Uhrenbestimmung Alterbstimmung von Grossuhrwerken

Diskutiere Alterbstimmung von Grossuhrwerken im Sonstige Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Einen schönen guten Abend zusammen Ich habe gerade meine erste Generalüberholung eines alten Regulators von Kienzle hinter mir. Das war noch...
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Bartkauz

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Einen schönen guten Abend zusammen

Ich habe gerade meine erste Generalüberholung eines alten Regulators von Kienzle hinter mir. Das war noch relativ einfach, kaputt war nur die Pendelfeder. Ansonsten musste ich nur das Werk reinigen und neu ölen. Derzeit läuft das Werk auf dem Reparaturständer (Eigenbau), jetzt kommt noch das Gehäuse dran. Aber die nächsten beiden Werke warten schon - noch ein Kienzle und ein Gustav Becker; beide ohne Gehäuse und Zifferblatt. Mal sehen, was ich mir dazu einfallen lasse.
Jetzt aber meine Fragen:
Anhand welcher Merkmale kann man das Alters eines Uhrwerks in etwa einordnen?
Gibt es dazu irgendwo eine Übersicht, auf was man bei den einzelnen Herstellern achten muss?
Gibt es denn Listen, wo man mit der Seriennummer das Baujahr eingrenzen kann?
Ziemlich viele Fragen für einen Neuling, ich weiß. Aber wenn mir hier nicht geholfen werden kann, wo dann?

Vielen Dank und noch einen schönen Abend allerseits

Werner
 
Badener

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Hallo Werner,

ein guter Anhaltspunkt für Uhren, die nicht zu alt sind, sind sicher die zwei Flume Großuhr-Sucher: https://uhrforum.de/die-flume-gross-kleinuhr-schluessel-als-werksucher-ubersicht-t74456

Was die Seriennummern angeht, gibt es nur von wenigen Herstellern Listen, über die sich das Baujahr identifizieren lässt. Hier sind alle aufgeführt, die wir im Forum bisher gesammelt haben: https://uhrforum.de/verzeichnisse-von-seriennummern-werknummern-referenznummern-verschiedener-hersteller-t72577

Gruß
Badener
 
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Bartkauz

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Guten Abend zusammen

Mir war bisher bei den Kienzle-Uhren noch gar nicht aufgefallen, dass die Bildmarke - dieses Flügelrad - eigentlich gar kein Rad, sondern eine Uhr ist:

Bildmarke-klein.JPG
By the way wie man heute sagt: Diese Verlängerung auf dem Auslösehebel habe ich auch noch nirgendwo gesehen. Ist das nachträglich gemacht worden oder gabs das tatsächlich mal?


Dankeschön und schönen Abend noch

Werner
 

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steffl62

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Hallo Werner,
ich vermute das ist keine Verlängerung sondern ein Kipphebel der verhindert das der Auslösestift abbricht wenn die Zeiger rückwärts gedreht werden. Die Schraube müsste dann eine Ansatzschraube sein die als LAger für den Kipphebel dient.
Sieht für mich original aus.

lg Christian
 
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Bartkauz

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Hallo Christian

Du könntest recht haben. Das Teil sieht so original aus im Gegensatz zu ein paar Lötstellen, die das Werk noch aufweist. Aber seine Funktion kann es im Augenblick nicht erfüllen, so verschmutzt und verklebt wie alles ist. Ich werde daher keinesfalls versuchen, das mal zu probieren; erst wenn alles gereinigt ist teste ich das mal.
Danke

Werner
 
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steffl62

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Gute Entscheidung, das arme Ding hat ein gründliches Bad bitter nötig! :klatsch:

lg Christian
 
Der Stromer

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Guten Abend zusammen

Mir war bisher bei den Kienzle-Uhren noch gar nicht aufgefallen, dass die Bildmarke - dieses Flügelrad - eigentlich gar kein Rad, sondern eine Uhr ist:

Anhang anzeigen 264463
By the way wie man heute sagt: Diese Verlängerung auf dem Auslösehebel habe ich auch noch nirgendwo gesehen. Ist das nachträglich gemacht worden oder gabs das tatsächlich mal?


