bauch heraus auf um 1890 schätzen, aber da sind +- 10 Jahre möglich.

Eine Punze ist vorhanden, allerdings absolut unleserlich für mich. Versuche die mal ein wenig zu putzen und mit dem Licht und Lupe zu spielen ob der Auerhan heraus kommt. Von der Form her paßt er wirklich am Besten von allen Optionen. Dann wären wir nach 1882. Falls österreichische Punzen fehlen ..nun ja damals war auch nicht alles besser :-) und vielleicht ist die Uhr den kleinen zollfreien Bergweg gegangen. Es gibt Gerüchte, dass derart Unerhörtes passiert sein soll. Ich glaube firmiert wird man so mit 10 oder ? Ich bin nicht so mit den Bräuchen der Katholiken vertraut. Vielleicht hat er sie passiger zum Abschluß seiner Gesellenzeit und dem Aufbruch in die große Stadt bekommen. In jedem Fall ist das bereits in jungen Jahren seine Uhr gewesen und der maximal "späteste" Termin sollte seine Eheschließung sein, vermutlich aber ca. 10 Jahre früher.

Ich finde das doch schon klasse wie gut alles zur Geschichte deines Großvaters paßt und würde nicht die Ohren hängen lassen sondern mich einfach an dem schönen inviduellen handgefertigtem Erbstück erfreuen. Leider kann es nicht erzählen, aber lebendig ticken.

Liebe Grüße
 
kater7

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@Ruebennase Du ignorierst mich wohl völlig? Ich hatte mir gewagt in Post2 auf 1880 zu schätzen....
Ja die Uhr passt 100% zur Geschichte des Urgroßvaters, da müssen wir auch nicht um ein Jahr streiten, nicht jeder hochwertige Gegenstand wurde damals "neu" verschenkt, das war in Anbetracht der Preise oftmals gar nicht möglich. Ich habe noch den Freischwinger von meinem Großvater an der Wand zu hängen, den hat er 1910 zur Hochzeit bekommen, das Uhrwerk ist aber gut und gerne 60 Jahre älter und bekam lediglich ein neues Gehäuse verpasst....ist ein wenig OT, bringt aber einen kleinen Rückblick in eine Zeit vor unserer Wohlstands und Wegwerfgesellschaft.
 
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bilewaz

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Hallo Christian,

Habe soeben Deine Taschenuhr entdeckt. Zufällig habe ich eine ganz ähnliche Uhr. Gehäuse Nr. 203713, Durchmesser 58mm, Dicke 16mm,
Silber 800 Auerhahn = Schweiz ab 1.01.1882, Reichssilberstempel = Deutschland ab 1.01.1888. Zu dem Reh im Wappenschild kann ich leider nichts sagen.
Vielleicht kann ja einer unserer Spezialisten hier weiter helfen?
Die Uhr habe ich in der Schweiz erworben.

Grüsse, Gerd
 

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Hallo Gerd, Reh im Wappenschild lt. mikrolisk, Suchwort "Reh", F.X. Rehaber, Passau, registriert am 14.03.1898
 
B

bilewaz

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Hallo Frank,

Danke für den tollen Hinweis!
Also ist diese Uhr ein Dreiländerprodukt, aus der Jahrhundertwende 1899/1900. Interessant, die Firma F.X. Rehaber hat ihren Sitz immer noch in Passau.

Grüsse, Gerd
 
Chrims

Chrims

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Vielen Dank Gerd, dass Du uns deine Uhr hier zeigst :super:

vlg, Christian
 
kater7

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Hallo Gerd,
1899/1900 muß nicht stimmen, Deine kann durchaus 10-15 Jahre älter sein. Registrierungen sind nicht gleichbedeutend mit erstmaliger Benutzung des Warenzeichens bzw des Firmennamens. Erst mit zunehmender Globalisierung wurde die Registrierung wirklich notwendig, vorher hatte man es damit nicht so sehr eilig.
Auerhahnpunze und Werk lassen aber eine Eingrenzung zwischen 1882 und 1899 zu, ist doch ein guter Näherungswert :super:
 
B

bilewaz

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Hallo Frank,

Unter der 0,800 Punzierung meiner Uhr, befindet sich noch eine winzige Punze. Mit einem starken Glas, glaube ich ein Eichhörnchen?- zu erkennen. Wäre das noch ein Zusatzhinweis?

Vermutlich hat die Firma -Rehaber- das Werk in eines ihrer Gehäuse "nur" verbaut. Werke mit Schlüsselaufzug, waren um die damalige Jahrhundertwende, bereits nicht mehr sehr gefragt. Daher wohl günstiger als eine Uhr mit Kronenaufzug. Diesen gab es ja schon ab etwa 1860.

Ich habe noch einige andere ältere Taschenuhren, welche mir ebenfalls Fragen bereiten. Darf ich die gelegentlich einmal vorstellen? Würde mich sehr interessieren, über die Uhren etwas mehr zu erfahren!

Grüsse, Gerd
 
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