APS-C ist besser als Vollformat, oder doch MFT?

Diskutiere APS-C ist besser als Vollformat, oder doch MFT? im Fotografie Forum im Bereich Small Talk; Also ich kenne das in großer Breite noch aus den gerade angebrochenen 2000ern, als die Belegschaft von de.alt.rec.photographie gewetteifert hat...
Lemonbaby

Lemonbaby

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Mir scheint das zu einem Gutteil heute ein Marketing-Thema zu sein, sowohl von Seiten der Hersteller, als auch der "besseren" Fotografen um sich von den Amateuren und Handy-Knipsern abzugrenzen

Als ich intensiv in den 90er in die Fotografie eingestiegen bin, viel mehr gemacht habe als heute und auch viel mehr im Austausch mit anderen engagierten Fotografen war, da war "Freistellen"/Bokeh kein echtes Thema. Wir hatten nicht mal ein Wort dafür, außer Tiefenschärfe. Und lichtstarke Linsen hat man sich gekauft und im Dämmerlicht noch fotografieren zu können. An Tiefenschärfe hat man mitgenommen was ging. Und ich kann mich in diesem ganzen Jahrzehnt nicht an eine einzige Diskussion erinnern in der wir uns über die Anmutung der Hintergrund "Bubbles" auseinandergesetzt hätten

Klar kannte man den Bokeh-Effekt und nutze es auch, aber gezielt in wenigen sehr speziellen Situationen.
Aber das war nicht im Ansatz der Fetisch, der Tanz ums Goldene Kalb, der es heute ist.
Also ich kenne das in großer Breite noch aus den gerade angebrochenen 2000ern, als die Belegschaft von de.alt.rec.photographie gewetteifert hat, wer die Tiefenschärfe auf noch weniger Mikrometer zusammenpressen kann.
 
T. Freelancer

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Hier mal sozusagen der APS-C Urahn mit Bokeh: Halbformat mit einer Olympus PenF: muss eigentlich Kodak Gold sein. Ja. Sicher. Ist es auch.

IMG_20200722_142129.jpg
 
Mueller27

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Also ich kenne das in großer Breite noch aus den gerade angebrochenen 2000ern, als die Belegschaft von de.alt.rec.photographie gewetteifert hat, wer die Tiefenschärfe auf noch weniger Mikrometer zusammenpressen kann.

Das widerspricht doch nicht meinen Erfahrungen oben.
Das absichtliche ausreizen der "Bokeh/Freistellen"-Geschichte war lange im Non-Profi Segment nur was für Cracks.
Bester Beleg: Es gab in Deutschland nicht mal ein Wort für die heute so geliebten Unschärfe-Kringel, die auch für Jedermann heute unbedingt sein müssten.

Heute - und seit einigen Jahren, seit eben der "Format-War" tobt, und die Kameraindustrie zudem in Erklärungsnotstand ist, was eine Kamera für den Non-Profi besser kann als ein Smartphone - ist das für jeden Hobby-Fotograf der seine Kamera bloß vier mal im Jahr rauskramt, das wichtigste Gestaltungsspielmittel. Viele Gelegenheitsfotografen können zwar Brennweiten nicht richtig einschätzen und nutzen, aber ihr "Bokeh", das sitzt.

Letztes Jahr hatte ich mal Mäuschen gespielt, beim Foto-Fachhändler hier in der Stadt: Da erklärte der Verkäufer dem Kunden der Kategorie "Rentner mit Geld" , dass es im Grunde nur zwei Kamers gebe: die mit denen er gut freistellen könne, und die mit denen er das nicht so gut könne.

Ich hatte es in diesem Faden schon mal geschrieben, dass ich bis vorletztes letztes Jahr über 10 Jahre "Fotografie-Abstinent" war, und mich wenig um neue Trend und Techniken gekümmert hatte. Auch keine Blogs/Foren/Youtube usw. zur Fotografie angeschaut.

Der für mich größte Unterschied, woran ich mich nach 10 Jahren beim Wiedereinstieg echt neu gewöhnen musste, ist der allgegenwärtige Bokeh-Wahn. (Auf Youtube gibt' schon Comedy-Videos die sich darüber schon wieder lustig machen, s.u. ), womit wir wieder direkt beim Thema dieses Fadens wären: Vollformat vs. APS-C.


