Alte Vintage Uhr "restaurieren"

Diskutiere Alte Vintage Uhr "restaurieren" im Vintage-Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Schönen guten Morgen! Ich wollte mich mal an das Fachpublikum wenden und fragen, inwiefern man eine alte Vintage Uhr restaurieren kann...
tomstar28

tomstar28

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Schönen guten Morgen!

Ich wollte mich mal an das Fachpublikum wenden und fragen, inwiefern man eine alte Vintage Uhr restaurieren kann. Werkseitig ist mir klar, dass man ein Automatik-Werk entsprechend warten und servicieren lassen kann. Worum es mir geht ist zB das Uhrengehäuse, Glas, Ziffernblatt, Zeiger, etc.

Ich weiß von meinem Vater, dass er sich seine alte Omega Constellation für sündhaft teures Geld restaurieren hat lassen. Ich weiß aber nicht, ob das bei jeder Vintage Uhr so teuer wäre und man hier nicht auch ein wenig die Marke zahlt ... vielleicht kann mir jemand ein bisschen was dazu schreiben. Also ob man zB ein Edelstahlgehäuse be/abschleifen kann, wie das mit dem Ziffernblatt funktioniert, Zeiger Reperatur, etc. und wenn möglich, wo man so etwas machen lässt und was es in Summe kosten kann.

Mir ist klar, dass Arbeitsstunden schwer einzuschätzen sind, aber so einen ungefähren Wert wird man aus Erfahrung schon angeben können.

Vielen Dank im Voraus!

lg
Tom
 
Max Bohrmann

Max Bohrmann

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wieviel es kostet, wenn du es professionell machen lässt, kann ich dir nicht sagen. Aber wenn du dir hier im Vintage-Forum mal die ganzen vorher-nacher-Threads durchliest, kannst du dort wichtige Tipps bekommen, wie du es selbst machst (und auch kontakte zu dem jeweiligen Thread-eröffner herstallen, die machen das auch manchmal für andere).

Gruß Max
 
tomstar28

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Hab eh schon ein wenig gestöbert und natürlich weiß ich, dass sowas nicht von heute auf morgen gehen kann. Aber es wäre schon toll, wenn man bei der Entstehung einer "neuen" Vintage Uhr einfach zuschauen kann. Ich bewunder Uhrmacher ja sehr, einfach die Liebe zum Detail und die Geduld ... da spiel ich lieber Lego und so *hrhr* ;)

Danke auf alle Fälle - ich guck mich mal durch.
 
Sonnenuhr

Sonnenuhr

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Allgemeingültig kann das wohl keiner beantworten, insofern die Antwort nur heißen kann: Es kommt darauf an.

Anders gesagt, der Zustand und die eigenen Wünsche spielen hierbei die größte Rolle. Muss das ZB wirklich neu bedruckt werden, wird es hier in Europa sicher nicht billig. Ist das Gehäuse nur verschmutzt, ließe es sich vielleicht mit passender Politur bereinigen, ist eine evtl. Vergoldung weg oder stark abgeplatzt, dürfte eine neue Vergoldung anfallen (wobei mich hier auch mal interessieren würde, wer und wo man das machen lassen kann und was es kostet). Spontan würde ich erst auch einmal den Uhrmacher des Vertrauens wegen Gehäusereinigung fragen. Wenn die es nicht selbst machen, sind sie doch wohl Uhrliebhaber genug, um im Zweifelsfall jemand zu kennen, der das kann (vielleicht ein Goldschmied/Schmuckhändlerkollege um die Ecke?). Habe ich bislang aber auch noch nie gemacht und daher keine Erfahrung, was dabei raus kommt.

