alte Wanduhr Gustav Becker?

Diskutiere alte Wanduhr Gustav Becker? im Sonstige Uhren Forum im Bereich Sonstige Uhren; Hallo und guten Abend liebe Forenmitglieder, zuerst einmal bin ich neu hier und habe gefallen an alten Wanduhren gefunden. Ich versuche nun diese...
#1
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Lea

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Hallo und guten Abend liebe Forenmitglieder,
zuerst einmal bin ich neu hier und habe gefallen an alten Wanduhren gefunden.
Ich versuche nun diese Uhr anhand der Zeiger und des Pendels zu bestimmen. Leider habe ich im Netz keine dieser Art Zeiger bei einer alten Wanduhr finden können. Könnt ihr mir vielleicht weiterhelfen. Ich dachte an Gustav Becker?
Uhr1.jpg
 

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#2
Westminster

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Hmmm, das ist ja so, als wenn Du einem Menschen ins Gesicht und ein Stockwerk tiefer anschaust und weissagen möchtest, was er beruflich macht...kurz gesagt, ein Blick auf die hintere Seite des Uhrwerks schafft in den meisten Fällen Klarheit.
Zeiger sind in vielen Fällen auch kein Merkmal des Uhrenherstellers, da sie oftmals nur ein Stilelement und austauschbar sind. Geschätzt aber auf ca. 1910 von mir. Jugendstilelemente am Pendel und lackiertes Papierzifferblatt, so wie es aussieht.
 
#3
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Lea

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Lieben Dank für deine Einschätzung Westminster. Ich dachte gerade, dass die Zeiger oder in diesem Fall das Pendel, so etwas wie eine Signatur ist. Ich beschäftige mich erst ganz frisch mit dem Thema. Ich werde sie mal auf der Rückseite "untersuchen". Eine schöne Reise in die Vergangenheit. Sie läuft immer an, das Pendel bewegt sich auch aber nach kurzer Zeit bleibt sie wieder stehen. Vielleicht muss sie mal gereinigt werden?
 
#4
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Lea

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Liebe Mitglieder,
heute habe ich es geschafft und die Uhr mal auseinander genommen. Siehe Foto. Das Uhrwerk läuft jetzt durch. Kann mir jetzt jemand genauer sagen um welche Uhr es sind handelt und ob auf den ersten Blick soweit alles ok erscheint. Der Gong scheint nicht zu gehen...und wenn mir jemand vielleicht noch sagen kann für was das "Hebelchen" auf Bild 2 links vorne?
 

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#5
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Lea

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Bei meiner Gustav Becker Uhr ist das Metallplättchen (siehe Foto) abgebrochen. Wo kann ich denn sowas nachkaufen oder kann man das reparieren?
 

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#6
Nippon-Fan

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Tja, also deine Gustav Becker Uhr ... ist gar keine Gustav Becker Uhr :D

Frag mich nicht welche Marke es ist. Mit diesen Bildmarken kenne ich mich nicht so aus, aber GB sieht anders aus. Es spielt im Grunde auch keine Rolle. Hier handelt es sich einfach um einen Federzug-Regulator mit Halbstundenschlagwerk, wie er zu Beginn des 20. Jahrhunderts von dutzenden Herstellern gebaut wurde.

Das Uhrwerk ist völlig verdreckt und ohne Reinigung und Neuölung wird diese Uhr niemals wieder zuverlässig laufen.

Das "Hebelchen" auf dem 2. Bild ist der völlig verbogene Schlaghammer. Damit gongt sie garantiert nicht mehr.

Das abgebrochene "Metallplättchen" ist die Pendelfeder und die kannst du z.B. hier bestellen. Allerdings ohne Reinigung des Werkes lohnt selbst diese kleine Investition nicht.

