Uhrenbestimmung Alte Tischuhr JB mit Westminsterschlag

Diskutiere Alte Tischuhr JB mit Westminsterschlag im Sonstige Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Liebe Forenkollegen, In dieser Ecke des Forums bin ich neu und möchte mich hiermit gleich mit einer Tischuhr, die sich seit einiger Zeit in...
Anthony Zimmer

Anthony Zimmer

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Liebe Forenkollegen,

In dieser Ecke des Forums bin ich neu und möchte mich hiermit gleich mit einer Tischuhr, die sich seit einiger Zeit in meinem Besitz befindet vorstellen.

Die Uhr fristet leider mangels näherer Beschäftigung mit ihr ein einsames, stehendes Dasein in unserem Esszimmer. Gäste sind aber immer wieder fasziniert von ihr und ich würde sie eigentlich gerne zum Laufen bringen.

Grundsätzlich geht sie, aber es gibt einige Punkte bei denen ich mir als Nicht-Experte unsicher bin.

Ich hoffe ein Paar der versammelten kenner in diesem Bereich des Forums können mir weiterhelfen.

1.Wäre eine ungefähre Datierung interessant und auch Angaben zum Hersteller und zur Herkunft.

2.Frage ich mich, bei welchem der drei vorhandenen Aufzugsöffnungen welcher Teil der Uhr aufgezogen wird (Werk, Schlagwerk, ...?)

3. Würde ich mich zu allgemeinen Tipps im Umgang mit der Uhr freuen (Wann wie aufziehen, welche Gangreserve kann ich erwarten, was bewirken die beiden oberen Zeiger - bei silent schlägt die uhr derzeit nämlich immer noch alle 1/4 Stunden.

Ich hoffe die Fotos sind aussagekräftig genug und freue mich auf eure Meinungen und eine spannende Diskussion.

Beste Grüße, Anthony
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Der Stromer

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Hallo, Anthony.

Da hättest Du aber fast etwas seltenes im Wohnzimmer stehen! Hersteller sollte die Firma Gustav Becker / Freiburg in Schlesien gewesen sein und zwar vor 1850, wenn es denn keine Fälschung ist. Für Fälschung spricht, dass auf dem Ziffernblatt "Chime" statt wie im Deutschen Kaiserreich üblich "Westminster" steht und auch die Regulierung links zeigt Englische Begriffe "Slow" und "Fast".

Ich nehme mal an, dass diese Uhr von guten Polnischen Handwerkern so um 1990 herum hergestellt wurde.

Trotzdem eine hübsche Auflockerung des Wohnzimmer-Mobiliars. Zur Bedienung: Der linke Aufzugsvierkant ist für das Stunden-Schlagwerk, der in der Mitte für das Uhrwerk und rechts für den Westminster-schlag. Oben die beiden Zeiger sind links zum Regulieren des Ganges - slow für langsam und Fast für schnell, rechts kann die Melodie umgeschaltet werden von Westminster auf Silent. Auch dass ein Hinweis auf eine Fälschung. Kein Deutscher Uhrenhersteller hätte Englische Melodien in seinen Schlagwerken verwendet.

Zum Gehäuse: Kieferholz wurde im 19. Jahrhundert für billige Möbel verwendet, aber nicht für sehr teure Uhren.

Schade, Aber lass sie bitte die Zeit zeigen und ihren Schlag ertönen. Du wirst Dich sicher daran erfreuen!
 
Anthony Zimmer

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Vielen Dank für die Einschätzung.

Wenn du von Fälschung sprichst meinst du die ganze Uhr, also Werk, Ziffernblatt und Gehäuse?
Gibt es denn noch andere Möglichkeiten die Echtheit zu prüfen?

Vielleicht gibt es noch andere Meinungen zur Uhr. Würde mich jedenfalls interessieren.

Zur zeitlichen Einordnung kann ich nur beisteuern, dass sich die Uhr schon länger als seit den 1990ern in unserer Familie befindet.
 
