Auktionator Stefan Muser: "Die Arroganz der Uhrenindustrie rächt sich jetzt!"

Diskutiere Auktionator Stefan Muser: "Die Arroganz der Uhrenindustrie rächt sich jetzt!" im Uhren News Forum im Bereich Uhren-Forum; Hier ein interessantes Interview mit Auktionator Stefan Muser...

Uhr-Enkel

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Spitfire73

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Alles richtig und alles weder neue Erkenntnis noch bisher ungesagt. Von ihm halt noch nicht. Offensichtlich ist jetzt die Coming-Out-Phase derjenigen, die es ja immer schon gewusst haben und den Drang verspüren, das einer Öffentlichkeit auch mitteilen zu müssen. Erinnert etwas an die Sachverständigen, die einem immer nur hinterher im Detail erklären können, wie was warum zwangsläufig passieren musste. Ein schöner Satz für "Investoren" fand sich trotzdem: "Gehen Sie in ein Geschäft und kaufen Sie die Uhr, die Ihnen gut gefällt, die Ihnen Spaß macht und die zu Ihnen passt. Der Spaß an der Uhr, das ist Ihr Gewinn."

Gruß
Helmut
 
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tbickle

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@Helmut: Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht. Im konkreten Fall bedeutet das, dass die Stimme eines namhaften Branchenkenners wohl ein lauteres Echo in der Uhrenwelt erzeugen wird, als unser einheitlicher Abgesang über die verpassten Chancen und das fragwürdige Geschäftsgebaren der vergangenen Jahre.

Mir kommt es langsam so vor, als hätten viele Konzis den Schuss nicht gehört. Trotz überquellender Auslagen (Basel-Neuheiten ohne Ende!) wähnt sich so manch einer noch immer in einem unsinkbaren Kahn, der weder die immer größer werdenden Eisberge der Rezession zu fürchten braucht noch die Rossbreiten der stetigen Interessenverschiebung beim Kunden. Tja, dass diese Arroganz nicht lange ungestraft bleiben kann, versteht sich doch von selbst.

Gruß
 
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Spitfire73

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Wieso die Konzis? Die beklagten Preiserhöhungen und Marktverwerfungen haben doch eher die Hersteller zu verantworten. Deine Argumente würde ich nur für die großen Konzi-Ketten gelten lassen, die die Nase weiterhin weit oben halten wollen. Die kleinen lokalen Konzessionäre löffeln doch eher eine fremde Suppe aus: sie mussten dem Kunden gegenüber ständig neue Preiserhöhungen erklären, bekamen Margen gekürzt, verrückte Auflagen und Rabattlinien in die Verträge geschrieben, Marken weggenommen und oft genug nicht die Schnelldreher, die sie gut verkaufen könnten in ausreichender Menge. Dazu natürlich Effekte wie die Onlinekonkurrenz und der von den Herstellern stillschweigend geduldete und unterstützte Grauhandel. Wegen Reichtum und Arroganz haben in den vergangenen Jahren sicher nicht so viele kleine Konzis dicht gemacht.

Die Weltuntergangspropheten im Uhrenbereich haben schlicht Konjunktur. Und nun tritt einer nach dem anderen ins Rampenlicht und lässt sich dafür feiern. Es sei ihnen gegönnt.

Gruß
Helmut
 
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plarmium

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So sehe ich das auch. Die Sau wird jetzt schon seit einigen Jahrne durchs Dorf getrieben, wie man an der Vielzahl von Threads zum immer gleichen Thema sieht. Ermüdend.
 

A. Lange

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"Gehen Sie in ein Geschäft und kaufen Sie die Uhr, die Ihnen gut gefällt, die Ihnen Spaß macht und die zu Ihnen passt. Der Spaß an der Uhr, das ist Ihr Gewinn."

So sollte es auch eigentlich sein :super:

Ich hätte wirklich keinen Spaß mehr an Uhren, wenn ich nur noch danach ginge,
ob eine Uhr jetzt ihren Wert behält oder sogar steigert.