Schönen Gruß!
Markus
 
#8
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Lea

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Hallo Nippon,
die Bilder sind von 2 verschiedenen Uhren.
die oberen 3 Bilder sind von der Kienzle, wie Xelor gerade schrieb. Die unteren 2 Bilder mit der abgebrochenen Pendelfeder sind von der Gustav Becker Uhr.
@XELOR: Kannst du sagen wie alt sie ungefähr ist?
 
#9
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Lea

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Nippon, ich meinte auf Bild 2 nicht den Schlaghammer, sondern das "silberne Hebelchen" links vorne direkt hinter dem Ziffernblatt. Ist das auch für den Gong zuständig?
 
#11
Westminster

Westminster

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Das löst den Gong aus, evtl. ist auch manchmal ein kleines Band angebunden, um zu ziehen.
 
#12
Der Stromer

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Tja, also deine Gustav Becker Uhr ... ist gar keine Gustav Becker Uhr :D

Frag mich nicht welche Marke es ist. Mit diesen Bildmarken kenne ich mich nicht so aus, aber GB sieht anders aus. Es spielt im Grunde auch keine Rolle. Hier handelt es sich einfach um einen Federzug-Regulator mit Halbstundenschlagwerk, wie er zu Beginn des 20. Jahrhunderts von dutzenden Herstellern gebaut wurde.

Das Uhrwerk ist völlig verdreckt und ohne Reinigung und Neuölung wird diese Uhr niemals wieder zuverlässig laufen.

Das "Hebelchen" auf dem 2. Bild ist der völlig verbogene Schlaghammer. Damit gongt sie garantiert nicht mehr.

Das abgebrochene "Metallplättchen" ist die Pendelfeder und die kannst du z.B. hier bestellen. Allerdings ohne Reinigung des Werkes lohnt selbst diese kleine Investition nicht.

Schönen Gruß!
Markus
Schönes Bilderrätsel, gelle? Welches Bild gehört zu welcher Uhr und gibt es unter den Bildern auch eine Gustav Becker?

Also, Markus hat ja schon beschrieben, dass die letzten drei Bilder keine GB (auch nicht solche nur mit der Marke GB) ist. Auch zum Zustand hat er ja schon was gesagt, dem ist eigentlich nichts hinzu zu fügen, bis auf das, was XELOR ja schon angedeutet hat. Die Uhr stammt von Schlenker & Kienzle und das Markenzeichen - geflügeltes Ziffernblatt - ist bereits 1898 als Markenzeichen der Schlenker & Kienzle eingetragen worden. Dieses Markenzeichen wurde 1899 oder 1905 durch ein anderes ersetzt. Also kann man annehmen, dass dieses Uhrwerk zwischen 1898 und 1905 hergestellt wurde. Bauart ist zu dieser Zeit recht neu gewesen: Gestanzte Platinen und Räder, Hohltriebe. Dazu noch offenen Federn. Das zeigt eine schon starke Automatisierung der Fertigung und damit ein günstiger Verkaufspreis. Aber dennoch: Bei dem Alter des Werkes lohnt sich ganz sicher eine Revision, auch wenn die so um die 250,.- bis 400,- EUR kosten kann. Den Uhren mit solchen Werken gibt es - im Gegensatz zu Billigweckern mit Amerikanerwerken - nicht mehr sehr oft.

Und zu Bild No. 2: Ja, das ist der Hebel zur Schlagauslösung, wie er auch bei den frühen Rechenschlagwerkuhren (oh man, was ein Wort) noch üblich war. Eigentlich macht so ein Hebel nur bei Schlagwerken mit Repetition (Schlagwiederholung) und bei Schlossscheibenwerken einen Sinn. Bei ersteren um in der Nacht bei Dunkelheit ohne die Kerze auf den Nachttisch anzünden zu müssen, durch Zug am "Kordelsche" dir Uhrzeit zu Gehör gebracht zu bekommen und bei den Schlossscheibenwerken den Schlag wieder mit der Uhrzeit in Einklang zu bringen.
Wenn es noch interessiert: Schlenker & Kienzle wurde 1885 (1883) in Schwenningen gegründet. Namensänderungen gab es viele, z.B. in Kienzle Uhrenfabriken KG ab 1919, Kienzle AG ab 1922, Kienzle Haller AG ab 1930. Dann Kienzle GmbH. 1996 Konkurs, aber der Markenname besteht weiter.
Aus "Lexikon der Deutschen Uhrenindustrie von 1850 - 1980" 3. Auflage.