Ein weiterer Faktor ist sicherlich, wie viel Wert man darauf legt, dass sie in den Originalzustand versetzt wird. Beispiel Vergoldung, wenn sie Rotgolden war, will man sicher den originalen Farbton haben und wer auch immer die mischt, sollte da vorher die alte Mischung der Legierung irgendwie analysieren.
Für das ZB den richtigen Fachmann zu finden, der es wirklich in den absoluten Originalzustand versetzen kann, ist manchmal sicher auch aufwändig. Die Preise gehen da schon mal in dreistellige Bereiche und variieren bei den Anbietern sehr stark.
Bei den "echten" Hamiltons würde ich zum Versand ins Ausland greifen und sie International Dial zusenden. Die sind einerseits bedeutend günstiger als europäische Anbieter und haben gerade für die alten Hamies die Orginalzeichnungen und Schablonen (die waren mal Lieferant für Hamilton in den USA). Deren Arbeiten sind zumindest in Kreisen von Hamiltonsammlern sehr angesehen (meine Merritt in meiner Bildergalerie wurde z.B. von Int.Dial restauriert). Im Durchschnitt kostet es hier so um die 50$ zzgl. eben dem Versand für Hin- und Zurück.
Zeiger sind auch noch mal ein Thema für sich. Bei Hamilton gab es zum Glück relativ einheitliche Zeiger, sprich manchmal findet man passende, indem man andere, noch schlechtere Uhren ausschlachtet. Je nach Marke und Alter gibt es aber vielleicht auch noch irgendwo Ersatzteile bei Händlern oder dem Hersteller selbst oder eben der Umweg eine kaputte billige aus der Bucht fischen und auszuschlachten. Bei Int.Dial werden Zeiger, sofern noch vorhanden, mit dem ZB zusammen restauriert, sprich gereinigt, bzw. bei farbigen entsprechend lackiert/bemalt und bei Leuchtzeigern mit Leuchtmasse versehen. Wie das andere handhaben, weis ich nicht, aber ich denke mal auch, dass man da für die Preise ein Komplettpaket erwarten darf.

Was Originalzustand angeht, bin ich bei Leuchtziffern/-zeigern immer ein wenig zwiegespalten. Ich mag die modernen Leuchtmassefarben nicht. Bislang habe ich keine überzeugende Färbung gesehen, welche Radium wirklich nahe kommt. Diese ausgebleichten "Farben", sprich das moderne Weiß wirkt auf mich meist störend. Da ist m.E. zu überlegen, ob man das ZB nicht reinigen lässt und das gealterte Radium drauf lässt, sofern nicht zu starke Korrodierung dagegen spricht. Das würde es sicher auch gleich wieder billiger machen.

Was das Werk angeht, auch da kommt es drauf an. Insbesondere aber darauf, welchen Uhrmacher du hast. Mir ist hier im Forum aufgefallen, dass die Preise für Revisionen extrem stark variieren. Ich zahle bei meinem Uhrmacher um die 40 Euro und meist sind da kleinere Reparaturen schon mit drin. Einfaches Ölen und Reinigen ist i.d.R. bedeutend billiger. Andere zahlen da mehr.

Das Glas kann billig oder teuer werden. Ist es Plaste und nicht zu sehr vekratzt, tut es ein bissel Zahnpasta, Spucke (wahlweise Wasser) und ein Microfasertuch. Ansonsten eben der Tausch und da hängt es wohl von Form und deinen Ansprüchen ab. Bei sehr alten Uhren mit ungewöhnlichen, oder eigenen, Gehäuseformen gibt es bei ebay immer mal Händler mit NOS-Lagerbeständen. Ich habe in meinem Sammelfeld drei in den Staaten, die mich für ca. 12-15 Euro (inkl. Versand) beliefern können.

Was übrigens auch ins Geld schlagen kann, aber vlt. auch irgendwie Sammelwut weckt, könnte ein Originalband zum Modell sein. Ich kenne Sammler, die allein für eine passende Schließe ihrer Bänder Dutzende Euro ausgeben, manche noch mehr. Dann erst das richtige, oder wenigstens annähernd originale Band aufzutreiben ... Mir selbst ist das Band relativ egal, zumindest wenn es farblich und vom Aussehen zur Uhr passt. Ich nehm auch mal welche für 10-15 Euro, wenn ich sie passend finde. Sollten die nicht so lang halten, hab ich eben umso eher mal wieder ein neues dran und kann da vlt. mal was anderes ausprobieren. Allerdings, wenn ich eine Uhr mit originalem Band finde, hege ich das umso mehr, bzw, werde da wohl auch die Schließen aufheben und an Austauschbänder basteln lassen, was natürlich bedeutet, dass ich hier nach vintagemäßigen Bändern suchen muss (sind evtl. wohl teurer).
 
