Uhrenbestimmung Arbeitsuhr meines Großvaters: Recta

Diskutiere Arbeitsuhr meines Großvaters: Recta im Vintage-Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo liebe Vintage-Gemeinde, ich bin seit geraumer Zeit im Besitz der Arbeitsuhr meines Opa´s und suche schon ein Weilchen nach Informationen...
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sevy

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Hallo liebe Vintage-Gemeinde,

ich bin seit geraumer Zeit im Besitz der Arbeitsuhr meines Opa´s und suche schon ein Weilchen nach Informationen zu dieser Uhr. Ich habe die Google-Suche, die Suche hier im Forum benutzt und bin dabei auf diese Seite (bidfun-db Archiv: Uhrwerke) gestoßen. Leider passen die gezeigten Foto´s der Werke nicht mit meinem zusammen. Das Recta A hat dabei die größte Ähnlichkeit, das Werk meiner Uhr ist aber etwas kleiner (Dm ca. 37mm). Kann jemand anhand der Foto´s sagen aus welcher Zeit diese Uhr stammt.

IMG_0945.jpg

IMG_0946.jpg

Vielen Dank für eure Hilfe
 
S

sevy

Themenstarter
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Moin smarty,

stimmt, hier ist ein D, eine 6-stellige Nummer und am Ende ein H eingraviert. Dann könnte es ja sogar die Dienstuhr meines Uhrgroßvaters gewesen sein. Vielen Dank für die Information. Ich werde sie einmal reinigen und mit einem neuen Glas ausstatten lassen.

Gruß sevy
 
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westie

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Hej,
als ich die Fotos gesehen habe, dachte ich Mensch die Uhr kennst du doch. Ich habe ziemlich die gleiche Uhr von meinem Großvater. Allerdings ist die eingeprägte Nummer ohne "D" oder "H", siehe auch beigefügte Fotos.
Da er diese bis zu seinem Tod ständig getragen hat, sieht sie auch ordentlich getragen aus. Habe letztens die Krone und den Tubus erneuern lassen, da dieser fehlte und Opa sich eine größßere hatte anbringen lassen, welch er mit fast 90 besser greifen konnte.
Daher auch gleich noch eine Frage, Kennt einer einen Uhrmacher der evtl. passende Kronen anbringen könnte. Und wo bekomme ich ein passendes Vintageuhrband her? Habe letztens welche von Fossil gesehen nur leider nicht für Feststeguhren.
20130822_183928.jpg
20130822_184009.jpg

Grüße
Marcus
 
batery_99

batery_99

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Schade das der Faden eingeschlafen ist:-(
Ich dachte es kommen noch ein paar mehr Fotos, vor allem welche von der aufhehübschten, mit neuem Glas versehenen Uhr.
Ist ein schönes Tickerchen.
Grüße
Marco
 
Königswelle

Königswelle

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Daher auch gleich noch eine Frage, Kennt einer einen Uhrmacher der evtl. passende Kronen anbringen könnte.
Ich denke, eine passende(re) Krone sollte nicht das große Problem sein, es sei denn du willst eine originale/originalgetreue Dann müsstest du erst mal recherchieren, wie die genau aussieht und welche Maße sie hat. Uhrmacher gibt es hier im Forum einige, die dir da weiterhelfen könnten.

Ich würde an deiner Stelle aber gleich eine komplette Revision des Werks machen lassen. Ob man die Optik noch aufhübscht, ist Geschmackssache, aber auch da gibt es richtige Könner. Ich denke da z. B an Marlies (Username Malikka), die schon viele Vintages hier überholt hat oder auch an andere wie Labrador, Rostfrei etc. Außerdem gibt eshier irgendwo einen Thread, in dem Vintage-Uhrmacher "gesammelt werden".

Und wo bekomme ich ein passendes Vintageuhrband her? Habe letztens welche von Fossil gesehen nur leider nicht für Feststeguhren.

Grüße
Marcus
Du könntest mal beim Forumsinserenten schauen:

UHRENARMBAND-SPEZIALIST: Uhrenarmbänder, Uhren, Zubehör - Shop oder rechts auf die Anzeige klicken.

Ansonsten könnte ich mir ein Unterlegband ganz gut bei der Uhr vorstellen. Die gehen auch für feste Stege und das würde auch stilistisch passen, wenn es dir gefällt.

Welche Stegbreite hat denn die Uhr?
 
