Atomzeit Internet (weiss nicht wohin ich das posten soll)

Diskutiere Atomzeit Internet (weiss nicht wohin ich das posten soll) im Sonstige Uhren Forum im Bereich Uhrentypen; cool! D. h. aber auch, dass sie unbedingt Empfang braucht oder?

PremiumSeiko

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cool! D. h. aber auch, dass sie unbedingt Empfang braucht oder?
 

Thomas-A159

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das ist richtig - ohne Empfang läuft sie halt nur quarzgenau.
Dank Hochleistungs-Antenne (abgesetzt am Kabel) ist da jedoch eher selten mit Problemen zu rechnen.

IMG_3771.JPG
 

Thomas-A159

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Und was, wenn das Zeichen mal nicht empfangen werden kann?
Kein Empfang der Zeitinformation ist für jede Funkuhr ein Problem oder worauf möchtest Du hinaus?

Damals wusste man das wohl nicht besser.
Was wusste man "damals" nicht besser?

Die ELV DCF86 stellt sich wie jede andere Funkuhr nach DCF77. Wenn sie das Zeittelegram verarbeitet hat bezieht sie
den weiteren Sekundentakt aus dem Sendesignal.
Fällt der Empfang komplett aus, schaltet sie dann wie jede andere Funkuhr auf Quarzbetrieb um und bei Wiederkehr des DCF77 Signals
synchronisiert sie sich neu.

DCF77 sendet ja nicht nur die amtliche Zeit, sondern das Sendesignal ist hochgenau auf 77,5kHz und der Sender tastet
seine Amplitude exakt im Sekundentakt, ausgenommen die 59. Sekunde, dort findet keine Umtastung der Amplitude statt
als Erkennung für die neue Minute.
Eine einmal gestellte DCF86 läuft damit hochgenau - Laufzeit des Sendesignals mal außen vor, aber um das zu sehen
reicht die Auflösung freilich nicht aus wenn wir von einigen 100Km Entfernung zum Sender ausgehen.

Die Uhr läuft natürlich an einem Steckernetzteil - und ja, alleine die LED Anzeige macht einen Batteriebetrieb unwirtschaftlich.
Dennoch hat sie eine Batterie als Puffer drin um bei Stromunterbrechnung weiterzulaufen - das Display wird dabei
dunkelgetastet und die Weckzeiten bleiben aktiv......neben 2 Weckzeiten hat die DCF86 zusätzlich zwei Schaltausgänge rausgeführt.

Nicht vergessen, das Teil wurde in 1986 als Bausatz zum selberlöten vertrieben!
Bild 1.jpg

Bild 2.jpg
Quelle: Scanns aus der mir vorliegenden Bauanleitung - Rechte liegen bei ELV
 
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Der Stromer

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Und noch eine Antiquität...
Ein Historiker ACS-77 hat keine Lust...

...aus den Anfängen. Das soll die erste kommerzielle Funkuhr in Deutschland gewesen sein. Gab es als Fertigmodell und auch als Bausatz. Meine war der Bausatz aus der ersten Serie.

Habe ich aber nur (mit Hilfe vom Collector bei der Unterlagenbeschaffung) wieder zum Zählen der Zeit gebracht...
 

Thomas-A159

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klasse Teil Rolf-Dieter :super:
Danke fürs Zeigen

Weiß Du noch welcher Prozessor da drin werkelt?
Z80 eventuell?
 

Thomas-A159

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ah ok, ich konnte es nicht zweifelsfrei erkennen..... Ja der Zilog Z80 - gibt es noch heute zu kaufen.

sogar ein 2732 OTP ROM als Programmspeicher sehe ich, das ist aber selten anzutreffen.
War das damals original so oder hast Du das EPROM mal getauscht?
 

bonanza

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Hallo liebe Funkuhrfans,

solche Funkuhr-Bausätze gab es schon mindestens seit 1978. Habe da mal einen alten Zeitungsartikel angefügt.

Funkuhr.jpg

Anschließend noch einen kleinen Leserbrief als Antwort dazu.

Antwort 2.jpg
Der genannte Wolfgang Faust bin ich. Die Namen der anderen Personen habe ich geschwärzt.
Diese von uns selbstgebauten Uhren waren nur in TTL-Technik aufgebaut und hatten 1974 noch keine Mikroprozessoren.

Es grüßt aus dem Spessart der Wolf (Bonanza)
 

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Thomas-A159

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Ja, die Firma Hopf war da schon immer ganz vorne mit bei..... kenne ich auch schon mindestens seit Mitte der 70er.
Auch Dir danke fürs Zeigen der Artikel.
 

Der Stromer

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ah ok, ich konnte es nicht zweifelsfrei erkennen..... Ja der Zilog Z80 - gibt es noch heute zu kaufen.

sogar ein 2732 OTP ROM als Programmspeicher sehe ich, das ist aber selten anzutreffen.
War das damals original so oder hast Du das EPROM mal getauscht?
Nein, bis auf ein paar Elko's sind von mir keine Bauteile ersetzt worden. Also gehe ich mal davon aus, dass der 2732 noch original ist.

@bonanza:
Danke für die Artikel. Die Gegend um Mainflingen herum ist ja geradezu prädestiniert für den Empfang der 77,5 kHz :klatsch:. Sind doch die hohen Sendemasten des Langwellensenders schon von weitem zu sehen und wecken die Neugier.

