Automatik-Rotor: Kugellager ölen?

Diskutiere Automatik-Rotor: Kugellager ölen? im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Das mag eine peinlich doofe Frage sein, aber eine Suche hat leider keine Antwort erbracht. Ich habe ein Automatik-Werk auf dem Werktisch, in das...
Z

zeityeti

Themenstarter
Dabei seit
09.09.2010
Beiträge
781
Ort
Bergloses Exil
Das mag eine peinlich doofe Frage sein, aber eine Suche hat leider keine Antwort erbracht. Ich habe ein Automatik-Werk auf dem Werktisch, in das irgendein netter Zeitgenosse einen Kübel Öl geschüttet hat und das ich komplett reinigen muß. Muß man nach gründlicher Entfettung generell auch das Kugellager des Rotors ölen? Im Schmierplan für das ETA 2824-2 muß man das wohl, aber gilt das auch generell?

Und wo ich schon dabei bin, wie sieht das aus bei einem 44-steinigen MST 47x mit Rubinkugeln?

Ich bitte um Nachsicht für die Anfängerfrage und danke schon mal für alle Hinweise.
 
S

solny

Dabei seit
03.10.2010
Beiträge
20
Bitte NIE oelen, glaub mir, du hast dass ding in 1-2 jahren wieder aufm
Tisch , weil dass oel verharzt!

Auch die klinkenraeder bitte nur mit tauchschmierloesung!
 
Aeternitas

Aeternitas

Dabei seit
23.06.2009
Beiträge
9.476
Kugellager=Schmierung...oder nicht? Die Dosis macht es, wie überall...
 
Tourbi

Tourbi

Dabei seit
06.08.2007
Beiträge
1.962
Ort
85304 Ilmmünster
Bitte NIE oelen, glaub mir, du hast dass ding in 1-2 jahren wieder aufm
Tisch , weil dass oel verharzt!

Auch die klinkenraeder bitte nur mit tauchschmierloesung!

Die heutigen Öle verharzen nicht mehr!
Kugellager nur ölen, wenn der Rotor samt Lager gereinigt wurde.
Dann aber nur eine sehr kleine Menge Möbius 9010, oder 9030.
Rubin oder Keramik braucht kein Öl.
Für Wechselräder wäre Lubeta V105 optimal. Wenn nicht zur Hand, dann auch Möbius 9010.
 
T

Thomas_G.

Gast
Dabei seit
10.09.2008
Beiträge
3.697
9010 wird von der ETA in kleiner Menge für die Kugellager empfohlen. Verharzen tut das nicht, ist das dünnste Öl, was Möbius hat (ist auch für Unruh und Ankerrad / Sekundenrad).
 
S

solny

Dabei seit
03.10.2010
Beiträge
20
dafuer haste die Uhr nach 2 Jahren oder lass es maximal 4 Jahre sein, wieder aufm Werktisch!
 
Z

zeityeti

Themenstarter
Dabei seit
09.09.2010
Beiträge
781
Ort
Bergloses Exil
So, endlich nochmal herzlichen Dank für Eure Hilfe. Die Revision ist abgeschlossen und ich habe es so gemacht wie von ETA und Euch empfohlen, also etwas dünnflüssiges Öl an zwei der Kugeln gegeben. Läuft alles wieder prima und war ein Hochgenuß, denn das Werk war ein AR 1147 B von Enicar.

Die Sache mit dem verharzenden Öl ist eine Geschichte für die Mottenkiste, Uhrenöl verharzt schon seit Jahrzehnten nicht mehr in relevant kurzer zeit. Schließlich benutze ich ja kein Salatöl.;-) Aber vielleicht kipp ich doch noch etwas Livio hinein, damit ich einen Grund habe, dieses herrliche Werk bald wieder zerlegen zu dürfen.:D
 
T

Thomas_G.

Gast
Dabei seit
10.09.2008
Beiträge
3.697
@solny: Das ist nicht korrekt. Ich habe Uhren, die seit nunmehr 5 Jahren ganz ausgezeichnet mit 9010 am Kugellager laufen. Nichts ist verharzt - und nach Deiner Theorie müsste dann ja auch das Öl am Ankerrad oder Sekundenrad, das ja nicht durch den Deckstein wie bei der Unruh geschützt ist, längst verharzt sein. Möglicherweise nimmst Du die falschen Öle, oder es mangelt noch an der richtigen Begründung....
 
30 kHz

30 kHz

Dabei seit
30.12.2015
Beiträge
826
Ort
NRW
Wie war das? Idealerweise würden die Kugeln (oder Nadeln oder Rollen..) ja nur über die Lagerschalen ROLLEN. Da aber Innen- und Außenradius nicht identisch sind :-) , kommt es auch zum SCHIEBEN der Kugeln in den Nuten, es entsteht also Reibung. Und da helfen Schmierstoffe, die Reibung zu verrigern, d.h. bei geeigneter Wahl des Schmiermittels läuft das Lager leichter und natürlich auch länger. Ich kenne für die Normalfälle kein Lager, die ohne Schmierung geliefert werden.

Seiko empfiehlt ja MINIMAL-Mengen Öl für das Rotorlager.
 
hermannH

hermannH

Dabei seit
14.10.2016
Beiträge
2.094
Ort
Kärnten
Bitte NIE oelen, glaub mir, du hast dass ding in 1-2 jahren wieder aufm
Tisch , weil dass oel verharzt!
Moderne Öle verharzen nicht mehr.
Bis auf das 2892er gibt man eine winzige(!) Menge Räderwerk Öl auf eine Kugel.