Dankeschön und schönen Abend noch

Werner
:-) Hallo Freunde,

Nach meinen Unterlagen ist diese Bildmarke die der Firma Johannes Schlenker & Jacob Kienzle, gegründet 1883. Die Firma Kienzle Uhrenfabrik wurde erst 1919 gegründet und bestand bis 1929. Danach fusionierte Kienzle mit Thomas Haller. 1997 wird der Name Kienzle von der Highway Holdings in Hong Kong übernommen und firmiert als Kienzle Time (HK) Ltd.

:-) Also sind Uhren mit dem geflügelten Ziffernblatt in der Zeit zwischen 1883 und 1919 entstanden, solche mit der Kienzle Bildmarke von 1919 - 1929.
 
Zeit-Reisender

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GB :

TABULATION Of GUSTAV BECKER CLOCK PLATE SERIAL NUMBERS*
Tabelle der GUSTAV BECKER Werk-Seriennummern
YEAR SERIAL NUMBER REMARKS
Jahr Seriennummer Anmerkungen
1850 480
1860 4000
1863 10000
1865 15000
1867 25000
1872 50000
1875 100000 From here on: MEDAILLE d'OR (French) GOLDEN MEDAL
Ab hier MEDAILLE d'OR (Goldmedaille)
1880 260000
1885 500000
1890 800000
1892 1,000,000
1900 1,500,000 From 1899 on: UNITED FREIBURG CLOCK FACTORIES
Von 1899 an Vereinigte Freiburger Uhrenfabriken
1913 1,850,000 Full production of clocks limited during World War I (1914-1918)
Die Uhrenproduktion war während des 1. Weltkrieges (1914 – 1918) eingeschränkt.
1923 1,860,000
1925 1,945,399 Number found on a 2 weight wall clock with attached invoice, dated year 1925
Die Nummer wurde gefunden auf einer 2gewichtigen Wanduhr mit beigefügter Rechnung, datiert aus dem Jahr 1925.
1926 2,244,868 Number found on a hall clock, invoice dated 1926. UNITED FREIBURG CLOCK FACTORIES merged with JUNGHANS (year 1926).
Die Nummer wurde auf einer Rechnung für eine Gebäudeuhr gefunden, die datiert war auf 1926. Die Vereinigten Freiburger Uhrenfabriken fusionierten 1926 mit Junghans.
1927 Clock production within the JUNGHANS organisation, numbering index not tracable, it is assumed that the index was lost during World war II (1939-1945)
Uhrenproduktion innerhalb der Junghans-Organisation. Seriennummern-Index nicht verfügbar, vermutlich ging das Werknummernverzeichnis während des 2. Weltkrieges verloren.
till

1935
Braunau works Numbering index- or system not tracable.
Fertigung in Braunau/Böhmen Seriennummern-Index nicht verfügbar.
 
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Bartkauz

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Servus zusammen

Jetzt habe ich bei einem anderen Werk nochmal genauer hingesehen: Da sind tatsächlich keine Zahlen im Rad und auch sonst ist die Prägung etwas weniger detailiert. Auch die Seriennummer ist etwas schlampig angeordnet. Alles dem "schneller und billiger" zu verdanken?
Bildmarke3-klein.JPG

Viele Grüße aus dem wieder etwas trüben Süden

Werner
 
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uhrenkel

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:-) Hallo Freunde,

Nach meinen Unterlagen ist diese Bildmarke die der Firma Johannes Schlenker & Jacob Kienzle, gegründet 1883. Die Firma Kienzle Uhrenfabrik wurde erst 1919 gegründet und bestand bis 1929. Danach fusionierte Kienzle mit Thomas Haller. 1997 wird der Name Kienzle von der Highway Holdings in Hong Kong übernommen und firmiert als Kienzle Time (HK) Ltd.

:-) Also sind Uhren mit dem geflügelten Ziffernblatt in der Zeit zwischen 1883 und 1919 entstanden, solche mit der Kienzle Bildmarke von 1919 - 1929.
Richtigstellung:

Die ersten (Schlenker &) Kienzle Uhren wurden unter der Marke "Merkur" verkauft und trugen als Firmenzeichen einen MERKUR-Kopf. Das Flügelrad-Zeichen kam erst gegen 1895/98 auf.

uhrenkel
 
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Bartkauz

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Hallo Uhrenkel

Das ist interessant, und woher stammt diese Information? Und gibt es auch Informationen, ab wann aus dem geflügelten Ziffernblatt ein geflügeltes Rad (ohne Ziffern) wurde?