Nach genauer Betrachtung des Bildes mit der gebrochenen Pendelfeder: Wenn sich auf diesem Werk das Markenzeichen von "Gustav Becker" befinden sollte, so ist es sicher, dass diese Uhr von der VFU AG in Freiburg / Schlesien hergestellt wurde. Aber da gibt es ja unseren Uhrenkel, der immer Recht hat und genau sagen kann, wer der Hersteller dieses Werkes war:roll:.
 
#13
Nippon-Fan

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Bei ersteren um in der Nacht bei Dunkelheit ohne die Kerze auf den Nachttisch anzünden zu müssen, durch Zug am "Kordelsche" dir Uhrzeit zu Gehör gebracht zu bekommen
:D:lol:Entschuldigung Rolf-Dieter, ich habe mir nur gerade vorgetellt wie du schlaftrunken durchs dunkle Schlafzimmer tappst und die Uhr nach der Kordel abtastest um via Gong die Uhrzeit zu ermitteln ... und dabei die Uhr von der Wand holst :lol: Tschuldigung, aber die Vorstellung ist einfach zu köstlich :ok:
Im Grunde handelt es sich ja nur um die Verlängerung des Auslösehebels. Obwohl das selbst bei den heutigen Werken noch vorhanden ist, kenne ich außer der Firma Sattler keinen Hersteller, der bei einem Rechenschlagwerk da tatsächlich eine Kordel anbringt. Ich halte diese Repetition nur für eine komplett nutzlose Spielerei. Funktioniert ohnehin nur bis ca. eine halbe Stunde nach der eigentlichen Schlagauslösung (meistens).
Ich glaube das ist eher für Uhrenpfleger wie uns gedacht, die nach Zusammenbau des Werkes die Funktion des Schlagwerkes durch mehrmaliges Auslösen überprüfen wollen ohne ständig am Zeiger kurbeln zu müssen.

Schönen Gruß!
Markus
 
#14
Der Stromer

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:hammer: Soo alt bin ich ja nun auch wieder nicht. Bei uns gab es schon den Strom aus der Freileitung:roll:.

Aber ohne Scherz: Uhren MIT Repetition wurden tatsächlich aus diesen Gründen entwickelt, um die Uhrzeit auch bei Dunkelheit HÖREN zu können. Und da um diese Zeit - bis zur Einführung der elektrischen Beleuchtung - es eben nur bei oder mit offener Flamme ging, war das ganz schön gefährlich:oops:. Denk nur an den Strohsack als Matratze! Das war der Bürgerliche Schlafzimmerscheiterhaufen mit "Selbstanzündung".

Gegen das Herunterfallen half meistens ein 12-Zoll-Nagel. Auf der anderen Seite umgebogen als Kleiderhaken für den Nachtrock des Hausherren:ok:

Deine Anmerkung "Im Grunde handelt es sich ja nur um die Verlängerung des Auslösehebels. Obwohl das selbst bei den heutigen Werken noch vorhanden ist, kenne ich außer der Firma Sattler keinen Hersteller, der bei einem Rechenschlagwerk da tatsächlich eine Kordel anbringt. Ich halte diese Repetition nur für eine komplett nutzlose Spielerei. Funktioniert ohnehin nur bis ca. eine halbe Stunde nach der eigentlichen Schlagauslösung (meistens). "

Trifft bei diesem Werk natürlich zu, wie auch bei den meisten anderen Rechenschlagwerken, die eben wegen dieses Hebels als "Repetitionswerk" angepriesen werden, ohne zu wissen, was sich technisch dahinter verbirgt.
Guck mal hier: "Repetition" von Wikipedia. Ich meine, gut erklärt!