W

westie

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Hallo
@marco: meine ist doch aufgehübscht, naja neues Glas drauf und reinigen lassen, sieht mann leider auf den Fotos nicht, wird demnächst noch mal professioneller abgelichtet :-)
@bernd: Opa hat die Uhr bis zuletzt bei seinem Uhrmacher in Pflege gehabt. Sie läuft auch wie eine 1.. Hat dann da die Feinmotorik nachgelassen hat sich eine extra große Krone anbringen lassen, welche ich nun wieder gegen eine kleinere getauscht habe.
Suche nun eine passendere, also eine die optisch besser passt. Ne noch weiter aufhübschen will ich sie nicht der kann man ruhig ihre 70 Jahre ansehen. Wenn es perfekt möglich wäre würde ich die Ziffern nachzeichnen lassen. Mehr glaube ich nicht. Ja an ein Unterlegband hatte ich auch gedacht.
Stegbreite ist laut Schieblehre 18,3mm. :-)
So guck da mal.

Weiß vielleicht jemand, weshalb die Uhr kein "D" oder "H" eingeprägt hat?
Grüße
 
Badener

Badener

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Hallo,

nachdem ihr den Thread wieder aufgenommen habt, habe ich vielleicht noch eine Information zum Werk. In der Classification Horlogère von 1949 ist ein Recta KAC mit einem Durchmesser von 16''' (37,3 mm) und einer Höhe von 4,5 mm verzeichnet:

Recta_KAC_16.jpg

Das abgebildete Werk ist ein Lépine-Werk, von den meisten Werken gab es aber auch Savonnette-Varianten. Dein Werk könnte so eine Savonnette-Variante des Recta KAC sein.

Gruß
Badener
 
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westie

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Hallo Badener,
das Werk sieht bei meiner dem weiter oben abgebildeten sehr ähnlich. Nach Ranfft könnte es ein Recta A oder A2.
Werde die Tage mal ein paar vernünftigere Fotos machen, bei denen auch das Werk besser erkennbar ist.
Da ich in der "Uhrenszene" noch recht neu bin muss ich mich erstmal mit den Fachbezeichnungen vertraut machen. Bitte daher um Nachsicht.
 
Badener

Badener

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Die Recta A-Varianten kommen leider nicht in Frage, da sie mit 19''' Durchmesser (41,85 mm) zu groß sind...

Gruß
Badener
 
Badener

Badener

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Hallo Marcus,

du hattest mir in einer PN geschrieben, dass dein Werk einen Durchmesser von 27 mm hat. Das dürfte dann ein G mit 12''' sein:

Recta_G.jpg

Gruß
Badener
 
batery_99

batery_99

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Deine Uhr meinte ich ja gar nicht Marcus... die schaut sehr schön aus:super:.
Ich meinte den bisherigen Beitrag des Themenstarters. Aber jetzt kommen ja einige spannende Infos zu Tage. In diesem Sinne Marcus, danke für das wiederbeleben dieses Fadens;-).
Viele Grüße
Marco
 
Königswelle

Königswelle

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Weiß vielleicht jemand, weshalb die Uhr kein "D" oder "H" eingeprägt hat?
Grüße
Ich glaube, diese Frage ist noch offen. Das D und H bedeutet "Dienstuhr Heer" und das haben nur die Uhren, die von der Wehrmacht als Dienstuhren an Soldaten abgegeben wurden. "Privat" getragene Uhren haben diese Prägung nicht. Das ist jedenfalls mein Kenntnisstand, aber ich bin auf dem Gebiet kein Fachmann. ;-)
 
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westie

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Moin liebes Forum,
habe mal direkt bei "Recta" angefragt leider kam nur diese Antwort:

Guten Morgen Herr ******

alle Uhrenaktivitäten wurden in der 60er Jahren aufgelöst.
Es gibt keine Möglichkeit mehr Informationen über Recta Uhren zu finden.
Tut mir Leid.

Beste Grüsse
Gilbert Vorpe
:-(:-(:-(



Vielleicht auch für andere hier informativ.

Liebe Grüße

Marcus
 
EDNX

EDNX

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Ich glaube, diese Frage ist noch offen. Das D und H bedeutet "Dienstuhr Heer" und das haben nur die Uhren, die von der Wehrmacht als Dienstuhren an Soldaten abgegeben wurden. "Privat" getragene Uhren haben diese Prägung nicht. Das ist jedenfalls mein Kenntnisstand, aber ich bin auf dem Gebiet kein Fachmann. ;-)
Bei der Wehrmacht wurden Dienstuhren nur an Mannschafts- oder Unteroffiziersgrade abgegeben, die nachweislich eine Uhrzeit zur Dienstausübung brauchten. Dazu gehörten Funker, Truppkommandanten, Spähtruppführer, Geschützkommandanten und ähnliches. Offiziere ab dem Oberleutnant aufwärts waren sogenannte Selbsteinkleider, dass heisst sie haben sich Ihre Uniform und Teile der Ausrüstung selbst beschafft bzw. beschaffen müssen und daher trugen diese meist höherwertige, zivile Armbanduhren. Daher sieht man häufiger am Handgelenken der Offiziere eckige Uhren oder Chronographen.