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Mühli

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Hallo,
für mich ist es ein Original um 1920 von Becker für den englischen Markt. Eine sogenannte Bracket Clock.
Gehäuse ist aus Eiche, was auch für den englischen Markt spricht. In England sind diese Uhren keine Seltenheit. Optisch ist deine Uhr noch gut erhalten. Viel Freude damit.
 
Der Stromer

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Also, die Firma Gustav Becker ist 1899 in der neu gegründeten "Vereinigten Freiburger Uhrenfabriken i9nklusive ehemals Gustav Becker AG" kurz VFU AG aufgegangen. Um 1920 (nach dem WK I) exportierten Deutsche Uhrenfabrikanten vermehrt nach Übersee und das Vereinigte Königreich. Daher in dieser Zeit auch die Englischen Beschriftungen. Was allerdings nie fehlen durfte "Made in Germany"! Das fehlt alles bei Deiner Uhr. Und das Markenzeichen GB und Krone ist Grund verkehrt. Hier einige Beispiele für ehemals existente Marken GB!

Auch die Marke Deiner Uhr stimmt hinten und vorne nicht: unterm Anker im Kreis eine Zahl hat es bei GB nie gegeben. Auch haben ALLE GB-Uhren ab 1875 bis 1900 und danach die Marke der Goldmedaille immer mit auf die Werke geprägt. Erst nach 1900 war das nicht mehr durchgängig und damit verliert sich auch die Zuordnung zu einem Herstellungsjahr.

Aber (gibt es ja immer) nach 1945 wurden in den alten, zum Großteil zerstörten Werken der ehemaligen GB und VFU AG wieder Uhren hergestellt und zwar mit den alten Marken.

Ich meine, Deine Uhr wurde in Polen hergestellt. Ob es nun 1990 oder 1980 war? Kann ich ohne die Uhr genauer zu sehen nicht sagen. Für mich ist das auf jeden Fall eine uhr, die man nicht als Wertgegenstand versichern müsste.
 
Anthony Zimmer

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Ich habe mal ein bisschen recherchiert und dazu auch die Seriennummer fotografiert:

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Gemäß der Tabelle die ich gefunden habe, wäre sie mit einer Nummer nach 2,4mio nach 1926 gebaut.
 
Der Stromer

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Auf die Serien-Nummern nach 1900 kann man nichts mehr geben. Und 1926; Da hat schon die HAU das sagen in Freiburg. Alles sehr misteriös mit dieser Uhr. Für mich ist es auf keinen Fall ein Original. Auch die Pendelaufhängung und die Pendelverlängerung entsprechen nicht der von GB. Eher der späteren (nach 45) METRON, die in Freiburg wieder (bis heute übrigens) Uhren herstellt.
Auch sieht das Metall des Werkes so aus, als hätte just ein Uhrmacher eine Revision an der Uhr durchgeführt. Nach 100 Jahren sieht Messing ganz schön alt aus.

Nichts desto Trotz eine schöne Uhr, die sicher wieder das tun sollte, wofür sie gebaut wurde: Zeit anzeigen und verkünden.
 
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Mühli

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Hallo Rolf-Dieter
die Pendelaufhängung kannte ich so bei GB auch noch nicht. Habe mir mal am Wochenende einige Uhren aus dieser Zeit (Mitte bis Ende 20er Jahre ) angeschaut und diese Art häufiger gesehen.
Laut Seriennummer ist die Uhr um 1927 hergestellt. Laut Watch-Wiki ist dieses Firmenzeichen zwischen 1923 und 1933 verwendet worden - passt also. Der "Kreis" unter dem Anker ist mit Sicherheit ein rausgefrästes Zeichen, welches auf Deutschland schliessen lässt. Habe ich schon des öfteren gesehen (gab es auch bei Lenzkirch Uhren). Deutschland war leider nicht immer gerne gesehen in England und Frankreich. Ich habe mal ein Bild beigefügt mit einem GB Werk und einer 2.4 Millionen Nummer....
 