Ps.: Für die, die es nicht glauben: Das Rechenschlagwerk wurde bereits 1636 erdacht und gebaut. Aber die Schloss- oder Schlussscheiben-Schlagwerke sind einfacher und kostengünstiger her zu stellen.
 
Zuletzt bearbeitet:
#15
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Lea

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Wow Stromer,
ich bin begeistert. Ich freue mich über eure tollen Erklärungen für einen "Nichtwisser" wie mich und das ihr mir so nett weiter helft. Das interessiert mich sehr. Ich mache auch extra für das Bilderrätsel nochmal ein Bild von der GB von vorne und genauer von hinten. Auf dem Ziffernblatt ist das GB Zeichen abgebildet.
Die Vorstellung mit dem nachts rumtapsen habe ich mir auch vorgestellt. So mit Nachthemd, Schlafzipfelmütze und Kerze... ha...noch so ein paar knirschende Fußbodenbretter, über die Bettpfanne stolpern und der Film ist perfekt. Vielleicht wurde der Hebel auch nachts nur ausgelöst um die Nachtgespenster zu vertreiben... au man, man schaut eindeutig zu viel Filme...
 
#16
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Tatyana_S

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...Die Uhr stammt von Schlenker & Kienzle und das Markenzeichen - geflügeltes Ziffernblatt - ist bereits 1898 als Markenzeichen der Schlenker & Kienzle eingetragen worden. Dieses Markenzeichen wurde 1899 oder 1905 durch ein anderes ersetzt. Also kann man annehmen, dass dieses Uhrwerk zwischen 1898 und 1905 hergestellt wurde...

Diese Briefmarke wurde länger verwendet, ungefähr 1890-1920.
Dieser Schlenker & Kienzle Uhrwerk wird in Komotau hergestellt. Ich nehme an, nach 1914.
Hier ist der gleiche Uhrwerk nach 1918, auf der rechten Seite geschrieben "MADE IN CZECHOSLOVAKIA".
Auf der linken Seite 30 (Länge des Pendels), auf allen uhrmechanismen, die in der Filiale von Komotau produziert wurden, wurde diese Zahl auf der linken Seite gesetzt.

Комотау.jpg

Grüßen
Tatyana
 
#18
Der Stromer

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Hi, Tatyana.

Also, Komotau war bis zum Ende 193? KEINE Herstellung, sondern aus Steuerlichen Gründen wurde dort Uhren aus gelieferten Teilen montiert. Damit konnten die sehr hohen Einfuhrsteuern auf Fertig-Uhren nach Österreich umgangen werden (bis 1945). Die Republik Österreich konnte in Komotau dann Anwohner der Gebiete dort beschäftigen lassen, was wieder Steuern und auch Löhne etc. nach Österreich brachte und die Armut besonders in den durch den WKI ausgebluteten Gebieten brachte.
Ab 1918 lag dann Komotau in der neuen Republik Tschechoslowakei. Die Montage dort wurde aber bis ca. 1937 oder so durch Verträge, die die Deutschen interessen in diesen gebieten Schützten, gesichert, ebenso die Interessen der Republik Österreich. Die Firma Schlenker & Kienzle hat nie eine Produktion im Sinne "Herstellung" in Böhmen gehabt. Alle hergestellten Uhren kamen aus Schwenningen, Berlin oder einem der anderen Werke, aber nicht aus Komotau! Die Marke, die von Schlenker & Kienzle für die montierten Uhren aus Komotau genutz wurde, war ein Stern mit dem Schriftzug KOMET. Die Pendellänge war immer an der linken Seite der hinteren Platine vermerkt. Egal wann und wo diese Schlenker & Kienzle - Uhr hergestellt oder montiert wurde. Zur Marke: Es kann sein, dass in einem Zeitraum auch verschiede Marken geprägt wurden. Meine Datierung stammt aus dem "Lexikon der Deutschen Uhrenindustrie von 1850 - 1980", 3te Auflage.
 