Deshalb: Kaufen, tragen und sich daran erfreuen :-D

Gruß
Andreas
 

Traumdeuter

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Die Bereinigung der Uhrenszene von Käufern die die Uhr nur als reines Investment sehen, empfinde ich als sehr positiv, zumindest hier kann ich der noch in den Startlöchern stehenden Uhrenkrise einiges abgewinnen .
 

Uhropath

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Die Bereinigung der Uhrenszene von Käufern die die Uhr nur als reines Investment sehen, empfinde ich als sehr positiv, ...

Nur leider muss man ehrlich sein, dass es einige Marken gibt, die ihren Erfolg auf diesem Fundament aufgebaut haben. Die "Liebhaber" alleine würden niemals diese Ergebisse erzeugen. Deshalb ist die Diskussion meist - mal hart gesagt - eher verlogen. Die Mehrheit würde sich sonst von teuren Uhren eher fernhalten, was aktuell ja größtenteils durch zunehmende PE passiert.
 

nem300

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Der Onlinehandel kompensiert in Europa viele leere (bzw. dürftig bestückte) Schaufenster, aber die ständigen Preiserhöhungen werden der Branche früher, oder später das Genick brechen.
In den nächsten Jahren werden die günstigeren Marken aus der Schweiz reihenweise in Konkurs gehen, bzw. aufgekauft werden, die großen Spieler der Branche werden die Sortimente verkleinern und die Preise stabiler halten, bzw. senken müssen, am Gebrauchtmarkt werden die Uhren vermutlich auch wieder günstiger.
Am Wochenende habe ich in der Plus City (gigantisches Einkaufszentrum in OÖ) wieder eine interessante Beobachtung gemacht, die sich mit meiner vorherigen Aussage deckt.
Tag Heuer, Tissot, Certina, Rado und Mido werden in den Geschäften komplett ignoriert, Smartwatches, japanische Uhren (Seiko, Citizen, Casio), sowie günstige Modequarzer (Fossil, Jacques Lemans, ...) hingegen in großen Mengen gekauft.
Schweizer Uhren sind aktuell einfach viel zu teuer, das wird nicht lange gut gehen.
Die Japaner haben diesen Fehler nicht gemacht und am Ende des Tages wird die Schweiz das Nachsehen haben, daran besteht kein Zweifel.
 

Traumdeuter

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Der Artikel ist zwar schon bekannt, aber er zeigt, das es gerade Uhren jenseits der 3000 Euro betrifft und nicht wie vermutet, das Mittelpreissegment .
 

Uhropath

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Der Artikel ist zwar schon bekannt, aber er zeigt, das es gerade Uhren jenseits der 3000 Euro betrifft und nicht wie vermutet, das Mittelpreissegment .

Das ist auch das Segment in dem viele Marken bis vor einigen Jahren Zuhause waren. Eine Summe, die damals schon hoch war aber für viele eben noch ohne Bauchschmerzen machbar war. Jetzt sind einige Marken tendenziell eher in Richtung 5k und mehr gewandert und da ziehen die Kunden nicht mehr in der Summe mit. Im Boom wollten alle Preise wie die ganz großen der Branche generieren, stehen aber jetzt doof da. Die Großen haben sich folglich noch weiter abgegrenzt, was denen auch nicht mehr gut tut. Die Aktionäre haben sich an satte Dividenden gewöhnt und der Druck ist hausgemacht. Wer am Ende nicht liefert, den verlässt die Finanzkarawane und zieht halt zum nächsten Invest weiter. Das ungesunde Wachstum ist halt hausgemacht und schwer zu korrigieren, wie man ja seit längerem sieht.

Ich hoffe nur, das "Glashütte" das gut beobachtet hat.
 
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christian2010

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Am Wochenende habe ich in der Plus City (gigantisches Einkaufszentrum in OÖ) wieder eine interessante Beobachtung gemacht, die sich mit meiner vorherigen Aussage deckt.
Tag Heuer, Tissot, Certina, Rado und Mido werden in den Geschäften komplett ignoriert, Smartwatches, japanische Uhren (Seiko, Citizen, Casio), sowie günstige Modequarzer (Fossil, Jacques Lemans, ...) hingegen in großen Mengen gekauft.
Schweizer Uhren sind aktuell einfach viel zu teuer, das wird nicht lange gut gehen.