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Der Stromer

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Hm, auf Deinem Bild kann man leider nichts erkennen. 1,5 KB sind wirklich etwas klein. Aber zur vorgestellten Uhr. Wie schon geschrieben, die Serien-Nummern nach 1900 sind sehr mit Vorsicht zu genießen. Es gibt nicht nur Lücken, auch eindeutige Falschnummerierung. Und noch etwas zu GB-Uhren aus Freiburg: Diese Erzeugnisse generell als Uhren von Gustav Becker erkennen zu wollen, ist Wunschdenken. Spätestens ab dem Moment, wo die Leitung auf die HAU überging war es mit Qualität der "alten" GB-Uhren vorbei, da nutzte es auch nichts, die Firmenmarke und die Medaille de Or mit wachsender Begeisterung in Messing schlagen zu lassen. Und nach 1938 war sowieso alles ein Brei. Die Produktion der Uhren aus Freiburg kam aus Schramberg / Werk Gustav Becker von Junghans.

Ich bin der Meinung, dass die Geschichte der Uhrenindustrie in Schlesien ohne weiteres auch heute noch geschrieben werden könnte. Aktive dabei: Banken und Heuschrecken.

Doch zurück zur Uhr vom Anthony. Da steht nur GB und Anker mit Krone auf dem Messing der hinteren Platine. Sonst stimmt nichts, aber auch gar nichts mit den Erzeugnissen von Gustav Becker überein. Das Material ist für 120 Jahre zu frisch und nicht sorgfältig genug bearbeitet (Schleifriefen im Metall). Pendelaufhängung stimmt nicht, Marke passt nicht. Machart der Front ist mir von GB noch nie unter gekommen (Umschaltung der Melodie und die Reglage am Ziffernblatt). Die Beschriftung in Englisch, weder in den 20er noch in der Zeit in der das braune Gesocks das Sagen hatte. Dann schon eher Französisch. Ebenso die Melodie. Whittington und Silent! Echt "Deutsch" wären da Beethovens 9te und "Üb immer treu und Redlichkeit" aber nicht der Glockenschlag von Westminster und ein Englisches Weihnachtslied.

Für mich zu viele Ungereimtheiten in einem Gehäuse (billiges Weichholz). Aber für Fälscher aus Polen eine brauchbare Arbeit.
 
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pet.sch

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Ohje, wieder die alten Phantasien von Rolf-Dieter :oops:

Schade, dass er es nicht bei seinen Reparaturberichten der Jahresuhren belässt, denn bei der Einordnung von Uhren in bestimmte Zeiten und bei der Geschichte der Uhrenfabrik Gustav Becker spielt ihm oft seine Phantasie einen Streich.

@ Rolf-Dieter es wäre ja gar nicht so schlimm, wenn Du wenigstens dabeischreiben würdest, dass Du denkst oder meinst dass es so ist, aber mit Deiner "Reputation" die Du Dir als Hobby-Reparateur mit Deinen Beiträgen hier erarbeitet hast, so sicher etwas zu behaupten, was ganz falsch ist, das ist schon nicht mehr schön.

Die Uhr ist original aus den 20er Jahren für den englischen Markt gebaut. Und nicht von 1850 oder gar 1980 als Nachbau. Und zwar , da hast Du Recht, von der Nachfolgefirma von Gustav Becker, der Vereinigten Freiburger Uhrenfabrik , ehemals Gustav Becker, die sich aber zum allergrößten Teil aus der Vorgängerfirma Gustav Becker, also aus den Mitarbeitern, den Maschinen und den Gebäuden zusammensetzte . Den anderen Teil der VFU bildeten die anderen kleineren Freiburger Uhrenfabriken, die aber in den Jahren vorher von ehemaligen Mitarbeitern der Beckerschen Uhrenfabrik gegründet wurden, die also auch aus ihr hervorgegangen sind und die ein ähnliches Programm hatten. Die Uhren nach dem zwangsweisen Zusammenschluss wurden zu einem großen Teil zu Recht immer noch unter dem Namen Gustav Becker verkauft. Andere trugen dazu die Bezeichnung VFU , also Vereinigte Freiburger Uhrenfabriken, oft mit der zusätzlichen Bezeichnung "ehemals Gustav Becker".
Und es wurden natürlich auch nicht von heute auf Morgen andere Uhren gebaut.