Gruß hermann
 
Rainer Nienaber

Rainer Nienaber

Uhrenhersteller, Nienaber
Dabei seit
28.10.2010
Beiträge
3.769
Ort
O W L
Ist ja schon eine Weile her, dieser Faden.
Ich habe als Werkzeugmacher folgendes gelernt:
Kugellager sind ja eigentlich für hohe Drehzahlen. Dann schiebt sich ein dünner Ölfilm zwischen Kugeln und Käfig, so dass eine fast berührungslose Drehbewegung entsteht. Beim Rotor sind aber keine hohen Drehzahlen, daher geht es wahrscheinlich hier um den Verschleiß. Wie Seiko schon sagt, gaaaanz wenig dünnes Öl, mehr aber auch nicht. Zu viel oder zu dickes Öl hemmt nur.
 
EdisonAlpha

EdisonAlpha

Dabei seit
13.11.2014
Beiträge
253
Wie die ETA-Schmierpläne schon sagen: Wenig Moebius 9010. Außer bei Miyota 8215 - da nehme ich schonmal D5, um den Drehwurm etwas zu bändigen...
 
EMESUhren

EMESUhren

Dabei seit
10.02.2017
Beiträge
1.068
Ort
Schwarzwald
Hallo

Bei einer Modernen Uhr würde ich auch nur ein bischen Dünnes Öl nehmen

Bei alten Uhren mit Verschleiß habe ich gute Erfahrungen mit B52 Fett gemacht
auch bei Gleitlagern

So ZB an Kaiser Kugellagerautomatic der Rotor läuft mit Fett sehr ruhig und Leicht, da der Lagerdurchmesser sehr klein ist = hohe Belastung , Kugeldurchmesser 0,5mm


s-l1600.jpg
 
30 kHz

30 kHz

Dabei seit
30.12.2015
Beiträge
826
Ort
NRW
Kugellager sind ja eigentlich für hohe Drehzahlen. Dann schiebt sich ein dünner Ölfilm zwischen Kugeln und Käfig, so dass eine fast berührungslose Drehbewegung entsteht. Beim Rotor sind aber keine hohen Drehzahlen, daher geht es wahrscheinlich hier um den Verschleiß. Wie Seiko schon sagt, gaaaanz wenig dünnes Öl, mehr aber auch nicht. Zu viel oder zu dickes Öl hemmt nur.
Hallo Rainer,

ja, kapillarkraftbedingt zieht sich das Öl auch in diese Zwischenräume. Und zwischen Kugeln und Käfig entsteht auch Reibung, aber ich meine, das ist nicht das primäre Ziel der Schmierung, sondern, die Probleme entstehen ja zwischen Kugeln und Innen- bzw. Außenring. Dort herrschen die hohen Drücke und dort rollen die Kugeln leider nicht nur, sondern schieben auch leicht (weil, wie gesagt, Innen- und Außenring ja unterschiedliche Radien haben). Eigentlich will man diese Schubbewegungen ja nicht, aber, was willste machen...

Einige nehmen - zur "akustischen Entstörung" alter "Klackerlager" - auch dickeres Öl. Na schön. Aber ein neues Lager wäre allemal besser :-)

Gruß Dirk
 
Thema:

Automatik-Rotor: Kugellager ölen?

Automatik-Rotor: Kugellager ölen? - Ähnliche Themen

  • Automatik Rotor Aufzugsrichtung?

    Automatik Rotor Aufzugsrichtung?: Einem Bekannten ist seine Automatik trotz Uhrenbeweger regelmäßig nach einigen Std stehen geblieben - bis er durch Zufall entdeckt hat, dass die...
  • Sternglas Automatik Miyota 8215 Rotor vergolden / Moding

    Sternglas Automatik Miyota 8215 Rotor vergolden / Moding: Hallo Uhrenfan, auch wenn das Thema zu Sternglas Uhren mit Miyota 8215 Automatik Werken hier im Uhrenforum nicht gerne gelesen werden, möchte ich...
  • - Erledigt - Automatischer Aufzug (Rotor) einer Vostok cal. 2426 ohne Funktion

    - Erledigt - Automatischer Aufzug (Rotor) einer Vostok cal. 2426 ohne Funktion: Hallo, liebe Spezialisten! meine kürzlich hier im MP von einem sehr netten Mitglied erworbene Vostok Europe GAZ 14 Limousine mit dem o.g...
  • [Erledigt] DELMA Santiago bicolor, Diver Automatik Eta 2824-2, gold plated rotor

    [Erledigt] DELMA Santiago bicolor, Diver Automatik Eta 2824-2, gold plated rotor: Guten Abend, ich biete meine Delma Santiago Automatic Diver zum Kauf an. Die Uhr stammt aus 09/2015 und wurde von einem netten Forianer neu...
  • [Suche] Rotor / Achse oder ganzes Werk Bifora 111 Automatik

    [Suche] Rotor / Achse oder ganzes Werk Bifora 111 Automatik: Wie im Titel beschreiben suche ich Ersatzteile für meine Bifora mit einem 111 Automatik Werk. Vom äußeren Eindruck her fehlen mir Rotor und...
  • Ähnliche Themen

    Oben