Zu meiner "Atom"-Funkuhr ACS-77 gibt es auch eine eigene HP mit interessanten Hintergrundinformationen zu dieser Uhr: ACS-77 Kultu(h)r mit Z80 Prozessor

Zitat:
Die Idee zur Entwicklung einer funkgesteuerten Uhr entstand in 1982, als man im Lager eine große Kiste mit Ferritstäben entdeckte und eine Diskussion darum entbrannte, was man denn damit noch anfangen könne. Es entstand die Idee, einen Zeitzeichenempfänger für Jedermann zu entwickeln, diese kannte man bis dahin nur im Profibereich und zu horrenden Preisen. Das Herzstück des Digitalteils war auch schnell gefunden, der Z80 von Zilog, zu dieser Zeit einer der modernsten Mikroprozessoren, der in einer Vielzahl von neu entwickelten Heimcomputern Verwendung fand. Die ganze Schaltung inkl. Analogteil sollte möglichst kompakt auf einer doppelseitigen Leiterkarte (100mm x 200mm) untergebracht werden.
Zitat Ende.
 

bonanza

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Hallo Stromer und alle anderen.

Für meine Funkuhr habe ich eine von der PTB Braunschweig veröffentliche Schaltung nachgebaut. Sie hatte auch eine abgesetzte Ferritantenne.
Die Ziffern waren grün leuchtende 7Segment- Fluoreszenzanzeigen aus einem alten Tischrechner. Die Anzeige hatte dann Ende der 80er Jahre
ihren Geist aufgegeben und die Uhr wurde ausgemustert. Sie war auch 12-stellig, also mit Datum und hatte noch eine Zusätzliche Stelle für den
Wochentag der auch noch mit dem DCF-Signal übertragen wurde, also für Mo, Di, Mi u.s.w. Der Sender hat übrigens noch viel mehr Informationen
übertragen, mit denen der normal sterbliche jedoch nichts anfangen konnte. Wenn jemand Telegrafie konnte, so wie ich, konnte er aber immer
noch die Kennung mitlesen.

Gruß Bonanza
 

Thomas-A159

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Danke an Rolf-Dieter :prost:

Habe mir gerade eine Leiterplatte für eine ACS-77 bestellt.
Die baue ich nach :super:
 

Astrolab

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Ich hatte mir so eine DCF77-Uhr in 1979 gebaut. Die Grundzüge für den Schaltplan hatte mir ein Bekannter gegeben. Der war Elektroniker bei VDO und hatte den mit einfachen Logik ICs entworfen. Das Empfangsteil war mit einem IC TCA440 aufgebaut.
Die Bits wurden ab Bit 20 in ein Schieberegister gegeben. Die Anzeige habe ich mit roten 7-Segment LEDs realisiert. Dafür hatte ich BCD zu 7-Segment-Decoder eingesetzt. Es gab also keinen Mikrochip dazwischen.
Blöd war nur, dass ich keinen Quarz in den Empfänger einsetzen konnte. Die gab es zwar, waren aber sehr teuer. Das konnte ich mir als Student nicht leisten.
Das Problem war, dass die fünte Oberwelle der Röhrenferseher nahe bei 77,5 kHz waren. Bei eingeschaltetem TV blieb die Uhr stehen. Leider habe ich kein Bild mehr von der Uhr, ist eben zu lange her.
Einen schönen Abend
Dieter
 

Matthias MUC

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Bei der ELV-Uhr werkelt ein 80C49, das ist ein maskenprogrammierbarer aus der MCS-48er-Serie (Intel und Lizenznehmer), und wie es bei vielen ELV-Projekten war, eben vorprogrammiert mit der Firmware.
Ich muß mal suchen, eines meiner ersten elrad-Hefte (1985?) hatte als Bauprojekt ebenfalls eine DCF77-Uhr mit LED-7seg.Display, meiner Erinnerung nach komplett prozessorfrei, ein ziemlich ausführliches TTL-Grab mit mindestens zwei recht dicht bestückten Platinen. Im Grunde muß man ja "nur" das Zeittelegramm schön Sekunde für Sekunde in ein Schieberegister schieben und mit dem ersten Puls der neuen Sekunde auslesen, BCD-Decoder, Puffer aufs LED und fertig. Das ganze bei Senderausfall auf Quarz weiterlaufen zu lassen bzw. "zu Fuß" zu stellen, wenn beim Einschalten grad kein Sender empfangbar ist, war da sicher der größere Aufwand. Vielleicht find ich's noch.....

Nachtrag... gegoogelt... AchWo.de - Funkuhr
Das isse... doch schon Prozessor. Ein 8048 oder 8035, und ein EPROM. Wer erinnert sich noch an die großen Trümmer mit dem Fenster zum Löschen per UV?
 
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bonanza

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Ausführliche Beschreibung über den DCF77 in den PTB-Mitteilungen 119 (2009), Heft 3
"Zeit- und Frequenzverbreitung mit DCF77:
1959 - 2009 und darüber hinaus"

und in der Funkschau 46, 1974 (mein Selbst-Bauprojekt siehe oben).
Anbei noch ein Prospektblatt der Fa. Hopf.

SCAN0001.JPGSCAN0002.JPG

Grüße von Bonanza
 

Thomas-A159

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Wer erinnert sich noch an die großen Trümmer mit dem Fenster zum Löschen per UV?
ja klar doch, setzen wir hier in einem alten Gerät noch heute ein (27C256)
Einen GALEP IV Programmer und ein ISEL-5 UV-Löschgerät gibt's auch noch im Schrank :super:

Bei der ELV-Uhr werkelt ein 80C49, das ist ein maskenprogrammierbarer aus der MCS-48er-Serie (Intel und Lizenznehmer)
hatte den mal mit dem GALEP ausgelesen und den Disassembler drüber laufen lassen, nur bei heute keine Zeit gehabt das Programm zu analysieren.
 
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