Die billigere Konkurrenz aus Amerika und aus dem Schwarzwald zwangen die Freiburger Fabriken zu einem Zusammenschluss und zu einer günstigeren Fabrikation. Um Uhren günstiger herstellen zu können und wieder mit anderen Uhrenfabriken mithalten zu können, wurden im Laufe der nächsten Jahre nach dem Zusammenschluss viele Neuerungen in den Fabrikationsabläufen durchgeführt, aber es wurden beileibe nicht nur "billige" Uhren gebaut. Durch Deinen Groll auf Junghans (warum auch immer), die aber erst um 1930 Eigentümer der VFU wurden, wirfst Du viele Dinge in einen Topf und machst Dir Dein eigenes phantasievolles Menue daraus.

Ein Beispiel für Uhren guter Qualität der VFU ist diese Uhr hier mit Westminsterschlagwerk aus der Mitte der 20er Jahre, die noch immer einen guten Absatz in England fanden. Hier mit einem , wenn ich das richtig sehe eichefurnierten Gehäuse (Rückwand Weichholz) , aber die gab es auch Mahagoniefurniert . Ein anderes Beispiel sind die Standuhren aus der Zeit und vor allem die Sekundenpendeluhren, die in verschiedenen Qualitäten , auch als Uhrmacher-Normaluhren von hervorragender Qualität in der Beckerschen Fabrik noch in den 20er Jahren (also VFU) hergestellt wurden.

Die Dir unbekannte Pendelaufhängung beruht übrigens darauf, dass die wirksame Pendelfederlänge, also die Einstellung von "schneller" und "langsamer" von vorne , also vom Zifferblatt aus gemacht werden konnte. Jede Gustav Becker Uhr, die vorne oben zwei Hilfszifferblätter , also die Verstellung der Geschwindigkeit und die Abstellung des Schlages hat, hat so eine Pendelaufhängung. Bei Deinem Eifer alle Uhren von GB, die nach 1900 hergestellt worden sind, schlechtzureden solltest Du Dich vielleicht erst mal näher mit allen diesen Uhren beschäftigen.

Das Material ist für 120 Jahre zu frisch und nicht sorgfältig genug bearbeitet (Schleifriefen im Metall). Pendelaufhängung stimmt nicht, Marke passt nicht. Machart der Front ist mir von GB noch nie unter gekommen (Umschaltung der Melodie und die Reglage am Ziffernblatt). Die Beschriftung in Englisch, weder in den 20er noch in der Zeit in der das braune Gesocks das Sagen hatte. Dann schon eher Französisch. Ebenso die Melodie. Whittington und Silent! Echt "Deutsch" wären da Beethovens 9te und "Üb immer treu und Redlichkeit" aber nicht der Glockenschlag von Westminster und ein Englisches Weihnachtslied.

Für mich zu viele Ungereimtheiten in einem Gehäuse (billiges Weichholz). Aber für Fälscher aus Polen eine brauchbare Arbeit.
rechts kann die Melodie umgeschaltet werden von Westminster auf Silent. Auch dass ein Hinweis auf eine Fälschung. Kein Deutscher Uhrenhersteller hätte Englische Melodien in seinen Schlagwerken verwendet.
Jeder, der Uhren aus der Zeit kennt und vergleichen kann, sieht, dass Du hier "Beweise" anführst, die einfach nicht stimmen, bzw. die Du Dir hinbiegst, um Deine falschen Theorien zu stützen. Mitte der zwanziger Jahre wurden die Platinen anders bearbeitet als in den Generationen vorher und die Pendelaufhängung habe ich schon erklärt. Sie ist übrigens hochwertiger, bzw. viel aufwändiger gebaut als normale Aufhängungen. Die Front, also das Zifferblatt ist von sehr guter Qualität, müsstest auch Du erkennen können. Das Gehäuse entspricht der Zeit, Mitte der 20er wurden alle Möbel nicht mehr so massiv gebaut wie in den Generationen davor.

