Basis für eigene Modding-Versuche an einer Handaufzugsuhr: Hamilton Khaki mit 2801, andere Vorschläge?

Diskutiere Basis für eigene Modding-Versuche an einer Handaufzugsuhr: Hamilton Khaki mit 2801, andere Vorschläge? im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Sorry wenn ich hier heute gleich ein paar Threads aufmache, aber mir gehen im Moment so viele Uhrenthemen durch den Kopf (ich überlege eine...

ausserirdischesindgesund

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Sorry wenn ich hier heute gleich ein paar Threads aufmache, aber mir gehen im Moment so viele Uhrenthemen durch den Kopf (ich überlege eine goldene IWC zu kaufen, ich möchte probieren eine Uhr zu modden, ... wahrscheinlich ist es ungesund mehr als einen derartigen Wunsch gleichzeitig zu haben). Und sorry, falls Moddingfragen woanders hingehören (wohin?), ich will nicht unhöflich erscheinen, nur ich habe im Moment Fragen, die über das leicht googelbare hinausgehen, für die ich euer Fachwissen anzapfen möchte.

Wie dem auch sei, ich hab in den mittlerweile doch ein paar Jahren in denen ich mich intensiver für Uhren interessiere (mindestens 20?) für mich rausgefunden, dass ich keine Automatic-Uhren mag. Für "problemlos ohne nachdenken, schnappen und die Zeit stimmt" mag ich Quarzuhren, und fürs Gefühl eine mechanische Uhr zu haben schätze ich Handaufzugswerke (weil es eine Kindheitserinnerung ist, weil man sie aufziehen kann, weil man das Gefühl des Widerstands der voll aufgezogenen Feder an der Krone spürt, weil die Werke meistens etwas flacher sind, weil man bei einem Glasboden nichts vom Rotor verdeckt hat, weil man keinen Rotor "wobbeln" spürt, wenn man die Uhr in die Hand nimmt, etc.). Außerdem mag ich Uhren mit so ca 32-34mm Durchmesser, das ist für mich einfach perfekt. Mir ist klar, daß das aktuell eher eine Damengröße ist, das stört mich nicht. Ich mag diese Größe.

Daher ist mein "Beuteschema" für eine Uhr, die ich als "Opferuhr" für erste Moddingversuche (sie soll nicht kaputt werden, es kann bloß sein, daß sie nachher nicht mehr in den Ursprungszustand zurückversetzt werden kann) etwas eingeschränkt. Natürlich könnte ich mit einer Quarzuhr anfangen. Aber andererseits: Wenn ich mir schon die Arbeit antu an Uhren rumzubasteln, dann wäre mir ein Handaufzug am liebsten. Und da gibt es schlicht nicht viele in a) breit verfügbar (nicht einzelne Vintage-Exemplare), b) 33 oder 34mm, schlichtes/neutrales, robustes und "anonymes" Gehäuse, c) halbwegs aktuelles Werk das man notfalls jeden Uhrmacher billig zum Reparieren geben kann, d) nicht zu alt (also kein echtes Vintage-Zeug)

Die Handaufzugs-Variante des "Traktors" 2824 (das 2801-4) scheint mir da die lohnendste Ausgangsbasis. Spricht da was dagegen? Das dürfte doch das gutmütigste Handaufzugswerk derzeit sein, wenn man nicht jeden Cent sparen muß, oder sehe ich das falsch?

Eine Uhr die dieses Werk mit einem recht neutralen/anonymen Gehäuse mitbringt ist die Hamilton Khaki. Man bekommt die Uhr in 33mm für ca. 300 Euro. Doch noch einiges an Geld für ein "Opferuhr", aber: Gehäuse gefällt mir, Zeigersatz ist OK (den Sekundenzeiger mag ich nicht, aber da wird sich ja vielleicht was finden) und bei einer Uhr der Swatch-Group kriegt man in dem Preisbereich sicher mehr als brauchbare Ausgangsbasis mit ordentlicher Verarbeitung. Oder würdet ihr mit was anderem anfangen?

Jetzt hätte ich ein paar Fragen dazu: Weiß man aus welchem Material das Zifferblatt dieser etwas älteren Khakis (in 33mm vermutlich aus den 90er-Jahren bis 2000?, danach wurden die zu 37mm oder 38mm) sein könnte? Ist das eine dünne Alu-Platte? Oder Plastik? Kann man auf sowas rumschleifen/rummalen/whatever? Oder ist das tot sobald es der Laie angreift, weil die Zifferblattfüße sofort abreißen? Bekommt man da irgendwelchen Ersatz dafür (als Universalteile die ins Gehäuse und aufs 2801er passen, als "Originalteile" von Hamilton, oder indem man selber was aus Blech herstellt? Wie kritisch ist da die Dicke bei einem solchen Zifferblatt? Kann man z.B. auch eine Scheibe aus Sterlingsilber oder Messing einsetzen, die man händisch bearbeitet? Das Zifferblatt dieser Uhren dürfte doch bis auf die Leuchtpunkte flach sein, d.h. z.B. kein Rehaut rundum, keine Wölbung, also leicht zu bearbeiten/ersetzen?

Beispiel (darf ich ebay verlinken?) einer möglichen Opferuhr, "NOS" kostet mich hier einen Lacher:

NOS Hamilton Khaki Militär Style mechanische Armband Uhr Handaufzug Ø ca 33mm + | eBay

Sowas in der Art findet man eigentlich immer in mehreren Exemplaren auf den einschlägigen Sites.

