Austauschbarkeit von Teilen bei Werken gleichen Kalibers (hier: Poljot 2612.1)

Diskutiere Austauschbarkeit von Teilen bei Werken gleichen Kalibers (hier: Poljot 2612.1) im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Auch wenn ich hier einen konkreten Fall habe, interessiert mich das allgemein: Kann man bei Werken gleichen angegebenen Kalibers die einzelnen...

Sobek

Themenstarter
Dabei seit
11.05.2016
Beiträge
21
Auch wenn ich hier einen konkreten Fall habe, interessiert mich das allgemein: Kann man bei Werken gleichen angegebenen Kalibers die einzelnen Teile austauschen? Ich bin bisher davon ausgegangen, habe jetzt aber leichte Probleme damit: Einen Poljot-Armbandwecker mit gutem Gehäuse (hatte mein Bruder 'mal von seiner litauischen Frau geschenkt bekommen) wollte ich bei meiner örtlichen Uhrmacherin reparieren lassen. Sie hatte zuvor eine zu schwache Aufzugsfeder diagnostiziert. Da ich selbst auch auf die Wecker stehe und ein paar verschiedene davon angeschafft hatte, habe ich dann einige alte mit unschönem Gehäuse als "Schlachtwecker" für wenig Geld in der Bucht ersteigert.

Die Uhrmacherin hatte aber Probleme mit dem Teiletausch und sagte mir, dass die Teile trotz gleicher Werksbezeichnungen nicht passen würden. Ich brachte ihr einen anderen "Schlachtwecker", und bei dem möchte sie nun einfach das komplette Werk tauschen. Ob das nun funktionieren wird, weiß ich noch nicht.

Ich bin etwas irritiert, dass die gleichen Werke (2612.1) nicht zueinander passende Teile haben sollen. Ist das möglich? Ich würde es für möglich halten, wenn sich bestimmte mechanische Teile (Zahnräder usw.) gegenseitig zueinander passend abnutzen und dann neue (oder anders abgenutzte Teile) nicht passen. Ist beim Fahrrad ja auch so, dass man besser Zahnkranz und Kette gemeinsam erneuert. Bei der Aufzugsfeder wundert es mich jedoch etwas.

Generell stellt sich mir gerade die Frage, ob es überhaupt sinnvoll, ist günstige "Schlachtwecker" zu sammeln. Ein kompleter Werkstausch ist jedenfalls einfacher, jedoch müssen auch das Gehäuse und ggf. die Aufzugswellen passen. In dem betreffenden Fall scheint das zum Glück passend. Mein Lieblingsalltagswecker hat aber ein viel größeres Gehäuse und somit längere Aufzugswellen. Er war jetzt auch defekt, und ich habe ihn sicherheitshalber nach München eingeschickt. Auch zum Vergleich:

Es kann nämlich auch sein, dass die örtliche Uhrmacherin etwas merkwürdig ist. Zumindest habe ich ein leichtes Kommunikationsproblem mit ihr, da sie etwas wortkarg ist. Erst war es nur die Aufzugfeder, später lag es an noch mehr Teilen, weswegen sie nun das ganze Werk tauschen will.
Bei einer Wostok Amphibia hatte sie mir im Frühsommer problemlos die Unruh einer ausrangierten Kundenuhr eingebaut. Andererseits hat sie den zuvor festsitzenden Rotor (Automatikwerk) zwar wieder gelöst bekommen, ihn aber nicht dazu überreden können, die Uhr auch aufzuziehen. Das muss ich nun per Hand machen, und seit neuestem geht die Uhr auch wieder falsch ... Vielleicht sollte ich mir einen anderen Uhrmacher suchen ...

Bin für Infos dankbar.