Die Fabrik Gustav Becker und die VFU lebte zu der Zeit und auch vorher schon in großen Teilen vom Export (mehrere hunderttausend Uhren wurden jährlich hergestellt) und die jeweilige Uhrenfabrikation war schon immer von dem Wunsch der Exportländer geprägt. Eine Beschriftung in Englisch war an der Tagesordnung bei allen deutschen Uhrenfabriken. Das gibts auch bei Taschenuhren aus der Schweiz, die nach England geliefert wurden. Auch wenn man das heute nicht mehr glauben mag, England war ein Hauptabsatzgebiet für alle Uhrenfabriken. Aus dem Grund bauten die deutschen Uhrenfabriken natürlich auch das Westminsterschlagwerk. Und weil es so schön war, auch für andere Länder und natürlich auch für den deutschen Markt. Das kennt doch jeder hier ! Oder hast Du in anderen deutschen Uhren aus der Zeit oder nach dem Krieg schon Schlagwerke mit der von Dir erwähnten 9ten Sinfonie von Bethoven gesehen ? Irgendwie geht bei diesem Thema Gustav Becker leider immer wieder mal die Phantasie mit Dir durch.

Die Firma Metron, als Nachfolgefirma der VFU nach dem Krieg hat übrigens hauptsächlich Messuhren, wie Wasseruhren und ähnliches gebaut und Uhren nur noch in ganz kleiner Menge und vor allem gemäß der Mode, die nach dem Krieg vorherrschte. Kann man sehen, wenn man mal ganz selten eine mit Metron signierte Uhr sieht.

Kein Wunder, denn die Firma Junghans zu der Gustav Becker, bzw. die VFU ja später gehörte, hat die Maschinen und vor Kriegsausbruch alles brauchbare von Gustav Becker in den Schwarzwald abtransportiert, als das Ende der GB-Fabrik abzusehen war. Die ehemalige GB Fabrik wurde zwar in die Metron aus Torun geschäftlich eingegliedert, aber es war nichts mehr von den guten Dingen da, was sie hätten weiterbauen können.

Und die Nachbauten antiker Uhren, von denen Du ständig sprichst, waren mehr oder weniger Einzelanfertigungen der allerersten Jahresuhrmodelle, die soweit ich weiß, auch so gekennzeichnet waren. Die wurden zu Ansichtszwecken benutzt. Eine davon hab ich auf einem Foto aus einem polnischen Museum gesehen (ich weiß im Moment nicht in welchem, kann das aber rauskriegen) und er ist auch als Nachbau gekennzeichnet worden. Die Menge dieser Uhren kann man wahrscheinlich an einer Hand abzählen und die wurden direkt für Ansichtszwecke in Handarbeit gemacht.
In den Nachkriegsjahren hat niemand antike Uhren für einen größeren MArkt nachgebaut, die Mode war vorbei und man war froh, wenn man etwas modernes bekam. Das war auch die Zeit, als bei uns die alten Gründerzeituhren ihres Zierrates beraubt wurden, weil die Mode strenger und sachlicher war. Da hat in Polen niemand daran gedacht antike Uhren zum Verkauf in den Westen nachzubauen. Deren Programm war auch "modern", weil man das verkaufen konnte.
Nachgemachte Antiquitäten kamen dann erst wieder auf, als es modern wurde sich mit Antiquitäten einzurichten, aber zu der Zeit waren im Ostblock die Materialien schon so knapp, dass man so eine Uhr bestimmt nicht in größeren Stückzahlen gebaut hätte. Heute werden in vielen ehemaligen Ostblockländern Dinge nachgebaut, aber heute wäre diese Uhr mit dem Schlagwerk in der Herstellung viel teurer als es der Markt als Antiquität hergibt. Also überhaupt nicht lohnend.

