Alter Chronograph von Dürrstein - Tipps und Hilfe zur Aufarbeitung

Diskutiere Alter Chronograph von Dürrstein - Tipps und Hilfe zur Aufarbeitung im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Hallo zusammen, ich entschuldige mich vorab schon einmal für meine nicht sachkundliche Ausdrucksweise, ich habe von Uhrentechnik praktisch...
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Tüdlüdü

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Hallo zusammen,

ich entschuldige mich vorab schon einmal für meine nicht sachkundliche Ausdrucksweise, ich habe von Uhrentechnik praktisch keine Ahnung und kann heuer nicht mit korrekten Fachbegriffen aufwarten. Aber das lässt sich ja ändern :D

Besagten Chronographen habe ich Anfang der Woche von meiner Mutter bekommen und müsste aus der Zeit meines Ur-Ur-Großvaters stammen, welcher in den späten 1890er Jahren samt Gattin vom platten Land nach Berlin "geflüchtet" ist und diesen wohl von seinem Brötchengeber als Geschenk erhalten hat, so jedenfalls die bekannte Überlieferung durch meine Mutter. Ich hatte ihn schon vor über 20 Jahren nach dem Tod meiner Großmutter in der Hand und könnte schwören da war noch ein weiterer Zeiger vorhanden - meine Mutter hat einfach keine Wertschätzung für Uhren :???:
anhang1.jpgAnhang2.jpgAnhang3.jpgAnhang4.jpgAnhang5.jpgAnhang6.png

Was ich Dank dieses Forums, Faszination-Uhrwerk, der Google Bildersuche und dem Vintage-Time Forum in den letzten Tagen zusammentragen konnte (und bitte immer fleißig korrigieren):
- Dürrstein hat für vertriebene Chronographen aus schweizer Herstellung wohl nur Lemania-(Roh)Werke verwendet, ich konnte kein Exemplar mit anderen Werken erblicken.
-Basis ist ein Patent von 1893, allerdings bekam Dürrstein stets ein abgewandeltes Werk oder hat jene selbst entsprechend abgewandelt (auf den ersten Blick: Ziselierung bei der Justierung für Vor-/Nachlauf, separater Kloben für das 30-Minuten-Register) - vgl. den Thread von Travis1963 auf Vintage-Time zu einem Chronographen der kaiserlichen Marine. Mir fehlt als Laie jetzt der Überblick über Lemania-Werke an sich, auf den Seiten von Faszination-Uhrwerk (ich meine der User Moskau bezieht sich in einem anderen Thread darauf) findet sich das vergleichbare Uhrwerk mit Datierung von 1910, und dann auch für hochwertigere Fabrikate wie Tissot gefertigt.
-Deshalb würde ich ganz naiv unterstellen, dass dieses Exemplar nicht vor 1893 und nicht nach 1910 gefertigt wurde - zu der Zeit fand ich beim Blick in die alten Kataloge bei Glashüttenuhren.de schon keine Verweise mehr auf schweizer Fabrikate mit dem "Dürrstein-Stern" als Bildmarke, der letzte Verweis dort auf schweizer Chronographen mit der Marke ist 1898.
- Was mir nicht klar ist, ob sich im Gegensatz zu den Katalogen dann nur der Stern in den Uhren findet oder auch immer die Wortmarken "complicirt" bzw. "Monopol". Das macht die Sache mit der Altersbestimmung zwar interessanter, aber auch sehr viel aufwändiger..

Um wieder ins Konkrete zu kommen, habe die Uhr mit Silberschmuckbedarf (Poliboy, Wattestäbchen, Demakeup-Pads und schließlich einem weichen Goldputztuch) ein wenig gereinigt und aufgezogen. Knapp 26 Stunden waren noch drin, in Ermangelung von Zeigern natürlich ohne Wissen wie schlimm es um das Werk bestellt ist. Der Drücker fehlt zwar aber ein Stift ist noch da - die Chronographiefunktion ist noch intakt. Die Zeigerstellung benötigt relativ viel Kraft, ich nehme an dies ist nicht normal. Gut, an der Uhr hat auch seit mindestens 40 Jahren keiner mehr Hand angelegt. Und wie man erkennen kann wurde eine Schraube mal ausgetauscht (an der Gangjustierung, ist nicht gebläut und wirkt merkwürdig deplatziert).

Was mir beim Vergleich der Werke auch hier im Forum sofort auffiel, neben der Justierung müsste eigentlich ein kleiner "Metallpfeil" sein, der ist aber nicht vorhanden: Auf dem Photo sieht man einen schwarzen Fleck, den ich nach dem Schnappschuss mit einem Wattestäbchen bearbeitet und mir das mit einer Lupe angeschaut habe. Nach innen ist dort die Spirale befestigt (genietet oder gepresst), aber nach außen beim besten Willen keine Bruchstelle zu erkennen. Das Teil ist bei meinem Exemplar einfach nicht vorgesehen.