Vor allem aus welchem Material so ein Zifferblatt ist, und ob man es durch eine schlichte Metallplatte ersezten kann (eventuell nach Anlöten lassen von Füßen) würde mich interessieren. Gerne darf das Anlöten von Füßen auch was kosten, ich habe bloß die Vermutung, daß ich für meine ersten Zifferblattversuche mehr als ein Übungszifferblatt brauchen werde, und daß eine robuste flache Scheibe am besten wäre zum Rumprobieren.

In der Hoffnung mit dem langen Text nicht alle verschreckt zu haben,
Ralph
 
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Schraubendreher

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Hallo Ralph,

eine Menge Fragen, in der Tat. Ich versuche mich mal an ein paar davon.

Eta 2801 ist ein robustes Werk und die Ersatzteilversorgung ist problemlos, auch für unabhängige Uhrmacher. Als Einstiegswerk geeignet, besser als Peseux 7001, weil nicht so flach. Vielleicht als allererstes ein billiges russisches Werk nehmen oder einen Chinesen. Und wenn Du den heil auseinander und wieder zusammen bringst, zum ETA aufsteigen.

Zifferblätter sind grundsätzlich aus Messing und dann bedruckt. Durchmesser und Dicke müssen auf wenige 1/10mm genau stimmen, die Zifferblattfußstellung auf wenige 1/100mm genau. Wenn Du ein zu dickes Blatt nimmst, streift der Stundenzeiger am Lack und verkratzt ihn. Oder die Uhr bleibt gleich ganz stehen.
Die Fußsstellung dürfte die gleiche sein wie bei Eta 2824-2, das heißt Du kannst auch Blätter für dieses Kaliber verwenden, wenn sie den richtigen Durchmesser haben. Ein passendes Universalblatt abbeizen dürfte günstiger sein als einen Rohling anfertigen zu lassen.

Das anlöten von Füßen wird mit Sicherheit etwas kosten, so um die 100,- musst Du da schon rechnen. Es sei denn, Du findest jemanden der das privat macht, vielleicht hier übers Forum.

Bis dann:
der Schraubendreher
 

Rainer Nienaber

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Naja, das 7001 ist deutlich kleiner und flacher als das 2801. Daher für Anfänger eher ungeeignet. Zifferblätter sind meist aus Messing. Da gibt es in der Bucht reichlich und günstig. Nur der Außendurchmesser sollte passen.
 

ausserirdischesindgesund

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Hallo Schraubendreher,

Eta 2801 ist ein robustes Werk und die Ersatzteilversorgung ist problemlos, auch für unabhängige Uhrmacher. Als Einstiegswerk geeignet, besser als Peseux 7001, weil nicht so flach. Vielleicht als allererstes ein billiges russisches Werk nehmen oder einen Chinesen. Und wenn Du den heil auseinander und wieder zusammen bringst, zum ETA aufsteigen.

Ich will ja das Werk nicht eigentlich zerlegen, sondern nur aus dem Gehäuse rauskriegen, maximal die Zeiger runter. Würdest du auch dafür zuerst mal ein "Übungswerk" empfehlen? Reicht eine Quarzuhr zum Üben wie man das Werk rauskriegt und zum Runternehmen/Setzen der Zeiger? Oder lieber chinesisches mechanisches?

Zifferblätter sind grundsätzlich aus Messing und dann bedruckt. Durchmesser und Dicke müssen auf wenige 1/10mm genau stimmen, die Zifferblattfußstellung auf wenige 1/100mm genau. Wenn Du ein zu dickes Blatt nimmst, streift der Stundenzeiger am Lack und verkratzt ihn. Oder die Uhr bleibt gleich ganz stehen.

D.h. der Plan z.B. eine etwas dickere "Platte" zu nehmen weil die für mich leichter zu bearbeiten ist, fällt quasi flach. Reicht es bezüglich der Dicke und Durchmesser das Originalzifferblatt mit dem Meßschieber abzumessen, und dann auf die Suche zu gehen? Aber daß die Dinger grundsätzlich aus Messing sind finde ich gut. Ich habe befürchtet, daß da vieles aus Plastik ist (das der Hamilton Khaki hätte ich mir auch als Plastikscheibe vorstellen können). Ich glaube ich werde mir mal was billiges auf eBay bestellen, zum Rumprobieren.
 

Beam_Ho

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Für den Anfang kannst du dich auch mal an Vostoks probieren. Da gibt es unzählige Moddingteile und wenn mal was schief gfeht, ist es mit überschaubarem finanziellen Aufwand zu regeln. Da kannst du dich austoben und üben....
Und wenn du dann etwas geübter bist und weißt, worauf man achten muss, kann es mit anderen Uhren weitergehen...
 

Schraubendreher

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Hallo Ralph,

ich hatte Dich so verstanden, dass Du auch die Werke bearbeiten möchtest. Wenn Du nur ans Zifferblatt und die Zeiger willst, spricht nichts gegen eine Quarzuhr als Einstiegsuhr. Im Umgang mit mechanischen Uhren ist aber dennoch Vorsicht und Sorgfalt erforderlich. Man kann ein mechanisches Werk (wie auch ein Quarzwerk) auch schon dadurch schwer beschädigen, dass man es falsch und zu kräftig anfasst. Deshalb ist Üben mir günstigen Uhren immer sinnvoll für einen Einsteiger.

Bis dann:
der Schraubendreher
 

chrismontre

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Ich würde einen Unitas 6497 bzw 6498 Nachbau aus China empfehlen. Seagull ST 36 heißt das Uhrwerk und da gibt es massig Gehäuse und Zifferblatt Variationen, auch viele Zeiger. Ganze Uhren bekommt man schon für 60 euro. Als Anfänger optimal.
 
Thema:

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