Automatic aufziehen?

Diskutiere Automatic aufziehen? im Uhrencafé Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo :-D Ich heiße Barbara und bin neu hier. Auf dieses Forum bin ich gestoßen auf der Suche nach ein paar Infos zu Automatic- Uhren. Und...
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barbara

Guest
Hallo :-D

Ich heiße Barbara und bin neu hier.
Auf dieses Forum bin ich gestoßen auf der Suche nach ein paar Infos zu Automatic- Uhren. Und zwar hat sich mein Schatz eine Kienzle Automatik gekauft, weil diese Quartz- Uhren ja schön genau gehen, aber immer dann die Batterie leer ist, wenn man´s am wenigsten brauchen kann. Nun macht er sich aber auch wieder Sorgen: Was ist, wenn er die mal ein paar Tge nicht trägt und sie stehen bleibt, kann er sie von Hand aufziehen, oder nimmt sie davon auf Dauer vielleicht schaden? Und das dauernde einstellen, verschleißt da was arg?
Die FA. Kienzle 1822 taucht in der Liste hier nicht auf, gibt´s da keine Infos zu? Iss wohl mehr `ne Billig- Marke, gell?

MfG ... Barbara
 
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geraldn

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Servus Barbara

Herzlich willkommen hier im Forum.

Also, Automatikuhren müssen nicht aufgezogen werden. Es gibt sogar welche, die können nicht aufgezogen werden. Das erkennt man daran, dass es beim vermeindlichen Aufziehen einen gewissen Widerstand gibt. Fehlt dieser, hat das Kaliber auch keine Aufzugsfunktion. Das heißt dann aber nicht, dass das Kaliber dann schlechter wäre. Insgesamt brauchst Du (dein Göttergatte) aber den Aufzug eigentlich nicht. Wenn die Uhr gestanden hat, ein paar mal geschüttelt, und die Uhr läuft. Wenn die Uhr dann den Tag über am Arm war, hält die Uhr auch einen Tag ohne Bewegung durch. Meist 35 bis 40 Stunden. Sthene bleiben schadet der Uhr nicht. Wo kein Betrieb, ist auch kein Verschleiß. Auch das Stellen sollte nicht die große Rolle spielen, wobei die O-Ringe in der Krone eh´ größerem Verschleiß (durch Staub, Dreck Feuchtigkeit usw) unterliegen. Eine Prüfung der Dichtigkeit ist nach 2 Jahren anzuraten. Das gilt aber für jede Uhr.

Kienzle war mal der größte Uhrenhersteller Deutschlands. Mittlerweile gehört der Laden einer Holding mit Sitz in HongKong. Wobei einen gewissen Grad der Selbstständigkeit anscheinend Kienzle Italien aufweist. Die Uhren sind in allen Preislagen angesiedelt. Das geht los mit 29 EUR Quartzuhren, und endet bei 3000 EUR in massiv Gold. Die Uhrwerke kommen bei den billigen Uhren aus China und Japan. Ein paar Uhren auch noch mit Schweizer Werken. In den oberen Lagen werden meines Wissens nur Schweizer Werke verbaut.

Schönen Gruß aus Heidelberg
Gerald
 
B

barbara

Guest
Hallo Gerald :-D

Vielen Dank für diese erschöpfende Auskunft!
Könntest Du mir noch verraten, was man unter "billige Uhren" versteht und wo bei Fachleuten die "oberen Lagen" beginnen?

MfG ... Barbara[/quote]
 
eastwest

eastwest

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Hallo Barbara,

auch von mir herzlich willkommen. Ich muß da die Auskunft von Gerald etwas relativieren, da er einem Teil Deiner Frage ausgewichen ist: Schadet Aufziehen der Uhr?

Klar, bei Uhren, die sich nicht aufziehen lassen (Seiko, Citizen) erübrigt sich das Problem. Andere Automatikuhren können aber sehr wohl aufgezogen werden und sollen es sogar. Beispielsweise meine Auguste Reymond (verfeinertes ETA 2824-2 Werk) soll - laut Anleitung - nach dem Stillstand aufgezogen werden, weil sie dann gleich genau läuft (logische Folgerung: andernfalls also nicht).

Auch kommt es sehr auf das Zusammenspiel Uhrwerk/Bewegung des Armes an, wie sehr sich so eine Uhr selbst aufzieht (und deshalb auch: wie lange sie liegen kann, ohne stehen zu bleiben). Eine nur kurz geschüttelte Uhr eines ruhigen Schreibtischtäters kann durchaus immer kurz vorm Stillstand agieren und schon nach einer Ruhestunde stehenbleiben. In diesem Falle würde ich prinzipiell zum Aufziehen raten. Wer sich aber viel bewegt und durchschüttelt (Fahradfahren, Preßlufthammer :wink: ), der kommt wohl auch ohne Aufziehen durch.

Fazit: Aufziehen (vorsichtig und vor allem nicht über den "Anschlag" hinaus) schadet einer Uhr, die dafür gebaut ist, normalerweise nicht.