Mein absolutes Lieblings-Video aus der US-Kamera-Blogger Szene der letzten Jahre, allerdings muss man dazu wissen welche Berühmtheit dieser Tony in der Szene ist. ;-)

 
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MROH

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Leicht und kompakt. Die Bildqualität ist auch sehr gut. Das Problem bei MFT sind halt die physikalischen Grenzen. Aber auch die verschieben sich mit der technischen Entwicklung. Denk mal an die Nikon D700, die hat 12MP im KB Format. Sollte also ein wahres ISO und LowLight-Monster sein. War damals mit Sicherheit auch so. Heute kommen die MFT Kameras an diese Werte heran, obwohl die Pixelgröße um ein Vielfaches kleiner ist.

Deswegen sage ich ja immer, wenn man die Grenzen seines Gerätes kennt und sich innerhalb bewegt, ist jede moderne Kamera toll. Vor allem mit Blick auf meine fotografischen Abenteuer mit der ersten Digicam, der Pentax ist*Ds. Ich glaube, die Grundeinstellung war ISO3200. So ein Rauschen bekomme ich heute gar nicht mehr hin...höchstens mit meinem alten iPhone SE bei Nacht. :D
 
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Gast76590

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Ich gehe der Behauptung und sage, dass zum aktuellen Zeitpunkt (gilt auch schon gut 5 Jahre früher) die Kameratechnik allesamt so nah beieinander liegt, dass der wirklich limitierende Faktor hinter der Suchermuschel zu finden ist.

Wenn ich mir überlege was meine SIGMA DP2 Merrill so raushaut; und das ist eine Kamera die ist:

  • absolut Lahm
  • kann absolut kein HighIso
  • hat nur eine Festbrennweite


Deswegen sage ich ja immer, wenn man die Grenzen seines Gerätes kennt und sich innerhalb bewegt, ist jede moderne Kamera toll

Dito


So ein Rauschen bekomme ich heute gar nicht mehr hin...

Behalte die nochmal 10 Jahre, dann wird genau das Rauschen der Kamera sicher wieder als Stilbildendes Mittel in Form von Presets und Co. gesucht :D
 
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dass der wirklich limitierende Faktor hinter der Suchermuschel zu finden ist.

Ich denke, dass das der springende Punkt. Ted Forbes hat mal gesagt/geschrieben: "Your camera is better than Ansel's" Damit ist ja eigentlich schon alles gesagt. Und es lässt sich problemlos auf andere übertragen: August Sander, Henri Cartier-Bresson, Helmut Newton, Lord Snowdon, Helen Levitt, Vivian Maier, etc. Ihnen allen ist gemein, dass sie das Zeitalter der Digitalfotografie nicht erlebt haben, oder im Falle von Lord Snowdon ignoriert haben. Und ihnen ist ebenfalls gemein, dass sie Fotografien erschaffen haben, die 99,99% aller Digitalfotografien überleben werden, weil sie einfach zeitlos gut sind.

Doch heute reichen gute Fotografien nicht mehr aus. Sie müssen auch mit technisch aktuellem Equipment fotografiert worden sein, um anerkannt zu werden. Im Ergebnis werden tausende Bilder veröffentlicht, die gestalterisch vielleicht nur mäßig, oftmals nachlässig komponiert sind, aber durch absolute Schärfe bis in die Ecken über einen unfassbaren Detailreichtum in der 100 bis 400% Ansicht verfügen. Diese werden dann hochgelobt, als tolle Fotos. Das mag ich sogar anerkennen. Aber dann sollte dieses Lob konsequenterweise an den Kamera- und Objektivhersteller gehen.

Um tolle Fotografien aufzunehmen, braucht es keine spezielle Sensorgröße. Es muss nicht unbedingt Vollformat/KB sein. Es braucht Gestaltungswillen und Kreativität. Und natürlich einen Fotoapparat, mit dem sich der Fotograf wohlfühlt.
 
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seh ich sehr ähnlich. Man sollte nur drauf achten, dass die Kamera zum Einsatzzweck passt. Und (für mich sehr wichtig): man sollte die Kamera gerne in die Hand nehmen wollen. Die Bedienelemente und das "Gefühl" sollte passen.
Mach ich mit der Leica bessere Bilder als mit der Ricoh, der Fuji oder der Sony? Nein, ich denke nicht. Macht sie mir (noch) mehr Spaß? Ja, auf jeden Fall!
 