Es grüßt
Sobek
 

Sobek

Themenstarter
Dabei seit
11.05.2016
Beiträge
21
Die Uhrmacherin hatte aber Probleme mit dem Teiletausch und sagte mir, dass die Teile trotz gleicher Werksbezeichnungen nicht passen würden. Ich brachte ihr einen anderen "Schlachtwecker", und bei dem möchte sie nun einfach das komplette Werk tauschen. Ob das nun funktionieren wird, weiß ich noch nicht.

Der Werksaustauch hat nun geklappt. Ich hoffe, dass das Tauschwerk einige Zeit hält.
 

zeitgeist23

Dabei seit
25.11.2011
Beiträge
142
Moin Sobeck,

ich beschäftige mich eigentlich nur mit alten amerikanischen Taschenuhren, von daher kann ich nichts zu Poljot sagen.
Aber auch bei den alten TU war es schon so, dass bei identischen Kalibern irgendwann Modifikationen oder Verbesserungen in die Serie einflossen.
Von daher macht es aus meiner Sicht schon Sinn, wenn man sich auf bestimmte Marken festgelegt hat, "Schlachtewerke" zu bevorraten.
Man weiß nie, was man mal braucht.

zeitgeist23
 

Sobek

Themenstarter
Dabei seit
11.05.2016
Beiträge
21
Hallo zeitgeist23,
danke für Deine Antwort!

Aber auch bei den alten TU war es schon so, dass bei identischen Kalibern irgendwann Modifikationen oder Verbesserungen in die Serie einflossen.
Von daher macht es aus meiner Sicht schon Sinn, wenn man sich auf bestimmte Marken festgelegt hat, "Schlachtewerke" zu bevorraten.

Modifikationen der Werke wurden in der UdSSR ja durch Zusatz an die Kalibernummern gekennzeichnet, z. B. durch A, B, N (H) oder .1 usw. Das Poljot 2612.1 ist ja schon das modifizierte 2612 (welches ich noch nie gesehene habe). Andererseits kann ich mir denken, dass es bei den damaligen Bedingen einige Schwankungsbreiten gab, und einiges dann eben passend gemacht wurde.

Die Sache mit dem Austausch ganzer Werke hat mich jedoch darin bestärkt, weiterhin bei Gelegenheit eine günstige Schlachtuhr abzugreifen.


Gruß,
Sobek
 
Thema:

Austauschbarkeit von Teilen bei Werken gleichen Kalibers (hier: Poljot 2612.1)

Austauschbarkeit von Teilen bei Werken gleichen Kalibers (hier: Poljot 2612.1) - Ähnliche Themen

Kurz vor dem Uhrenhobby-Aus steppte der (Panda)-Bär - Revue Thommen Aviator, Ref. 17000.6132: Seid gegrüßt ihr Zeigerfetischisten, Kaliberanbeter und Lünettendreher, wenn ich ehrlich bin, dann weiß ich gar nicht so recht, wo ich anfangen...
Der vierte Teil der Trilogie: Eterna Kontiki Diver 1000 (Ref. 1594.44.40.1154): Liebe Freunde, Eine Trilogie besteht bekanntlich aus drei Teilen und so fanden meine Ausführungen zur Modellreihe «Kontiki» von ETERNA mit dem...
Vorstellung und Beschreibung der Elgin-Haller Drehpendeluhr: …und ein weiterer Jahresuhren Exot: diesmal von Elgin-Haller. Ebenfalls eine hier seltene, mechanische Drehpendeluhr und eine der letzten...
Zodiac Seawolf, Modell 7050W – vom Hölzchen aufs Stöckchen bis zur fertigen Uhr: Nachdem ich viel über die Marke ZODIAC gelesen habe, stand für mich fest: eine Zodiac Seawolf aus der Ära des Vietnamkriegs (1955-1975), die muss...
Warum die Ewigkeit in 80 Jahren endet – Glashütte Original Senator „Ewiger Kalender“: Werte Uhrenliebhaber & Liebhaberinnen, die Lesedauer dieser Vorstellung beträgt ca. 20 min und ist damit doch etwas ausführlicher geworden als es...
Oben