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falko

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Natürlich kann z.B. die Omega Vintage Abteilung in Biel eine Uhr wieder in Neuzustand versetzen. Dabei werden in der Regel viele Teile ausgetauscht. Bei einer "normalen" Vintage sollte man den Neuzustand nicht anstreben, er wird auch wegen fehlender Teile meist nicht ereichbar sein. Eine vernünftige Restauration wird zunächst das Werk in technisch einwandfreien Zustand versetzen und dann das Gehäuse reinigen und aufarbeiten. Das Zifferblatt und die Zeiger werden nur vorsichtig gereinigt, eine weitere Aufarbeitung ich Sache von Spezialbetrieben, wobei man mit Kosten im Bereich von 150 Euro rechnen muss. Beispiele für Vintage Restaurationen findet man in meinen Threads zuhauf. Kosten kann man nur anhand der konkreten Uhr nennen, es wird sich aber in überschaubarem Rahmen halten.
 
T. Freelancer

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Hallo falko,
Versteh meine Frage bitte nicht falsch - Nur aus Interesse: Was verstehst Du unter
Bei einer "normalen" Vintage sollte man den Neuzustand nicht anstreben
in Zusammenhang mit der Revision einer Omega in Biel ?
Meinst Du eine Omega ist keine normale vintage und wo würdest Du da Abstufungen machen ?

Gruss
T. Freelancer
 
falko

falko

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Wenn man eine Uhr zu einer Vintage Abteilung des Herstellers gibt, gelten andere Gesetzmässigkeiten, auch finanzieller Art. Die Abstufung bezieht sich auf Uhren, bei denen man auf einen solchen Service nicht zurückgreifen kann. Hier muss man Kompromisse machen und akzeptieren, dass eine alte Uhr nun mal keine neue mehr ist. Ob in jedem Fall eine Totalerneuerung gewünscht ist, bei der durch viele Neuteile die ursprüngliche Substanz kaum mehr vorhanden ist, steht auf einem anderen Blatt.
 
T. Freelancer

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Von A bis Z
Ich bin an der Frage interessiert, da ich vor Wochen eine 1€ Uhr erworben habe.
Ich stand dann auch vor dem Problem, da sie technisch nicht funktionierte, das Zifferblatt Abplatzungen hatte und das eckige Glas in einer Ecke gesprungen war.
Ich bin dann zu einem Uhrmacher gegangen , der mir selbst bis hahin nicht bekannt war, den ich aber empfohlen bekam.
Man muss dazu sagen, dass ich den Uhrmacher meines Omega Konzis nicht mit der dermassen günstig erworbenen Uhr belästigen wollte, er war bei einer weit teureren vintage schon einmal etwas zickig geworden.
Andere Uhrmacher hatten bei ähnlichen Problemen aber auch schon mal abgewunken.
Der gefundene Uhrmacher hat aber Verständnis gezeigt und die Uhr hat nachdem er sie selbst weggeschickt hat ein neues passendes Plexiglass erhalten.
Jetzt muss das Werk (bis Montag) noch von Ihm repariert und überholt werden.
Bei einer Zifferblattrestauration in einem professionellen Betrieb wären lt. seiner Aussage bis zu 200 € fällig.
Ganz schön viel für eine 1€ Uhr -. habe ich gedacht.
Du merkst vielleicht, was ich sagen will:
es kommt auf die Erwartungen an, die man selbst hat und noch viel mehr auf die Leute, mit denen man es zu tun hat.
In meinem Fall habe ich glaube ich den richtigen Uhrmacher gefunden, der das Problem behutsam anhand meiner Vorstellungen löst.
Übrigens 'clockmaster' hat mir bei der kostspieligeren vintage in gleicher Weise effektiv geholfen, obwohl andere sich nicht damit befassen wollten.
Ich bin jetzt gespannt, ob der Uhrmacher das Werk wieder In Gang bringt.
Bei einer für 1€ erworbenen Uhr scheint das aus wirtschaftlicher Sicht nicht sinnvoll zu sein.
Trotzdem werde ich sie nicht aufgeben.

Gruss
T. Freelancer
 
uhrzeittier

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Schönen guten Morgen!