Diese DH Uhren konnten käuflich erworben werden und das wurde im Soldbuch auch eingetragen. Die Kosten waren ca. 60 bis 80 Reichsmark.

Noch was zu der D, DH oder DU Stempelungen. Die Nummer sind firmenbezogen und wurden nicht von der WH vergeben, das bedeutet dass man z.B. das D und H vorn und hinten an eine firmeneigene Nummer gestellt hat, oft nachträglich. Zenith verwendete 7stellige Nummern, Mimo 5stellige und so weiter. Die meisten Dienstuhren der WH gibt es auch baugleich in zivilen Versionen, wie hier mit der Recta. Ausschließlich für den militärischen Gebrauch wurden nur Hanhart und Tutima produziert, da gibt es von 1940 bis 1945 keine zivilen Ausführungen.
 
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westie

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Erstmal recht vielen Dank für die vielen Informationen (Badener, Königswelle, Phoibos), die man hier zu seinen "Schätzchen" bekommt. Hatte mich letzte Woche an das MHH in Dresden gewandt. Hier die Antwort:

Sehr geehrter Herr *****,

anbei die Auskunft zu Ihrer Anfrage, die Herr R****, unser Varia-Fachmann, bearbeitet hat:

Es war üblich, jedoch nicht zwingend notwendig, dass die Uhren des Heeres mit "D. H." (Dienstuhr Heer) gekennzeichnet wurden. Die abgebildete Armbanduhr ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Dienstuhr der Wehrmacht. Das Aussehen der Uhren war, bis auf die Firmenmarke, nahezu identisch. (Interessante Ausführungen dazu in der Literatur: Konrad Knirim, Militäruhren, Bottrop-Essen 2002, S. 428. Dienst-Armbanduhr des Heeres mit „D. H.“ und Gehäusenummer, hier die Uhren mit Manufakturkalibern Arsa, Büren, BWC, ... Phenix, Record, Recta, Revue.)

Die bekannten Markenhersteller wie Arsa haben Armbanduhren mit ihren eigenen Manufakturkalibern entsprechend den geforderten Spezifikationen geliefert. Insofern gehörten die Dienstuhr mit Manufakturkaliber durchaus zum Standard (Wehrmachts-Kaliber). Merkmale:
- 15-steinige Handaufzug-Ankerwelle, Schweizer Hersteller
- Gute Qualität
- Stoßgesichertes (Edelstahl-) Gehäuse

Die Uhren wurden ins Soldbuch eingetragen mit Feldpostnummer, Gehäusenummer und dem Zusatz "bezahlt" oder "Leihgabe".
Die Uhren hatten schwarze Ziffernblätter, arabische Radium-Leuchtziffern und mit Leuchtmasse belegte Zeiger, verchromtes Edelstahlgehäuse und Lederarmband. Sehr ähnliches Erscheinungsbild aller Herstellermodelle.
Die Bestellung der Uhr erfolgte durch das Heer, die Uhr wurde aber auch an die Luftwaffe abgegeben.

Mit freundlichen Grüßen aus Dresden,
******


---
im Auftrag
Dr. *******
Sachgebietsleiter
Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
Olbrichtplatz 2
01099 Dresden


Zum Schutz der Antwortenden Personen habe ich die Namen durch * ersetzt. Bei Fragen kann ich aber gerne Kontakt herstellen.
 
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westie

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gefühlt in der Mitte Deutschlands, naja etwas nord
Heute habe ich ein Päckchen aus GB bekommen.
20130923_182728.jpg
Was darin war seht ihr hier.
20130923_183017.jpg
Und so sieht die Komposition aus.
20130923_183758.jpg

Ich finde Uhr und Band passen gut zusammen, auch wenn original ein graues einfaches Lederband dran war.
Das Modell heißt "Para" und da der erste Träger der Uhr Fallschirmpionier war hatte ich auch kaum eine andre Wahl.
 
Don Jorge

Don Jorge

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Molwanien
Ausgezeichnete Wahl! Da freut man sich doch, wenn man so alte Schätzen wiederauferstehen sieht. Durch das Unterlegband werden auch solche (für unsere heutigen Begriffe) kleinen Uhren gut tragbar.
:klatsch:
 
Thema:

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