Noch ein Wort zu Deiner "Billig"-Frage: Das ist natürlich subjektiv und hängt zum einen vom Geldbeutel und zum anderen von der Arroganz des Beantworters ab. Wer sich gleichzeitig 8 Uhren kauft, die jeweils zwischen ca. 8 und 25 tausend Euro kosten, der wird eine € 2000 Uhr eher als billig (oder zumindest günstig) einstufen. Wer sich - wie ich - über Schnäppchen bei ebay oder sonstwo freut und seit Wochen mit Begeisterung eine gebrauchte Citizen Promaster für unter € 100 trägt, für den ist ein guter Chronograph mit Valjoux 7750 für € 1.200 ein absolutes Nobelstück. Und wer eine diamantbesetzte Rolex braucht ........

Gruß, eastwest

PS.: Angeblich leidet bei Taucheruhren bei häufigem Aufziehen die Dichtheit der Uhr. Dazu gibt es unterschiedliche Ansichten. Da ich nicht tauche, hat es mich nicht weiter interessiert.

PS2.: Falls Du Deinen "Schatz" hier mitlesen läßt, mußt Du auch die Verantwortung dafür tragen, daß er eventuell bald mehrere Uhren besitzt. Ist nämlich extrem ansteckend hier.
 
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geraldn

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Servus eastwest

Ich bin nicht ausgewichen. Habe nur darauf keinen Bezug genommen. Da es sich bei Barbara um eine vorinfizierte Person handelt (sonst wäre Sie nicht im Forum gelandet) möchte ich deinen post noch etwas erweitern.

Beispielsweise meine Auguste Reymond (verfeinertes ETA 2824-2 Werk) soll - laut Anleitung - nach dem Stillstand aufgezogen werden, weil sie dann gleich genau läuft (logische Folgerung: andernfalls also nicht).
Meiner Meinung nach ist die Differenz (zumindest für den normalen Verbraucher) vernachlässigbar wenn die Uhr dann, nach Stillstand am Arm, den Tag über weiter getragen wird. Jede mech. Uhr hat Ihren Vor-oder Nachgang (für Babs: die Uhr geht beim Tragen Vor oder nach). Das hängt auch von der Frage der Federspannung (für Babs: Voll oder nicht voll aufgezogen) ab. Aber es hängt u. a. auch ab von Temperatur und der Gangabweichung (für Babs: mech. Uhren gehen unterschiedlich je nach Lage der Uhr, wie Krone unten/oben, Glas unten/oben, Schräglage) ab, wie genau insgesamt die Uhr über längere Zeit wie genau geht. Der Normaverbraucher wird kaum erkennen können welchen Einfluß die Federspannung hat.

Liebe Barbara, Profis und harte Uhrenfans haben für solche Zwecke sogenannte Zeitwaagen. Darauf läßt sich das Gangbild der Uhr in kurzer Zeit ablesen. Aber wer eine Automatk trägt, hat sich eigentlich mit Abweichungen in gewissen Grenzen schön abgefunden :lol:. Jeder hat da eigene Toleranzen. Bei mir liegt diese bei max. 15 Sek/Tag Vorgang, und richtige Befriedigung bei etwa 5 Sek/Tag.

Aufziehen (vorsichtig und vor allem nicht über den "Anschlag" hinaus) schadet einer Uhr, die dafür gebaut ist, normalerweise nicht.
Sehe ich genau so, wobei natürlich durch häufiges Stellen und Aufziehen das Dichtigkeitssystem (für Babs: in der Regel durch sogenannte O-Ringe abgedichtet) mehr beansprucht wird. Ein "Anschlag" bei einer autommatischen Uhr ist mir persönlich nicht bekannt. Alle aufziehbaren Automatikuhren die ich kenne haben eine Rutschkupplung, das heißt, ein Ende des Aufziehvorgangs ist nicht zu erkennen.
Einen "Anschlag" kenne ich nur bei Uhren mit Handaufzug.

Ansonsten alles agree :)

Grüßle
Gerald
 
eastwest

eastwest

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Hallo Gerald,

deshalb ja auch "Anschlag", nicht Anschlag: über den Widerstand der Rutschkupplung hinaus aufzuziehen, habe ich bisher tunlichst vermieden.

Gruß, eastwest
 
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geraldn

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WOW eastwest
Hast Du zarte Händchen :lol: :lol: :lol:

Ich habe den Widerstand bei einem 2824 bisher noch nicht gespürt. Na ja, auf einen groben Klotz ..... :lol:

Grüßle
Gerald
 
eastwest

eastwest

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So, habe es extra noch mal ausprobiert: Sie geht gegen Ende eindeutig schwerer als am Anfang! Ob das jetzt ein Anschlag ist, die Kupplung oder nur die schon stärkere Federspannung.....

Der zarte eastwest (an meine Hände kommen nur Nivea und 2824-er!) :wink:
 
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