Ich wollte mich mal an das Fachpublikum wenden und fragen, inwiefern man eine alte Vintage Uhr restaurieren kann. Werkseitig ist mir klar, dass man ein Automatik-Werk entsprechend warten und servicieren lassen kann. Worum es mir geht ist zB das Uhrengehäuse, Glas, Ziffernblatt, Zeiger, etc.

Ich weiß von meinem Vater, dass er sich seine alte Omega Constellation für sündhaft teures Geld restaurieren hat lassen. Ich weiß aber nicht, ob das bei jeder Vintage Uhr so teuer wäre und man hier nicht auch ein wenig die Marke zahlt ... vielleicht kann mir jemand ein bisschen was dazu schreiben. Also ob man zB ein Edelstahlgehäuse be/abschleifen kann, wie das mit dem Ziffernblatt funktioniert, Zeiger Reperatur, etc. und wenn möglich, wo man so etwas machen lässt und was es in Summe kosten kann.

Mir ist klar, dass Arbeitsstunden schwer einzuschätzen sind, aber so einen ungefähren Wert wird man aus Erfahrung schon angeben können.

Vielen Dank im Voraus!

lg
Tom
Wie wäre es denn mit einem Bild von der Uhr, welchem man den Zustand entnehmen kann. Dann lassen sich bessere KOsten-Nutzen-Diskussionen führen... :-)
 
Uhr-Enkel

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Ich habe tomstar28 so verstanden, daß er es allgemein meint. Vielleicht gibt es Faustregeln, wonach die Reinigung eines Gehäuses soundsoviel kostet, die Restaurierung einer Lünette soundsoviel etc.
 
tomstar28

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Danke für die vielen Bemerkungen - allgemein und doch natürlich nicht ohne Hintergrund. Mein Traum wäre es mir eine wirklich schöne Seemaster herzurichten bzw. herrichten zu lassen, aber da möchte ich die Uhr vorher direkt sehen und nicht über ebay oder sonst wo kaufen. Ich finde, dass man da die Uhr einfach in der Hand haben muss. Abgesehen davon kosten alte Vintage Seemaster / Geneve Modelle auf ebay teilweise auch schon ein Vermögen. Je nach Alter, Zustand, Originalteile, etc. aber ab 250/300 Euro ist man dabei.

Um das ganze hier aber ein wenig konkreter zu machen. Ich habe gestern eine alte ENICAR Ocean Pearl Star (1945 lt. Angabe) erstanden und bin auf den Zustand der Uhr gespannt. Mich hat die Geschichte der Uhrenmarke rund um die Familie Racine sehr angesprochen und das Modell war für 50 Euro vergleichweise günstig. Anbei kann ich zwei Fotos anbieten, die den Zustand der Uhr und des Handaufzuges (ETA AR-1140) zeigen. Ich denke, dass das Ziffernblatt ein wenig Kosmetik gebrauchen könnte, ebenso das Edelstahlgehäuse, sei es mit Politur oder gröberen Mitteln. Das Werk sieht sauber aus, aber mehr dazu wenn ich es in Händen halte.

Meinungen, Ideen, Vorschläge gerne erwünscht. Wie gesagt, ist für mich das erste Mal eine alte Uhr entsprechend herrichten zu lassen und ich freue mich schon sehr... :)
 

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JungHans

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Die Uhr wird bestimmt schön,ist aber nieundnimmer von 1945!
End- 60iger Jahre kommt eher hin
 
tomstar28

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Hallo Junghans,

Du hast Recht! Das dürfte eine falsche Angabe gewesen sein, hab jetzt ein wenig recherchiert und Ende 60er dürfte hinkommen ... bor cool :)
 
tomstar28

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Sehr interessant - ich hab mich ja auf die Verkäuferangaben bezogen, aber die nehmen es wohl nicht immer so genau bzw. wissen es selbst nicht besser... ein eigenes Enicar Kaliber finde ich aber wesentlich interessanter.

Wie kann man die Bemerkung "ungewöhnlich: Wechselrad auf Rubin-Stift gelagert" deuten, werter Käfer?
 
Uhrenfritz

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Ich würde den Enicar Ticker nur aufpolieren wenn er sonst einwandfrei läuft .
Das Glas hat ja soweit keine Risse ,so wie ich sehen kann und das Gehäuse
könnte Stahl sein .Das Zifferblatt ist doch soweit in Ordnung .Hatte grad heute auch eine Vintage aufgearbeitet die wirklich übel aussah .Nur ein neues Band muss noch dran .