#19
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Tatyana_S

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Hallo!

Ich habe keine sehr starke theoretische Ausbildung, aber ich habe eine Datenbank von Schlenker & Kienzle gesammelt. Jetzt habe ich etwa 2000 Uhrwerken, 10 % von Ihnen - Komotau.
Ich sehe viele Unterschiede bei den Produkten Schwenningen und Komotau. Als illustration der selbständigen Produktion zeige ich den Gewichtsregulator Uhrwerk, der in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre hergestellt wurde.

70_158.jpg 70_158_.jpg 70_158___.jpg

Ähnliche Uhrwerken in Schwenningen hörten auf, nach dem Ersten Weltkrieg zu tun.

Grüßen
Tatyana

P.S. Ich habe das Stigma nie mit dem Stern auf den Kienzle-Uhrwerken gesehen. Vielleicht hat jemand ein Bild?
 
#20
Der Stromer

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Hallo, Tatyana.

Bitte versteh mich nicht falsch! Ich versuche nur in meinen Beiträgen etwaige Unstimmigkeiten zu klären. So auch Dein letzter Beitrag. Die Uhr, die Du uns zeigst, kann ohne weiteres in Komotau produziert worden sein. Denn mitte der 1930er waren viele ehemals Österreichische oder auch Deutsche Firmen bereits in den Besitz lokaler Eigentümer über gegangen. Das hängt gerade in den Grenzgebieten mit den Politischen Gegebenheiten zusammen. Komotau lag nach 1918 auf dem Gebiet der jungen Republik Tschechoslowakei, wie es ja auch die Marke "Made in Czechoslovakia" bei Deiner Uhr beweist. Solche Marken waren aber noch um 1930 vollkommen undenkbar!

Und auch die Marke "geflügeltes Ziffernblatt mit Zahlen" und dem Wort Kienzle darüber weist darauf hin, dass die Uhr, wie Du ja auch schreibst, um 1935 herum hergestellt wurde. Beides Zusammen zeigt n.M., dass Deine Uhr tatsächlich in Komotau hergestellt wurde, aber sicher nicht unter der Regie von Schlenker & Kienzle, sondern wahrscheinlich aus vorhandenen Teilen der Firma Kienzle-Haller AG. Diese Firma wurde 1930 aus der Kienzle AG so umbenannt und eingetragen. Aber alle Firmen hatten ihren Sitz in Schwenningen.

Zu Schlenker & Kienzle bitte auch beachten, dass der Name 1883 durch Heirat mit Agathe Schlenker entstanden ist. Schlenker selbst war ebenfalls ein Uhrenhersteller aus Schwenningen und bis zur Heirat stellte der Vater von Agathe unter seinem Namen Uhren her. Es gibt also "Schlenker" Uhren, "Schlenker & Kienzle" Uhren und dann noch "Kienzle" Uhren aus den verschiedenen Zusammenschlüssen.

Zur Marke "Stern KOMET": Uhren mit dieser Marke wurden wohl ausschließlich für Österreich hergestellt und daher wird man kaum solche Marken finden. Auch ist es plausibel, dass diese Marke nur sehr wenig geprägt wurde, musste doch dann schon bei der Herstellung bekannt sein, dass diese Uhr als Einzelteil nach Komotau zur Endmontage und dann in Österreich verkauft werden sollte. Übrigens: "Endmontage" bedeutet hier nicht, dass ALLE Teile einer Uhr nach Komotau geliefert wurden. Alles, was im Umland von Komotau günstiger beschafft werden konnte, wurde lokal zugekauft und dann verbaut.

Ps.: Bitte entschuldige meine Neugier! Aber aus welcher Gegend Europas bist Du zum Forum gekommen? natürlich nur, wenn Du möchtest. Ich würde mich aber persönlich über eine Antwort freuen!
 
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