Da ich das Teil quasi in fünfter Generation habe und die Idee ganz schön finde sie auch mal meinem Nachwuchs zu geben, müsste auch einiges gemacht werden. Angenommen ich lasse wirtschaftliche Aspekte bei Seite (mir ist durch die Recherche völlig klar dass Dürrstein für "zusammengeramschte" Massenware stand), was dürften mich Zeiger, Glas, Drücker, Austausch oder Reparatur des Zifferblattes und eine Werksrevision kosten? Vor allem, wo lassen sich solche Teile noch beschaffen und könnt ihr mir jemanden empfehlen, der sowas nicht nur fachgerecht sondern auch gerne macht?

Ich freue mich über jede Anregung :D

Viele Grüße,
Alexander
 
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FritzP

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Hallo,
das Zifferblatt würde ich hier aufarbeiten lassen,
http://www.zifferblatt-restaurierung.de/index.html
schätzungsweise ca. 200 Euro
Einen seriösen KV für die Revision kann man grundsätzlich nicht auf Grund von Fotos machen, da muß man die Uhr auf dem Tisch haben.
Es wird sich aber wohl ab 300 Euro aufwärts bewegen.
 
Balu049

Balu049

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Hallo Tüdlüdü der Chrono ist ab 1905 laut Mikrolisk da wurde der Stern mit rieflung verwendet, zum instandsetzen dies wird dich ein paar Euro kosten Zifferblatt zeiger glas drücker für Chrono und eventuel revision aber er ist aus deiner Familie da kann man schon ein paar Euro investieren 200 bis 300 Euro wird es mindestens kosten oder mehr.Die Frage ist nun ob es dir das wert ist.Mfg Balu049
 
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FritzP

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Hallole,
für die Restaurierung des ZB schlage ich folgenden Link vor:
https://www.ebay.de/itm/Full-restoration-of-enameled-dials-for-watches/261354560674?ssPageName=STRK:MEBIDX:IT&_trksid=p2060353.m1438.l2649
Wird auf jeden Fall preiswerter.
GuK
Hans
Billiger geht natürlich immer, vor allem wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht.
Die teure Variante ist eine Restauration des originalen Blattes, d.h. die Originalsubstanz bleibt erhalten.
Die billige Variante ist eine "Nachfertigung" des Blattes mit vollkommen anderen Eigenschaften und hat mit Restauration absolut nichts zu tun.
 
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Tüdlüdü

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Vielen Dank für die bisherigen Anregungen :-)

Die Woche mal Revue passieren lassen, Uhren sind ein spannenderes Thema als ich gedacht habe!

Die Kosten für eine Revision oder was auch immer am Werk gemacht werden muss hatte ich auch in der ungefähren Höhe auf dem Schirm.

Bei Ziffernblatt und Zeigern hadere ich ein wenig. Nach der Bildersuche und Recherchen über das Fabrikat Dürrstein stellte sich die Frage, ob sich mit dem Prädikat "Original" überhaupt arbeiten lässt. Abgesehen vom Werk schien keiner der Chronographen einem anderen zu gleichen, es gibt keine vereinheitlichte Optik auf die man bauen könnte. Was spräche gegen eine Bestückung mit Ziffernblatt und Zeigern von anderen Dürrstein-Chronographen? Ob das günstiger käme mal dahingestellt - wäre das verwerflich?

Wie steht es eigentlich mit Erfahrungswerten um die Haltbarkeit solcher Restaurationen?

Wie geschrieben, es geht mir lediglich darum sie in einen besseren Zustand zu bringen und zu vererben. Vielleicht erfreut sich ja die Nachkommenschaft noch einmal 100 Jahre daran :-)
 
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Tüdlüdü

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Hallo Tüdlüdü der Chrono ist ab 1905 laut Mikrolisk da wurde der Stern mit rieflung verwendet, zum instandsetzen dies wird dich ein paar Euro kosten Zifferblatt zeiger glas drücker für Chrono und eventuel revision aber er ist aus deiner Familie da kann man schon ein paar Euro investieren 200 bis 300 Euro wird es mindestens kosten oder mehr.Die Frage ist nun ob es dir das wert ist.Mfg Balu049

Den Stern mit Riefen habe ich aber auch in Katalogen von 1893 aufwärts gefunden, nur eben mit den Zusätzen Monopol oder complicirt, beispielsweise hier. Was habe ich übersehen?

Grüße,
Alexander
 
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