Gruess hampe...

https://uhrforum.de/suter-automatic-aufgearbeitet-su-2472-a-t43842
 
Sonnenuhr

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Sehr interessant - ich hab mich ja auf die Verkäuferangaben bezogen, aber die nehmen es wohl nicht immer so genau bzw. wissen es selbst nicht besser... ein eigenes Enicar Kaliber finde ich aber wesentlich interessanter.

Wie kann man die Bemerkung "ungewöhnlich: Wechselrad auf Rubin-Stift gelagert" deuten, werter Käfer?
Die meisten haben halt keinerlei Ahnung von Kunst und Modestilen diverser Epochen. Jeder mit ein Bissel Ambitionen kann sich binnen weniger Minuten Recherche im Netz oder via Büchern ein Bild davon machen, wie bestimmte Dinge in welchem Jahrzehnt aussahen. Dass das da keine 40er Jahre sind, müsste aber eigentlich ein sprichwörtlich Blinder mit Krückstock erkennen. :rolleyes: Gerade bei Uhren wundere ich mich immer, wie naiv diverse Verkäufer da mit Zeitangaben sind. Wahrscheinlich machen sie das oft absichtlich, weil sie meinen, je älter was sei, umso mehr lassen andere preislich springen.
Aber die vergessen, dass Herr Beloq meinte, seine Taschenuhr müsse 1000 Jahre verbuddelt bleiben, ehe sie was wert ist. Nach 60 Jahren fehlen da noch gut 940.
Manch anderer hat dann schlicht auch keine Ahnung und ist zu faul, sich einfach mal zu informieren, was er da verscherbelt. Wenn ich was verkaufe, informiere ich mich für gewöhnlich, um korrektere Angaben zu machen. Andererseits muss man ja heute schon froh sein, wenn die Verkäufer in der Bucht ihre Produkte in vernünftiger Sprache anpreisen können und man nicht noch U-Schicht-Linguist sein muss, um deren Kauderwelsch zu verstehen.
 
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tomstar28

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Die meisten haben halt keinerlei Ahnung von Kunst und Modestilen diverser Epochen. Jeder mit ein Bissel Ambitionen kann sich binnen weniger Minuten Recherche im Netz oder via Büchern ein Bild davon machen, wie bestimmte Dinge in welchem Jahrzehnt aussahen. Dass das da keine 40er Jahre sind, müsste aber eigentlich ein sprichwörtlich Blinder mit Krückstock erkennen. :rolleyes: Gerade bei Uhren wundere ich mich immer, wie naiv diverse Verkäufer da mit Zeitangaben sind. Wahrscheinlich machen sie das oft absichtlich, weil sie meinen, je älter was sei, umso mehr lassen andere preislich springen.
Aber die vergessen, dass Herr Beloq meinte, seine Taschenuhr müsse 1000 Jahre verbuddelt bleiben, ehe sie was wert ist. Nach 60 Jahren fehlen da noch gut 940.
Manch anderer hat dann schlicht auch keine Ahnung und ist zu faul, sich einfach mal zu informieren, was er da verscherbelt. Wenn ich was verkaufe, informiere ich mich für gewöhnlich, um korrektere Angaben zu machen. Andererseits muss man ja heute schon froh sein, wenn die Verkäufer in der Bucht ihre Produkte in vernünftiger Sprache anpreisen können und man nicht noch U-Schicht-Linguist sein muss, um deren Kauderwelsch zu verstehen.
Jaja, Internet - Segen und Plage zugleich. Ich gebe Dir natürlich Recht, wenn Du sagst, dass jeder der ein bisschen Ambitionen hat irgendetwas über das Netz zu verkaufen mit wenigen Klicks umfassende Informationen recherchieren kann. Wie valide oder tauglich diese Informationen sind, ist natürlich von der Quelle und dem Verfasser selbst abhängig. Speziell bei Uhren ist es für Leihen wie mich schwierig wirklich zu beurteilen, ob zB ein Automatikwerk in gutem oder schlechten Zustand ist oder ob es sich um ein 50er, 60er oder 70er Jahre Modell handelt. Auf Fotos kann man letztendlich nur nach Äußerlichkeiten gehen und mehr eben nicht.