Gruß
Peter

PS: Silent ist übrigens kein englisches Weihnachtslied, sondern das steht für Leise oder Still, da kann man also normalerweise das Schlagwerk abstellen.
 
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pet.sch

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Die Uhr und Winterhalder im Allgemeinen spielen in einer anderen Liga als die Uhr von GB.

Der Preis ist aber trotzdem sehr , wie sagt man so schön, ambitioniert ;-)

Gruß
Peter
 
Anthony Zimmer

Anthony Zimmer

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Ich bedanke mich für die vielen (wenn auch kontroversen) Beiträge zu meiner Uhr.

Was mich noch interessieren würde: Gibt es Hinweise zum Aufzug? Also einfach aufziehen und Pendel anstubsen? Und welche Gangreserve kann man denn bei dem Werk nach Vollaufzug erwarten?
 
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Matthias MUC

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Für uns neugierige: Welcher Aufzug ist nun für was (Uhrwerk, Schlagwerk, ??). Und die Reglage per Pendelaufhängung ist interessant. Gerne ein Foto, wo die Funktion sichtbar wird. Wird da die Pendelfeder (und damit die wirksame Pendellänge) verstellt ähnlich der Verstellung mit Rücker, Spiralschlüssel etc. bei einer Unruhspirale?

lG Matthias
 
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Matthias MUC

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Wäre es möglich, auf eine ernsthafte Frage entweder konstruktive Antworten zu bekommen, oder man schweige bitte und mache nicht anderer Leute Threads mit solchem Gezänk kaputt. Für jemand, der schlicht neugierig hier reinschaut und die Uhr interessant findet, ist dieser Ferndiagnosen-Schwanzvergleich einfach nur lächerlich bis abschreckend.
 
Der Stromer

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:motz:Kannst Du auch lesen und nicht nur Meckern? Dann ließ meinen Beitrag #2, da steht alles drin, was der TS gefragt hat.
 
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Matthias MUC

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Sorry fürs Überlesen der drei Aufzüge, Deine absolut unumstößliche Ferndiagnose der Fälschung hat das ein wenig überdeckt.
Wie die Reglage funktioniert, steht da nicht drin, egal ob die nun "echt" oder von polnischen Fälschern gebaut wurde.

Nicht sorry fürs meckern. Ich habe Respekt vor Deinem Fachwissen, aber Deine Art geht mir und sicher auch reichlich Mitforisten hier auf den Senkel. Hast Du das nötig?
 
Der Stromer

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Die Reglage dürfte bei dieser Uhr nur über die Verstellschraube am Pendel funktionieren. Die Einstellung über den kleinen Hebel führt wohl ins Nichts. Diese Einrichtung findet man eigentlich nur bei Englischen Bracket-Uhren, jedenfalls ich kenne sie nur daher. Da wird über einen Mechanismus die Pendelfeder angehoben und damit die Länge des Pendel verstellt. Geht aber hier nicht. Die Brücke für das Ankerlager und die Pendelfeder ist fest.

Du brauchst Dich nicht entschuldigen. Ich tus auch nicht. Habe es einfach nicht nötig, mich für den Unsinn, den Andere schreiben, zu entschuldigen. Schon gar nicht, wenn man in einem Forum nach einer Expertise fragt und dann als Unbeteiligter, der nur alle Jubelmonate mal hier etwas von sich gibt (Uhrenverkäufer???) seinem Unmut über das geschriebene so - tschuldigung - Blöde kund tut. Der Herr soll in seinem Forum weiter Seriöse Uhrmacher vergraulen.
Wer die Wahrheit nicht vertragen kann, soll nicht nach ihr fragen.