Das betrifft doch nicht nur die Uhren, schau dir den Textilhandel an. Die Markengeschäfte sind in den Einkaufszentren leer und bei Primark stehen die Leute in der Schlange. Der Trend geht zu "ich will alles haben aber dafür darf es Ramsch sein" Die einzige Produktgruppe die noch wirklich brummt ist die IT. Premiumhersteller wie Samsung oder Apple werfen jedes Jahr ein neues Topmodell auf den Markt und niemand hat damit ein Problem 600-900€ für ein neues Smartphone auszugeben. Das gilt natürlich auch für die Tablet-PC oder Notebooks.

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Dazu natürlich Effekte wie die Onlinekonkurrenz und der von den Herstellern stillschweigend geduldete und unterstützte Grauhandel. Wegen Reichtum und Arroganz haben in den vergangenen Jahren sicher nicht so viele kleine Konzis dicht gemacht.
Der härteste Gegner ist wahrscheinlich die Marken-Boutique. In der Wiener Innenstadt sitzen inzwischen nicht nur die alteingesessenen Konzis. Im 1.Bezirk gibt es auf 1,5km eine Boutique von GO, Breitling, IWC, Bell&Ross, Breguet, Omega, Cartier und Hublot. Dort sind die begehrtesten Modelle natürlich auch immer auf Lager.
 
P

pre-mastered

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Jetzt, da es Omega beinahe geschafft hat, die teure METAS -Produktionskostenhürde zu nehmen, bricht der Markt zusammen. Wie gemein :D.
 

Sturmvogel

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Das betrifft doch nicht nur die Uhren, schau dir den Textilhandel an. Die Markengeschäfte sind in den Einkaufszentren leer und bei Primark stehen die Leute in der Schlange. Der Trend geht zu "ich will alles haben aber dafür darf es Ramsch sein".
Das sehe ich auch, aber zumindest haben die dann mit den dauernden "Sales" ein Ventil. Ich werde die Startegien der Modemarken nie begfreifen. Auch da sind die Preise für simpelste Kleidungsstücke (Polohemden z.B.) in völlig absurde Höhen geschnellt, sinken dann aber regelmäßig auf unter 50%, so dass der Kunde doch echt bekloppt ist, wenn er mitten in der Saison kauft...
 

nem300

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(Polohemden z.B.)
Nicht bei allen Marken.
Das klassische 1212er von Lacoste bekommt man nicht mal im Sale günstig (maximal 10% am Ende der Saison auf Reststücke bei den wenigen, offiziellen Händlern), Onlineangebote mit hohen Rabatten sind immer Fälschungen!
Bei Lacoste stimmt aber auch die Qualität, was bei vielen anderen Marken nicht der Fall ist.
Ganz Schlimm (Qualität) sind die Sachen von Tommy Hilfiger (und ich hatte einiges von der Marke), die ich nicht mal mehr für -80% kaufen würde, für Kleidung von Lacoste hingegen lege ich gerne viel Geld auf den Tisch, da man an den Sachen lange Freude hat.
Daher schlussfolgere ich, dass Kleidung, welche hochgradig reduziert verkauft wird, nicht mal den reduzierten Preis wert ist.
 

Spitfire73

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Das ist doch fast immer so: mit hohen Nachlässen im SALE verramscht wird selten das, was sich einer beständig hohen Nachfrage oder eines gewissen Klassikerstatus erfreut. Gefühlt sind 95% der SALE-Artikel in entsprechender Qualität genau dafür hergestellt... Die wirklich guten Sachen werden oft nur als Über/Untergrößen oder in unmöglichen Farben drastisch reduziert abverkauft.

Gruß
Helmut
 

w650

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Teutoburger Wald
Mir fällt bei den ständigen Preiserhöhungen der Vergangenheit nur ein : Geiz frisst Hirn!
Das funktioniert doch nur in einem ständig wachsenden Markt, den gibt es aber so gut wie nirgends. Da macht China Antikorruptionsgesetzte und schon bricht alles ein. Wie kurzsichtig muss man als Manager?
Die Kunden hier in Deutschland vernachlässigen und dann weinen wenn die sich anderweitig umsehen? Naiv.
 
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