Arbeiten in der Schweiz / Wohnen in D+CH

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TaifunDB

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Servus allerseits,

hat jemand Erfahrung mit obigem Thema? Ich bin am überlegen erstmal als Freelancer im IT-Bereich einen Job/Auftrag in der Schweiz anzunehmen. Die ersten Monate dürfte das komplett per Homeoffice aus Deutschland laufen, danach würde ich Mo-Do/Fr jede zweite Woche in der Schweiz planen (Bern) und dann in einer kleinen Miet-Wohnung. Die Wohnung in Deutschland wäre mein Lebensmittelpunkt, nachweisbar weil meine Tochter (11J) in der Nähe wohnt und mich regelmäßig an den Wochenende besucht. Nicht ausgeschlossen wäre es, dass ich auch eine Festanstellung nehme bzw. in eine wechseln würde. Ein kompletter Umzug ist aktuell nicht denkbar.

Welche Themen muss ich mir alle anschauen um zu verstehen, ob das Sinn macht?

Bei einem Gespräch mit einem Steuerberater möchte ich die grundlegenden Dinge schonmal kennen.

Besten Dank!
 
Veltins

Veltins

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Südwestfalen
Ich hab das viele Jahre gemacht. Wo soll ich anfangen? Quellensteuer? 2./3. Säule? Aufenthaltsgenehmigung? Doppelbesteuerungsabgabe? Schweizer Konto? Ich empfehle dir dich zunächst über die typischen Grenzgängerthemen online einzulesen. Es gibt eine Reihe von Dingen, auf die gewisse Entscheidungen Einfluss haben, insbesondere deutsches / schweizer Rentensystem, Lohnersatzleistungen, Elterngeld usw. Ansonsten bin ich gut damit gefahren, mich nicht monetär, sondern emotional leiten zu lassen. So hatte ich eine wunderbare Schweiz Zeit, die ich nie mehr missen möchte und habe dort Bande geknüpft, die bis heute halten. Und noch immer fühlt es sich wie Heimat an, wenn ich in Zürich lande. Wenn du konkrete Fragen hast, meld dich gerne auch per PN.

Der größte Vorteil ist übrigens nicht das Geld verdienen, sondern sich auf das Lebensgefühl einlassen. Eine unfassbare Lebensqualität, angefangen vom "Luxus", in 90 ÖV Minuten die halbe Schweiz zu erreichen. Abends mit den Kollegen auf das After Work Bier, die zahlreichen Aperos, die Wanderwochenenden. War ne schöne Zeit. ;-)
 
czudi

czudi

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Ort
Gross-Stadt-Bodensee
Hallo @TaifunDB

...hier am Bodensee ist dies ein häufiges Thema...

Zu beachten sind u.a. folgende Dinge:
  • Du bekommst wahrscheinlich eine Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung B (befristet auf 5 Jahre), weil Du mehr als 90 Tage p.a in CH bist und
  • musst dann in der Schweiz "Quellensteuer" zahlen (wird mit der dt. verrechnet, ca 4,5% vom Brutto)
  • u.U. muss Dein Arbeitgeber nachweisen, dass er keinen Schweizer mit gleicher Qualifikation findet
  • mit Deinen Versicherungen sprechen (Kranken-, Autoversicherung, etc., ob die Leistungen auch in CH gelten) - entscheidend ist dabei, wie viele Tage Du tatsächlich in CH bist/arbeitest.
Eine andere Variante wäre vielleicht, als dt. Selbstständiger in CH zu arbeiten. Dann auf Rechnung.

Sonst: Bei den Gehaltsverhandlungen unbedingt auf die hohen Lebenshaltungs- und Mietkosten in der Schweiz achten. Hier ein Link:
Wohnung zum Mieten: Bern | 1.5 Zimmer
eine 1.5 Zi. Whg kostet ganz schnell über CHF 1.000.-!

Helfen können auch Grenzgängerberatungen, z.B.:
Grenzgänger in die Schweiz? | Grenzgänger Auskunft Bodensee
Es gibt auch halbstaatliche Stellen, meist in den Grenzgebieten zur Schweiz.

Unbedingt mit Deinem Steuerberater sprechen.

Schlussfrage: Warst Du schon mal länger in Bern?
Selbst für die Schweizer ist dies ein sehr spezielles "Völkchen" (Dialekt, "Geschwindigkeit").
Sehr nett, muss man aber mögen.

Abends mit den Kollegen auf das After Work Bier, die zahlreichen Aperos
....genau dies ist z.Z. allerdings ein grosses Problem.
Die Schweiz hat immens hohe Coronazahlen und schliest erst ab 22.12. die Bars/Restaurants...
Läden und Skigebiete bleiben offen....(wurde heute beschlossen).
 
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