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Gast76590

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Wenn es kompakt sein soll

Die Linke, ansonsten die rechts :D
Wie man an den Abnutzungen der E-M10 (links) sieht, ist Sie viel dabei - passt mit dem 17er Objektiv auch gut in eine Jackentasche.

Genau das ist es warum ich µFT so liebe.

Die E-M1 III mit dem 12-100er ist da schon eine andere Hausnummer, aber gegenüber meiner Pentax mit vergleichbarem Objektiv immernoch Kompakt.

Oly.jpg
 
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Ich habe mir vor nicht allzulanger Zeit eine E-M10 MK II gekauft, weil ich von der Kompaktheit begeistert war. 150 Auslösungen später habe ich sie wieder abgegeben, weil ich die Bedienung nicht mochte.

Es waren also keine objektiv nachvollziehbaren Gründe, sondern eher persönliche Vorlieben. Wenn ich mir die Fotos, die ich damals gemacht habe, anschaue, dann sehe ich keinen Grund, der gegen die Oly spricht. Die Bilder sind qualitativ ok.
 
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Ja, alles was mir da so vor den Rückendeckel und hinters Objektiv kommt.
Zugegeben: APS-Film habe ich noch nicht probiert. :oops:
Könnte ich aber auch wenn ich eine entsprechende Kamera hätte.

Putzig ist das Zitat zu APS-Film in der wikipedia:
Das APS-Negativformat besitzt jedoch noch eine gewisse Bedeutung für Digitalkameras; so entspricht beispielsweise die Sensorgröße der Consumerspiegelreflexkameras von Herstellern wie Canon dem des APS-Films und wird auch entsprechend APS-C genannt. Bei Verwendung normaler, für das Kleinbildformat gerechneter Objektive müssen die Bildwinkelverkleinerung und der Formatfaktor beachtet werden. Nur professionelle digitale Spiegelreflexkameras besitzen einen Vollformatsensor, dessen Größe dem eines Kleinbildnegativs entspricht.
 
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Gast76590

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150 Auslösungen später habe ich sie wieder abgegeben, weil ich die Bedienung nicht mochte.

Genau aus dem Grund habe ich die E-M1 dazu gekauft.

Für unterwegs um was besseres als das Schmachtfön dabei zu haben ist die E-M10 TOP; aber damit zu arbeiten (mache öfter Fotos von Möblierungen, Inneneinrichtungen und Co.) ist nicht so erfüllend da eben viele Funktionen nicht direkt zugreifbar sind und man mehr im Menü rumtippelt als Bilder zu machen.

Ich bin da immernoch Oldschool - Auge am Sucher und dann die Einstellungen "blind" vornehmen da man weiß wo was ist. Bei der E-M1 habe ich das Display nur gedreht um zu schauen ob es funktioniert; seitdem ist es umgedreht dass es geschützt ist.
 
febrika3

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Ich hatte das vor länger Zeit schon mal gezeigt. Drei Bilder, drei Kameras, drei Systeme:

- Handy, Samsung S10

- KB Vollformat mit Makroobjektiv (spiegellose Canon R 30 MP)

- digitales Mittelformat, hier das „kleine” Phaseone IQ150 mit „nur” 50 MP Auflösung, adaptiert an eine Cambo Fachkamera mit Schneider 120 mm Objektiv

Die Bilder sind lediglich alle auf eine Größe gebracht worden 1600x2400 Pixel (3,84 MP Auflösung)

Welches Bild ist mit welcher Kamera/Technik aufgenommen worden? Was meint ihr?


Eins:

Strato_1.jpg


Zwei:

Strato_2.jpg


Drei:

Strato_3.jpg
 
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Gast76590

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Ich rate mal, dass 2 das Smartphone war.

Außer bei der Schiefentärfe kann man nix unterscheiden.

Ich sage ja auch immer, dass es auf den Verwendungszweck ankommt. Wer seine Bilder nur fürs Netz macht ist u.U. gar mit einer guten Bridgekamera mehr als TOP ausgestattet.
 
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