Danke und schönen Abend noch

Werner
 
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uhrenkel

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Werner, die ausführliche Firmengeschichte von Kienzle kannst Du im "Lexikon der deutschen Uhrenindustrie 1850-1980" nachlesen und dort sind auch die verschiedenen Firmenzeichen von Kienzle abgebildet.

Das Flügelrad Deines Uhwerkes ohne Ziffern ist zeitgleich mit dem Flügelrad mit Ziffern. Es war wohl nicht ganz einfach auch noch solche Feinheiten in den Stempel des Stanzwerkzeuges einzuarbeiten, das Zeichen ist ja auch nicht sehr groß. Zudem haben um 1900 die Firmenzeichen noch stärker variiert, als wir heute gewohnt sind.

uhrenkel
 
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Bartkauz

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Servus Uhrenkel

Vielen Dank für die rasche Antwort, aber das Buch gibt es ja offenbar nicht mehr; da bin ich also auf die Hilfe netter Menschen in diesem Forum angewiesen.
Es war wohl nicht ganz einfach auch noch solche Feinheiten in den Stempel des Stanzwerkzeuges einzuarbeiten, das Zeichen ist ja auch nicht sehr groß.
Das kann ich so unterschreiben, ich habe das ja selber auch erst auf einem Foto erkannt, das ich mit der Makrolinse aufgenommen hatte. Möglicherweise würden diese kleinen Unterschiede ja Hinweise auf den Produktionsort geben können, wenn es denn entsprechende Unterlagen gäbe.
Aber egal, ich freue mich, sowas Schönes zu haben. Sie tickt zwar noch nicht richtig, weil ich die richtige Pendellänge noch nicht habe, aber das ist eine Frage der Zeit.

Ein schönes Wochenende zusammen

Werner
 
Badener

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Hallo Werner,

im Lexikon der deutschen Uhrenindustrie ist zwar die Firmengeschichte wiedergegeben, zu deinem konkreten Anliegen ist dort aber wenig zu finden. Es ist die Bildmarke des Flügelrades mit Zahlen abgebildet. Diese Bildmarke trägt aber über der oberen Rundung auch den Namen KIENZLE. Im Lexikon steht, dass diese Marke am 06.10.1898 registriert wurde.
Auf der heutigen Webseite von Kienzle findet sich außerdem diese Information:
1883: Der 24-jährige Kaufmann Jakob Kienzle heiratet in die Familie Schlenker ein und wird Teilhaber an der Firma, die nun "Schlenker & Kienzle" heißt. Unter dem Namen "Flügelrad" entstehen Uhren mit massivem 14-Tage-Regulatorwerk. Die Beschäftigungszahl steigt auf über 60.
Das mit der Bildmarke ist als kein "Zufall".
Dass das Flügelrad mit bzw. ohne Zahlen auf eine zeitliche Abfolge hinweist, glaube ich eher auch nicht. Ich nehme auch an, dass Kienzle verschiedene Bildmarken zeitgleich genutzt hat, z. B. für verschiedene Serien (Großuhren, Taschenuhren,...).

Gruß
Badener
 
Der Stromer

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Hallo Werner,

im Lexikon der deutschen Uhrenindustrie ist zwar die Firmengeschichte wiedergegeben, zu deinem konkreten Anliegen ist dort aber wenig zu finden. Es ist die Bildmarke des Flügelrades mit Zahlen abgebildet. Diese Bildmarke trägt aber über der oberen Rundung auch den Namen KIENZLE. Im Lexikon steht, dass diese Marke am 06.10.1898 registriert wurde.
Auf der heutigen Webseite von Kienzle findet sich außerdem diese Information:


Das mit der Bildmarke ist als kein "Zufall".
Dass das Flügelrad mit bzw. ohne Zahlen auf eine zeitliche Abfolge hinweist, glaube ich eher auch nicht. Ich nehme auch an, dass Kienzle verschiedene Bildmarken zeitgleich genutzt hat, z. B. für verschiedene Serien (Großuhren, Taschenuhren,...).

Gruß
Badener
Meine Rede!
Schlenker & Kienzle von 1883 bis 1919 und nur Kienzle von 1919 - 1929.
 
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Alterbstimmung von Grossuhrwerken

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