Und bis zum Beitrag #8 war ja noch alles in bester Ordnung. Man kann sich trefflich darüber streiten, ob DIESE Uhr nun 1990 oder 1980 in Polen hergestellt wurde.

Und meine Art? Hast Du schon mal über DEINE Art, hier zu agieren, nach gedacht? Ich finde MEINE Art angemessen und korrekt, wenn man angemessen und korrekt Fragt und antwortet. Wenn nicht, dann eben anders!

Ps.: Die Fragen in Punkt 3. Sind noch nicht komplett beantwortet. Auch von den anderen Mitlesern hier nicht. Also: Gangreserve sollte diese Uhr mindestens 8 Tage haben. Silent ist Englisch und heißt "Still" und nicht, wie behauptet "Aus". Kann man auch hier nachlesen Melodie "Silent". Wen es interessiert: Silent Night = Stille Nacht.
 
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Matthias MUC

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MEINE Art zu agieren ist jedenfalls nicht, per Ferndiagnose genau zu wissen, was eine Fälschung oder nicht ist. Wenn Du DEINE Art, wenn jemand etwas auf Deinen Absolutheitsanspruch der Ferndiagnosen erwidet, gleich massiv persönlich zu werden, für humorvoll oder korrekt hältst, bitte.

Ansonsten bleib ich jetzt mal nur sachlich, sonst landen wir gegenseitig auf der Ignorierliste.

Zur Reglage: Warum soll die ins leere laufen?
Die Brücke für das Ankerlager und die Pendelfeder ist fest
woher siehst Du das? Wenn die Polen gut fälschen, haben die es vielleicht so hingebracht, daß es funktioniert, welchen Sinn hätte der ganze aufwändige Mechanismus, egal ob Polenuhr oder echt, wenn er überhaupt nicht funktioniert. Soweit ich das Foto genau der Uhr des TS interpretiere, dürfte die Reglage genau so funktionieren, wie ich vermute. Ein Foto etwas schräg, wo der Klangstab nicht die spannenden Details verdeckt, wäre ideal, und daß der TS sich mal traut, vorne am Verstellhebel zu drehen und beobachtet, was sich hinten tut.
3304270

Die Pendelfeder ist oben (blau) befestigt, diese Aufhängung kann von der entsprechend geformten Steuerscheibe (hinter den Hämmern verdeckt) um die Achse bei der Schraube am rechten Platineneck geschwenkt werden. Die wirksame Pendellänge wird ganz analog zur Reglage bei Unruhspiralen von dem Teil bei der gelben Markierung begtimmt. Dieses dürfte vermutlich ähnliche Gestaltung und idente Funktion wie der Spiralschlüssel der Reglage bei Unruhspiralen haben. Vorn im UZS nach "Fast" drehen >> Aufhängung nach oben - Pendel kürzer - schneller.
Was nun wirklich ist, wird der TS klären können, wenn er noch Lust an diesem Thread hat.

lG Matthias

PS.: Stille Nacht, sorry I'm not convinced... Ob Silent nun "stille Nacht" oder doch "leise, lautlos, aus" oder wie auch immer bedeutet, (da stehen hier zwei Ferndiagnosen Aussage gegen Aussage) läßt sich vielleicht näher einkreisen, wenn der TS mal den entsprechenden Umschalter betätigt und dabei fotografiert, ob sich hinten sichtbar was ändert, sonst hätte ich nämlich noch allerlei Fragen zur Funktion von allerlei sichtbarem Gestänge etc. auf dem Werksfoto.. Ich hatte zum Beweis der "Stillen Nacht" eigentlich mit einem Video einer vergleichbaren Uhr, die "Stille Nacht" spielt, gerechnet.
Siehe hier:
- die hat explizit zwei Melodien und dazwischen "Silent", wenn das auch eine Melodie wäre, wäre es erwähnt und vorgeführt. Interessant auch hier:
 
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