Ein seriöser Verkäufer würde sich hüten, falsche Informationen über ein Produkt anzugeben, da ja spätestens bei Kauf/Lieferung der Uhr diverse Mängel für den Interessen-Käufer erkennbar wären. Für mich als Uhren-Laie ist diese Mängelfestellung natürlich ein bisschen schwieriger. Deshalb wende ich mich auch an dieses wirklich nette und tolle Forum (eine Erfindung des Internets ;) um mit Fachwissenden/Experten über verschiedene, sagen wir "Projekte", zu sprechen und zu disktutieren. Absolut toll für mich und so wird mir auch mitgeteilt, dass die Enicar anscheinend kein Eta Werk hat, sondern ein AR1140 verbaut ist. In weiterer Folge erfahre ich auch, was an diesem Enicar Eigenbauwerk besonderes is. Und schon haben sich meine 52,50 Euro für die Enicar ein bisschen mehr gelohnt, wie ich finde.

Ob dieser Preis jetzt gut oder schlecht gewesen ist und ob es den objektiven wie subjektiven Wert der Uhr entspricht, kann ich nicht sagen. Für mich zählt in diesem Fall nur, dass ich interessantes Stück Zeitgeschichte erstanden habe und bereit bin mich mit diesem umfassend zu beschäftigen. Glücksritter, wußte ich ja vor den Kauf nicht wirklich viel über das Modell außer über die Familiengeschichte Racine-Blatt und die Uhrenmanufaktur d`Horlogerie Enicar S.A. (auch durch das Internet und Watch-Wiki).

Wie dem auch sei, ich bin jedem hier sehr dankbar, dass er mir Informationen zu dem angesprochene Topic gibt und mit mir so einen tollen Diskurs führt. Wirklich.
 
Käfer

Käfer

Moderator
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Tja, und die Watch Wiki Infos stammen von hier :D.

Das Problem bei untergegangenen Marken - wie Enciar (und das, was sich heute Enicar nennt, hat mir der ursprünglichen Enicar aber auch gar nichts zu tun, eigentlich ist es eine besondere Form der Leichenfledderei, aber ich lass das jetzt ......) ist einerseits die z.T. dürftige Informationslage und andererseits die nicht immer so ganz einfache Beschaffung von Ersatzteilen. Deine Uhr macht au den Bildern so auf den ersten Blick einen ganz guten Eindruck. Was aber letztendlich an Aufwand nötig sein wird, um sie zu revidieren etc. kann Dir nur der Fachmann sagen, wenn er die Uhr vorliegen hat. Ersatzteile: Bei den einschlägigen Händlern nicht mehr zu bekommen. Je nach dem ist man also gezwungen, sich wieder in der Buch um zu tun und ggf. eine Schlachtuhr zu erwerben. Zum Glück sind die Manufakturwerke von Enicar querbeet in den Modellreihen verwendet worden, so dass für eine etwas teuere Sherpa schon mal ein günstigeres Werk dran glauben muss. Nächstes Problem sind die Gläser. Nicht für die "normalen" Modelle. Aber vor allem die Enicar Taucheruhren mit Innendrehring benötigen Spezialgläser, die bei den Ersatzteilehändlern ebenfalls nicht mehr zu bekommen sind. Es gibt zwar Gläser, die grössenmässig passen, aber dann kann denn der Drehring nicht mehr betätigt werden. Was bleibt ist entweder eine teuere Spezialanfertigung oder aber die Suche im Internett, dann und wann taucht was Passendes auf. Andererseits machen es gerade die Schwierigkeiten und Widrigkeiten spannend, sich mit einer solchen Marke auseinanderzusetzen. Sicher, der Service, der z.B. Omega (aber auch IWC, oder JLC, um nur zwei weitere Bsp. zu nennen) im Vintagebereich bietet ist grandios, aber irgendwie fehlt dann da das Erfolgserlebnis, zusammen mit einem Uhrmacher eine vielleicht anfänglich als unrettbar angesehene Uhr doch wieder zum Laufen gebracht zu haben ;-).
 
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